arschlochwetter

Die ganze Woche hab ich nicht gemuckt und gemurrt, daß mein Urlaub so verschissen verregnet ist.
Habe sogar vorbildlich verdrängt, daß man auch schön in der Sonne auf dem See liegen könnte, wenn die nicht außerdem grade alle von der vollgeregneten übergelaufenen Kanalisation verpestet wären…
Aber so wie heute gehts echt nicht, auf dem Weg zur Gärtnerei eitel Sonnenschein, kaum ist man draußen beim Rosen aussuchen, schüttets aus Kübeln, kaum ist man triefnaß mit schlammigen Pflanzen wieder im Auto – Sonne.
Beim Auspacken und Hochschleppen: Weltuntergang.
Dann wieder Malle-Atmo.
Und – bums, kaum will man die ganze Scheiße draußen wenigstens oberflächlich arrangieren – na!? Erraten. Wie im Slapstick.

Denk ich mir – nicht blöd – dann stell ich jetzt mal meine vermilbten Palmen raus ins Unwetter, gehen wenigstens die Ungeziefer ein, und!? Richtig. Kein Tropfen Regen seitdem.
Ich laß die jetzt mal im Allgemeininteresse da draußen stehen.

Für so ein Klima guck ich jedenfalls nicht aus Solidarität Live Earth – Verarschen kann ich mich selber. (Hab ich die Woche glaub ich schon 3x geschrieben)

fällt

das eigentlich unter Sachbeschädigung oder freie Meinungsäußerung, wenn man die Plakate dieser massenverarschenden Atomkraftwerk-‘Klimaschützer’-Kampagne etwas unflätig beschriftet? Ich meine, für wie blöd halten die einen?

Now playing: Travis – Why does it always rain on me?

spinner

Ich lauf’n Bahnsteig lang und weiß nich,
ob ich hier weg fahr oder was?
Ej! Guck ma da kommt’n Schnellzug und fährt weiter.
‘N Bulle von der Bahn taucht auf.
Ich halt den Brief in meiner Hand fest
da steht du fühlst dich tot wie Stein.

Hä! Und daß du dir jetzt ‘n Wald suchst
um dir im Moos ‘n Bett zu bauen,
dein Riesensaxophon ist natürlich auch da,
und Flöten! Flöten sollen auf der Wiese wachsen!

Die alte Frau bezahlt mit Kleingeld.
Wir warten auf den nächsten Zug.
Ich frag die Alte wo der Wald ist,
sie sagt “Mein Udo ist schon lange tot.”
In meiner Tasche klebt ‘n Bonbon.
Wir steigen ein in unsern Zug.
Bei Wertheim gab es Salamander!
Ich bring dir einen mit ins Moos.

Als ich in Hamburch aus’m Zug steich
lauf ich durch Straßen bis zur Elbe hin –
DOWN TO THE RIVER!
Ej, da seh ich dich am Ufer stehn,
ich faß dich an und so, du hörst nichts,
du sagst, du mußt zum andern Ufer,
die Fähre fährt am nächsten Tag.
Ich dachte, daß du tief im Wald wohnst,
ICH WUSSTE NICHTS VON DEINEN UFERN!
(Nina Hagen)

Kleinster Darkroom der Welt

Die gute und grundgesunde Frau Choc wollte mal in meinen Kühlschrank sehen, und hier isser. Nix geschummelt, etwas voller als normal allerdings:
fridge
Ganz schön unmagisch, oder? Keine nackten Männer drin oder Sexzwerge, nichtmal Fruchtzwerge oder sowas. Aber immerhin habe ich zum Gedenken den Kühlschrankmagneten von Herrn Ohbehave hineingestellt, der mich so sehr liebte, daß er dafür das Bloggen aufgeben mußte. (Herr Ohbehave, da müssen Sie wohl den Blog wieder aufmachen, um gegenzudarstellen, hehe!) Von dem Magneten kommt die heutige Überschrift.
Ansonsten: die üblichen Pesten und Pasten, Marmelade, die immer irgend ein Besuch aufmacht, damit sie im Kühlschrank rotten kann, ich esse so gut wie keine. Was die Lucky-Mom nicht davon abhält, mir jedes Jahr -zig Gläser zu kochen und mitzugeben.
Ach ja, und ein im Februar abgelaufener Becher Creme Légere. Da ich so selten Müll runterbringe, traue ich mich nie, abgelaufene Sachen in den Müll zu tun, weil sie dann Gefahr laufen, eine Woche lang die Bude vollzustinken.
Lachs und Tonnen Meerrettich, Parmesan, Appenzeller, Raclette, Höhlenkäse. Würzig mit fast Vürzig.
Kaffee, Knoblauchtunke (überlebenswichtig) und Deko-Obst.
Das Deko-Obst und der Inhalt des Gemüsefachs werden selbstverständlich nicht verzehrt. Das kauft der Herr Lucky im Supermarkt, weil er sich ja gesund ernähren will. Und es verbleibt dann bis zur Unkenntlichkeit im Kühlschrank und wird zu gegebener Zeit mit frischem ersetzt. Im Gemüsefach Tomaten, Nektarinen, Brokkoli. Die das selbe Schicksal ereilen wird.
Milch gibts keine, weil ich die eklig finde und keine brauche, außer für den Kartoffelpüree, und da muß dann der benachbarte Kühlschrank des LMB herhalten.
Wichtig ansonsten der Cranberry-Saft für den Wodka-Cranberry wegen der Vitamine und außerdem so Saft fürs Frühstück. In der Tür ein Cremant d’Alsace und ein südafrikanischer Rosé, ist ja schließlich Sommer, und eine Flasche lecker Weinbergpfirsich, falls ich mal wieder aus Versehen miesen Sekt gekauft habe, der läßt sich damit und mit ein paar Eiswürfeln gut frisieren. Letzteres sind übrigens die einzigen Sachen, die garantiert nicht ablaufen werden.
Ach, und bissel Bier, wenn mal was ist. Plötzlicher Durstanfall am Sonntag nachmittag oder so. Hair of the Dog.
Nicht im Bild: Das abgelaufene Poppers im Eierfach und der kleine Gefrierschrank drunter, der lediglich zur Eiswürfelzubereitung und Tiefkühlpizzaaufbewahrung genutzt wird.

Achso: Bediene sich wer mag. Am Stöckchen, meine ich. Wills mir ja nicht 2x die Woche mit miener Blogroll verscherzen.

Now playing: Madonna: Frozen (Yoghurt Mix)
Suchanfrage des Tages: lucky stricke & lucky fleischwurst

You’re out of Fashion

too much jealousy
will make you crazy
I’ve been walking the street
in shoes that kill my feet
too much make-up
oh! dream like a lady!
now you’re a prisoner
of some shallow dream

you’re out of fashion
your moment’s over
and, yes, I loved you
oh, but you wore me out
you’re out of fashion
so just forget it now
a living tragedy
parody
fits yo like a glove

too much ego
makes you ugly
I’ve been running away
from what I really need
desperation
pushes love away
now you’re a prisoner
of your own desire

you’re out of fashion
your moment’s over
and, yes, I loved you
oh, but you wore me out
you’re out of fashion
so just forget it now
a living tragedy
parody
fits yo like a glove

ooh ooh ooh
there’s enough love in this world
for you and me
there’s enough love for everyone
you wait and see
there’s enough love in this word
so why do we hide what we feel inside
there’s enough love in this world
there’s enough love in this world
there’s enough love in this world
so hear me

der pizzaschreck

Da der Herr Lucky ja Urlaub hat, kommt er zu gar nichts, erst recht nicht zum Einkaufen. Oder gar Kochen.
Gestern abend also mal wieder Mr. Subs-Pizzabestellung: die übliche Pizza Al Capone mit zusätzlich Champignons, Artischocken und Anchovis und da die Stempelkarte voll und einzulösen ist, und wegen der ausgewogenen Kalorienzusammenstellung, einen Becher Häägen Dasz Belgian Chocolate und eine Flasche Chianti.

Der ganz und gar nicht unattraktive Araber mit den samtbraunen Augen und den vollen Lippen, der meistens liefert, wurde über einige vollgestempelte Bestellkarten mit der Zeit etwas zutraulicher und hat die letzten Male gar gelächelt und gelegentlich Augenkontakt zugelassen. Oder gar einen Stempel mehr gemacht als angebracht. Südländer lieben mich, zumindest, wenn sie mich mit Essen versorgen können, habe ich manchmal den Eindruck. Wie mein Zigarettenhändler z.B.
Gestern faßte er sich ein Herz und fragte: “Sind Sie das auf dem Foto (hinter mir im Flur)? Damals als Sie jung waren?”
Kaum wollte ich ein wenig auf das vielleicht etwas ungeschickte Gesprächsangebot eingehen, öffnete sich die Tür gegenüber, mein LMB* trat halbnackt heraus und stellte was vor die Tür.
Der arme Araber erschrak und hechtete in den Aufzug zurück. In seiner Panik drückte er wohl den falschen Knopf und die Aufzugtür öffnete sich justament noch einmal, als der Partner meines LMB laut aus dessen Küche rief: “Wieder so ein geiler Pizzaficker da draußen?” Man konnte nur noch das Aufblitzen der weit aufgerissenen arabischen Augen im Schließen der Fahrstuhltür sehen.

Das wars dann wohl, die nächsten Pizzas werden wohl wieder von dem freundlichen, aber unattraktiven Neuköllner Frührentner mit der Futschifahne geliefert. Und ich hoffe, daß die mir nicht irgendein Extra auf die Pizza tun, was ich nicht bestellt habe.
*LMB: langjähriger MitBewohner

Now playing: The Man that got Away – Judy Garland

lieber narkoleptischer Besucher

Hallo! Haaaaallooooo! HAAAAAAALLOOOO!!!
Sie! Ja, genau Sie!
Oder sind sie nur so hier eingeschlafen und hängen hier seit Stunden fest, ohne jede Regung? Oder verstorben?

Könnten Sie vielleicht mal etwas beiseite rücken?
Es wollen schließlich auch noch andere Leute ran.
Dankeschön.
Auf Wiedersehen!

achtern

Madame Larousse hat geworfen, und obwohl ich mich manchmal gerne bücke, tu ich doch meine Pflicht, weil, sonst bringt sie mir am Ende keinen Schanpes mit aus dem Ländchen L.

8 zufällige Dinge über mich soll ich hier der Weltöffentlichkeit mitteilen. Das ist aber ne Menge Holz. Na gut, mal sehen, wie weit wir kommen:

1. Ich bin nur rein zufällig in Berlin gelandet, weil ich wegziehen wollte, aber nicht wußte wohin, sagte ich einfach immer ‘Berlin’, weil eine gute Freundin dorthin gezogen war. Paßt aber trotzdem sehr gut.

2. Ich bin leider furchtbar schüchtern. Merkt man aber oft nicht.

3. Meine Füße sind mein häßlichstes Körperteil. Deswegen hat mich sogar mal ein Therapeut gefeuert, weil er mit dieser Aussage ein Problem hatte. Bitte, irgendwas muß man doch an sich am häßlichsten finden, Auswahl gibt es ja schließlich genug.

4. Wenn meine Seele friert, gibt es nur eines: einen großen Topf Kartoffelpüree, selbstverständlich selbstgemacht, mit viel echtem Muskat, und zwei weichgekochten Eiern. Anwendung bis Oberkante Unterlippe. Welt gerettet.

Pfuh, jetzt wirds aber zäh.

5. Eine meiner größten Stärken ist, daß ich nie rot werde. Aber auf Kommando rot werden, das kann ich.

6. Ich kann nur sehr schlecht lügen.

7. Hochdeutsch ist meine erste Fremdsprache. Denken tu ich meist noch in meinem Heimatdialekt. Oder in der Sprache des Landes, in dem ich mich grade aufhalte, was z.B. in Schweden nicht sehr weit führt. Außerdem assimiliere ich peinlicherweise nach spätestens 2 Stunden den Dialekt von da, wo ich mich grade befinde.

8. Ich weine gerne vorm Fernseher. Oft und seltsamerweise bei Werbung. Auf Kommando weinen kann ich aber auch.

Genug der Selbstentblödßung, regelgerecht geht das hier weiter an 8 andere Blogger: Achtern sie, Frau Choc, Sie sagten doch, Ihnen wäre langweilig, sowie bittschön Herr Rob, Herr Ultimonativ, Madame Kittykoma, Herr Pheerce, Frau Hotel Mama, Madame Saintphalle und Monsieur Le ‘umbug. Entschuldigen Sie die Belästigung.

sehr gelacht – bachmannpreis

Ich weiß nicht, ob das hier so durchscheint, ich hoffe nicht, aber der Herr Lucky ist ja von Haus aus Literatur- und Theaterwissenschaftler.
Und da ich ja jetzt Zeit hab, dachte ich, tu ich was für die Bildung und schau mir mal das Finale vom Bachmann-Preis an (heißt da bestimmt anders), da ich bei Frau Sopran da ab und zu was von mitbekommen habe. Die das übrigens sehr fein abwickelt.

Und jetzt ich weiß wieder, warum ich mein Germanistik-Studium zu 90% geschwänzt habe und dann doch lieber Anglist war. Und zumindest ersteres komplett verdrängt habe und auch so gut wie keine deutschen Autoren lese.

Das Szenario: Eine Runde Experten, Literaten und Literaturwissenschaftler mit fettigen Haaren, käsigem Teint schauen in die Runde, als ob man Ihnen schon vor Wochen ihr Prozac und auch das Johanniskraut weggenommen habe, und sagen Gewichtiges. Eingekleidet waren sie scheints bei Humana. Einizg eine machte eine halbwegs gelungene Heidenreich-Impersonation, was dem ganzen etwas Leben, aber auch noch mehr Penetranz einhauchte.
Der Bühnenbild! Der Hintergrund! Ganz groß und sehr passend: ein Künstler (anscheinend) hatte hinter die beigen Menschen einen monströsen steingrau-mausgrau changierenden
Webteppich an die Wand gehängt. Als Materialien wurden augenscheinlich alte Eulen- und Katzengewölle und Putzlappen verwendet. Wahrhaft passende Abrundung der Runde!
Schönster Satz der Veranstaltung: “Wie es aussieht, wird Frau Mondschein heute noch einige Kilometer hinter sich bringen müssen.” Frau Mondschein war die Eule mit dem asymmetrischen Haarschnitt, die den Juroren die Abstimmzettel für Wahl, Stichwahl und nochmal Stichwahl einzeln vorbeibringen mußte.

Profitiert habe ich auch: ich weiß jetzt wie PeterLicht aussieht, der zwar seine Preise nicht persönlich entgegennahm, aber dafür dauernd in Großaufnahme im Publikum zu sehen war.

Und noch mehr profitiert habe ich: einen Bachmann-Preis würde ich angesichts der widrigen und widerlichen Umstände auf keinen Fall haben wollen. Es sei denn, man brächte ihn mir zu Hause vorbei. Per Boten.

Und naß gemacht hab ich mich auch vor Lachen, wie diese superdröge Veranstaltung fast vor lauter Schwerwiegen im Erdboden versunken ist. Da könnten die sich bei DSDS doch mal ein Beispiel nehmen!

unheimlich

Seltsam, ganz seltsam. Wohin mit mir und meinem Streß?
Where am I going, and what will I find, um es mit Sweet Charity zu sagen?
Sind das meine Hände, meine Füße, ist das mein Bauch?
Muß ich ‘es’ füttern und waschen?
Auch wenn ich nirgendwo hin muß?

Ausnahmezustand im Hause Lucky:
Ich habe eine Woche Urlaub.
Und ich kann mich nicht erinnern, wann das schon einmal vorgekommen ist, ohne daß ich verreise oder doch heimlich ins Büro gehe. Jedenfalls nicht in diesem Jahrtausend.

Wir bitten, die Postings in diesen Tagen auf seltsame Äußerungen zu scannen und zur Not ein kleines Sondereinsatzkommando zu schicken.