Dieser Tage sieht man mich in meiner Wohnung herumirren wie Catherine Deneuve in Polanskis ‘Ekel’. Mal hier verharrend, mal dort hinstürmend, mit weit aufgerissenen Augen, hinter die Ecken horchend, versuche ich dieses Geräusch zu orten.
GLITCH.
Da ist es wieder, relativ laut, ein unangenehmes Geräusch, ähnlich wie der eines Turnschuhs, der auf Hallenboden quietscht. Nur kürzer.
In unregelmäßigen Abständen GLITCH. Nein es kommt nicht direkt aus der Küche. Treppenhaus? Eher nicht. Die Abstände mal 2 Minuten, mal 10. So stehe ich im Bad, nein eher im TreppGLITCHenhaus. Doch nicht im Treppenhaus. Auch im Schlaf versuche ich den GLITCH zu orten. Seit Tagen, bisher vergebens.
Von der Terrasse? Nein, nicht in meinem Kopf. GLITCH.
Ok, vielleicht werde ich ja verrückt, aber dieses Geräushc., dieses Geräusch, das nervt ganz außerordentlich dabei.
GLITCH
Category Archives: jeden tag 1 kleiner tod
alles nichts, oder?
An dieser Stelle sollte sich ein eher depressiver Beitrag befinden, der sich damit beschäftigte, das Leben meiner Eltern mit meinem zu vergleichen. Meine Eltern haben vor viiiielen Jahren ziemlich genau zu dieser Zeit ziemlich genau in meinem jetzigen Alter – mich gezeugt.
Doch es klingelte eben an der Tür (“Werrrbung”), und aus Versehen klickte ich nicht auf ‘offline speichern’, sondern auf ‘abbrechen’, und so bleibt der Welt dieser seierige, selbstmitleidige Beitrag erspart.
off pizza
grey’s anatomy ist ja schon ne dolle serie, besonders am stück auf dvd und im original, aber irgendwie nicht tv-dinner-tauglich.
ich jedenfalls muß bei den op-szenen schon ganz schön an meiner pizza würgen.
geht – gar nicht!
Nä, das geht so nicht – mein liebster heterosexueller Linkfreund OhBehave schließt einfach so sang- und klanglos seinen Blog.
Gut, er hatte auch seine Fehler, zum Beispiel konnte ihn Sarah Kuttner mit Hochsteckfrisur sehr, ähem, erfreuen. Aber das ist wohl genetisch, da kann er ja nix für.
Aber tapfer bei Glam die Blumen gießen, das hat er fabelhaft gemacht, und seine Brokeback Mountain-Erfahrungen hat er auch aufzuweisen.
Ich hätte ihm schönes aus Kartoffeln gemacht, die Brusthaare gekrault und wäre auch im Alter mit in sein Traumhaus gezogen – rein freundschaftlich natürlich.
Also kann ich nur hoffen, daß Blogger immer auch Wiedergänger sind, und der Virus einen immer zurückholt.
In der Zwischenzeit gehe ich zur Selbsthilfe-Girlgroup auf einen Gruppenhug.
Wir sehn uns wieder, Mr. OhBehave!
totes land
so zwischen den Jahren. Seltsam, eigentlich mag ich die Zwischenzeit sehr, X-nachten ist überlebt, man steht noch ganz ohne Verantwortung dem neuen Jahr gegenüber und kann das alte sinnlos verpuffen lassen, so wie man das letzte Glas Rotwein aus der Flasche auch immer noch trinkt, egal ob man Lust drauf hat oder nicht. Ordnung muß sein.
Diesmal aber kein wohliges Gefühl, einfach kein Gefühl, keine Lust auf Rückschau auf den Knochenbrecher, der 2006 hieß, nur das diffuse Gefühl, mit knapper Not überlebt zu haben.
Und ein Haufen Ideen und Vorhaben, die dafür sorgen sollen, daß 2007 aus einem komplett anderen Wurf sein wird. Hoffnung alleine wird dafür nicht ausreichen.
mist!
‘Mein Freund hatte neulich Karten für die Philharmonie…’
Mist, das wars also mit dem Anwalt.
Klar, wer einen Schrank voll so gut geschnittener Anzüge hat, hat auch sonst alles. Hätte ich mir denken sollen können müssen.
online headline
‘Nicht die Schönheit entscheidet,wen wir lieben sondern die Liebe entscheidet, wen wir schön finden.’
Das schreiben immer nur die ganz ganz Häßlichen. Ist mir so aufgefallen. Prinzip Hoffnung wahrscheinlich.
verliebt in den lehrer, äh, anwalt
ist Mary Doreen Luckystrike.
Naja, vielleicht nicht verliebt, aber ein bissel verguckt hat er sich.
Das Problem, ich habe ihn nie getroffen, sondern nur mit ihm telefoniert, als er mich in einer verzwickten Personalsituation beraten hat. Mit seiner sehr sehr angenehmen Stimme und dem charmanten süddeutschen (fränkischen?) Akzent.
Und dabei natürlich sein Foto auf seiner Homepage im Auge gehabt. Ein schicker Anfang-Vierziger mit feschem Lächeln und fesch geschnittenem Anzug. A knight in shining Armani, äh, armour. Ich will ihn heiraten. Und einen Anwalt kann man immer brauchen, nicht nur vor Gericht.
Jetzt ist der Fall abgeschlossen, und was mach ich jetzt? Einen neuen aufmachen? Nur um mit dem Anwalt flirten zu können?
Machen Anwälte Hausbesuche? Ist es Bestechung, sie irgendwohin einzuladen? (nee, das trau ich mich eh nicht)
hmh.
novemberliches sommerstilleben mit leiche

Nach drei Tagen fand ich es dann schon merkwürdig, daß die Biene da immer noch saß, und stupste sie an. Sie ist wohl ebendort erfroren oder sonstwie verstorben.
Man lernt: Idyllen müssen bei näherem Hinsehen gar nicht mal so idyllisch sein. Der Tod steckt im Detail.
blutende augen & ohren
In den letzten Tagen habe ich viel Wundersames und Grausliges gesehen, genug für ein ganzes Menschenleben, zwar nur einen kleinen Ausschnitt der Möglichkeiten, jedoch genug, um alle Kindergärten der westlichen Hemisphäre mit Alpträumen zu füllen, bis die Insassen an Altersschwäche sterben.
Ich sah Kinder in Pinguinkostümen Schlittschuh laufen und dabei Weihnachtslieder singen, steppende Eisbären mit aufgenähtem Grinsen (alle Viertelstunde auf der Bühne!), tanzende Tannenbäume mit Strapsen unterm stachligen Grün, wahlweise Schneeköniginnen oder Weihnachtsengel hydraulisch bedingt durch die Lüfte schweben (der Weihnachtsengel hatte stark aufgespritzte Lippen und einen nicht minder starken Überbiß sowie eine scharfe schneidende Stimme), Untote im Wettbewerb mit eben jenem Weihnachtsengel tanzen und singen, kleinwüchsige Erwachsene, ebenso mit starkem Überbiß, die in Kinderrollen noch einmal Weihnachtslieder singen (wahrscheinlich weil die echten Kinder ab neun Uhr nach Hause mußten).
Ich hörte Scherze die so flach waren, daß man dafür eigens eine Kanalisation hätte bauen müssen, gefühlte 23 verschiedene Versionen von ‘Jingle Bells’ und ‘Stihille Nacht’, ein Liebesduett zwischen einem alten Geizhals und einem Zombie und vieles schöne mehr. Viele Worte von Liebe auf Erden und Frieden zwischen den Menschen – genug, um ein eigenes Atomwaffenprogramm auf die Beine zu stellen. Hatte ich eigentlich schon mal erwähnt, daß ich Weihnachten hasse? Schon von Kindesbeinen an?
Nicht gesehen habe ich immerhin Rolf Eden (seine Enkelinnen hatten wohl keine Schulferien), Barbara Schöne (ähem – Kur?) und Barbara Schöneberger (Ausgehsperre?). Dafür fast den kompletten alten und oder neuen Berliner Senat. Und sämtliche Musical- und SoapdarstellerInnen Deutschlands, mindestens.
Am Samstag, so höre ich, sollen die Akzente sich verschieben. Es soll Glockenspiele aus Hoden geben, Priester mit untenrum nackig, eine rasierte Königin. Und wenn sie dann vielleicht noch ein lebendes Schwein schlachten und auswaiden, oder besser noch eine Weihnachtsputte, dann wäre doch ein kleiner Ausgleich wiederhergestellt.
Und Doris Kunstmann – die würde ich auch gern mal auf einer Premiere sehen.