size does matter after all!

Die Vorsätze und die Steine, die man sich selbst oder die einem andere in den Weg, tsts.

Eigentlich sollte 2008 ja das Jahr werden, in dem sich Herr Lucky von seinem orangen Sofa hinabbegibt und sich ein Leben in der Welt da draußen sucht.
Nun ist das neue Jahr ja noch jung, aber die Prognose sieht düster aus.
In einem Anfall von technischer Großmannssucht hat Herr Lucky sich so einen riesenroßen Hartz4-Empfänger- Neuköllner-Großfamilien- Plasma-Volksempfänger angeschafft. (immerhin nicht von so einen Sau-Laden!) Natürlich völlig vergessen, daß die Dimensionen im Laden und zuhause doch unterschiedlich sind. Und peinlich ist es ihm schon auch, sehr eigentlich. Aber man gönnt sich ja sonst nix. Oder welch wohlfeile Ausrede man sich so einredet. Und Inches sind auch wichtig. 42 immerhin, da kommt keiner auf den blauen Seiten mit.

Jedenfalls hat das technische Großereignis auch seine beglückenden Neben- bzw. Haupterscheinungen, spült es doch reizendsten Sonntagsbesuch ins Haus, und man macht sich einen live dokumentierten Sonntagnachmittag bis -abend. Womit sonst sollte man die matte Scheibe einweihen als mit King Kong? Und Madame hätte als Gastgeschenk ja auch noch fast den esperantotätowierten Russen vom Kotti mitgebracht. Aber auch ohne wurde es ein bunter Abend. An dem auch zum allerersten Mal von meinem Klo livegebloggt wurde. Nein, nicht von mir. Ab sofort können mir also alle per Dekret rauchfreien Öffentlichkeiten gestohlen bleiben.

P.S. Und wenn Sie sowieso ja allen Empfehlungen des Herrn Glam Vertrauen schenken können, dann hier besonders: Stellen Sie sich einen extrem spannenden Film vor, Knastumgebung, tolle (und geile!) Charaktere, gutes Skript, ab Minute 10 so spannend, daß sie den Player immer mal wieder auf Pause stellen müssen, um einmal durch die Wohnung zu rennen vor Aufregung. Stellen Sie sich das dann nicht auf anderthalb Stunden vor, sondern in 20+ Folgen á 45 Minuten, mit Wentworth Miller in der Hauptrolle, dann macht das ca. 12 Stunden Hochspannung, und das ist nur die erste staffel. Einfach gucken: Prison Break
Aber Finger weg: DER ist für mich:
wentworth

die biergnymphe

Bei der wochenendlichen Lektüre bekloppter Gayromeo-Profiltexte stieß ich auf die Geschichte der Biergnymphe.

Bier-Gnymphe, da konnte ich mir sofort etwas drunter vorstellen, so eine Kreuzung zwischen Elfe und Gnom, kleiner süßer Bierbauch, Fluppe im Mundwinkel. etwas verwachsen und ungewaschen, mit dicken knubbligen Knien und runden roten Wangen.

Jedenfalls, die Geschichte mit der Biergnymphe ging in etwa so, daß sie sich unsterblich in jemand verliebte, der aber die Liebe nicht erwiderte, weil er zu beschäftigt war, sein Spiegelbild im Fluß anzuschauen, weswegen er von den Göttern zur Strafe in eine Blume verwandelt wurde.

Moment!?

Biergnymphe? Nein, ohne ‘i’, Berg-Nymphe stand da.

Was ein zuviel gelesenes ‘i’ , ein unvorbildlicher Lebenswandel und zuviel Neil-Gaiman-Lektüre so alles an selektiver Wahrnehmung in einem eh schon schrägen Hirn verursachen können…

(und hiermit beanspruche ich die indirekte Urheberschaft des schönen assoziationsreichen Worts “Biergnymphe” für mich)

der schuss

Der oder die hat den Schuß nicht gehört, der Ausdruck schälte sich neulich mal aus meiner Kleinhirnrinde oder wo sowas wohnt. Ich glaube im Zusammenhang mit Eartha Kitt.

Aber egal, ein fabulöser Ausdruck. Mein Lieblingsausdruck für das beginnende Jahr.

Und bekloppt, auch ein feines Wort, ich sollte eine solche Rubrik starten.

everything you want…

… you got it!

Mein Einstieg war ein schöner, in feiner kleiner erlesener Gesellschaft, friedlich und sehr musikalisch – thank you, ihr Herzens- und auch sonst-Schönen! Und auch die musikalischen Paten des Abends – the Judy and the Rufus – sind mir gut bekommen.

Und wenn ich noch vor 2 Jahren dem neuen Jahr blind vertrauensselig meine unbestimmten Hoffnungen entgegengeschleudert habe, so bin ich 2008 doch weiser: Wunder gibt es tatsächlich, aber man ist selbst dafür zuständig. Nicht untröstlich, der Gedanke.

2008 soll das Jahr werden, in dem Herr Lucky sich von seinem orangenen Sofa erhebt und schaut, was die Welt so für ihn bereit hält. Schade nur, daß ihn die Welt nun nicht mehr so willkommen heißen wird, zumindest was das Pflegen bestimmter Angewohnheiten in der Öffentlichkeit angeht. Nun, wir werden sehen.

Darlings, euch allen ein wunderbares, mit angenehmen Sachen erfülltes 2008! May Ganesha tread softly over your front lawn!

Ganesha_on_mouse
(Ganesha auf seiner Maus reitend. Ich will auch eine Reitmaus!)

erkenntnisse eines weihnachtslemmings

  • Es ist nicht mal ein Viertel so erhebend, wenn man nach 7 Stunden Autobahn von Süden über Tempelhof nach Berlin einfährt. Nix gegen Lichtenrade jetzt, aber es stellt sich einfach nicht so das Berlin-Berlin-dein-Gesicht-hat-Sommersprossen-Gefühl ein wie auf der AVUS mit Blick auf den Funkturm. Werde mir aber trotzdem “Home sweet Homo” mit Kreuzstich auf die Wohnungstür sticken.
  • Schwarzes Loch entdeckt: Warum ist die Hinfahrt immer genau 38 km länger als die Rückfahrt? Bei genau gleicher Strecke?
  • Nachtblindheit in Verbindung mit Erschöpfung und wirren Gedanken kann zu seltsamen Erscheinungen auf der Autobahn führen. Bei 160 km/h mitunter spannend, auch für die anderen Autofahrer.
  • Nichtraucher schaden der Umwelt: Weil ich mich nicht 8 Stunden plus der einzukalkulierenden unerklärten Rumstehstunden auf freier Bahn (?) auf Nichtrauchen einstellen will, mußte ich die Fahrt mit dem Auto machen und so 131 Liter besten und teuersten Supers verfahren. Ich meine, wenn ich nach Bali fliegen würde, würde ich es ja einsehen, und mich von oben bis unten mit Nikotinkaugummis vollkleben. Aber das hier ist ja nur eine innerdeutsche Fahrt.
  • Ansonsten: Weihnachten ist am schönsten,wenn es vorbei und überstanden ist. Dann setzt auch dieses vielbeschworene Friedensgefühl ein.

raststättenbeziehung?

Also wenn es nach meinem Horoskop geht, sollte ich wohl für die Fahrt heute mehr Zeit einplanen und öfter mal auf einer Raststätte herumlungern eine kleine Pause einlegen:

Sexualität wird zu einem transzendenten Erlebnis. Diese Zeit ist günstig, um Ihre Emotionen und deren Einfluß auf Ihre Beziehungen zu verstehen. Heute könnte sich eine Partnerschaft entwickeln und vertiefen, denn wenn Sie Ihre Emotionen mit voller Kraft erleben, können Sie auch die Stärke Ihrer Gefühle klar erkennen. Alle Empfindungen werden heute kraftvoll, ja gewaltig sein

Ich werde wohl einen heißen gutgebauten Fernfahrer kennenlernen, der genau weiß was ich brauche. Und mit dem treffe ich mich dann immer für heißen willfährigen Sex auf den Raststätten der Republik.
Was anderes kann das Horoskop nicht meinen, denn was anderes werde ich heute nicht sehen.

Ein Weihnachtswunder

Komme grade vom Weihnachtsgeschenkemarathon zurück: sechseinhalb Stunden (!) durch Kackstadt, Laschaffotte, Hogendobel, Dissmann, Saufhof, um nur einige zu nennen. Bin komplett erschöpft, habe aber so halbwegs für jeden irgendwas, immerhin 12 Menschen. Rabiat bin ich nicht geworden, niemand wurde aus demWeg getreten,geärgert habe ich mich nicht, kein Attackenganzkörperschweißausbruch, nur dicke Füße und weher Rücken. Aber ein, zwei, drei ein wenig von dem geschenkten Champagner wird sicher drüber hinweg helfen.

Morgen dann wie immer die fast 800 km auf die Autobahn, ein Alptraum, zur Sippschaft. Mitgeboren, mitgeschoren.

Etwas ist dieses Jahr anders: beim weihnachtsvorbereitendem Gespräch mit dem nur fünf Jahre jüngeren Neffen, der weiß Gott ein noch heftigeres und unentspannteres Verhältnis zur Familie hat (zwei Selbstmordversuche z.B.), sagte er, daß er sich aber doch auf Weihnachten freue, wenn dann alle einmal im Jahr zusammen sind.
Irgendwie hat mich das gerührt, und vielleicht hat er ein wenig recht.
So ein klitzekleines Bissel ist es diesmal für mich okay.
Gott, ich werde alt, ich werde weich.

jetzt aber

Hui, jetzt aber.
Noch alle Weihnachtsgeschenke besorgen. Kennt jemand einen Laden ohne Kunden? Schön leer und nicht überheizt? Sollte ich mir vielleicht doch eine Liste machen?
Auch noch schnell das große Angebot schreiben, vor demich mich schon seit zwei Wochen drücke.
Vorher einkaufen oder hinterher?
Oder gar nicht?

fernbedient

Vor langer langer Zeit nannte Herr Lucky einmal einen Gatten sein eigen.
Eine der Aufgaben des Gatten war es, nach vollzogener, äh, Hausarbeit jede einzelne der gefühlten 2576 Lämpen, Lämpchen und Leuchtobjekte auszuknipsen, was eine mühselige Aufgabe war, mußte man dazu doch unter Umständen hinter Möbel und unter Büsche kriechen.

Die Technik bietet ja aber manchmal auch segensreiche Entwicklungen: Irgendwann besorgte Herr Lucky sich Funksteckdosen mit dazugehöriger Fernbedienung.

Jetzt ist zwar kein Gatte mehr weit und breit in Sicht, und die, äh, Hausarbeit fällt meistens aus, aber immerhin genügt ein Tastendruck auf der Fernbedienung, und alle Gemächer sind dunkel. Und Herr Lucky muß dafür immer noch nicht seinen Hintern aus dem Bett bewegen.

rumba

Lange schwarze Haare hat sie, die zierliche junge Frau, und große dunkle Augen, ein wenig Penelope Cruz und ein wenig Catherine Ringer wohnt in ihr, Wunder-Schönheit, eigenwillige Kraft und Eleganz.
Sie ist meine Lieblingstanzpartnerin, aber wir haben lange nicht mehr getanzt.

Die ersten Schritte der Rumba sind noch steif, tanzschulenhaft, Laaang-Kurz-Kurz, eine kurze deutliche Pause nach dem Lang, dann siehts gleich besser aus, und nein, den Oberkörper ganz steif, und nicht zu nah beisammen. Eine Rumba ist ein ziemlich langweiliges Stück Musik, abgezirkelt, langsam. Es sei denn, man gibt sich ganz hinein, dann kann sie gar nicht langsam, verzögert, genug sein, kontrollierte Leidenschaft, in Form gegossen.

So langsam tanzen wir uns warm, die Körper schmiegen sich an den richtigen Stellen umeinander, Hebel- und Schwungkräfte erprobt, die Schwerpunkte und Drehpunkte geortet.
Ein wundersamer Moment, wenn sich ihr zarter zäher kraftvoller Körper meinen Wünschen unterordnet, spürt, wann es eine Drehung geben soll und den Schwung von meiner Handbewegung nimmt. Sich dann wieder fest in die Umarmung zurückdrehen läßt. Sicher geworden in unserem Verstehen fangen wir an zu improvisieren. Fast jede Bewegung sitzt, ein Schreiten, ein Schwingen, ein Auffangen, ein Wegstoßen, ein Zurückkommen. Volver.

Der kurze Schreck in unserer beider Blicke, als ich sie schwungvoll weit nach hinten beuge, bis kurz über den Boden, ob ich sie halten kann? Ich kann. Der Blick danach, der Schwung zurück nach oben.

Eine Rumba ist ein kurzes Stück Musik, aber in drei Minuten kann viel passieren.

(Und wenn Sie jetzt nach der Schönheit von Catherine Ringer guggeln wollen, dann nutzen Sie bitte nicht die Bildersuche, denn da haben sich ein paar eklige Pornofotos dazwischengeschummelt, die nicht von der Dame sind. Schauen Sie sich sie lieber in Aktion an oder gegen Sie für bessere Qualität und mehr Videos gleich zu Les Rita Mitsouko)