Archiv für den Tag: 21. August 2013

Back to Work (Die Hölle in mir)

So, Herrschaften, hier nun mein mittlerweile schon traditioneller Artikel in der Reihe “Summer has ended and we are not yet saved” (Den Rest können Sie, falls Sie Leidensdruck haben sollten, hier  recherchieren…)

Tscha, falsch gedacht. Zwei Wochen Urlaub Ende Juni, zwei, drei Wochen wieder arbeiten, während die Kunden in Urlaub sind, und dann nochmal fett 3 Wochen Urlaub, das ist dann wie eine komplette Wiedergeburt.

Vielleicht war es auch nur zuviel des Guten, und die Entspannung öffnete Tür und Tor für die alten Gespenster, jedenfalls war nach 48 Stunden aller Urlaub futsch: Kopfweh, Magenschmerzen, Schwitzen wie Sau, panische Angst vor jedem Telefonat und jeder Mail, das ganze eigentlich längst fast komplett abgeschaffte geglaubte Sortiment aus meinen Burnout/PTBS/Depressionszeiten, alles wieder an Bord, frischer denn je, agil und sehr spielwütig. Fast, als hätte ich die in Urlaub geschickt und nicht mich. Das Lustige daran, intellektuell weiß ich genau, was da abgeht, aber das hindert den kleinen Lucky überhaupt nicht daran, sich im tiefsten Keller verstecken zu wollen, weil er sowieso nur alles falsch machen kann, und alle ihn hassen. Natürlich weiß ich, daß das Bullshit ist, aber erzähl das mal meinem Schaden!

Sicher war es keine gute Idee, zwei so wichtige Termine gleich in die ersten Tage nach dem Urlaub zu legen, wobei der eine eh freundlich war und der andere nicht ganz unfreundlich. Ersterer Neukundenakquise, mein Lieblingszielkunde ist mir von ganz alleine zugelaufen, natürlich, nachdem ich ihn schon umzingelt hatte, und irgendwann mußte er ja vom Baum fallen, und natürlich kam es zum freundlichen Anschluß. Natürlich. Die sehen ja nicht, in welchem Zustand ich da angekommen bin, und die übermäßige Schwitzerei halten sie dann eben für einen Nebeneffekt meiner Fettleibigkeit. Denn sonst ist er ja so freundlich, gar lustig, eloquent und empathisch. Und so locker und sympathisch.

Der andere Termin schon schicksalhafter, Gesellschafterversammlung, ich reise in die andere Stadt im Norden an, und der Termin ist ein Fiasko. Es ging im Wesentlichen darum, wie ich mehr Anteile an meiner eigenen Firma bekommen kann, was letztes Jahr schon beschlossen war.

Der Alte lieferte eine komplett unwürdige, ihn disqualifizierende und mich demütigende Show, die beiden Jungen konnten es nicht verhindern, nur nachher das Ding doch nochmal aufs richtige Gleis hieven – ich selbst war mit Verteidigen zu beschäftigt, als daß ich die eigentliche Unverschämtheit mehr als ansatzweise bemerkt habe – das kam dann retardiert und verschiss mir das Wochenende. Na, immerhin habe ich jetzt dadurch, daß sich im Nachhinein alle schämen, für die eigentlichen Verhandlungen eine bessere Verhandlungsposition – macht ja nix, ich kann das ja aushalten. Die größte Demütigung dabei ist, daß der Alte nicht den blassesten Schimmer einer Ahnung hat, was ich persönlich für den anhaltenden Erfolg unserer Firma zahle – siehe oben, oder den Großteil dieses zierlichen Blogs.

Heute beschlossen, wieder ein paar Auffrischungstermine, einen Boxenstopp bei meiner Heidi zu machen – hier beginnt die Hauptsaison und ein an sich schon höllisches halbes Jahr steht an, auch ohne die Hölle in mir. Man startet ja auch nicht mit einem Motorschaden in den Italienurlaub.

(#KnoteninsNetzfürmich)