Category Archives: Duh!

Eigentlich wollt ich ja nur ‘nen Kirschplunder…

ich geh ja nie in die Bäckerei, wo Glams (in)famose Meene Sonne mit jovialer Hand regiert, sie liegt nicht auf dem Weg und insgesamt genügt mir ein halbwegs freundliches Guten Tag als Ansprache. Zur Not auch “Tach!”

Heute aber war es unumgänglich, und es war schon verdächtig, wie sie mich beim Verpacken des Kirschplunders ansah.
“Na, Sie warn aber ooch lange nicht mehr hier”
(Und ich dachte ich wäre low Profile unterm Radar durchgeglitten – Fehlanzeige!)
“Sie ham sich aber ganz schön verändert!”
“Öhm, ach, ahjah?”
“Ja, naja, doch, sie sind wat füllijer jeworn, oder?”
“Öh, ääh…” (Die Tür schon fest im Griff. Sehr fest.)
(Jetzt hattse doch gemerkt, das wird gefährlich)
“Aber im Gesicht, da hamse, also sie schaun ganz anders – im Gesicht – da hamse so’n janz andern Blick. Also, so ne ganz tolle Ausstrahlung, so viel schöner.”
“Ah, öhm, ja?”
“Und so schöne große Augen!”
(Kein Wunder…)
“Na, is doch schön, kann Ihn’ ja ooch ma ne Frau n Kompliment machen, oder nich? Is doch nüschtabei! Und n schönet Wochenende Ihn’n!”
“Ja, danke, das wünsch ich Ihnen auch – auf Wiedersehn!” (You bet!)

20.5.

Grade festgestellt, daß ich in den ganzen 5 Jahren. wo es dieses Schmierheft hier gibt, noch nie am 20. Mai einen Eintrag geschreiben hab.
Das sei hiermit geändert.

Taken by a Stranger

Gut, daß das nicht der österreichische Beitrag ist.
Man würde denen sonst billige Ausbeuterei vorwerfen, und die arme Kampbusch hat ja wirklich schon genug mitgemacht.

Also, ich entschuldige mich tausendmal. Ich weiß auch nicht, warum das Land mich immer zu so schlechten Witzen verleitet. Die Schweiz tut das beispielsweise nicht. So gesehen bin ich vielleicht doch unschuldig.

Eurovision und Einwanderer?

Ja, ich gebe es zu, ich habe den ersten Vorentscheid geschaut. Ich schäme mich auch, aber ich muß einfach, es muß in meinen Genen sein, ich brauche das, schlechte Musik und grelle Optik und Länder gegeneinander, wenigstens einmal im Jahr. Andere brauchen ja auch Weihnachten oder Karneval, also!

Soweit so gut, eine herrlich blöde Show mit den üblichen mehr oder weniger billigen und abgehalfterten SängerInnen, Musik, wie man sie nicht mal als Bückware im Ein-Euro-Shop kaufen würde, und Anke Engelke und Judith Rakers haben auch einen guten Job getan, wenn auch in seltsamer Garderobe. Und von dem Typen mit den 158 Zähnen will ich schweigen. Es gab ja immerhin einen halbstündigen Tonausfall in den Kommentatorenkabinen als größere Katastrophe zum Ablenken.

Ein Ritus der Eurovison sind ja immer die ziemlich überflüssigen Einspielfilmchen vor den Liedbeiträgen der Länder. Immer ganz niedlich, und immer ganz egal. Eine süße Idee, Deutschland als ausländerfreundliches Land darzustellen, porträtiert wurden immer ein paar Menschen aus dem Land, welches gleich auftritt, wie sie in Deutschland leben und irgendwas an Sehenswürdigkeiten unternehmen und wie sie dabei ihr Herz schlagen hören, der finnische Cellist bei den Berliner Philharmonikern, ein türkischer Kunsthistoriker im Dresdner Zwinger, zwei aserbeidschanische Frauen bei Straßenmusikern, ein polnisches Pärchen in der Wuppertaler Schwebebahn, 3 georgische Kinder auf einem Spielplatz und… MOMENT!
Müssen die armen Kinder und die beiden aserbeidschaischen Frauen jetzt Angst haben, daß die Ausländerpolizei die Tür eintritt? Müssen sie deportiert werden? Wie kommen sie her, und dürfen sie das? Die Ausländergesetze sind nämlich überhaupt nicht freundlich in diesem unsern Schland, wie wir besipielsweise bei der Deportation unserer lieben ehemaligen georgischen Kollegin Salome vor vier Jahren erfahren haben. Ohne Visum ist nix mit Deutschland, und das gibts nicht einfach so für jeden. Selbst von innerhalb der EU sind Bürger bestimmter Länder hier nicht gern gesehen.

Und so hat mich eine an sich nette Idee unfaßbar wütend gemacht mit ihrer unverschämten Verlogenheit.

Auch peinlich die Gleichschaltung unserer (angeblichen) Kollegen vom Qualitätsjournalismus: Morgenpost, Berliner Zeitung und Süddeutschen bringen ganz nonchalant die identischen Artikel, wenn auch unter verschiedenen Titeln – Gleichschaltung aus Gleichgültigkeit? Was ist so teuer dran, wenigstens einen Praktikanten vor den Fernseher zu setzen, oder wenn es eben nicht interessiert, das Ganze einfach zu ignorieren?

Gespräche mit Galina

Ach, Luckychen, hab ich wieda große Problem!
Oh, Galina, was ist denn jetzt?
Hat meine Freund, der aus Irak, meine Personalausweis genommen, und gibt nicht wieder her!
Warum das denn?
Chat er mit meine Freundin geschlafen, war ich beese, aber sagt er, braucht er Frauen, viele Frauen, bin isch ausgezogen und wohne jetzt bei andere Freundin. Da chat er Ausweis genommen, und sagt er, krieg ich erst wieder, wenn ich zu ihm zurück gehe.
(Das sind dann so die Momente, wo man auch nichts mehr sagen kann)
Sie putzt weiter, später:
Ach, die griene Kiste, kenn isch, ist von Harry, oder?
Ja, das ist Harrys alte Dildokiste, die war randvoll damit.
Oh!? Hat sich hier auch Dildo?
Ja, klar, aber nicht in der Kiste.
Ach Luckychen, brauch ich bald auch Dildo, wenn das mit Freund so weitergeht.
Wann hast du denn Geburtstag, das wär doch was!
Hihiiihihi, Lucky!!! Hab ich Geburtstag nächste Woche!
Ok, welche Größe bräuchtest du denn? Und weche Farbe, rosa, für Mädchen?
Hihi, ach Luckychen, schau mir, bin ich ganz klein!
Ja, aber auch ganz breit, also, was meinst du?
(Galina lacht sich schlapp)

Ich schenk ihr aber doch wohl keinen Dildo, lieber gute Lotion für ihre arme Allergiehaut. Dann kann sie sich mit schöner Haut einen anderen Kerl suchen. Der dem einen aufs Maul haut und den Ausweis wiederbesorgt.

Die Taschentücher des Diktatoren

Ist Ihnen eigentlich auch schon mal aufgefallen, daß auf fast allen Fotos mit Gaddafi er entweder ein Papiertaschentuch in der Hand hat oder ein schicker Papiertaschentuchspender auf dem Tisch steht?

Was soll uns das sagen? Hat er Koksschnupfen oder wichst er gern mal heimlich zwischen Ansprachen und Interviews?

Fürsorglich aber neben dem Punkt

Luckychen, sagt meine frisch wieder eingeflogene ukrainische Putzperle mit besorgtem Blick, hab isch in Färnsehn gesehn, ist nich gäsund, wie du sitzt, mit Computer auf die Schoß! Macht Strahlen und macht, äh, Sperma kaputt!

Galinchen, sag ich ihr, mach dir da mal keinen Kopf drum. Ob mein Sperma links dreht oder im Dunkeln leuchtet, keiner wirds mitkriegen – und Kinderproduktion steht auch nicht an.

Besser als Gutenberg oder wie der sich schreibt von und zu

Ha! Ich habe zwar kein Gel in den Haaren, aber ich bin besser als dieser von Dingensberg: Ich war immer zu faul, die ganze Sekundärliteratur zu lesen, und habe mir für meine Arbeiten immer Themen gesucht, zu denen es gar keine gab!
(Da kann man sich dann einfach alles aus der Nase oder sonstwoher ziehen – allerdings kriege ich immer noch einen flauen Magen, wenn ich an der Stabi vorbeifahre – da war ich in 22 Semestern nur drei Mal)
Ein Lob der Faulheit!

Das Ende der Ewigkeit

Mannmannmann, erst Tunesien, dann Ägypten, dann Wetten Dass, und Peter Alexander ist auch noch gestorben.
Ist denn gar nichts mehr ewig?
Am Ende löst sich auch noch Helmut Kohl in Luft auf, und diese Furtwängler mit ihrem Ostpreußenfluchtgesicht hört auf, Kriegsende zu spielen.
Lebt eigentlich Marika Rökk noch? Wenigstens?