Monthly Archives: November 2006

ausgebremst vom blauen wunder

Gestern wie immer viel zu spät zur Arbeit gehetzt, schlechtgelaunt und angespannt aus der U-Bahn gestürzt, schnaubend 3-5 von diesen dussligen Leuten, die immer im Weg stehen, umgeschubst (besonders diese Kopftuchburgen, ach ich fang besser gar nicht erst an!) schnell um die Ecke – da!
Ein blaues blaues Meer. Ich ausgebremst von so viel Blau.
Es stehen zwei ältere Brandenburgerinnen mit vielen Eimern voller – Kornblumen! Im November! Mehrere Quadratmeter!

Da mußte ich doch ein paar handvoll Kornblumenblau mit ins Büro nehmen und dort verteilen. Und mein Blick war plötzlich ein anderer.

überlebenswille

Habe grade zum ersten Mal seit 5 oder 6 Wochen meinen Binnen-Urwald gegossen. Das letzte Mal, als das passiert war, stand noch die Terrassentür auf und es war fast noch Sommer. Manche sahen zwar schon etwas verzweifelt aus und etwas blaß um die Blattränder, aber gestorben ist keiner.

Ich weiß sowas sehr zu schätzen, daß Lebensgefährten in harten Zeiten auch mal den Arsch zusammenkneifen und eigene Bedürfnisse zurückstellen können.

‘Wer in der Pause rausgeht
wird nie wissen wie es ausgeht’
(Michael von der Heide)

note to self:
Keine Haustiere anschaffen. Meerschweinchen halten nicht so lange durch, glaube ich. Ohne gießen, meine ich.

groschen gefallen

Jetzt hab ichs! Ich hab euch doch mit diesem häßlichen Bäumchen belästigt, das ihr noch unten auf der Seite sehen könnt – Jetzt weiß ich warum es Lucky Strike heißt:
Man muß es abfackeln! Anzünden und die Glut und den Rauch genießen! Jetzt verstehe ich den Sinn!
Adventskranz, Duftlämpchen und Lagerfeuer in einem!

schlau gedacht

wenn man am wochenende so samstags von 5 uhr nachmittags bis 3 uhr nachts und dann sonntags von 4 bis 10 nochmal ins büro geht, um heimlich zu arbeiten, hat man unter der woche den rücken frei um noch mehr zu arbeiten.
nachtleben oder freizeit bringt dagegen nicht so viel.

optik

Ich habe ja eigentlich Geschmack, wenn auch einen seltsamen, aber immerhin.
Seit längerem überlege ich, ob mein Blog nicht ein wenig häßlich ist, optisch meine ich.
Stimmt das, und was könnte ich dagegen tun? Wenn man wie ich 150%ig unbegabt ist in irgendwelchen Grafik-, Design- und ich-weiß-nicht-mal-wie-das-heißt-Sachen? Und über eine Gduldsspanne verfügt, die deutlich im Minus-Bereich liegt?

Jetzt aber nicht sagen, hier gibts doch so hübsche Vorlagen, such dir doch ne andere aus. Das hab ich vor ein paar Wochen ausprobiert, und tagelang panisch versucht, vom Vorschaumodus wieder in den alten zu kommen, bin fast gestorben dabei.

Und das Grün, das Grün soll bleiben, fände es aber schön, wenn es nicht so textil rüberkommen würde.
Das Grün merken sich nämlich sogar die Leute, die ganz ganz schnell wieder wegklicken, wenn sie aus Versehen mal hier landen. Wie ich beim Blogmich feststellen konnte: ‘Ach, das grüne Blog, nicht?!’ – und dann schnell wieder weg.
Für so einen Wiedererkennungswert zahlen Konzerne Milliarden.

Also, weiß wer was für mich?

praktische sätze

Wenn man wie ich zu so vielen Premieren gehen muß, und dabei auch unglaublich viel Gülle sehen muß, dann lohnt es sich, ein kleines Arsenal an fertigen Sätzen zu haben, um die stolzen Premierenbesitzer danach auch ordentlich zu gratulieren:
– Wun-der-bar! Gaaanz Wunderbar!
(kam aus dem ungläubigen Staunen kaum raus, bin fassungslos)
– Ein Traum! Traum-haft!
(hätte mir wirklich gewünscht, daß ich schweißgebadet aufgewacht wäre, und es wäre nur ein böser böser Traum gewesen, aber nein, es ist wahr)
– Wirklich sehr interessant!
(habt ihr euch dabei was gedacht, und wenn ja, was?)
– Das muß man gesehen haben!
(sonst glaubt mans nicht)
– Es hat mich sehr bewegt!
(So viel fremdgeschämt hab ich mich lange nicht mehr)
– Mir hat gesonders die eine Szene/der eine Schauspieler/diese Nummer/der eine Akrobat gefallen,der war doch großartig
(der Rest war erbärmlich)
– Sehr mutige Inszenierung!
(Daß ihr euch sowas traut)
– Ganz groß!
(-e Scheiße!)
-Wirklich spannend!
(habe die ganze zeit drauf gewartet, daß diese untalentierte Kuh endlich vorne vom Bühnenrand kippt)
– Das wird bestimmt ein Renner!
(Die größten Scheißhaufen haben die meisten Fliegen)

Auch brauchbar für Ausstellungseröffnungen, die auf der nach oben offenen Schmerzskala noch deutlich höher einzustufen sind.

endlich 500!

Heute bin ich 500 geworden. Nein nicht Beine, das würde ich mir niemals anmuten, sondern Tage am und im Blog.

Und dann erscheint heute irgendwann bei Mindestens Haltbar mein Text zum Thema Nachtleben – eine schwere Geburt wars, mangels aktueller (wirklich hier erzählbarer) Nachtleben-Erlebnisse, und ich habe lange meinen alten Stahlhelm nach erzählbaren Veteranenerlebnissen und Durchschußlöchern durchkramt, bis sich diese kleine Hommage an die gesammelten Geburtstagsparties im Mansion des Wonderful and Amazing Mr. Glamourdick am Ende doch ganz von selbst erzählt hat.
Nur ein bissel schlechtes Gewissen hab ich auch, kommt der bildschöne Herr Horizont doch auch vor, und mein Kommentar zu seinem Musikgeschmack ist vielleicht etwas böse, wo er mir doch gestern noch so ein nettes Musikgeschenk gemacht hat… Aber zumindest dafür, daß er seinen Blog so vernachlässigt, wo er doch so wunderbar schreiben kann, hat er’s verdient.
Also wer mag lese nach von unsinkbaren Schiffen nah am Abgrund bei
mindestens haltbar - magazin für meinungen

Edit: scheinen noch nicht ganz fertig geworden zu sein – einfach die tage dort mal wieder nachsehen.