Category Archives: igel when he flies

Die Merkel in mir – therapiert

“Ja, Herr Lucky, also, jede Person in ihrem Traum sind sie selbst, das wissen Sie ja.”
“Aber die nicht, die hat sich eingeschlichen, wie sie immer Umstand mit ihrer Handtasche hat, und dann auch noch mit mir nackt schwimmen gehen will!?”
“Denken Sie mal nach – was stellt denn Frau Merkel so für Sie dar?”
“Da muß ich an die runtergezogenen Mundwinkel denken”
(Wußten Sie eigentlich, daß man Merkel in der Gebärdensprache darstellt, indem man rechts und links heruntergezogene Mundwinkel zeichnet?)
“Könnte es sein, daß Frau Merkel ihre Depression darstellt, wie sie sich überall dazusetzen will, mit ihrer Handtasche voller Sorgen?”
“Frau Heidi, ich glaub das ist der Volltreffer, das paßt doch total!”
“Nur, warum Ihre Depression mit Ihnen nackt scwimmen gehen will, das kann ich Ihnen auch nicht erklären – vielleicht will sie sich befreien, locker machen, aus ihrer Depression herauskommen?”
“Wie meinen Sie das, haben jetzt schon meine Depressionen selber Depressionen?”

Selten mit der Therapeutin so gelacht, in einer Sitzung…!

Caterpillar-Effect

(Eigentlich müßte es ja Butterfly-Effect heißen, aber dafür bn ich nicht grazil genug)

Wurzelbehandlungen sind nicht schön, Wurzelbehandlungen sind nicht schön, sie sind wirklich nicht schön, besonders wenn sie mehrfach durchgeführt werden müssen, an dem Zahn, der damals auseinanderbrach, als ich mit der Beerdigung meiner Mom beschäftigt war, und den ich deswegen irgendwie auch mehr in den emotionalen Komplex zugeordnet hatte, und weniger in den physischen, der ja auch tatsächlich in meinem Kopf sitzt.
Jedenfalls, die Behandlung führt dazu, daß ich meine Kiefer auch wieder beidseitig benutzen kann, und siehe da, die Lendenwirbelsäulenschmerzen (wow, was ein langes schönes Wort), die mich ebenfalls seit Jahren plagen, sind fast komplett weg.
(Ich gebe zu, mein Osteo hatte irgendwas in der Richtung gesagt, ich hielt das aber für die übliche Ganzheitlichkeitsmafiapropaganda) (Noch so ein schönes langes Wort, scheint der Tag dafür zu sein, genau wie für Sätze in Klammern.)

Vielleicht sollte ich mir dann endlich auch mal die Augen lasern lassen, wer weiß, vielleicht nehme ich dann auf einen Schlag 20 Kilo ab?

Der Allerschürfste Liebling der Säsong

Wow, was ne Killer-Knochenbrecherwoche!
Termine wie lauter häßliche kleine Perlen an einer verschissenen Schnur, und es schickt einem kein Mensch ne Mail weniger, nur weil man keine Zeit hat sie zu lesen.
Aber immerhin, 5 neue Kollegen, damit sind wir jetzt 49. Auch Wahnsinn.
Ein neues kleines Projekt, deutschlandweit, und vor allem mit netten Leuten.
Und dann vielleicht der Termin meines Lebens, eine große dicke fette Chance, für die ich ein bestimmtes Projekt seit über 10 Jahren hege und pflege wie eine seltene Orchidee, hier dünge, dort eine kleine wichtige Information säe, die einem strategischen Partner weiterhilft, dort Unterstützung sammle, indem ich, ohne daß ich es müßte, jemanden stütze oder großziehen helfe, und natürlich muß jedes sich anwanzende Ungeziefer schon in den Anfängen vernichtet werden. Wenn das klappt, ist es mein Meisterstück und ausgesorgt haben wir dann obendrein.

Zum Wochenabschluß noch ne feine Runde Badminton, sogar ohne daß ich zwischendurch fast gestorben wäre – es wird wieder.

Achja, fast hätte ich es vergessen, heute mußte der Teufel seine Schlüssel abgeben, hab ich fast vergessen. Ist aber auch eigentlich wurscht. Ashes to ashes, dust to dust.

Schau vorwärts, Engel!

Sonntag mit Tuberose

Sonntag war wahrscheinlich der letzte Tag in diesem Jahr, um auf den Schlachtensee zu gehen, zwar schon zu kalt fürs Gummiboot, aber fürs Ruderboot hätte es schon noch gereicht, und das Schaukeln und Wogen und das tanzende Licht auf den Wellchen wäre ja immerhin dasselbe gewesen.
Leider konnte ich niemanden mobilisieren, alleine wärs mir doch zu deprimierend gewesen, und mit dem Frust hätte ich mir auf jeden Fall den ganzen Tag versauen können.
Hab ich aber nicht – die neuen Zeiten im Hause Lucky sind derart, daß ich mir das selber aussuchen kann, ob ich mir den Tag versaue oder nicht.
Stattdessen dann ein wunderbarer Nachmittag auf der Bank in der Sonne mit wunderschönem Buch und Tuberose. Kennen Sie nicht?
Hier:
tuberose

So eine Tuberose ist so ein Ding, mit dem man herrlich einen Nachmittag zusammen auf der Bank verbringen kann, Blüten wie aus Wachs, mit einem schweren, körperhaften Duft, süß und herb und orientalisch.
Die da draußen machen sowieso eh was sie wollen:

klettermaulchen

Die hab ich dieses Jahr, genau wie die Winden und viel anderes Kroppzeug gar nicht gesät oder gepflanzt, die haben das selbst beschlossen.
Ist wohl wie im Leben: das was man plant und macht und tut ist das eine, und dann kommt noch dazu, was sich von selber mehr oder weniger zufällig einfindet, was das Ganze dann erst wirklich schön und bunt, l(i)ebenswert und einzigartig macht.

Die Sterne müssen verrückt sein!

Neben all den herrlichen klärenden motivierenden heilenden Entwicklungen der letzte Wochen geht heute sogar spontan mein Ipöttchen wieder, was ich seit Wochen aufgrund Platinenfehlers verstummt schon komplett abgeschrieben hatte.
What next?
Klingelt nachher womöglich noch der noch zu (er)findende (Traum)Mann meines Lebens an der Tür?

Liebes Universum: also mir würde da ein (nicht allzu) junger Bursche, bevorzugt mit dunklerem lockigen Haupthaar, frischem Teint, innerer und äußerer Stärke vorschweben, gut gebaut oben- und untenrum und überall, kurz: einen Mann einen Mann der noch richtig will und kann.
Also wenn ich mir was wünschen dürfte. Und wo wir grad schon bei sind, Unmögliches möglich zu machen.
Achso und beharrlich müßte er sein, weil ich mich natürlich wehren würde wie Sau. Aber das weißte ja, Universum.

Ganz obenauf

Irgendwie müssen sich die Sterne grade sortieren, vielleicht hatte der ein oder andere sich in seinem Lauf mit einem Planeten verkeilt und hat jetzt wieder seine Bahn gefunden?

Jedenfalls lösen sich grade alle möglichen Knoten, in der letzten Heidisitzung fielen endlich, nach all den Jahren, die erlösenden Worte, die vielleicht endgültig die Nachwehen des alten Burnouts beenden. Objektiv habe ich ja schon lange für weniger Belastung gesorgt, nur scheint das – bis jetzt – nicht in meinem subjektiven Empfinden angekommen zu sein. Es ist schön, wieder Energie zu haben, und die dann nicht nur selbstzerfleischend einzusetzen.

Nach all den Jahren dann auch ein wundervolles Gespräch mit dem letzten Ex, was alles schiefgelaufen ist, damals. Zum ersten Mal konnte ich auch verstehen, wie es für ihn damals war, vieles davon Sachen, die mir mittlerweile auch selbst gedämmert sind. Das ließe pessimistisch stimmen für eine kommende Beziehung, aber wäre nicht die Dynamik mit jemand anders auch eine andere?

The summer as ended and we are not yet saved, habe ich in den letzten Jahren um diese Zeit immer geschrieben, aber dieses Jahr fühle ich mich doch zumindest ein wenig – erlöst.
Hoffentlich hälts!

Ich scheiß aufs Karma und fütter meinen Skorpion

Wer mich kennt, kennt mich als freundlichen, gut- und langmütigen und zurückhaltenden Menschen (glaube ich).
Wer mich besser kennt, weiß auch, daß mein Aszendent Skorpion ist. Vielleicht reagiere ich nicht sofort auf Verletzungen, Beleidigungen oder Böses, das man mir oder den meinen antut, aber vergessen werde ich es kaum.

Diese Tage sind mir ein einziger innerer Reichsparteitag (jaja, rufen Sie ruhig Herrn *arrazin oder Frau *ermann, mir ist es wurscht. Autobahn, Autobahn, Autobahn!)

Denn dieser Tage wird diese Person, die in der Öffentlichkeit immer als messiasgleiche Lichtgestalt dargestellt wurde, so genüßlich nach und nach demontiert. Noch kämpft er und hat beachtliche Etappenerfolge aufzuweisen, denn genial ist er, das muß man ihm lassen.
Aber im Hintergrund fällt täglich, fast stündlich, das Imperium zusammen, ein Baumhaus, in dem ein fauler Ast den nächsten stützte, der den nächsten stützte usw usw.
Ich weiß nicht, wieviele Menschen er in den Ruin oder den Burn-Out oder beides geschickt hat, Hunderte, gute, talentierte, engagierte Menschen, die für das bezahlten, was er nun behalten will. Es wird ihm nicht gelingen.
Und ich werde jede Sekunde genießen, im Hintergrund stets dafür sorgen, daß die richtigen Leute die richtigen Informationen zur richtigen Zeit haben und überhaupt mein Bestes geben.
Yeah, just because I have a friendly face that doesn’t mean you can mess with me.
Oder denken Sie Chicago. Cell Block Tango. Cue to Chorus:
He had it coming!

Halbleer halbvoll halbleer halbvoll

Bei Glämmie steht ja schon der Sonntag feinst beschrieben, nur die Abende verliefen unterschiedlich.

Für die Menschen im Hostel nebenan sah es jedenfalls bestimmt komisch aus, als da ein dicker Mann in leuchtend grünem Slip auf die Terrasse trat, sich in den kühlen Abendregen stellte und wild mit Armen und Körperfett um sich schwenkte – aber es prickelte so schön auf der heißen Haut…

Irgendwie muß man diesem scheidenden Sommer doch noch so viel abpressen wie es nur geht.

Devil in my Life

Isn’t it a crying Shame
how you became
the Devil in my Life?
(Grace Jones)

Ein kleines schönes wohliges Gefühl, zu hören, daß die Gestalt, die nicht nur in meinem Leben so viel Herzblut geraubt und eine lange Spur Schmerz, Wut, Verzweiflung und Enttäuschung hinter sich läßt, kurz davor steht, abgeschossen zu werden.
Vielleicht schon nächste Woche, behalten Sie den Lokalteil ihrer Zeitung im Auge.

Frönen oder: Come as you are

strodehne

Manchmal vergesse ich sie ein wenig, oder sie scheinen mir ein wenig weit weg aus meinem Alltag, aber verloren geht er mir gottseidank anscheinend nicht, dieser ganze gigantisch großen Freundes- und Bekanntenkreis, der so wunderbar offen und geduldig, schmerzfrei, lustig, tolerant und lebensfreudig und langlebig ist.
Und eben jener hatte sich ein altes Pfarrhaus an der Havel gemietet, für eine Woche, und mich dazu geladen, was ich in einem Moment seltener Spontanität auch einfach so zugesagt habe.

Und wie froh bin ich darüber, 4 Tage voll Spiel und Spaß, dort wo “Zierscheide” noch das zarteste aller Kosewörter ist, wo Platz ist für alternde Transvestiten und Trödelladenbesitzerinnen, patente alleinerziehende Mütter mit ebenso patenten pubertierenden Söhnen, wo Eigenart noch eine schöne Blüte ist und “Chacun á son gout” als Fremdwort vielleicht nicht von allen verstanden, aber auf jeden Fall praktiziert wird, die alte preußische Tugend – genauso wie allem gefrönt wird von Kanu oder Schlauchboot auf der Havel, Angeln, Yoga, Englischunterricht, gutem Essen, ritueller liebevoller gegenseitiger Demütigung und vor allem: Spielen Spielen Spielen.
So ging auch die vermeintlich gewagte Idee auf, dem Bommel seine ersten Urlaubstage einfach zu verplanen, zum mehrtägigen Doppelkopfmarathon, auch wenn dabei den Verkehrssicherkeitsfanatikern zum Leid der nunmehr unabdingbare Brauch begründet würde, daß immer Piccolöchen oder Flachmännerchen geleert werden müssen, wenn der Bomec und der Lucky zusammen im Auto sitzen.

Brandenburg, du kannst so schön sein.