Category Archives: igel when he flies

Bestseller

Eine Ex-Schwiegermutter, ordentlich esoterisch verblasen, hat mir mal das hübsche Buch “Wünsche ans Universum” geschenkt, das ich natürlich ungeöffnet mit spitzen Fingern gleich wieder dem Universum, bzw. in Berlin heißt das BSR, zurückgegeben habe.

Ich hab nämlich eine bessere Idee, ich schreibe “Beschwerden ans Universum” das wird bestimmt ein Kracher!

Galanthus & Narcissus

“Hallo Herr Lucky, kommen Sie rein”
“Hallo Frau Heidi, wow, das duftet aber hier bei Ihnen nach Frühling!” und riecht an den Riesenstrauß pollengelber Osterglocken.
“Ach, die duften!?”
“Frau Heidi, das fragen Sie mich jedes Jahr!”
“Oh, so lange sehen wir uns schon?”

Schneeglöckchen, gibt es eigentlich etwas Schöneres als Schneeglöckchen? So zart, so fragil, und doch die Ersten, so unglaublich robust, daß sie sich auch ein Loch durch Schnee und Eis brennen können, wenn ihre Zeit gekommen ist.

Galanthus
(Copyright: André Karwath)

Will man Schneeglöckchenzwiebeln kaufen, kosten die 8 Euro für 10 Zwiebelchen. Ach, wie ärmlich.
Wir hatten früher eine Obstwiese, wo Generationen lang unser ehemaliger Garten war, dort wuchsen Schneeglöckchen quadratmeterweise unter alten knorrigen Apfelbäumen. Jeden Vorfrühling pflücke ich dort Hände voll Schneeglöckchen, ohne daß man hinterher sehen konnte, daß welche fehlten, und verteilte sie imganzen Haus in den kleinen Puppenväschen, die es nur für diesen Zweck im Haushalt gab. Ach!

Geht schon los

Heute nach einer wahren Knochenbrecherwoche erst um 15 Uhr wach geworden. Vorher zwischendurch immer mal in die Sonne geblinzelt, die auf mein Bett schien, mit den Zehen gewackelt und wohlig nochmal umgedreht.

Als ich dann aufstand, draußen wilder Wind, Monsterwolken in weiß und grau und schwarz rasten durchs Fenster, und die Sonne blitzte gutgelaunt dazwischen. Fühlte sich an wie auf der Reling eines sehr großen Schiffes bei schwerem Wellengang.

Take me away!!!!

She made my Day

Ausnahmsweise mal Abenddienst auswärts geschoben, relativ übellauning deswegen.
Schiebt sich eine korpulente ältere Dame, die grade bei mir am Ausgabetisch war, mit sichtlicher Mühe samt Krücke durch die Menschentraube zurück in meine Richtung.
Ohgott, Reklamation, denke ich noch, aber die gute Frau fragt: Sind Sie von (dieser Firma)?
Ähja, murmle ich.
“Ach, ich liebe (diese Firma), so nett und bequem und es klappt immer alles so gut, das finde ich so toll, ich bestelle immer alles bei Ihnen!”
Da hat sich das doch schon gelohnt, am Wochenende Extradienst schieben – ist ja immerhin (meine Firma).

Taschenofen

OMMMMM- holen Sie doch mal tief Luft. Nochmal, ganz tief, in sich hinein. Augen schließen. Wir machen jetzt eine kleine Reise, und machen uns das schön, kennen Sie doch, müssen wir doch eh immer.
Also:

Klebrig wachen Sie auf, das dünne Laken schweißgetränkt. Schon am frühen Morgen 25 Grad, set Tagen, ach Wochen, wo soll das noch hinführen?
Nackt gehen Sie auf den Balkon, auch hier kein Lufthauch, kein Windchen. Ins Bett kamen Sie erst gegen 4 Uhr morgens, zu heiß. Die Zeit bis dahin haben Sie zuerst in der O-Strasse vor dem Roses verbracht, mit fast nichts am Leib außer Shorts, weitem Hemd, FlipFlops und einem Caipi.
Zuhause ist die Wohnung noch zu aufgeheizt, also noch einen spanischen Weißwein mit viel Eis, oder zwei.
Zum Frühstück nur enen gut gekühlten Apfel, kein Kaffee, man will den Kreislauf ja ncht unnötig anheizen.
Die Dusche auf kalt, und nicht abtrocknen, sondern sich nass in den lichten Schatten auf den Balkon setzen.
Heute auf keinen Fall Unterwäsche. Aus dem Hemd noch die Ärmel rausschneiden, die Baggy Pants, FlipFlops. Herrlich, so ein Leben mit nur 3 Kleidungsstücken.
Beim Öffnen der Haustür schlägt Ihnen die Stadt mit über 30 Grad entgegen, stickig und staubig steht die Luft, der Verkehr ist zähflüssig. Ein junger Mann fährt mit nacktem Oberkörper, nur mit einer leichten Schweißschicht bedeckt, auf dem Fahrrad an Ihnen vorbei.
Auf dem Weg ins Büro viel freier Blick auf pralle Waden und Einsicht auf stramme Männerbrüste. Puh, ist das heiß! Atmen fällt schwer, und nass ist man auch schon wieder.
Im Büro steht die Luft, die Brühe rinnt nur so an einem runter, es hilft nichts, Füße in einen Eimer mit kaltem klaren Wasser.
Es hilft nix, die Stadt brütet, die Hitze brüllt, kein laues Windchen – also besten Freund geschnappt, raus aus dem Büro, Zwischenhalt Tanke, eisgekühlten Weißwein, an den See – Boote aufpumpen, Luftmatratzen, raus, ankern, und dann ab ins Wasser, nackt, und dort bleiben. Über Stunden.
Wenn es dann dämmert, und ein wenig frisch wird, wieder zurück in die Stadt, der warme Fahrtwind fühlt sich im Cabrio an wie Kalifornien. Gegen das Brüllen des Fahrtwinds kann man herrlich ansingen.
In der Stadt steht die Luft immer noch wie Aspik, Staub legt sich auf die feuchte Haut, also bleibt Ihnen nichts übrig, als im festlich indsch geschmückten Garten vom Mirchi noch was sehr Scharfes zu essen, und dann den Abend vor den Bars auf der Straße mit kalten Getränken zu verbringen. Die Hitze und die Nacktheit auf der Straße und die Erinnerung der Wellen auf der Haut macht lüstern, aber es ist viel zu schwül, etwas dafür oder dagegen zu unternehmen, also genießt man den Zustand.
Gegen 2 Uhr kommen Sie zu Hause an, aber das Bett ist noch viel zu warm, und ab hier können Sie wieder von oben anfangen zu lesen.

Vielleicht hören Sie dazu noch Fieber von Peter Fox. Oder von Bébé den Ska de mi Tierra (La Tierra tiene Fiebre!)

Na, hats geholfen?

Am Tisch mit Hobbits

Es kann natürlich auch dran liegen, daß ich am Wochenende die ganze Herr-der-Ringe-Trilogie geguckt habe, aber ich habe den ganzen Vormittag bei der Besprechung mit dem Grafiker und dem Programmierer in mich reinkichern und grinsen müssen, so auf süße Weise verwachsen und ernsten, großen Blicks und kleinfingrig waren die jungen kompakten Herrn. Dazu paßte auch hervorragend, daß im Büro die Heizung ausgefallen war und alle dick vermummelt in Jacken und Schals saßen.
An den Füßen war allerdings nichts hobbitmäßiges festzustellen, soweit zu erkennen war. Süß!

Da fällt mir auf

daß ich ganz vergessen habe, mich über mich in dem Video und den Fotos auf der Weihnachtsfeier aufzuregen, wissen Sie noch, was los war, als ich letztes Jahr Fotos machen lassen mußte für die Homepage?

Und jetzt, und es ist wahrlich kein schöner Anblick, besoffen, schwitzend, gestikulierend, grimassig und fettleibig, und es ist mir egal bis ich finde es lustig.
Leck mich, Ingeborg.

Die größte Freude

der letzten Wochen hat mir auf jeden Fall die langjährige Freundin gemacht, die mich fragte, ob ich ihren Sohn adoptieren würde, wenn mit ihr was Schlimmes passieren sollte. Ihre Eltern seien schon zu alt und wacklig, und ihre Schwester ist so ein krasser Panzer.
Ich war so gekitzelt, daß ich als erstes versprach, dann aber mit dem Rauchen aufzuhören.
Er ist aber auch ein sweetes aufgewecktes Kerlchen, der kleine schokobraune Macker mit Gentleman im Herzen, oder ist er Gentleman und Macker im Herzen?
Natürlich hoffe ich aber inständig, daß der A. nichts Schlimmes passiert, nicht daß ich hier mißverstanden werde!