It’s raining Rain! Hallelujah!

Daß der Glämmer nicht nur ein Schönwetterfreund ist, und der beste, wußten Sie ja eh schon, und nachdem wir schon gestern unsere absoluten Bedürfnisse über die aktuellen Wetterverhältnissse gestellt haben, um aufn See zu fahren – ich meine: was kann einem schlimmstenfalls passieren? Naß werden? Jedenfalls wurden wir heute von einem Mega-Wolkenbruch überrascht, nur kurz nachdem ich im Suff mit der Zichte ein astreines Loch ins Schlauchboot gebrannt habe und überlegte, wie ich die nächsten zwei Stunden mit nur neun Fingern und einer Hand zubringen sollte, denn einen Finger und eine Hand zwangsläufig braucht ich ja zum Zuhalten des Lochs.
Zwar ein zwei Stunden verfrüht, denn man braucht nach Alkoholgenuß dann schon noch ne Weile zum Nach- bzw. Abglühen aufm Wasser, aber umso heftiger kam der Wolkenbruch, und nach Umsteigen auf Glams unlädiertes Boot mußten wir sogar notlanden, die Boote leermachen und ZUFUSS und naß und fast nackt durch den kräftigen warmen Sommerregen zurück, unsere halbleeren Boote um und gewickelt wie Federboas (-Böen?)
Lang lang lang schon nicht mehr so lebendig gefühlt und alle erstaunlich unbeirrten Regenspazierer zweireihig angelacht, getanzt im Regen, und so war es dann auch äußerst passend, als einer der Artistokraten im vollen Ornat inklusive Kniehose und bepuderter Perrücke irre lächelnd und “Ach, das schadet doch nicht!” schnarrend an uns wohin auch immer radelte. Only in Berlin!
Schließlich – was kann einem schlimmeres passieren als naß zu werden?
(Aus der Abteilung Moments of Pleasure)

Heimat und Familie und Zombies

(Titel inspired by Pride and Prejudice and Zombies)

Eigentlich sagt der Traum von Samstag auf Sonntag schon alles, und dazu braucht man keine Heidi: Ich war mit einem kleinen Begleiter (wer auch immer das war) unterwegs und mußte höllisch aufpassen: je nachdem welche Tür man aufmachte, welche Kleidung man aussuchte oder in welche Richtung man sah, verwandelten sich die Menschen in Zombies oder Zombies tauchten in Horden auf. Zum Höhepunkt des Ganzen stellte ich mich schützend vor die versammelte Gruppe von noch gesunden jungen und alten Menschen und schrie “Das sind alles meine KINDER!”

So gehts ja nu mal gar nicht.

Die Besuche in der alten Heimat werde ich nochmal überdenken müssen. Die Schwester ist mittlerweile im Vorruhestand und geht ganz in Haus- und Gartenarbeit auf, wenn sie nicht grade mit ihrem Mann ihren Lagerkoller auslebt, ohne Rücksicht auf eventuell vorhandenes Publikum. Wenn sie vom Tisch aufsteht, humpelt sie schon wie meine Mutter damals.
Wenn der vorletztes Jahr verwitwete Onkel zu Besuch kommt, ist das kein Besuch sondern eine Hausbesetzung. Ich mag ihn ja gerne, und er ist auch furchtbar einsam, weswegen er auch in Rente noch fast Vollzeit Trucker fährt, aber die Geschichten von Raststätten, Autobahnen und wo man wie mit wem am besten ab- und auflädt, würden nicht mal seinen nicht vorhandenen Hund interessieren.
Rosemarie und Jakob von gegenüber, die mir jedes Mal morgens früh selbst erzeugte Eier auf die Haustür legen, werden bald 80 respektive 85, er derselbe Jahrgang wie mein Vater. Seine beginnende Senilität läßt ihn langsam milder werden, aber er springt tausendmal schneller auf den Trecker und wieder runter als ich das jemals könnte. Dennoch wurde es doch irgendwann anstrengend, ihn, sehr zu seinem immer wieder erneuten Staunen, an meinen Geburtsjahrgang zu erinnern, und daß ich mich unmöglich beispielsweise an seine Großeltern erinnern könne. Rosemarie und Jakob wird die Luft jetzt langsam auch dünn, fast alle älteren Menschen im Umkreis sind tot, und es war sehr ergreifend, als er aufsprang, um mir noch mehr alte Geschichten zu erzählen, als ich gehen mußte, und die Tränen seine Wangen nur so runterrannten, und auch Rosemarie rote feuchte Augen bekam.
Dort heulend raus, was dann der angemessene Gefühlszustand war, mich von meiner anderen Nachbarin Maria zum letzten Mal zu verabschieden. Sie hat überall Metastasen und alles ist absehbar. Die letzte der Kniffelweiber, seit Mom und Tante tot sind, mit denen dieses öde Spiel einen unglaublich anarchischen Spaß gemacht hat. Ganz ohne Kommentar hat sie das Sockenstricken und Plätzchenbacken für mich zu Weihnachten übernommen, nach dem Tod der Tante, die das damals kommentarlos von meiner Mutter übernommen hatte. Maria hat unsere Familie ihr ganzes Leben lang begleitet, was durchaus auch genervt hat, wenn sie 3-5 Mal am Tag einfach vorbei kam. Aber sie hat sich unglaublich um Mutter gekümmert, die 15 Jahre lang, als Schwester Mechthild immer wieder so todkrank war, und auch, als sie ud Vater starben. Sie hat mir damals damit einiges abgenommen, und wurde dafür von uns nicht immer unbedingt gut behandelt.
Nun macht sie alles richtig: lehnt Chemos ab, und läßt nur die ein oder andere selektive Bestrahlung zu, um Schmerzen zu lindern, oder zu verhindern, daß der Tumor am Hals ihr die Luft zu schnell vollends abdrückt.
Sie hat allen Leuten Hausverbot erteilt, die ihr sagen wollen, daß “alles wieder gut wird” und sich nicht mit ihr ihrer Realität stellen wollen. Sie hat sich dafür entschieden, bewußt zu sterben, und die Zeit zu nutzen, Gespräche zu führen, alte Feindschaften zu begraben, jahrzehntelange Mißverständnisse auszuräumen, und die ihr zustehenden Tribute zu genießen.
Es war schön, in den drei Besuchen ihr noch zu warmen Herzen Danke sagen zu können, dafür, wie sie sich um unsere Familie gekümmert hat, mir versucht hat, ein Stück Heimat zu geben, als meine Mom gestorben ist, und nicht zuletzt, daß dort immer gespielt wurde, als ich klein war, im Gegensatz zu zu Hause, und ich dort immer willkommen war. Meine Spielfreude habe ich definitiv von dort.
Lebendig sehen werde ich sie wohl nicht mehr, wahrscheinlich hat sie sich deswegen die Mühe gemacht, mich mit der Gehhilfe zur Haustüre zu begleiten, um mir so winkend ein letztes Bild zu schenken. Es war schön, mit ihr weinen zu können, letzte Dinge zu besprechen, etwas von ihrem Mut mitzubekommen.

Das alles ist gut für mich, und auch nicht gut für mich. Es gibt mir unglaublich viel, ist Heimat, Erkanntsein, und doch, es kostet so viel Kraft und Energie, Energie, die ich viel dringender für die Gestaltung meines eigenen Hier und Jetzt und Morgen bräuchte.

Am dritten Tag nach meiner Rückkehr bin ich jetzt wieder langsam so weit, vielleicht mal wieder unter die Leute zu gehen, ich habe mich erholt, fühle mich wohler in meiner Haut als vor dem Besuch, das Gefühl, alle Schulden los zu sein, auch beschenkt worden zu sein.
Und doch, wenn man meinen Eintrag von vor 4 Jahren, noch von vor dem großen Sterben, liest, kann man mit Marlene fragen “When will they ever learn?”

Angekommen?

So, physisch schon mal angekommen, in der Eifel. Nur warum ich eigentlich hier bin weiß ich nicht, hätte ich mir vorher wohl mal Gedanken machen sollen.
Eine unglaublich anstrengende und sehr seltsame letzte Woche – nicht jede idee ist auch eine gute Idee, mehr will ich dazu nicht sagen.
HIer jedenfalls, glücklich, auf der Terrasse einen ganz dünnen Faden Mobilinternet gefunden zu haben, um SIe wissen zu lassen, dass es mich noch gibt und das Blog nicht verwaist, auch wenn es die Hölle ist auf diesen ***xperia zu tippen.
Leider das Musikdock für den IPott vergessen, jetzt erstmal dafür sorgen, dass es hier Musik und ein wenig Netz gibt.
Und dann wohl die todkranke Nachbarin besuchen, ganz krebszerfressen soll sie sein, die letzte der Grde der alten Kniffelweiber, bald vorbei vorbei.
Es ist ja nicht so, dass jedesmal jemand stirbt, wenn ich hier her komme. Nein, höchstens jedes zweite Mal.

Schraube abzugeben

Wie wahrscheinlich 90% der Deutschen am ersten Urlaubstag bei Ik*a gewesen. Im Gegensatz zu 90% der Deutschen finde ich allerdings Ik*a immer sehr deprimierend, der ganze schein-individuelle Ramsch für das vollgestopfte Leben auf 8,5 Quadratmetern und die fadenscheinige Duz-Haltung.

Aber für frisches Bettzeug isses allemal gut, und dazu noch hab ich endlich einen neuen Couchtisch, denselben wie vorher, Mammut-Kindertisch in Apfelgrün, nur eben jetzt ohne Brandlöcher (vorerst.) Es hat irgendwie was Mißbrauchtes, wenn Plastikkindermöbel die Spuren vergessener abgerauchter Zigaretten vorweisen.

Jedenfalls, und deswegen schreibe ich das, war in dem Baupack eine Schraube zuviel drin, und ich weiß, wie ärgerlich das jedes Mal ist, wenn man den Ik*a-Müll dann zusammenkloppt, und es fehlt genau diese eine Schraube. Also, die ist hier.
Ca. 8 mm lang, Kreuzschlitz, mit Unterlage schon gleich mit dran. Können Sie sich abholen kommen. Glad to be of help. Du.

It all Ends

Meine Heidi war gar nicht in Form vorgestern, das konnte ich schon daran sehen, wie sie nach meinem Vorgänger aus dem Zimmer kam. Ist auch auch in Ordnung, und so hab ich mich ein wenig um sie gekümmert, in meiner eigenen Therapiesitzung. Über die Tuberose von meiner Terrasse und ihren Duft hat sie sich aber sehr gefreut, und die Tuberose hatte ich nur zum Teil als Geschenk mit, zum anderen Teil war sie mit da als Symbol für die Oma in mir (also meine eigene Oma, Anna, nicht Berta.)
(Nein, Sie müssen nicht immer alles hier verstehen, tu ich auch nicht.)
(Oh Gott, das wird jetzt wieder so ein Text mit lauter Sätzen in Klammern.)
Die Woche war intensiv, neben dem grandiosen Cyndi-Konzert am Dienstag, auf das wir eigentlich gar keine Lust hatten, weil die Blues-Platte so langweilig ist, aber Cyndi live ist einfach das Beste. Da können die anderen jungen und alten Hüpf- und Autotune- und Playback-Mädchen mal ganz doll kacken gehen. Und bei Time after Time mit dem Glämmerdick Händchen halten ist so schön kitschig, das muß man einfach auch mal tun. (Sie wissen wahrscheinlich gar nicht, wie fest der Glam immer zupackt, oder?)

Die letzte Woche vor dem Urlaub (4 Wochen!) mit dem ganzen Mistdreckscheißdreckzeug, das ich in den letzten Wochen so schippen mußte, und am letzten Tag löste sich dann alles auf, aufs Beste (also Bestmögliche, nicht perfekt, aber ich muß endlich auch mal lernen, daß ich nicht Jesus oder Frodo oder Harry Potter bin.) Bei wichtigen Telefonaten muß ich immer stehen, was dazu führte daß ich den ganzen Tag stehen mußte, aber was solls, wenn fast alle Strateggien genau richtig aufgehen, die man mühselig mit schweren Armen seit Wochen jongliert hat.

Und abends konnte ich ja dann auch lang genug sitzen, denn da ging dann eine Ära zu Ende, mit dem liebsten und letzten Ex zum letzten Potter. It all Ends. 10 Jahre Potter-Filme, fast so lange wie wir uns kennen und kannten und liebten oder mochten oder mögen, sind wir natürlich immer zusammen in jeden gerannt (bis auf den vorletzten, da streikte ich.) Dann ist das jetzt auch vorbei, vorbei, und da paßt es doch gut, daß der Gute jetzt wen Neues hat. Nach anfänglichem Schock freue ich mich doch sehr, schließlich sah es ja jetzt fast 10 Jahre so aus, als ob wir uns gegenseitig verflucht hätten, keiner von uns hat in der Zeit was Neues an Land ziehen können.
It all ends. Und wenn was endet, fängt zwangsläufig was Neues an.
Zum Weinen schön die Szene, als Harry mal kurz tot ist, der große weiße Raum, nur Harry und Dumbledore.
Zwei herrliche Zitate von Dumbledore: Do not pity the dead, Harry. Pity the living and above all, those who live without love.
Und: Of course, it is happening inside your head, Harry, but why on earth should that mean that it’s not real?
(States of Mind are real enough, hat Joyce Carol Oates das ein wenig poignanter formuliert.)

So, eine Menge Enden, und damit zwangsläufig Anfänge. Und vier Wochen Urlaub von mir. Bin gespannt. Und entspannt.
(Ich hab Ihnen doch gesagt, das wird jetzt wieder ein Text mit ganz vielen Sätzen in Klammern.)

Hätte ich ja nie gedacht, dass Britney mir eines Tages noch sympathisch würde

(Wenn Glämmie schon Falco-Videos einstellt statt Falcon-Videos…)
Hier aus einer Anklage eines Ex-Bodyguards, der sie verklagen will, ausgerechnet wegen sexual Harassment:

He claims, “Defendant Spears was mentally unstable, and personally obnoxious and demanding, requiring her staff on various occasions and for no rationally discernible reasons to address her as “Jennifer” or “Queen Bee,” on other occasions, Defendant Spears would cut her hair in an erratic fashion, leaving uneven and bald spots on her head.”

Spears had obnoxious personal habits, such as chain smoking cigarettes, which made her smell continually of stale tobacco,” he wrote in his court document.

“She broke wind or picked her nose unselfconsciously and unapologetically before Plaintiff (Flores) and others and she was constantly and gratuitously loud and profane in her speech.

She did not bathe for days on end, did not use deodorant, did not brush her teeth, did not fix her hair, did not wear shoes or socks.”
(von hier)

Cyndi vs. Madge

Cyndi Lauper hat großes Glück gehabt, dass sie nicht Madonna geworden ist. So jedenfalls der entscheidende Eindruck nach ihrem charmanten Konzert im Admiralspalast am Dienstagabend. Immerhin erschloss sie mit frühen Hits wie „Girls Just Want to Have Fun“ das Terrain der intelligenten, schillernd selbstbewussten Popfrau einige Zeit vor Miss Ciccione. Die nun wiederum auf ewig ihrem Ikonenstatus gerecht werden und den zwangsdisziplinierten Körper in stählerner Choreografie auf den Großbühnen der Welt ausstellen muss, als bewerbe sie sich um einen Platz im Kabinett des Dr. von Hagens.

Ich könnte es nicht besser ausdrücken – weiterlesen in der Berliner Zeitung

Cyndi, bist die Beste!

Verbindlichkeiten

Puh, dachte ich die Tage beim Beobachten eines Freundes, der macht neue Freunde wie andere Leute Schulden, so leicht, so mühelos, so alltäglich und nebenbei, und war beeindruckt und ein wenig neidisch.
Ich, ich hab immer zuviel Angst vor den Verbindlichkeiten.

He telephone to Hongkong

“Hai-zu Imbiss, Guttenttag?” (freundlich-enthusiastische Frauenstimme)
“Ja, N’abend, hier ist der Herr Lucky, ich wollte was bestellen, zum Liefern?”
“Bit-Sön!?”
“Brauchen Sie erst die Bestellung oder erst die Adresse?”
“Hai so mahjongwatugö-na?”
“Öhm, Sie liefern doch?”
“Ooohja mo-ment, hi-zu Kolleg, ho is-ze Kolleg?” (Läuft enthusiastisch weg vom Telefon)
(Minuten später wieder da) “Hah-so, Bit-Sön?”
“Hm. Ok. Also: Bitte einmal die 34 G und…”
“Ha-nu hoshi-to manumana wassendo–ho?”
“Ööh, haben sie das, 34 G Grüne-Papaya Salat mit…”
“Ara-Go! Mao-su hai-chin Önomoto-pei-ha!”
“Also wissen Sie was, junge Frau, ich glaub das wird nix. Ich wünsche noch einen schönen Abend, Dankeschön.”
“Hai nu soki loki wa-su! Bit-Sön!? Bit-Sön!?”
(Sie hat noch eine Weile weitergeredet, ich hab dann einfach aufgelegt. Wüßte eigentlich ganz gerne, wem sie jetzt was geliefert haben. Selber schuld, wenn ich nicht besser ausländisch kann, wenn ich schon eine 34G und eine 47 H haben wollte. Ungebildete Deutsche, das Schlimmste!)