Monthly Archives: March 2009

Steine schälen

Steine sollte ich schälen, und die halbe Nacht war ich beschäftigt damit, herauszufinden, warum, und vor allem wie.
Immerhin habe ich in der 10-Minuten-Nachschlafzeit herausgefunden, wie viele: 4 pro Kilometer.

in meiner nunmehr blitzblank geputzten Wohnung, wo alle Sachen fachfraulich versteckt weggeräumt sind, ist ebenfalls eine neue Ära angebrochen:
Ich bin neuerdings stolzer Besitzer eines Klosteins, oder wie nennt man das, Duftstein? Urinstein?

Sinn und Zweck einer solchen Institution im privaten Umfeld sind mir bisher immer komplett verborgen geblieben und ich bin nicht sicher ob ich schon bereit für so etwas bin. Die Ukraine hat es verordnet, keiner weiß warum.
Außerdem beunruhigt mich das Ding etwas, ich meine, was passiert, wenn ich da aus Versehen drauf kacke?

Die schönste SMS seit ewig

Welch Freude: per SMS kündigt sich mein draller goldblonder ukrainischer Reinemachwirbelwind an, sie sei wieder in der Stadt.
(Es gibt da eine ganze Geschichte, die kann ich aber hier nicht erzählen.)
Jedenfalls, sie ist wild entschlossen. Und wir sind mehr als bereit, meine Wohnung und ich, die seit August eher halbherzig reingehalten wird.

Und jetzt ist sie schon wie ein kleiner Reinemachstrum dabei – wat herrlich!
Und die richtigen Sachen sagt sie auch: “Luckychän, hast du viel abgenommän? Du siehst vel jünger aus!”

Der Frühling kann kommen…

per aspera ad acta

Auch heute können Sie sich den dazugehörigen Text selbst ausdenken. Ist auch viel kreativer.
Und literarischer. Ich habe vorm Krieg mal ein Seminar besucht, in dem genau untersucht wurde, was in den Texten NICHT geschrieben wurde, Leerstellenliteraturwissenschaft, Schätzelein.
Nun gehen Sie und bilden sich!

Gefunden

An den anonymen Ratsuchenden “jugendlicher gewalttäter ausbildung”:

Nein, dazu braucht man keine Ausbildung, eine entsprechende Familie oder Herkunft aus bestimmten Bezirken können jedoch förderlich sein.

Bitteschön.

Auch schön:
Bemängelt in der Schmuddelliste des Pankower Gesundheitsamts:

Imbiss- und Getränkestand Jakulat
„Sonderzug nach Pankow“
Weißenseer Blumenfest
– mangelnde Grundhygiene (Ordnung und Sauberkeit)
– eine Lebensmittelspüle fehlte
– Personalhygiene mangelhaft
– kein warmes Wasser verfügbar
– fehlende Hygienekleidung für das Personal

Wetten, daß der Vorname des Inhabers mit E. beginnt!? Eberhard? Erwin? E. Jakulat? Wetten!?
Prust! Wen stört schon ein bissel schmierig, wenn der Sonderzug so richtig abgeht!?

Abgeraucht und abgetaucht

Der Herr Lucky ist ja kein Stück blöd, und nachdem er 3 Wochen für 3 gearbeitet hat, weil eben 2 krank waren, hat er sich sofort aus dem Staub gemacht, als alle wieder an Bord waren.
Donnerstag und Freitag frei, so ein richtig langes langes Wochenende!
Und was gibt es Schöneres als am ersten freien Tag -zig berufliche Hassmails zu beantworten, und lauter Verzweiflungsanrufe aus dem Büro zu kriegen? Sie ahnen es, nichts.
Doch, es gibt was: Man kann sich dann auch noch stundenlang ins Telefon brüllend mit dem Anwalt und dem Management eines recht bekannten Comedians rumschlagen, die versuchen Geld rauszuhandeln, NACHDEM alles fertig und im Gange ist.
So wie jemand, der im Restaurant ein Schnitzel für 15,- bestellt, und dann vom Kellner hinterher 8,50 haben will, weil er ihm das fette Geschäft ja schließlich beschafft hat.

Beruhigt hat sich das Ganze erst ab Freitag, und das auch nur weil ich meine Mails nicht mehr abgerufen habe.
Entsprechend freudig ist heute das Wiedersehen.
Ihnen auch eine schöne Woche!

Saving Grace – Bette Davis’ Schnütchen

So pretty and, oh, so bold
Got a heart full of gold on a lonely road
She said, “I don’t even think that God can save me”

Am I gainin’ ground
Am I losin’ face
Have I lost and found my saving grace
Thankful for the gift my angels gave me
(Everlast)

grace

Gottseidank gibt es Serien, gute Serien, als Reservat für außergewöhnliche Schauspielerinnen, die etwas mehr wollen als die x-te Millionengage. “Damages” für Glenn Close, “The United States of Tara” für Toni Collette (worauf ich sehr gespannt bin) und eben “Saving Grace” für Holly Hunter.

Grace Hanadarko ist eine toughe tighte Polizistin in Oklahoma, City, der ein Engel namens Earl erscheint, nachdem sie besoffen einen Schwarzen zu Tode gefahren hat.
Das seltsame daran ist, daß eben jener in der Todeszelle einsitzt, und sie ihn gar nicht überfahren haben kann.
Earl ist auch nicht so ein typischer Engel, obwohl er wenn er will gleißend strahlende Flügel vorweisen kann. Ansonsten kaut er lieber Tabak, verschmäht auch ein Bierchen nicht und sieht genauso aus wie Ihr gut abgehangener Nachbar, den Sie vom Wegsehen aus dem Kiosk an der Ecke kennen.

Offensichtlich will er Grace erretten, nur woraus, erschließt sich nicht gleich.
Grace hat sich ihr Leben als taffe, unabhängige, halsstarrige, kettenrauchende, bier- und whiskeytrinkende Polizistin scheint’s gut eingerichtet, Sex hat sie wo und mit wem sie will, und als Zeichen ihres guten Herzens zeigt sie ihrem betagten Nachbarn von gegenüber auch gern mal alles was sie hat, sehr zu seiner Freude.
Ok, es scheint alles ein wenig sehr gut eingerichtet, und hier und dort blitzt ein großer verdrängter Schmerz unter der Toughheit hervor, und den zu ergründen ist der rote Faden der Serie.

Eine saftige Serie, eine saftige Rolle für Holly Hunter, eine Freude fürs Zuschauerherz, ach hätte Bette Davis das noch erleben können. Deren Geist sich immer wieder einmal in die Serie (und um den Mund von Holly Hunter herum) einschummelt.

Es braucht schon drei bis vier Folgen, bis man sich in Saving Grace eingewohnt hat, aber dann, it grows on you. And how it grows! Gönnen Sie es sich!