Category Archives: valley of the dulls

schwuler bloggen in 6 sätzen

(…), heute erledigt:
+aufstehen
+gefrühstückt
+versucht meinen Flug nach New York upzugraden,
+Prosecco kaufen
+Nachmittag auf dem Balkon mit S. und K., ganz wunderbar!
+Karten für Barbra`s Konzert in Wien, Dublin und/oder London zu bekommen

Wo ichs gefunden hab, muß ich hier nicht verraten, ist auch nicht persönlich gemeint, werter Herr X, nur beispielhaft.

Es fehlt allerdings noch der übliche Hinweis auf ein Apfel-Produkt. Und vielleicht noch ein kleiner Bericht von einer handelsüblichen Schwuppenparty mit gräßlicher Housemusik, dann wäre die Palette komplett. Gähn.

“damenoberbekleidung”

Gestern eine Frau, achsagenwirruhig Tussi, gesehen, wie sie die Straße lang totterte, das Oberteil war im Prinzip nur ein sehr lässig gehäkelter rosa Topflappen ausschließlich vornerum, mühsam und nur notdürftig am Platz gehalten von goldenen Zierkettchen.

Sah eigentlich aus wie ein Bumsdeckchen. Das Oberteil.

hungrig?

So Internetmenschen sind doch ein seltsames Völkchen.
Nein ich meine diesmal nicht die Suchanfragen wie ‘Morticias Intimschmuck’ (den ich nicht hier beherberge) oder ‘lucky bumsen’ (schöne Idee, bitte persönlich hier melden), sondern die vielen hundert, die auf Schnittchens Gegendarstellung hin zu mir rüberklicken.

Bestimmt sind da einige Blogger und Internetschreiber bei, die sich dafür interessieren, ob das schnieke Schnittchen evtl. wieder frei wäre, aber ich nehme eher an, daß die sogenannte Blogsphäre sehr sehr hungrig sein muß nach einem deftigen saftigen Bloggerskandal auf persönlicher Ebene. Dish the Dirt. Sorry people, tut mir leid euch zu enttäuschen, war ein nicht mal besonders guter Hoax…
Gehen Sie weiter, es gibt hier nichts zu sehen, hehe…

auswüchse der überwachung

Die Überwachung treibt aber mittlerweile seltsame Blüten:
Dieser Tage war unangemeldet die Kripo Sachsen bei mir zu Gast und durchsuchte mein Blog.

Nach was? “Rasierte Königin” war der Gegenstand der Suche.

Hiermit erkläre ich eidesstattlich, daß ich auf und in meinem Blog zu keiner Zeit eine Königin festgehalten habe oder festhalten werde. (Die kommen immer von selber und ich muß sie dann fast mit Gewalt wieder loseisen.) Und darüber hinaus eine solche niemals und unter gar keinen Umständen rasieren würde, nicht einmal auf ausdrücklichen Wünsch eben jener. Mein Ehrenwort!

Ich muß allerdings eingestehen, daß ich in einem Traum einmal versehentlich die Queen entthront habe. Ich versichere jedoch, daß dies keine Rückschlüsse über antimonarchistisches Denken meinerseits nahelegen sollte.

lucky in heat und wie’s ihm dann verhagelte

Woah, verkatert aufgewacht, aber schöne Party gestern. Bei über 30 Grad dauert es noch länger, bis der Schmerz nachläßt, aber eine Hühnersuppe hat mich dann gerettet.
Wenn der Schmerz dann nachläßt, stellt sich bei über 30 Grad leicht diese gar nicht so latente Begierde ein:

fucking

Gottseidank beim Einkaufen dann in diesen Monsterhagel geraten – dachte mein kleines Autolein würde in Stücke geprügelt – die größten Hagelkörner, die ich je gesehen habe. Prompt darauf ist die Luft auf 17 Grad abgekühlt, und der Herr Lucky auch, nachdem er den Hagel aus seinem Zimmer gewischt hat, er hatte nämlich die Terrassentür aufgelassen.
Alles bereit für einen gemütliche Sofaabend. Yessss!

gegendarstellung – wischtisch!

Und übrigens sei er erst 41. Das klänge bei ihm so, als sei er ein alter Schwuler, der einem jungen Typen hinterher steigt.

Das stellt der geschasste Ex vom sogenannten neuen Superstar (28) fest.
Die Presse habe ihn fälschlicherweise als 44-jährig dargestellt.

Gut daß wir verglichen haben, das ist doch ein wichtiger Unterschied. Würd ich auch drauf bestehen.

via Haupstadtblog und BZ

die neue zitty

Die gute alte Zitty, eins von den 2 Berliner Stadtmagazin-Veteranen, hat zum Jubiläum ein neues Outfit bekommen.

Sehr schön: Das Heft stinkt nicht mehr nach verfaultem Altpapier und man hat nach dem Durchblättern keien schwarzen Finger mehr. Man kann sie also wieder anfassen.

Zum neuen Layout kann ich erst was sagen, wenn ich herausgefunden habe, welche Bilder zu welchem Artikel gehören. Und welcher Artikel wohin gehört.

daddy uncool

(Auf Wunsch von Herrn Spango hier die Rezension)

Ein sogenanntes Musical um die Hits von Boney M drum rum? Hmh, warum nicht, kann ja auch lustig sein, auch wenn man kein Fan ist, weh tut die Musik nicht, und gute Laune kann sie auch verursachen, also mal gucken gehen. Wenn man schon nicht zahlen muß.

Beobachtungen:
Draußen: 50 m lange Warteschlangen vor einer unendlichen Reihe Dixie-Klos. Für Leute, die im Ernstfall 90 oder 100 Euro für die besten Karten bezahlen, sicher nicht so doll.
Zum Händewaschen gabs 2 (!) Eimer für alle. Da steckt man die Finger sicher besser gleich ins Dixie-Klo. Aber vielleicht waren sie einfach noch nicht fertig mit Sanitär.

Publikum: gruselig. Steinerne bleiche Gesichter, alle sehen aus wie auf Haldol. Mit Bussen angekarrt wohl. Uns verteilen sie mit unseren Freikarten allesamt auf EINZEL-Plätzen zwischen den steinernen Gästen, was ja gar nicht geht.

Stück: Ich wette, das hat Frank Farian selbst geschrieben. Jedenfalls niemand, der schon mal ein Stück geschrieben hat. 2 verfeindete Gangs, Junge, Mädel, Liebe, Intrige, Knast, Happy End. Schon mal gehört? Richtig, West Side Story. Und wo hatten die das her? Richtig, Shakespeare. Sozusagen klassicher Stoff. Wenn man nicht ‘gebraucht’ sagen will.

Dramaturgie: Ewig lange Dialoge in breitestem East-End-Englisch, die die Handlung führen sollen, aber leider nicht interessieren. Abgesehen davon, daß 90% der Besucher eh nix verstehen. Als der Junge im Knast sitzt, nach gefühlten 4 Stunden, merkt auch der Dramaturg, daß es spät geworden ist, und zack wird aufgelöst, denn es ist Zeit fürs große FINALE! Dazu später.

Musik: Eingestreut alle großen Hits von Boney M, zur Not auch öfters, und Milli Vanilli und auch von der Bückware, die F.F. sonst noch produziert hat. Genialer Zug, Gema kost nix.

Sänger: Ob die singen konnten, kann ich nicht beurteilen, denn meist kamen die Stimmen nicht über die Live-Band (hinter der Bühne) rüber. Das liegt daran, daß sie extra eingeflogene Sound-Designer hättes, sagt mir der Produktionsassistent. Hätten Sie doch mal einen Tontechniker mit engagiert, vorsichtshalber. Aber vielleicht haben sie es ja jetzt hinbekommen.
Einzige Ausnahme: Eine dicke Mamma singt herrlich fett ‘I can’t stand the Rain’. wußte gar nicht, daß das auch von F.F. ist. Auch die Jungs der Gangs sind großartig, wenn sie nicht grad Milli Vanilli singen müssen, sondern Rappen und Beatbox spielen.

Choreographie: Nach ewigen Dialogen freut man sich auf die Choreographien, nur um festzustellen, daß es keine sind. Das Ensemble hat das doch schon in London gespielt, da müßten die Abläufe doch bekannt sein?

Peinlichkeitsfaktor: hoch. Hab nix gegen musikalisches Lifting, bei Nena hat das bei ihrem Comeback doch auch gut geklappt vor ein paar Jahren. Aber wenn mir jemand per Streetgang, Beatbox und Gerappe die Hits von Milli Vanilli als cool verkaufen will, kräuseln sich mir die Fußnägel vor Fremdschämen.

FINALE: Da wohl alle eingesehen haben, daß das Musical nicht so ganz interessant ist, gibts nach der allzu hastigen Auflösung ein gaaanz großes Finale: karibischen Karneval! Oder das, was man sich in Eberswalde oder bei der “Singenden Klingenden Sonnenallee” darunter vorstellt: ein Pappmachegötze mit Frank Farians Stimme, eine mühsam animierte Papierschlange, Tänzerinnen mit Federaufbauten, Papppapageien und allem drum und dran. Tusma-Studenten in Vögel- und Phantasie-Kostümen stürmen das verzweifelte Publikum, das sich für sein Geld jetzt aber endlich müsieren will, und die ganz ganz große Party beginnt. Alle haben Spaß und sind glücklich, können sie doch endlich mitklatschen wie bei Carmen Nebel.

Fazit: Mein Gesicht tut weh. Vor all dem Entsetzen. Und was ihm da entgegengeschleudert wurde. Und Fremdschämen. Definitiv unter den Top 5 der Worst Things I’ve Ever Seen. Schultheater mit Mega-Budget. Schade. Unverschämt.

Vermißt: Das Einfache, Unbedarfte von Boney M. Bobby Farrell (hach, fand ich den sexy damals). Disco. Warum so wenig Spaß?
Won’t play. Ich wette nach 2 Wochen packen die ein, statt nach 10 Wochen.

Ich glaub ich geh mir nächste Woche zur Seelenhygiene die völlig mißglückte Revue im Friedrichstadtpalast angucken. So schlimm kann die nicht sein.

(Wer mir nicht glaubt, kann sich hier ein Video ansehen. Ich nheme an, sie haben die besten Szenen verwendet. Ich hab mich nicht getraut, es anzugucken.)

Keinen Pfennig

inspiriert und herausgefordert von Herrn Ivy. Wir bitten um Entschuldigung. Und widmen das Ganze den alleinerziehenden Bloggermüttern. NICHT!

Mein kleiner Sohn kam heute abend zu mir in die Küche, als ich das Essen machte, und er zeigte mir auf dem Laptop, was er in mein Weblog geschrieben hatte. Ich trocknete mir die Hände ab an meiner Schürze, und ich las, was auf dem Bildschirm stand:

Das Layout vom Blog etwas flotter gemacht – 340 Euro.
Auf die Blogroll vom McWinkel, Don Dahlmann und Ix geschafft – 180 Euro.
Den Google-Anzeigenvertrag abgeschlossen – 220 Euro.
Irgendwie geschafft, bei adical reinzukommen – 380 Euro
Mit dem Sexblog mit Mamis Nacktbildern in die Deutschen Blogcharts gekommen – 260 Euro
Gastkommentar bei Spreeblick – 140 Euro
Vorlage für Herrn Ivy geliefert – 175 Euro
Das macht zusammen 1695 Euro.

Da stand er nun erwartungsvoll vor mir, und tausend Erinnerungen kamen mir in den Sinn. und so nahm ich den laptop, drehte den Bildschirm zu mir um und schrieb darauf:

Ich trug dich neun Monate,
dafür will ich keinen Pfennig
Ich wachte an deinem Bett
dafür will ich keinen Pfennig
Ich weinte um dich
und auch dafür will ich
keinen Pfennig
Insgesamt kostet dich
all die Liebe von mir
keinen Pfennig.

Als er das gelesen hatte, da standen dicke Tränen in seinen Augen. Er sah mich an und sagte:
Mami, ich hab dich soo lieb!
Dann nahm er die Tastatur und schrieb mit großen Buchstaben:
Alles bezahlt!
Insgesamt kostet dich all die Liebe von mir
keinen Pfennig.

(Angelehnt an die deutsche Version von Johanna von Koczian, basierend auf einem ebenso grusligen Original von Tammy Wynette. Wir wissen nicht, was Ärzte, Apotheker und Therapeuten dem armen Kind empfehlen. Wahrscheinlich Heroin oder Crack. Oder Bungee ohne Seil.)

autobahnphilosophie

Früher hab ich mir in meinem klapprigen alten Autochen gewünscht, ich könnte auch mal -brumms- auf der ganz linken Spur an allen vorbeiziehen. Festgestellt, das Problem ist, wenn man -brumms- an allen vorbeizieht, brummst es gar nicht.

Auf einem Rastplatz: ein seriöser älterer Herr im Jaguar und zwei kleine Mädchen, in rosa, so 5 und 7-8 Jahre alt. Etwas seltsam, daß er sie an den Mülltonnen spielen läßt. Noch seltsamer dann, als ein junger Mann (der Vater?) in einem alten klapprigen Auto anhält und die Mädchen begrüßt und mitnimmt. Wahrscheinlich nur die Übergabe der Kinder nach den Osterferien bei den Großeltern, aber warum hab ich mir vorsichtshalber die Autonummern notiert, von wegen Kinderschänderring und so? Schrecklich, welches Weltbild so ganz normal erscheint.