Category Archives: temple of love

for heath

Well, if you can’t fix it, Jack, you gotta stand it.

For how long?

For as long as we can ride it.
There ain’t no reins on this one.

Im Memory of Ennis Del Mar

la sphinx á quatre-vingt ans: bon anniversaire, belle jeanne!

Jeanne Moreau, vielleicht die beeindruckendste Schauspielerin der Welt, wird heute 80. Bon Anniversaire, belle Jeanne!

Eine Unabhängige, eine Unbeugsame, eine Sphinx, ein Solitär, eine Intelligente, ein Universum für sich, eine Unerschrockene, eine Förderin junger Talente, eine Kämpferin, eine Neugierige, eine Institution, eine Königin, eine Wunderschöne, eine Rätselhafte, eine Professionelle, eine Grande Dame, eine Diva, eine Hure, eine Unverwechselbare, eine Raucherin, eine Schmollende, eine Spöttische, eine Rachsüchtige, eine Liebende, eine Verletzte, eine Ungehemmte, eine Konsequente, eine Verletzliche, eine Sture, eine Unfaßbare, eine Unanfaßbare, eine Spöttische, eine Verbitterte, eine Mutige, Stimme wie Reibeisen, Blick wie Röntgenstrahl, eine wie keine.

Was soll oder kann man schreiben?

Les Amants, Jules et JIm, Fahrstuhl zum Schaffott, La Notte, Querelle, Le Temps qui Reste, La Vieille qui marchait dans la Mer, Mademoiselle, Tagebuch einer Kammerzofe, Die Braut trug schwarz, und so weiter, mehr muß man nicht sagen.

la chanteuse á quatre-vingt ans

Non Monsieur, je n’ai pas vingt ans
Vingt ans, c’est l’âge dur
Ce n’est pas le meilleur des temps
Je sais, je l’ai vécu.

Wer denkt, daß man mit 80 Jahren alt ist, der hätte gestern abend im Admiralspalast da sein sollen, beim Konzert der letzten großen französischen Chanteuse, Juliette Greco.

Juliette Greco, eine Ikone, stilbildend. Schwarz in Kleid und Haar und Lidstrich, intellektueller Gegenpart der meist emotionaleren französischen Sänger und Sängerinnen, jeder hat ein Bild von ihr im Kopf und kennt die Stimme.

Um ehrlich zu sein, bin ich nicht ihr größter Fan und hatte nicht allzu viel erwartet, ein Abschiedsbesuch bei einer erlöschenden Flamme, ein wenig Legendentourismus, Nostalgie am noch lebenden Objekt.

Von wegen! Wer da auf die Bühne trat, war eine kraftvolle, würdevolle, spielbereite und spielwütige Frau auf der Höhe ihrer Kraft und Kunst. Großartig sah sie aus, zeitlos, formidable, alles, aber auf keinen Fall – alt.
Ihre wunderbare tiefe Stimme immer noch absolut voluminös, wenn sie es wollte und brauchte, ansonsten wendig im Ausruck, im Hauchen, Schnurren, Knarzen, Flüstern, Aufstöhnen.

Hervorragend ihre Begleitung, Klavier und Akkordeon, mehr brauchte es nicht. Überhaupt, an diesem Abend wäre jedes Mehr ein Zuviel gewesen, und jedes Weniger ein Zu Wenig, alles auf den Punkt, egal ob Beleuchtung, musikalische Begleitung, Bühnenbild, Auswahl der Chansons.

In über anderthalb Stunden entführte Juliette Greco – ohne Pause – in schätzungsweise 30 Chansons in Ihre Welt, in der die größten Lyriker und Musiker ihr Texte und Melodie auf den Leib schneiderten, oder sie sich andere Chansons gänzlich eigen aneignete.

Jedes Chanson eine Inszenierung, begleitet von großen oder kleinen, erstaunlich anmutigen oder auch dramatischen Gesten, jedes Chanson eine eigene Persona, eine eigene Stimme, mal kleines Mädchen, mal abgeklärte Diva (wunderbar, wie ironisch sie als 80jährige Deshabillez-Moi singt!), mal romantische Schwärmerin, mal Fischweib. Oder auch Mensch im Angesicht des eigenen Todes, als sie mit “J’arrive” dem Programm einen hochdramatischen Schlußpunkt setzt.

Der Saal tobte Ewigkeiten in Standing Ovations, als sie als kleines encore noch “Ne me quitte pas” gab. Kein bettelndes, demütiges, verzweifeltes Chanson hier, sondern eine kurze, knappe selbstbewußte Aufforderung an den Geliebten, seine Optionen zu überdenken.

Mir war aufgefallen, daß Sie den ganzen Abend zwar gestisch und mimisch sehr bewegt, aber immer auf genau demselben Fleck stehengeblieben war, und ich dachte, daß sie dann wohl zumindest nicht mehr so gut zu Fuß sei. Auch hier: von wegen! Als sie auf das Publikum zuging, um sich ihre Rosen und Briefe abzuholen, lüpfte sie die lange schwarze Robe, und es kamen überaus schicke High Heels mit 10-cm-Absätzen hervor!

Ich freue mich auf die Konzerte in den nächsten 10 oder 20 Jahren mit Juliette Greco!

Hier ein wunderbares Interview in der Zeit mit einer hellwachen Juliette Greco.

musik musik musik

Ich brrauchä keinä Millionän
mirr fählt kein Pfennig zum Glück
ich braucha nurr
Musik Musik Musik
(Das Marrrika, hüpf stratz gnatz wipp spring)

Ein Stöckchen von Frau Koma: Schlager, die untrennbar mit der Kindheit verbunden sind.

Hmpf, gar nicht einfach, das war kein musischer Haushalt bei uns. Es wurde gearbeitet, und gegessen, was auf den Tisch kommt. Und das war das.

Ich selber fing dann an, nachmittags zu den Hausaufgaben Radio zu hören, das war damals Radio Luxemburg, bevor es zu RTL mutierte, simulierte Freunde und Familienanschluß. Besonders mochte ich Helga Guitton von den Moderatoren. Gespielt wurde Schlager und Pop, ganz andere Sachen als damals im spießig-steifen öffentlich-rechtlichen Rundfunk so üblich.

Oder ich sperrte mich mit den 3×9 Platten (die mit Wim Thoelke und Wum vorne drauf) meiner älteren Schwestern in die nie benutzte oder beheizte Wohnstube ein, was mütterlicherseits mit Argwohn und Unverständnis betrachtet wurde (“Was machst du denn da?”) Nein, damals wußte ich noch nicht, was Selbstbefriedigung war.
Da wir nur wenige Platten hatten, mußte man die eben immer wieder hören, und sich immer neue Geschichten dazu ausdenken. Allerdings entdeckte ich dabei Sängerinnen, die (mit Unterbrechungen) bis heute bei mir geblieben sind: Frau Knef empfahl sich mit “Der alte Wolf”, der meinem kindlichen Geschmack besser gefiel als “Eins und eins” oder “Für mich solls rote Rosen regnen”, auch wenn ich nicht glaube, das ich das damals verstanden habe. Überhaupt, die älteren Damen, schon damals, allen voran Zarah Leander, blind wie ein Maulwurf, die erste Körperfressersonnenbrillenträgerin der Weltgeschichte, im 183. Jahr ihrer Karriere.

Da ich ja eh ein ziemlich widerliches Kind war, mochte ich die Humpta-Humpta-Schlager am liebsten. Die schlimmsten konnte ich auch auswendig, einige gar bis heute: “Da kommt Jose, der Straßenmusikant” von Lena Valaitis (der Welt würdigste Schalkragen- und Lodenträgerin, Mann, war die immer warm angezogen), “Der Puppenspieler vom Mexiko (ist einmal traurig und einmal froh, duh!)” von Roberto Blanco (Quotenspaßneger) und “Es war einmal ein Jäger (halli-hallo, ein Jäger)” von der Leni Riefenstahl des deutschen Schlagers, Katja Ebstein (aber geile Outfits hatte sie meistens an!). Ich mochte es robust und rustikal.
Mary Roos und Tina York taten mir immer ein wenig leid in ihrer natürlichen Häßlichkeit, Dunja Rajter in ihrer Billigkeit, und Vicky Leandros war mir immer ein wenig zu blasiert, und es wurde mir nie klar, was es in Lodz so besonderes geben sollte, daß man da unbedingt hin sollte. Vicky ist es übrigens bis heute auch nicht klar.
Olivia Molina hatte ich in ihrer mexikanischen Dritte-Welt-Haftigkeit in mein Herz geschlossen, und sie tat mir immer sehr leid, daß sie nie bei einem Wettbewerb gewonnen hat, obwohl sie immer tapfer mitmachte in ihren Ponchos.
Daliah Lavi jedoch brachte so etwas wie Weltklasse und Eleganz mit ihren etwas gehobeneren Schlagern, jedenfalls bevor sie anfing, nach “Lieben sie Parties?” grundlos in all ihren Songs herumzukichern.
Und natürlich Alexandra, nie zu vergessen Alexandra, sie war die Größte, denn depressiv war ich damals schon. Nirgends lagen damals Liebes- und Lebensklagen und anonymer Sex mit Unbekannten näher beieinander als bei ihr.

Das alles hatte ein jähes Ende mit dem Erscheinen der ersten Schamhaare, mit dem Entdecken des eigenes Körpers entdeckte ich englische Popmusik. Eigentlich logisch, wer kann sich schon einen runterholen, wenn Katja Ebstein vom Petersburger Pferdemarkt singt, oder Andrea Jürgens uns ihr “Kleines Paradies” zeigen will (ürgs), nachdem sich ihre Eltern geschieden haben?

Jahrzehnte später näherte ich mich dem Ganzen dann wieder an, als ich in jeder freien Minute mit Paula Sau über Flohmärkte und durch Trödelläden kroch, um kiloweise für kleines Geld die alten Vinylglückseligkeiten meiner Kindheit nach dem Motto All You Can Carry zu kaufen.
Da entdeckte ich das alles wieder, und neben dem Humpta Humpta meines Kindheitsgeschmacks, das ich wirklich nicht mehr hören kann, viele echte Perlen, die ich teilweise gar selbst digitalisiert habe, damit ich sie auf meinem Ipöttchen hören kann.
So gesehen, eine Rehabilitation, auch des einsamen kleinen Jungen, der sich damals mit Schlagern in eine andere, buntere Welt flüchtete. Woran sich eigentlich all die Jahre nichts geändert hat.

der herbst der alten mädchen

Mir fällt auf, daß viele zum Teil beim eigenen Geschmack der formative years, also denen der Spätpubertät oder der jungen Erwachsenenjahre stehenbleiben, weswegen man z.B. recht viele um die 60jährige Frauen im Supermarkt sieht, deren Frisur noch eine jahrzehntelang perfektionierte Abwandlung eines ehemaligen Beehives ist. Von wegen retro.

Meine formative years verbrachte ich mit Kate Bush, Annie Lennox, Cyndi Lauper und Alison Moyet (neben einigen Wave- und Alternative-Künstlern), halt Pubertät in den 80ern. Damals gekaufte Platten wurden wochenlang gehört, gefühlt und geträumt, das bekommt man so schnell nicht aus dem System.

Wie schön, daß all die alten Mädchen noch an Bord sind, auch wenn es wahrscheinlich noch 15 Jahre dauern wird, bis Kate Bush nochmal eine Platte vorlegt. Wahrscheinlich wird sie dann nicht mehr mit den Vögeln singen, sondern mit den Sträuchern tanzen.

Wie durch kosmische Verabredung (oder ist es als Geschenk zu meinem 40sten?) bringen fast alle anderen diesen Herbst eine neue Platte raus:
Annie Lennox “Songs of Mass Destruction”, an die ich mich noch etwas gewöhnen muß. Die Stimme finde ich manchmal fast schmerzhaft, und ein wenig stört mich die Phantasielosigkeit der Arrangements. Auch hoffe ich mittlerweile eine positivere Lebendeinstellung zu haben, als Annie mit ihren Songs meist transportiert.

Nena (die ich damals nicht mochte) hat eine Doppel-CD mit Coverversionen. Wobei ich Coverversionen absolut liebe. Einge davon sind auch wirklich herrlich, wie “Ich werde dich lieben” oder “Sliping Away”, aber ich denke, man hätte es auf eine einzelne CD eindampfen können.
Wenn ich noch einmal irgendwen “Blowin in the Wind” covern höre, der muß zur Strafe Bob Dylan entkeimen. Mit der eigenen Zahnbürste. Die er/sie dann selber weiterbenutzen muß. Zur Strafe.

Nächste Woche erscheint dann das neue Album von Alison Moyet, und ich bin durch die Previews auf ihrer MySpace-Seite nicht grade vorfreudig. Aber was solls, Pflicht ist Pflicht. Ihr letztes Album mit Covern war auch nicht so grade der Reißer. Ich finde sie sollte wieder mehr brüllen, zartes Ding, was sie ist. Ihr Blog ist übrigens lustig, eigen und ehrlich, und im Gegensatz zu dem von Annie Lennox auch vermutlich selbstgeschrieben.

Was mir jetzt noch zu meinem Glück fehlt, ist ein schönes neues Album von Cyndi. Das wär noch was.

Fällt mir grade auf, daß alle (außer natürlich Kate, deren “Rocket Man übrigens kürzlich in GB zum besten Cover überhaupt gewählt wurde, wobei ich eigentlich Placebos Kate-Bush-Cover “Running up that Hill” das allerallerbeste finde) ein Album mit Coverversionen rausgebracht haben, die sehr unterschiedlich ausgefallen sind – Cyndi erweckt auf “At Last” so manches vermeintlich totgehörte Lied zu komplett neuem Leben, Annie schafft es auf “Medusa” bei einigen Songs, sie dem Besitzer so richtig aus den Klauen zu reißen, und Alison singt auf “Voice” klassische Songs eher bieder nach, was nur wegen ihrer stimme hörenswert ist.

lady with butterflies and bees

Schaut mal, wer da aus der Versenkung aufgetaucht ist:
Siouxsie ohne Banshees!
Eine wirklich hübsche ArtWork, auch wenn sich die Songs jetzt genauso anhören, als ob sie mit Banshees, aber wurscht.

Es gibt 3 kleine Clubdates in Berlin, Köln und München, auch relativ günstig, 26,- kostet ihr Konzert im SO36, also wirklich eher im intimen Rahmen. Eine Institution, die Dame, auch eine Stilikone, wenn auch vielleicht nicht so kaleidoskopisch wie Ms. Lennox.
Jedoch, wer da einfach nur ‘Gruftietante’ denkt, der täuscht sich gewaltig und hat was verpaßt.

Gut schaut die Lady aus, mit ihren 50 Jahren, ich finde aber eh, daß sie erst richtig schön geworden ist ab der Zeit, als sie ‘Face to Face’ zum Batman Returns-Soundtrack beigesteuert hat. Und es scheint so, daß sie sich seitdem auch viel besser bewegt. Oder sie schneiden die Viedos besser…
Wer aber denkt, daß sie in ihrer 30jährigen Karriere in den letzten 10 Jahren weg vom Fenster war, täuscht sich, denn er hat die Creatures verpaßt, ein Seitenprojekt von Siouxsie und ihrem Mann Budgie, und mindestens 3 Alben von denen sind richtig gut.

do you really want to hurt me – you’re out of fashion

Boy George – Culture Club. Ich mochte ihn eigentlich nie so wirklich, bis Glam mir die CD lieh: ‘U can never B 2 Str8’, von 2002 oder so.
Boy George ungeschminkt, akustisch, unplugged. Nackt.
Ja schon, auch er war ein Begleiter meines Coming Out in weiteren Sinne, aber Jimmy Somerville hat damals mehr für mich getan. (Man darf nie vergessen, es waren dIe 80er damals.)
Die Songs auf der CD: karg, rauh, reduced to the Max. Fast uneingeschränkt hörenswert. Radikal. Merkmal: Intelligenz. Verzweiflung. Und diese Stimme. Zum Niederknien: If I could fly. Oder Il Adore.

Was ein Leben: vom underprivileged Irish Boy zum Clubtänzer in London zur genderambivalenten Ikone der 80er Jahre, sogar Top Ten His in den USA (in dem Outfit!), zum Heroin- und Angel Dust-Addict zum DJ-of Pity-back to Club-Act, dazwischen Hare Krishna und wasweißich. Jesus Loves You! Was eine herrliche Platte!
Und immer die Yellow Press. Weil einem ein Household Name in England nicht geschenkt wird.
A boy who wasn’t afraid to use lipgloss and eyeshadow to meet his ends, and aims. Or maybe he was afraid, so he had to use them.
Ein Leben als Boy George muß sehr sehr anstrengend sein.

Er ist älter jetzt, vermutlich Halbglatze, weswegen er sich die Haare abrasiert und selbstbemalte Hüte trägt, und fetter, weswegen er sich den Hals schwarz malt, damit er noch eine (selbstgemalte) Kinnline hat. Tragisch. Peinlich. Alt werden muß für Boy George, der jetzt 46 ist, schlimmer sein als für Brigitte Bardot und Gina Lollobrigida, von den Tricks der Dietrich mal zu schweigen. Eins schlimmer.

Warum bloß? Er hat diese Stimme, die jetzt langsam kratzig wird um diesen warmen Schmelz herum. Die es nur einmal gibt. Und dieses Hirn oder Herz, das Liebe, Abhängigkeit, Opfer, Stolz, Hass, Schande, Demütigung, Bitterkeit, Witz, Würde und Würdelosigkeit, das alles kennt, und das Nichts.
Ich wünschte mir, ich könnte noch in 30 Jahren neue Lieder von dieser Stimme hören.
Aber: Er lebt, sehr sogar, und stellt unter seinem youtube-account fleißig Gegendarstellungen, neue Songs, die er nicht veröffentlichen kann oder was ihm sonst so in sein Hirn kommt, ein, als enigmaticwanderersex und anderen nicks. Ich müßte ihn nicht wirklich kennenlernen wollen, aber das spielt auch keine Rolle bei dieser Huldigung.

Und er hat aus seinem Leben auch ein wirkliches Musical gemacht: Taboo, das sogar auch am Broadway lief. Hier Out of Fashion , sozusagen ein Kommentar, mit Szenen aus dem Backstage. (Video hab ich rausgenommen, irgendwie zerfetzt es die Seite bei manchen Browsern)

Wer vor so viel Schönheit noch etwas weinen will, der suche sich auf YouTube ‘The Crying Game’. ‘Victims’ oder eben alles von Boy George.

spinner

Ich lauf’n Bahnsteig lang und weiß nich,
ob ich hier weg fahr oder was?
Ej! Guck ma da kommt’n Schnellzug und fährt weiter.
‘N Bulle von der Bahn taucht auf.
Ich halt den Brief in meiner Hand fest
da steht du fühlst dich tot wie Stein.

Hä! Und daß du dir jetzt ‘n Wald suchst
um dir im Moos ‘n Bett zu bauen,
dein Riesensaxophon ist natürlich auch da,
und Flöten! Flöten sollen auf der Wiese wachsen!

Die alte Frau bezahlt mit Kleingeld.
Wir warten auf den nächsten Zug.
Ich frag die Alte wo der Wald ist,
sie sagt “Mein Udo ist schon lange tot.”
In meiner Tasche klebt ‘n Bonbon.
Wir steigen ein in unsern Zug.
Bei Wertheim gab es Salamander!
Ich bring dir einen mit ins Moos.

Als ich in Hamburch aus’m Zug steich
lauf ich durch Straßen bis zur Elbe hin –
DOWN TO THE RIVER!
Ej, da seh ich dich am Ufer stehn,
ich faß dich an und so, du hörst nichts,
du sagst, du mußt zum andern Ufer,
die Fähre fährt am nächsten Tag.
Ich dachte, daß du tief im Wald wohnst,
ICH WUSSTE NICHTS VON DEINEN UFERN!
(Nina Hagen)

the hurting & the healing

pflaster

Eine wahrhaft grauenvolle und ekelhafte Erfahrung, wie man sich aus dem Stand ohne irgendeinen Grund gegenseitig so tief und komplett verletzen kann.

Und dann auch die tröstliche Erfahrung, daß so viel Liebe und Vertrauen da ist, um zusammen diesen Horror gleich wieder in sein Schattenreich zurück zu schicken.

zauberbutter! magic zucker!

Werte Herrschaften, bitte auf dem Einkaufszettel fürs Wochenende notieren:

zuckerbutter

Nur noch 2x, nur noch am 4. und 5. Mai, dann nie wieder in Berlin, und dann sind Sie selber schuld! Verpassen Sie nicht:
Cora Frost und Band – Wir waren auch in Zucker und Butter im (leider etwas häßlichen) Kleinen Tempodrom.

Rummelplatzchansonpunk mit Ostrockeinschlägen, Tanzeinlagen auf und vor der Bühne von und mit einer bestens aufgelegten Cora Frost und ihrer hochbegabten Band, der Straße, in der sie lebt, dem Glück, das auch tatsächlich erscheint, und gegenseitigem Haarekämmen.
Kein ausgeleierter Chansonabend, viel mehr Russendisko der Herzen, einer Erektion gleich zu Beginn, mindestens einem Trinklied und einer Strumpfhose, die sich abzeichnet, aber das ist Frau Frost wurscht. Wurschtbrot.
GehnSiehinMeineDamundHerrn, hören Sie, staunen sie, überzeugen Sie sich: Frau Frost ist in ihrer eigenen Kunst angekommen, einewiekeine – die einzige – und sie hat noch Platz in ihrem Universum – für SIE!

Nachtrag: Und wer nicht in Berlin ist, oder sonstewie nicht kann, besorge sich gefälligst ihre CDs, sonst habt ihr nämlich umsonst gelebt.