Ei-Pott – kaputt – eine Passionsgeschichte

So ein iPod ist ja was schönes, wenn er funktioniert. Erst neulich habe ich ihn an dieser Stelle ja auch zu meinem neuen perfekten Lebenspartner gekürt.
Nun, das sollte ich relativieren – Lebensabschnittsbegleiter. Man fällt doch immer wieder drauf rein – bei Männern und Maschinen…
Im Gegensatz zu ähnlichen Erfahrungen mit Männern gibt es hier allerdings Garantie und eine Support-Hotline. Als sich mein Pöttchen nach nur einem Monat ungetrübter Freude verabschiedete, habe ich dort angerufen, kein Problem, wird abgeholt und ausgetauscht – nur lagen dazwischen 12 (!) Tage!
Okay, gestern kam der ‘Neue’ – voll Freude ans Installieren gemacht – nur: ging nicht.
Insgesamt habe ich ca. 8-10 Stunden versucht, Software runterzuladen, es mal so und mal so zu zu versuchen, im Guten und im Bösen – nüscht.
Also Support anrufen – von einer zuversichtlich zarten Morgenstimmung war da schon nichts mehr übrig. Nach 15 Minuten in der Warteschleife konnte ich einem jungen Mann mein Anliegen vorbringen, der mir indirekt, aber nicht undeutlich vermitteln wollte, daß ich wohl zu doof sei, und mich zu einem sog. ‘Apple-Kompetenz-Center’ schickte.
Ich also hin, nur leider war das eine Firma, die Apple-Netzwerke für Firmen ab 150 Arbeitsplätzen betreut, ich war also sowohl am Empfang wie auch im Großraumbüro entsprechend fehl am Platze, der Empfang entsprechend genervt.
Einer der Kollegen war aber dann – meine Scham und Verzweiflung haben ihn wohl erbarmt, oder er konnte es nicht riskieren, daß ein ausgewachsener Mann in seinem Büro in Tränen ausbricht – so nett und hat sich das Pöttchen mal angeguckt: es war gebraucht, nicht neu, für einen Mac konfiguriert (damit für nen PC unbrauchbar gemacht), und auch nicht leer: es befanden sich 6 GB Daten drauf, nur keine Musik.
Jetzt weiß ich wenigstens, warum mein Rechner heute morgen immer abgestürzt ist. Mal sehen, was ich mir da unwissend gefangen habe.
Haha! habe ich gedacht, jetzt wird der Support aber was erleben! Eine Stunde und 18 € Telefongebühren später erfuhr ich, daß ich nur einmal Anspruch habe, Problem und Austausch telefonisch zu erledigen, ich müßte das per Internet machen, da das nur 1x im Support vorgesehen sei.

Bis dahin war meine Stimme nicht mehr laut, sondern klein, scharf und leise – so wie ein professionelles Schnappmesser.
Um es abzukürzen: nach insgesamt ca. 25 Stunden Selbstversuch (wenn man beide Pötte rechnet), 2 Stunden Supportanrufen zu über 30€, 3 verschlissenen CallCenter-Agents (die sich, professionell gesehen, tapfer geschlagen haben, das muß man ihnen lassen), einem Vorgesetzten und schlußendlich der Leitung des Kundendienstes (nach Androhung des Anwalts) habe ich folgendes erreicht:
- mein Auftrag wurde dann doch telefonisch aufgenommen
- ich bekomme wieder einen vermeintlich neuen ipod, mit dem ich wieder rumrödeln darf, obs denn klappt
- das Ganze dauert wieder 11-14 Tage, sie können nämlich keinen neuen rausschicken, ehe der alte nicht abgeholt und untersucht ist, das können nur alle x-beliebigen Handy-Anbieter, nicht der angeblich beste (und teuerste) Hard- und Software-Hersteller der Welt
- immerhin kriege ich als Trostpflaster eine Fernbedienung umsonst (Verkaufspreis: 39,- )
- Besitzdauer iPod: 41 Tage. Benutzung: 26 Tage, nach dem nächsten Austausch dann: 54 Tage, Benutzung: 26 Tage
- ich habe Magenschmerzen, ein verspanntes Genick, und meine Wangenmuskulatur ist so angespannt wie das merkelsche Dauergrinsen heutzutage.

Zur Kreuzigung? Jeder nur einen iPod bitte…

4 Gedanken zu „Ei-Pott – kaputt – eine Passionsgeschichte

  1. Kai Hell Yeah

    … ist das geheime Apple-Zauberwort. Apple repariert defekte Geräte und versetzt sie in einen (Fast)Neuzustand. Die Dinger werden (egla ob G5, iBook oder iPod) wieder an die Kundschaft geliefert. So umgeht man Produktionsengpässe und verhindert unendlichen Schrottanfall.

    Ich bin Macian aus Überzeugung und habe daher auch keine unlösbaren Probleme mit Apple-Produkten. Die mögliche Disharmonie zwischen einer Dose und einem Apple-Spielzeug wundert mich nicht. Potentielle Kunden!!! Laß Dich nicht entmutigen.

    Wenn der Geldbeutel mal wieder paßt kaufst Du Dir einen Mac und wirst nicht mehr so schnell mit solch exzessiven Problemen beheligt. Der iPod bleibt großartig. Da gibt es keinen Weg vorbei. Kai.

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  2. luckystrike

    REPLY:
    … das wird nicht passieren – nach den Erfahrungen mit Produkt und Service hau ich mir lieber jeden Tag nen rostigen Nagel ins Knie!
    Und wenn ich teuer Geld für ein neues Gerät ausgebe, das nach knapp 4 Wochen den Geist aufgibt (was ja mal passieren kann, schon ok) dann hätte ich gerne dafür ein NEUES und FUNKTIONSTÜCHTIGES Ersatzgerät, und wenn die ganze Welt im Müll erstickt! So ein Schwachsinn!
    Und außerdem sollen sie es nicht auf den Markt bringen, wenn es nicht mit anderen Systemen funktioniert – und BASTA!
    Boah, da kommt einem ja die Galle hoch….

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  3. luckystrike

    REPLY:
    ja – geil! Genial eingetaktet und durchgezogen – von Katzenfutter bis Hart4. Balsam für die geschundenen Seelen – aber die haben einfach bombenhart geschulte Leuts da. Knallfreundlich und knallhart. Bestimmt ist eine Abteilung für die harten Fälle eingerichtet.
    Aber da ich irgendwann nicht mehr so freundlich jovial war wie du es geschafft hast, sondern ganz leise und scharf – weil das Ding einfach NICHT GING, hab ich immerhin noch eine Fernbedienung rausgehandelt. Wenn auch mit Kabel- faß dir ma ann Kopf – das Kabel ist ca. 50 cm lang. FERN-Bedienung. gacker. Für Christopher Reeve vielleicht….

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