soll ich oder soll ich nicht?

Ich bin ja nu ein farbenfroher Mensch, Herr Glam hat mich ein ‘festival of colours’ genannt, und so mancher Besucher erlitt zu seiner Freude oder zu seinem Schaden den ein oder anderen Farbflash in meiner Wohnung.
Hellgrau ist nicht mein Stil, und Beige ist keine Farbe, beige wirds von selber, wie der gute alte Herr Hamster immer sagt.
On your darkest day wear your brightest dress, hat auch mal eine exzentrische Berühmtheit gesagt, weiß nur nicht mehr wer.

Also, ich horte schon seit Jahren diese Original End-60er Pop Art Tapete. Sie ist heftig. Sehr. Sehr grün unter anderem.
Soll ich sie trotzdem oder grade deswegen aufhängen? Oder doch lieber nicht? Eine einzige Wand im bisher komplett weißen Flur?
Hier ist sie:
tapete1

Hmh, soll ich oder soll ich nicht?

homosexuellenmilieu…

… ist auch mal so ein Wort, das man dringend abschaffen müßte, die 60er sind doch schon länger vorbei, und es wird doch höchstens noch für Tatort gebraucht, oder für Berichterstattung über das Privatleben ungeouteter C-Prominenz. Es riecht geradezu nach Mosshammer und Sedlmayer.

Oder man müßte es renovieren. Fällt Ihnen da was ein?

ächz

Lang geschlafen, wirren und verklebten Blicks in die Küche Kaffee kochen, schon mal den Rechner anwerfen, Musik starten und fertig für den morgendlichen Rundgang durch die Lieblingsblogs.

Fertig? Nein, der Browser rafft mal wieder nicht daß er eine Internetverbindung hat. Ächz, lief grade mal eine Woche reibungslos.

Nach anderthalb Stunden Rumgeorgel und ich-weiß-nicht-was-ich-alles-im vollen-Umfang-meiner-Ahnungslosigkeit geklickt habe, läufts jetzt wieder. Ächz. Kotz.

what I totally don’t get

… das sind diese Knöpfe in den Ohrläppchen.
Die dann über die Jahre immer größer werden.
Bis dann irgendwann nur noch große Teller an den Ohren hängen, mühsam gehalten von einem hauchdünnen zum Zerreißen gespannten Band aus Rest-Ohrläppchen.

Uhahhaha das verursacht mir körperliches Unbehagen. Wenn da mal jemand dran zieht!?
Uhahhuahuahuahaha… Auauauauaauauauauauaauaauaauaauaauaauaaua!

worthy endings (no spoiler)

Am Wochenende habe ich ja den letzten Harry Potter (& the Deathly Hallows) zuende gelesen – bin immer erstaunt, wenn Leute fragen “Wie, DU liest das!?”
Ja, ich les das, und zwar sehr gerne. Und ich finde Ms. Rowlin hat jede der vielen Millionen verdient, die sie mit Harry, Ron & Hermione gemacht hat. Rundum. Ich liebe die Welt und die Charaktere, die sie erfunden hat, und ich finde auch gut zusammengeklaut besser als schlecht selbst erfunden.
Für die letzten hundert Seiten habe ich am Samstag 12 Stunden gebraucht, weil es so spannend war, daß ich übersprungsmäßig alle 2-3 Seiten in die Küche oder sonstwohin rennen mußte.
Ein rundes, würdiges, ausführliches finales Finale für eine Welt, die mich viele Jahre begleitet hat. Ok, hier und da gibts auch ein wenig zu meckern, aber perfekt bleibt es trotzdem. Ich liebte diese Welt und ich werde sie vermissen, aber in 2 oder 3 Jahren kann ich es ja noch einal von vorne lesen.

Da bleibe ich altmodisch, ich brauche Closure, ich will zum Schluß genau und ausführlich wissen, was mit wem und wie passiert ist, ambivalente oder offene Enden treiben mich in den Wahnsinn.

Auch in Queer as Folk gibt es ein schönes, ausführliches Ende, wie auch bei Herr der Ringe (auch wenn das im Film sogar für mich -zig Minuten kürzer hätte sein können)

Das formal und emotional schönste Finale ist und bleibt zur Zeit aber die Schlußsequenz von Six Feet Under. Auch wenn ich da immer mindestens 2 Packen Taschentücher brauche, auch beim zehnten Mal.

mutprobe

Gestern noch groß getönt, heute bin ich schon dran.

Schwimmbäder sind für mich seit frühester Kindheit ein Ort des Schreckens und der Demütigung. Man kann nicht schwimmen, man kennt sich in den Vorgängen nicht aus, man hat noch nie mit anderen geduscht und, nicht zu allerletzt, ist man zu klein, dünn und schmächtig (früher) oder zu fettleibig, zu weiß und aufgedunsen (heute).

Warum also ist sich der Lucky im Telefonat mit Herrn Ereignishorizont (i.R.) nach geglückter Totalabsage (“Ich!? Sowas würde ich NIE tun!”) selbst in den Rücken gefallen, und gesagt “Scheiß drauf, ich weiß ja wie’s aussieht, und die anderen können ja weggucken!”

So geht also der Herr Lucky in Begleitung des wohlgestalteten Adonis Herrn Ereignishorzont (i.R.) zum Badeschiff.
Hoffentlich finde ich eine Runde Fettleibiger, in deren Nähe ich mich legen kann, so daß Blicke von unbeteiligten Interessierten nicht den Direktvergleich suchen.

Talking about take back the Night? Ha!

Edit: War gar nicht so schlümm, die Leute hatten eh nur Augen für E. (i.R.), so daß mich keiner angespuckt oder beleidigt hat. Sogar Bekannte des jungen Manns waren freundlich zu mir.
Letztendlich hatte später das Wetter ein Einsehen mit allen, und so konnten wir das Biertrinken außerhalb der prallen Sonne andernorts und bauchbedeckt weiterführen.

selbsterhaltendes system (confessional pottery)

…und von meiner Yacht aus
die Küste verachten…

Seit 4 Tagen wieder in Berlin, und noch keinen Fuß nach draußen gesetzt, zu erschöpft gewesen, und das orange Sofa ist ein sicherer Hafen. Konsequent nicht und mit niemand kommuniziert. Ich verbrauche den Rest der vorhandenen Lebensmittel, und Harry Potter ist ein guter Seelentröster. Das Berliner Wetter ist in Urlaubsstimmung, das heißt, es regnet und ist grau, wie es sich gehört, wenn ich Urlaub habe. Paßt schon.
Ein einziger schöner Sonnentag war mir gegeben, doch ich war nicht imstande, mit Glam zum See zu fahren.

Heute ist Sonntag, und ich komme langsam zu mir. War ich denn außer mir? Und wenn ja, wie lange?
Wie kann es sein, daß ich nach 2 Wochen Urlaub komplett erschöpft bin?

Ich habe meine Pflicht erfüllt. Der Familie gegenüber, der Herkunft genüge getan.
Dabei festgestellt, daß das Unglücklichsein dort selbsterhaltend ist. Niemand ist an Entwicklung interessiert, daran, wie es einem wirklich geht. Und wie es einem besser gehen kann. Persönliches wird einem aus der Hand gerissen und zum Aufpolstern des eigenen Unglücklichseins zweckentfremdet. Positive Impulse werden als störend empfunden und ausgesperrt.
Ich glaube, Glam war es, der den schönen Begriff Aufmerksamkeitsvampire gefunden hat.
Das Opfer aber ist hier zumindest Mittäter, es hat es sich entweder so ausgesucht, oder sich zumindest nicht gewehrt. Lange nicht mehr.
Hier ist nicht der Weg das Ziel, oder das Ziel das Ziel, der Weg ist der Weg, Hauptsache möglichst steil und steinig.
Vier Tage habe ich gebraucht, um wieder zu mir zu kommen.

Zu mir? Und wo soll das sein?
Ich habe eine Ahnung. Hier und da tut sich etwas auf. Ein Interesse, eine Lust auf. Ein Horizont. Vielleicht finde ich gerade heraus, wo ich anfange und die anderen aufhören. Grenzen setzen, egoistischer sein. Nicht nur das behalten, was übrig bleibt. Selbst gestalten und verteilen, was über ist. Suchen, entdecken, finden. Schmecken, hören, riechen, fühlen. Exodus.
Sie wohnen dort alle in ihren eigenen Häusern, Häusern aus Stein und Sorgen, aus Toten, aus Ballast und Alltag.
Erinner dich, vor langer Zeit bist du einmal dort ausgezogen, um all dem Sterben zu entkommen.
In mir vibriert es ein wenig wie vor 18 Jahren, beim letzten Exodus. Ich spüre ein Lächeln in meinen Augen.

So, und jetzt gehe ich mich frisch machen und schaue mal, was ich heute unternehme.
Das Schöne: eine Woche Urlaub habe ich noch, und das Wetter ist mir scheißegal.

Eigentlich gehört dieser Text nicht hierher.
Aber aus irgendeinem Grund möchte ich, daß das irgendwie dokumentiert ist, für mich, zum Nachlesen in einem Jahr, vielleicht als Versprechen.
Bear with me.

Endlich wieder fix

Es hat kaum 3 Wochen gedauert.
War gar nicht schlümm.
Es geht ja auch super mit DFÜ-Verbindung, der guten alten Hitlers Datenautobahn.
Man muß nicht wirlich youtube-Videos gucken oder Podcasts hören. Ist doch alles Quatsch. Und wenn man Pornos gucken will, dann greift man eben auf die guten alten VHS-Videos zurück, die kennt man wenigstens in- und auswendig.

Wie dem auch sei, nach 3 Wochen bin ich jetzt endlich wieder mit DSL.Geschwindigkeit unterwegs. Es hat Hell-is-Alice kaum 2 Wochen gebraucht, mir ein neues Modem zu schicken, und dann hat es kaum 4 Tage gebraucht, um den verf*ckten Windows-Kram wieder beizubringen, wie es sich einzuwählen hat. Alles gut, ich bin GANZ entspannt.
Und schwöre, dieses Internetz jetzt ganz sacht und mit Samthandschuhen zu benutzen, damit das nie nie nie wieder kaputt geht. Denn dann ist man am Arsch.