Monthly Archives: March 2007

blazing away

I’ve got one eye on insanity
the other on the wheel
one’s turning, one’s burning
blazing away
Marianne Faithfull

Gestern ein riiiesiges Hoch gehabt, bin nämlich zum ersten Mal wieder offen gefahren, nachdem ich aufgrund höherer Gewalt eine Saison aussetzen mußte. Zur Feier des Tages sogar extra eine neue Mix-CD gebrannt. Und ja, es war ‘Oooh la la la’ und Wundervoll’, so einen Glücksmoment habe ich sehr lange nicht gehabt, und ich bin noch nicht mal Autofetischist. Blazing Away.

Natürlich wäre ich nicht ich, wenn ich mir nicht selber ein bissel in die Suppe gespuckt hätte. Der Gedanke auch angesichts anderer offen fahrender drängte sich nämlich auf, ob es nicht bei Cabrios – und auch neuen Betten – so ist: je edler und doller das Gefährt, desto oller der Inhalt.

le nouveau bett est arrivè

Da steht es nun, mein neues Bett, Heimstatt meiner Träume für die nächsten Jahre!
Kaum 14 Wochen hat es seit Kauf gedauert, schließlich wurde es ja von glutäugigen Italienern in liebevoller Handarbeit gebaut, und heute ist es geliefert worden. Aber es hat ja auch 5 Jahre gedauert, bis ich ein Bett gefunden habe, das mir gefällt, was sind da 3 Monate?

Die Farbe? Rot! Surprising? Not really. Schönes glattes satt leuchtendes mittel- bis dunkelrotes Leder. Die Form? Es sieht, ja, sportlich aus. Fast wie mein Auto (nur nicht so schnell). Sehr niedrig (lange habe ich überlegt, ob ich mir nicht ein höheres zulegen soll, man wird ja nicht jünger, aber hey, so jung sind wir nur jetzt.) Ganz niedriges Kopfteil, nicht diese Single-diskriminierenden zweigeteilten Rückenstützen.

Ich fürchte ich werde die Wand dahinter neu streichen müssen, das Bordeauxrot der Wand beißt sich mit dem Rot des Bettes. Und neue Bettwäsche brauche ich auch. Und der Sperrmüll, der daneben als Ablage hergehalten hat, muß auch weg jetzt.

Und jetzt bin ich sehr gespannt, was ich in der ersten Nacht im neuen Bett träume, und ob ich das edle Stück auch mit Leben erfüllen kann, hoffentlich mehr Leben, als das alte Bett in den letzten Jahren gesehen hat.

freaky friday

Mittag, 12:09, U1, zwischen Schlesischem und Halleschen Tor.
Ein Typ steigt ein, Sneakers, Bomberjacke, Glatze, Pupillen wie 2 schwarze Lakritztaler, Pickel im käsigen Gesicht. Setzt sich mit gegenüber, nervöses Zucken. Nimmt Tempopackung raus, friemelt eine Pille daraus hervor und schmeißt ein. Schneuzt sich die Nase. öffnet Fenster, schmeißt Taschentuch hinaus. Holt Klappmesser aus Hosentasche und putzt sich die Fingernägel damit. Immer mit Ganzkörper-Hibbeln und aggressivem Blick in den U-Bahn-Waggon und auf mich, der ihm gegenübersitzt und sein Bestes tut zu ignorieren.
Als wir beide am Halleschen Tor aussteigen, achte ich sehr darauf, nicht vor ihm zu gehen.

Freitag Nacht, 1:30
Ein nett- und gutaussehender Anfang-Vierziger springt und spricht mich an: ‘Hey, ich habe heute genau einen wahren Menschen getroffen! Und weißt du, was er zu mir gesagt hat? ‘Du bist ein Vampir’, hat er zu mir gesagt, ‘ein echter Vampir’ Hah – ich bins Dracula, der Blutsauger’
‘Dann mußte jetzt aber schnell schauen, da0 du vor Morgengrauen zuhause bist’ sage ich zu ihm, als ich mich umdrehe, um schnellstens den sicheren Hafen meiner Wohnung anzulaufen.

eklig

Auch ziemlich eklig ist, wenn der einzige Ex, mit dem man nun wirklich nix mehr zu tun haben will, einen plötzlich auf Gayromeo kontaktiert.
Klar muß man damit rechnen, aber erschreckt habe ich mich trotzdem – hätte er nicht einfach mein Profil ignorieren könen?

getäuscht

Heute mit dem Auto an einer jungen Frau vorbeigefahren, an der mein Blick hängenblieb. Gute Figur, sehr edel und schick gekleidet, das volle gut frisierte Haar wehte leicht im Frühlingswind.
Mußte ich nochmal hingucken, und als ich vorbeifuhr, merkte ich: das ist ja das Frl. Modeste.

Ja genau, die, die in ihrem Blog immer schlimmer mit ihrem Aussehen umspringt als die wildgewordene Menschenmenge mit dem Monster in ‘Frankenstein’

grey’s tiefkühlpizza

Wie schon einmal gesagt, mag ich ja Grey’s Anatomy sehr gerne, besonders wegen der Charaktere.
Was jedoch dazu gar nicht geht, wie ich gestern trotz besseren Wissens noch einmal erfahren mußte, ist ne lecker Tiefkühlpizza dazu. Der Anblick der schön brutzelnden tiefroten Pizzaoberfläche verliert beim Anblick offener Herz-OPs deutlich an Leckerheit.

Was dem ganzen aber den Rest gibt, ist, daß im Hintergrund immer irgendwelche piepsenden Herz-Lungenmaschinen laufen, die sich genauso anhören wie der Timer des Backofens, und ich dann alle 3 Minuten sicherheitshalber in die Küche nachschauen gehen muß.

lachhaft

Na, welche leicht überflüssige Ikone deutschen Nachkriegsfilms hats zusammengedrechselt?

Ich lach, was soll ich weinen
die Tränen sind zu dumm
Ich lach was soll ich weinen,
ich nehm nicht alles krumm
Ich lach, das wirkt oft Wunder
ich bin nicht gleich verzagt
Den ganzen Sorgenplunder
mein Lachen schnell verjagt
(und nicht nur den, Werrteste!)

In diesem Zusammenhang dringende Buchempfehlung (wahrscheinlich längst vergriffen)
“Weil doch was blieb – Alte Frauen in schlechten Filmen” von Christoph Dompke – enthält zum Teil wirklich, und ich meine WIRKLICH – gnadenlose Abrechnungen…