Der kleine Lucky ist jetzt 3

Na da hab ich mir was ins Haus geholt: Zwilling Aszendent Steinbock, Mond im Skorpion, Mars im Widder, Venus im Krebs und die Sonne im fünften Haus, so ist der, der kleine Luckystike-Blog.

Nicht einfach, der kleine Kerl, wenn man so in sein Horoskop schaut:

Du willst vor allem Du selbst sein und wirst Dich allem oder jedem widersetzen, das Dich zwingt, Dich an etwas anzupassen, das Du nicht akzeptieren kannst. Du bist ziemlich wettbewerbsorientiert und hast eine Menge Energie.

Wenn Dich jemand verletzt, kannst Du wirklich sehr böse werden, denn Du bist sehr stolz. Du hast ein ausgeprägtes Gespür für Ehrlichkeit und gehst sehr direkt mit anderen Menschen um.

Du hast einen schnellen und agilen Verstand und bist so neugierig, daß Du jede Frage möglichst schnell beantwortet haben willst. Wenn Du älter wirst, wird es sehr wichtig werden, Deine Konzentrationsfähigkeit zu vergrößern.

Du bist eine praktisch veranlagte Person, zurückhaltend und ehrgeizig. Du möchtest gern etwas Bedeutendes in dieser Welt erreichen, und Du bist gewillt, dafür auch zu arbeiten.

Wie Du die Dinge siehst, hängt sehr stark von Deinen Emotionen ab, wodurch Dein Denken vielleicht nicht sehr klar und objektiv ist. Eine Sache, die man Dir auf logische Weise präsentiert, läßt Dich unberührt, außer, sie spricht auch Deine Gefühle an.

Diese Mondstellung spricht auch dafür, daß Du an Landwirtschaft interessiert bist.

Du bist den Menschen, die Du liebst, gegenüber sehr gefällig. Du hast das Gefühl, daß Liebe eine Art Dienstleistung ist, und je mehr Du für jemanden tun kannst, um so besser fühlst Du Dich. Vielleicht hast Du es aber nicht so leicht damit, von anderen Gefälligkeiten anzunehmen. Nur wenn Du selbst davon überzeugt bist, daß Du liebenswert bist, kannst Du es akzeptieren, von anderen geliebt zu werden.

Hätte ich ihn vielleicht doch besser unter einem anderen Mond gezeugt?

Schwere Reise

So, ich bin dann mal weg. Eine schwere Reise, eine große Reise, nicht nur wegen der 750 Kilometer hin und zurück.
Aber wahrscheinlich eine gute Reise, zumindest eine wichtige Reise.

Sie wird nicht mehr in der Türe stehen, um mich zu begrüßen, immer ein wenig grauer, weicher, bleicher, kleiner, als ich sie in Erinnerung habe. Sie wird auch keine Kerze angezündet haben, damit ich gut ankomme, die sie dann versteckt, damit ich nicht wütend werde.
Dafür werden zwei oder drei andere dort stehen, und wissentlich vergeblich versuchen, die Lücke zu füllen. Sie werden mein Lieblingsessen gekocht haben, wofür sie tagelang in der Nachbarschaft herumgefragt haben, um zu wissen, wie das überhaupt geht.

Die Rückfahrt wird wohl ein kleiner Umzug sein. Das behalte ich, jenes brauch ich nicht mehr, dies hätte schon lange weggeschmissen gehört, das hab ich neu gefunden, daraus läßt sich noch was machen, und das hat noch nie wirklich funktioniert oder gut getan, das bleibt hier, das kommt mit. Vielleicht werden die zwei Leben dann ein, meins.

Macht euch schöne Tage! Ich werds auch tun!

Live a little!

An dieser Stelle wäre jetzt eigentlich einer von zwei längeren, nachdenklichen bis deprimierenden Texte erschienen.
Tut er aber nicht. Wir können auch anders.

Laden Sie sich Gäste ein, machen Sie ein schönes Essen, (oder lassen Sie machen, noch besser), riechen Sie an den Blüten, treffen Sie angenehme Menschen, kratzen Sie sich ausgiebig am Arsch, was auch immer Sie weiterbringt: Machen Sie es sich doch mal schön!
Come on, live a little!

One Man Band

Wer auch immer gesagt hat ‘one hand can’t clap’ oder’ it takes two to tango’ der hat noch nicht meinen Hinterhofnachbarn beim Fußballgucken erlebt….

Tröten, klatschen, Trillerpfeife, schreien, Böller, Rassel. Und er ist nachweislich alleine.

😉

(Unnötig zu sagen, nach dem Sieg stürzte er aus dem Haus um auf der Straße mit den anderen Deppen Mitfiebernden zu feiern, natürlich nicht ohne den Fernseher auf voller Lautstärke anzulassen und die Fenster sperrangelweit auf.)

Effizienz & Rückschlag

Merke:
Wenn du das Weinglas auf dem Weg in die Küche gleich auf dem Boden zertrümmerst, sparst du viel Spülaufwand.

Merke²:
Auch wenn du alle Scherben sorgfältig aufgelesen hast, ist es vorsichtshalber besser, wenn du wengstens die Flip Flops an die Füße tust, wenn du ins Bad gehst.

Nix für Umme II

(Aufgewärmtes aus den Kommentaren vom letzten Jahr)

Kenn’se die Umme?
Det is ne Brumme
und keene Dumme!
Die hat ne Wumme
und kommst ihr krumme,
denn zieht sie Summe:
un’s orjentlich kracht –
bis keener lacht.

oder so.
(frei nach Umme Thurman, Kill Bill)

Aber bitte

Ich habe nichts dagegen, wenn man seiner Freude Ausdruck verleiht, aber ich erwarte auch Rücksicht.

Hrhrhr – ein Satz wie frisch von Loriot, nur in echt – gefunden im HSB in den Kommentaren, hrhr.

Und das Wort ward Gestalt

Seine kleinen dunklen Augen blitzen gehetzt im Zimmer umher. Während er spricht, bleibt sein Blick an der ein oder anderen Stelle hängen, er nickt jemandem zu oder lächelt eine kurze Begrüßung in Richtung Fenster.
Angespannt ist er, etwas überfordert, von so viel Besuch, so viele Menschen, die er lange nicht gesehen hat. Nach so vielen Jahren, die er ganz alleine zugebracht hat.

Da ist sie, die Bäuerin, an die ihn seine Mutter als 12Jährigen auf dem Nikolausmarkt als Knecht verdingt hat, für ein ganzes Jahr, gegen einige Münzen und ein Paar Schuhe für den Jungen. Die erste, bei der er nicht wie das ganze Gesinde im Stall schlafen und essen mußte, sondern zum Essen ins Haus durfte. Er war wohl ein wenig verliebt in sie. “Und so gut wie sie war, so schön war sie auch!” “Die Blume vom Nimstal” nennt er sie.

Da ist der Kamerad aus dem Nachbardorf, den er auf dem langen langen Marsch schwer verletzt vom Balkan bis nach Prag gestützt und getragen hat.
Der erste Weltkrieg war verloren, die Losung hieß: “Jeder sehe, wie er heimkömmt. Wer nicht mitkömmt, bleibt liegen. Keiner wird getragen.” Ein wochenlanger gnadenloser Fußmarsch, die, die nicht mitkamen, lagen am Wegesrand, mit aufgeblähten Bäuchen, oder schon zusammengefallen, oder schon vertrocknet. Einem Toten hat er die Schuhe genommen und an seine eigenen blutigen Füße angezogen.
Nachts lag er mit seinem Kameraden Löffelchen, gegen die Kälte, und weil sie zusammenhielten, wie er gerne erzählte.

Da ist sein Vater, der am Anfang des letzten Jahrhunderts unter Tage im Ruhrpott arbeitete, der nur einmal im Jahr zu seiner Familie nach Hause kommen konnte, sein Geld ablieferte und ihm ein neues Geschwisterchen machte, zwölf an der Zahl. Für den er einige Jahre in einer Schmugglerbande Tabak und Alkohol schmuggelte, aus Frankreich, aus Luxemburg.

Da ist seine geliebte Frau, seine Anna, jung, rund und drall, mit roten Wangen, die ihm sieben Kinder schenkte, wovon drei Söhne und zwei Töchter überlebten. Die zwei Jahre in Kirchenstreik getreten war, weil der Pfarrer in der Beichte der Meinung war, sie solle noch ein paar Kinder mehr bekommen. Für die er bis ins hohe Alter noch arbeitete, wovon ungezählte Sandsteinmauern in der Umgebung Zeugnis legen. Jeder Maurer hat beim Behauen der Steine seine eigene Handschrift, und seine ist sofort zu erkennen. Seine Anna, die ihn zwanzig Jahre zuvor mit 77 Jahren alleine ließ, als sie starb.

Da ist der deutsche Offizier, der ihn in den letzten Minuten des zweiten Weltkriegs noch wegen Wehrkraftzersetzung standrechtlich erschießen lassen wollte. Die Soldaten wollten sich in seinem Haus verteidigen, das auf einem Hügel liegt. Am Horizont waren schon die Amerikaner im Anmarsch zu erkennen, und die versprengten Reste, die 20 deutschen Soldaten hätten keine Chance, wollte er ihnen erklären und ihnen einen Fluchtweg in den Wald zeigen.
Die Gewehre waren schon auf ihn gerichtet, als ein Flakgeschütz in sein Haus einschlug.

Da ist die alte Nachbarin, hinter deren Röcken er sich versteckt hat, als die Alliierten am Ende des zweiten Weltkrieg die Gefangenen fürs Lager zusammentrieben. Einige Wochen arbeitete er für sie, als alter Mann verkleidet, bis er es nicht mehr aushielt, und vier Nächte lang durch die Gräben auf allen Vieren in sein Heimatdorf zurückrobbte. Er wollte wissen, ob seine Frau und Kinder noch lebten, das letzte was er gesehen hatte, war sein brennendes Haus, als er gefangen genommen wurde.
Als er heimkommt, findet er alle wohlbehalten, das Haus zerstört, und die Soldaten und den Offizier tot, die sich dort verteidigen wollten, auf der Flucht Richtung Wald erschossen.

Das große dunkle kalte Zimmer ist randvoll mit Menschen, Kameraden, Auftraggebern, Familie, Menschen aus fast einem Jahrhundert Leben.
Es ist 1994, und Johann, der 1896 geboren wurde, ist so alt, daß seine schlohweißen Haare im Nacken schon wieder schwarz nachwachsen, so schwarz, wie sie früher einmal waren.

Schon lange ist er sehr schwerhörig, so daß er, wenn er Besuch bekommt, aus Unsicherheit die Unterhaltung gerne selber bestreitet. Stundenlang erzählt er von früher, aus seinem langen Leben.
Ich bin wohl der einzige, der sich die Mühe machte, auch ihm etwas zu erzählen, man muß sehr laut sprechen und vieles wiederholen, aber er ist dankbar dafür. Jedenfalls bin ich der einige seiner Enkel, dessen Namen er sich merkt. Er ist auch der einzige, der mich damals, als Kriegsdienstverweigerung noch eine Schande war, dabei unterstützt.

Als nach 20 Jahren einsamen Lebens seine Tochter in sein Haus einzieht, siedelt sie ihn in den ersten Stock um. Seine Räume, seit fast 50 Jahren unverändert, werden wieder genau so eingerichtet, nur spiegelverkehrt.
Das ist auch die Zeit, in der er nie wieder einsam sein wird, Tag für Tag und Nacht für Nacht besuchen ihn die Menschen seines Lebens, von denen er so oft erzählt hat, sitzen auf Fensterbänken, Stühlen, Ablagen, Bettkanten, stehen in der Tür, reden untereinander oder auf ihn ein, Tote, Lebende, Zwischenwesen.
Mit großen runden Augen versucht er auf sie einzugehen, und vergißt zu unterscheiden, welcher Besuch Phantom ist und welcher nicht.
Eine Woche, nachdem die Außerirdischen nachts die schwere Kommode auf sein Bett geworfen haben, stirbt er, zwanzig Monate vor seinem 100. Geburtstag.

Knoten ins Internetz

An alle: wenn ich jemals wieder meine Schlauchbootventile suche: ich mache die immer an der Schnur vom Schlauchboot fest. Da waren sie letztes Mal und da sind sie immer. Nur für den Fall, daß ich es wieder vergesse: die Ventile sind AM Schlauchboot.
So, jetzt stehts im Internet und damit ist es ewig, denn ich kann es guggeln.

(Vor einem Jahr konnten Glam und ich nicht boaten gehen, weil ich angeblich die Ventile verlegt hatte. Das darf nie nie wieder passieren)

Vergeben Sie mir bitte, falls ich das auch bei Ihnen posten sollte, man muß sicher gehen. Ausfallsicherheit, Datenredundanz und so.