Kategorie-Archiv: igel when he flies

Such a Perfect Day

Oh, it’s such a perfect day
I’m glad I spent it with you
Oh, such a perfect day
You just keep me hanging on

(Lou Reed, Perfect Day)

So einem wundervollen Tag wie gestern gehört einfach ein Denkmal gesetzt – ein wahres Geschenk von einem Tag, ein herrlicher Sommertag zwischen windigen kalten Maitagen, extra für uns, damit wir die große Spargelsause auf der Terrasse zelebrieren und nicht in der Küche abhalten mußten. Eigentlich hatte ich ja Angst, daß 3,5 Kilo Spargel nicht reichen für den Gläm, die Koma, das Ninchen und mich, aber dann war auch noch genug da für Glämmies großartigen kalifornischen Couchie, der kleben blieb (was ein Kompliment, wenn der Spargelabend einem Besuch im Lab vorgezogen wird! – mal abgesehen davon, daß Spargelessen vor dem Lab vielleicht nicht die beste Idee ist, es sei denn – oh well…) und Herrn Koma, äh, ich meine natürlich: den Grafen - der kommt jetzt die Gattin immer abholen bei mir, seit er weiß, in welchem Zustand sie immer aus meinem Haus fällt.

Alles stimmte, die Gesellschaft, das Essen, Tonnen frischester Spargel aus dem Backofen, Komas großartige Hollandaise (immer spannend in der Herstellung) und so nebenbei zaubert die Frau auch noch ein phantastisches Rhabarber-Crumble mit Merengue aus der Hüfte. Reichlich Wein und Mirabelle unter dem Blauregen – just the perfect day!

Nicht einmal, daß die Entourage in meinem klapprigen Aufzug steckenblieb, trübte die Freude des Abends – zuerst konnten wir die Tür nur so einen Spalt weit öffnen, um eine Lage Eau de Vie zur Überbrückung zu reichen, aber dann gelang uns doch eine Befreiungsaktion, so daß keiner im Aufzug schlafen mußte.

Wohlsein!

Jetzt ist so eine Zeit, wo man eigentlich die Straße küssen möchte, so schön ist die Stadt jetzt – angenehmes Wetter, alle Menschen sehr entspannt, alles frisch und grün und üppig und voller Versprechen von Wohlsein und Gutgehen – ich habe jetzt nicht wirklich den Vergleich, aber genau das und diesen Monat verbinde ich sehr mit meinem Berlingefühl.

Vergessen die Erschöpfung, das Gulag-Gefühl von – ja es ist erst knapp 4 Wochen her, wo der emotionale und auch körperliche Dispo komplett überzogen war und nichts mehr ging. Da fällt es fast kaum ins Gewicht, daß nicht nur mein Hauseingang sondern mittlerweile die gesamte Schlesische Straße einfach nur noch heftig nach Easyjetfeiertouristenpisse stinkt, daß einem die Augen tränen. Fast.

 

Blondie

Ich bin ja sehr glücklich nach meinem Friseurbesuch heute morgen – neue Frisur irgendwo zwischen Popperschnitt und Fleichereifachverkäuferin. Auch wenn der Glämmie meint hitleresk – kann ja gar nicht sein, der war doch gar nicht blondiert!

Blaues Band und so

Es gibt wirklich nichts Richtigeres, als den frisch geborenen Frühling auf einer Landpartie in die Uckermark zu begrüßen, genauer gesagt in die Schorfheide. Ok, am Samstag war noch November, aber am Sonntag morgen auf der Treppe vor dem verkrunkelten Häuslein die ersten Zigaretten in der noch schwachen Frühlingssonne zu ziehen, während rundum die Vögel zwitschern als gäbe es kein Morgen und die frisch gestriegelten Esel Suse und Elise auf die Eselswanderer warteten, die sie unwillig durch die Gegend geleiten sollten, das war schon was. Oder einfach so im Hof zu sitzen und den Tieren bei ihrem Treiben zuzuschauen, Hunde, Katzen, Gänse, Enten, Hühner, freilaufend, und das alles von verschiedensten Sorten.

Ein Spaziergang mit mehreren Hunden durch eine absolut menschenleere Gegend, die aussieht wie das Auenland, noch fast völlig ohne Frühlingsanzeichen, bis auf hier und da ein paar Horden Schneeglöckchen, und einen einzelnen Storch, der mitten auf der Wiese sein Gefieder lüftet. Dabei übrigens auf das Sommerhäuschen unserer Regierungschefin gestoßen, und es ist genauso uncharmant, steril, gesichtslos und pragmatisch wie sie selbst. Wen wunderts.

Das Anbaden im See habe ich mir im Gegensatz zu der H. gespart, aber dafür kam sie mit einen 2-Kilo-Hecht direkt aus dem See und frisch vom Fischer ausgenommen zurück, natürlich hatte sie ihn nicht selbst gefangen. Anlaß zu einem spontanen üppigen Reste-Mittagessen draußen im Hof mit frisch gebratenem Hecht. Was uns natürlich nicht davon abgehalten hat, auf dem Rückweg noch ein Schnitzel auf dem Reiterhof zu verputzen…

Beim Reinfahren in die Stadt dann richtig Mitleid bekommen mit den Massen von grauschwarz gekleideten Menschen, die sich in den Rauchschwaden der Grills auf den staubig braungrauen Fleckcken sogenannter Grünanlagen drängten. Was tut man sich bloß an, mit einem Leben so in der Stadt…!

Willkommen, Bienvenue, Welcome to Montenegro!

Kommse rein, Jacken nach da hinten bitte, Schuhe bitte draußen, ist ja alles noch ganz neu hier. Hier, nehmen Sie doch erst mal einen Cremant, und schauen sich um. Ist eigentlich wie immer, nur woanders. Es ist noch nicht alles fertig, ein paar Kartons sind noch nicht ausgepackt, ein paar Kisten stehen noch auf der Straße, glaub ich.

Ein wenig aufgeregt bin ich, ich ziehe nämlich so selten um, insgesamt tatsächlich erst 3x in meinem Leben, aber das sit das erste Mal, daß ich virtuell umziehe. Das alles hätte ich nie geschafft ohne die fachfrauliche Unterstützung von Miz Kitty, die das hier nächtelang konvertiert und zurechtgefrickelt hat. Vielen Dank, meine Liebe! Ich muß sagen, es hat gar nicht weh getan!

Na, dann stoßen wir doch mal auf hoffentlich noch ein paar Jahre an – bleimse mir gewogen!

 

Kroketten im Herz

Wie die armen Leute verwirrt und unsicher durch die Straßen taumeln, die grelle Sonne die wintergrauen Gesichter und die Falten des Harrens und Überstehens erbarmungslos ausleuchtet, die dicken grauschwarzen Schals und Mäntel müffeln noch nach Winterstube, und darunter schwitzen sie unter der ungewohnten Kraft der Sonne.
Aber im Blick eine fast irre Freude und Hoffnung – wir haben es mal wieder grade so überlebt, Herrschaften!

Und das Pärchen im Aufzug, knutschend, als sich die Tür öffnet, nicht mehr ganz mittelalter Mann plus nicht ganz hübsche jüngere Frau, einerseits verlegen, andererseits ganz stolz darauf, erwischt worden zu sein, so auf eine Je-ne-regrette-rien-Art, kuck mal, was wir hier haben.
Ich lache mitwisserisch, und sie freuen sich.

Wenn’s Arscherl brummt…

Hihi, wie entsetzt so ein prächtiger Araber gucken kann, wenn wir, schon längst wieder geduscht, noch eine Weile im Bett kuscheln und kruscheln, und man feststellt, boah du riechst total nach Sperma!
Mehr als einen Fluch gebrochen, gestern.
Mindestens vier, auf die Schnelle überschlagen.

Und ja, ich denke, wir werden uns wiedersehen, aber nicht so ganz bald. Sonst kann ich nämlich meine arme kleine Mumu auf nem Bollerwagen hinter mir her ziehen.

(Erschreckt? Ich auch ein bißchen, ich hatte genau wie Sie vergessen, daß das hier ein schwuler Blog ist)

Zurückschwemmen

Man liest ja heutzutage immer so viel von den tausenden junger Spanier, die rezessionsbedingt nach Deutschland schwemmen, und ich weiß auch, wo die sind, nämlich hier irgendwo zwischen Friedrichshain und Reuterkiez.
Nun kann man denen aber so gar nichts vorwerfen, weil die meist sehr niedlich sind, außer vielleicht, daß sie zu jung sind, und fragen, wo sie waren, als ich in dem Alter war.
Jedenfalls, ab heute wird zurückgeschwemmt, Herr Lucky hält ab heute nachmittag seine bleiche Weihnachtsplautze in die atlantische Sonne irgenwo westlich von Afrika, wenn auch nur für ein Wöchelchen.
Lassen sie es sich auch gutgehen!

Meisterstück?

Im Klein-Klein des Alltags vergißt sich so leicht, was ich an sich so leiste als Chef meines kleinen Etablissements, nebenbei, über die Jahre, an politischer Arbeit, oder nennen wir es doch lieber gärtnerischer Arbeit, politisch klingt so verlogen.
Hier ein bißchen säen, da ein wenig auf die Ernte verzichten, den wilden Trieb abschneiden, dort ein wenig Gutes tun, hier ein verträgliches Klima schaffen, meist ohne Absicht auf kurzfrisitge Ergebnisse.
Und so hatte ich am Freitag einen Termin bei einem sehr prominenten potentiellen Auftraggeber, der politisch eigentlich extrem unwahrscheinlich bis unmöglich ist, da ich mit der Konkurrenz verbandelt bin.
Es geht nur um einen winzig kleinen Auftrag, eine Notfalllösung für ein ziemlich delikates Problem, und es ist das Ergebnis von 15 Jahren guten Gärtnerns, daß die Gegenseite das Gefühl hat, sie können sich damit vertrauensvoll an mich wenden.
Ein Termin auf Augenhöhe, ein kleiner innerer Reichsparteitag für mich (hat da jemand Autobahn gesagt?), und ganz selbstverständlich ist es mir gelungen, mehr auf den Tisch zu legen, als sie überhaupt andenken konnten.
Soll keiner sagen, daß ich nicht die ganze Hand rausrücke, wenn man eigentlich nur den kleinen Finger haben wollte.
Selbst wenn nichts daraus werden sollte, ist das eine richtig große Genugtuung für mich und ganz etwas anderes als so manche von diesen unwürdigen Terminen, die ich in den letzten Jahren haben mußte, und die mir fast komplett die Freude an meiner Arbeit verdorben haben.
So als Knoten für mich ins Internet, für die Zeiten, wo ich mich wieder als ganz klein und loosermaäßg vorfinde. Kurz, bin grade mächtig stolz auf mich.

Glam and Lucky’s future

Sweety, gestern hab ich bei American Horror Story ne echte Perspektive bekommen.
Wenn es so weit ist und wir keine Lust auf Grey Gardens haben:
Wir können immer “Let’s fold Scarves!”

ersetzen mit “I’ll get the Shovel, you get the Bleach!”

shovel

(Leider keinen Videoclip aus AHS gefunden)