Category Archives: igel when he flies

hamse meine jeschwindigkeit bemerkt?

Nachdem ich letztes Wochenende 2 ganze Tage damit verbracht habe, als Nichtfachmann meine neue Schoßdose einzurichten (6 Stunden gingen für die Einrichtung des Internetzugangs drauf und ich wollte schon Alice höchstpersönlich auf die Fresse hauen verklagen, bis ich merkte, daß ich nur den LAN-Dings deaktiviert hatte. Woher soll ich wissen, was so ein LAN-Dings tut und ob man es braucht?), bin ich ja jetzt fein raus.
4x so viel Arbeitsspeicher und 4x soviel Festplatte. Wenn ich jetzt ein neues Lied importiere, muß ich mich nicht entscheiden, ob ich Works wirklich brauche oder ob ich es lösche, um Platz für eine vergessene Perle zu schaffen.
Und jetzt kriegt nicht jedesmal Itunes Schluckauf, nur weil eine Email ankommt.

Das Touchpad hat einen Scrollstreifen und ich habe endlich gelernt, daß man mit Alt+Pfeil auch navigieren kann. So bin ich jetzt viel schneller unterwegs als ich gucken kann, und mir wird beim morgendlichen Blogrundgang jedesmal ganz schwindelig – huiiiiiih!

Und last but not least verfüge ich jetzt wieder über ein ganzes Set Tastatur, alle Buchstaben wieder an Bord. Und ich gedenke sie einzusetzen, Herrschaften!

posthume geschenke oder the comfort of strangers

present

Obiges so wunderhübsch verpacktes Geschenk (paßt farblich hervorragend zu diesem Blog und auch in mein Zimmer!) erreichte mich am letzten Freitag.
Ein Paket von einem vertrauten Fremden: der werte Herr OhBehave, geschätzter Blogfreund, hat aus seinem Blogruhestand noch ein Versprechen gehalten, das er vor einiger Zeit gegeben hatte.
Drinnen: sehr lecker aussehender Wein und Sekt aus seiner Heimat (nein, ich hab ihn ganz gegen meinen Charakter noch nicht geöffnet), eine handvoll guter Argumente, doch auch mal eine andere Bar als den Würgeengel und das Roses auszuprobieren (‘damit du was zum Kuscheln abbekommst’, schreibt er) und, falls alles nicht hilft, Memento Sexii, falls ich mal wieder ungedingst vorm Kühlschrank hängen bleibe:
darkroom
Volltreffer. lieber Herr OhBehave, würde ich sagen! Merci vielmals und herzlichen Dank!
Es ist schon seltsam, wie vertraut einem in dieser Blogwelt Menschen werden können, die man doch nur virtuell kennt, von denen man nicht einmal weiß, wie sie aussehen. Allerdings seine Handschrift ist genau so, wie ich sie mir vorgestellt habe.
Lieber OhBehave, vertrauter Fremder, schöne Grüße in den Blogruhestand! Verbunden mit der stillen Hoffnung, daß du deine Entscheidung dann doch irgendwann mal rückgängig machst…!

upgrade your life

Ich sag ja nie wieder was gegen die Bahn. Nie wieder. Jedenfalls erstmal. Und das will was heißen, werde ich doch schon schmallippig, wenn ich an einem Bahnhof auch nur vorbeifahre.
Jedenfalls, nach Wochen erfolgreichen Verdrängens mußte ich dann doch klein beigeben, und mich um eine Fahrt in den untrauten Schoß der Familie kümmern.
Schon beim Eingeben der URL hatte ich SO’N Hals, so’n Hals hatte ich. Und klar, es ist nur der Super-Duper-Spezial-Teuer-Preis zu haben, selber schuld, schon klar. 220 Euro für einmal Quer-Deutschland und zurück. Nee, schon klar, zu spät, paßt schon. Hauptsache im vollgepferchten Abteil für viel Geld unter Menschenwürde sitzen.
Also fertig gebucht, Onlineticket usw. Resigniert.
Dachte ich mir, was das wohl 1. Klasse kostet. Nur mal so. Und siehe da, 1. Klasse war noch Supersparpreis zu haben, 60 Euro billiger, und eben 1. Klasse, was ich noch nie gefahren bin.
Na gut, aber ich Idiot hab ja schon gebucht, kannste also vergessen. Aber siehe da: ich konnte mein Onlineticket selbsttätig kostenlos stornieren und mich in die erste Klasse buchen. Hätt ichs nicht gemacht, würde ich es nicht glauben.
Bin immer noch ganbz perplex! Ob das ein erstes gutes Zeichen dafür ist, daß doch alles besser wird?
Wird alles gut?

I’ve got a life

though it refuses to shine
I’ve got a life
it ain’t over
(Eurythmics)

I am the ghost of troubled Joe
hung by his pretty white neck
some 18 months ago.
I travelled through a mystical time-zone
and I missed my bed and I soon came home.
They said there’s too much caffeine
in your bloodstream
and a lack of real spice in your life
I said leave me alone because I’m alright
yet surprised to still be on my own.

A rush and a push and the land
that we stand on is ours,
it has been before so it shall be again.
And people who are uglier than you and I
they take what they need and just leave.
(Smiths)

Langsam, ganz langam, aber immerhin komme ich wieder zu mir, es gibt manchmal ganze halbe Stunden oder zwanzig Minuten, in denen mir ganz einfach wieder wohl ist. In denen ich wieder Lust auf und Wünsche nach allen möglichen Dingen entwickele, die so zum Leben gehören.
Das ist schon mal ein schöner Anfang und ein schönes Gefühl nach einer verdammt langen harten Strecke, diesem Knochenbrecher 2006.

beschwichtelt

Gestern kams an, das Päckchen von Jungs-sind-so-Eric. Darin, schön verpackt, in orange und rot, das Geschenk. In der Mail, die dem Päckchen vorausging, hatte Eric schon mal die Karte vorausgeschickt, die er vergessen hatte dazuzulegen (und jetzt weiß ich auch daß er vorher blond war):
Du musst Dir jetzt einfach ein Foto vorstellen, auf dem eine gigantische Gebirgskette zu sehen ist. Schneeverhangen natürlich, ist ja Weihnachten. Und rechts oben fliegen ein paar Rentiere rum. Auf der Rückseite wünschte ich schöne Weihnachten und dass ich mich nur schwerlich zwischen einem Werbefilm für marlboro country und einem rauchen aufhören leicht gemacht-Buch entscheiden konnte, aber hoffe, die richtige Wahl getroffen zu haben.

Das hast Du, Eric! Schließlich will ich ja nicht so enden wie Allen Carr, der ja nun auch endgültig Nichtraucher ist. Und nein,
hatte ich noch nicht! Obwohl ich es mir schon ewig holen wollte. Wo ich zudem in letzter Zeit ja auch ein Faible für ländliche Romanzen entwickle. Damit mach ich mir jetzt ein paar schöne Winterabende, und du bist schuld, wenn ich morgens ganz verquollen zur Arbeit gehe… Jungs sind halt wirklich so.

Also, vielen Dank, lieber Eric, große Freude, und ein schönes Fest für Dich!
Und nochmal Dank dem Schwichteldick für die schöne Idee!

renitenz im advent

Ja,ich weiß, schon wieder ein Blümchenfoto bei mir, aber:

rosenovember

erstens fällt mir sonst nix ein und zweitens könnt ihr euch mit eurer Weihnachtsdeko da so im Vergleich mal ganz schön gehackt legen! Finde ich jedenfalls.

ausgebremst vom blauen wunder

Gestern wie immer viel zu spät zur Arbeit gehetzt, schlechtgelaunt und angespannt aus der U-Bahn gestürzt, schnaubend 3-5 von diesen dussligen Leuten, die immer im Weg stehen, umgeschubst (besonders diese Kopftuchburgen, ach ich fang besser gar nicht erst an!) schnell um die Ecke – da!
Ein blaues blaues Meer. Ich ausgebremst von so viel Blau.
Es stehen zwei ältere Brandenburgerinnen mit vielen Eimern voller – Kornblumen! Im November! Mehrere Quadratmeter!

Da mußte ich doch ein paar handvoll Kornblumenblau mit ins Büro nehmen und dort verteilen. Und mein Blick war plötzlich ein anderer.

Titanic ohne Untergang

Das Klirren kommt zeitverzögert. Kein Wunder, denn die leere Weinflasche hat einen weiten Weg vom Dach des fünften Stocks bis zum Bürgersteig. Das Klirren kommt als Erleichterung, denn eine Schrecksekunde sah ich Elisabeth, die Messiefrau aus dem zweiten Stock, die ihren gesammelten Trödel mit selbstgeklauten Blumen zu widerwärtigen kleinen Objekten verarbeitet, um sie dann nachts in den Bars von Kreuzberg an die Besoffenen zu verkaufen, mit großen Augen und einen noch größeren Loch im Kopf unter ihrem Fahrrad liegen.

Die Flasche ist mir entglitten beim Versuch, Nachschub auf das eben nicht flache Dach zu bringen. Ich, der ich normalerweise schon Höhenangst bekomme, wenn ich auf einen Stuhl steigen muß. Aber heute nacht ist das anders, kein Schwindel.

Wir befinden uns auf einer Zwillingsparty, dem Geburtstag des heißgeliebten besten Freundes Glamourdick. Und wenn ein Zwilling zum Geburtstag lädt, dann kommen viele schöne Menschen. Einige außen schön, andere innen schön, und einige davon schaffen es auch aufs Wunderbarste, das eine mit dem anderen zu verbinden. Es gibt von allem reichlich, nicht nur vom Wein. Inspiration, Liebe. So reichlich, daß zwei Zwillinge eben ihre Kleidung getauscht haben. Crossdressing nur so, aus reiner Liebe.

So sind wir alle irgendwann auf dem gefährlichen Dach gelandet, das nicht flach ist. Noch näher am Himmel. Oben weht ein milder Wind, von unten schallt die Musik hoch, die Frank ausgesucht hat, und er mag aufgeblähte Musik. Solche, wo bevorzugt Frauen mit großen Nasen zeigen, wieviel Luft noch in ihnen steckt.

Im Westen spielt der Nachthimmel noch das orangene Leuchten der Stadt zurück, im Osten tasten sich die ersten rosafarbenen Finger des Morgen heran. Davor, das Altenheim gegenüber, dessen Treppenhausfenster Tag und Nacht neongraublau von Pflege, Alter, Demenz und Tod erzählen. Nach und nach gehen in den Zimmern die Lichter an, die alten Leute werden schon um fünf Uhr morgens gewaschen, für einen neuen Tag, der genauso sein wird wie der gestrige, und der morgige, der vielleicht nicht mehr kommen wird.

Da, von unten erklingen diese schrecklichen irischen Flötentöne, Celine Dion schwurbelt sich in den Refain, und plötzlich fallen wir alle ein: “…and your Heart won’t go on” singen wir für die Alten im Heim gegenüber, von unserem Titanic-Dach, auf dem wir besoffen tanzend balancieren.
Wenn die Alten uns hören sollten, schon frisch gewaschen und fertig gemacht für den Tag, werden sie sich denken “Na, momentan steht ihr dem Tod aber deutlich näher als wir, Abstand ungefähr zehn Zentimeter, wie’s aussieht.”

Recht haben Sie, aber das merken wir nicht, beflügelt und beschützt von unserer Freundschaft, unserer Liebe und dem Wahnsinn, der unser Leben ist.

nachgetreten

Naaaa? Vermißt du mich
wenn die Nächte lang und kalt sind?
Träumst du von mir
im sehnsuchtsvollem schwarzen Dunst?
(Nina Hagen, ‘Alptraum’
)

Na, hat es sich gelohnt?
“Wer mich liebt, liebt auch XY!” XY, die bestenfalls drittklassige Kabarettfigur, die du (mit meiner Hilfe) geschaffen hast. “Wer XY nicht liebt, hat auch keinen Platz im meinem Leben”, sagtest du und machtest mir damit die Entscheidung sehr leicht, die wahrscheinlich sowieso überflüssige Wiederaufnahme unserer Beziehung ein für allemal abzusetzen.
Ist es so, wie ich es dir vorausgesagt habe? Ist es einsam, nach einem Auftritt in einer Stadthalle so allein und schlecht oder gar nicht gefickt in einem verschissenen Hotel in einer verschissenen Kleinstadt zu sitzen? Hat es sich gelohnt?
Jetzt, wo du alles aus dieser erbärmlichen kleinen Idee herausgepresst hast, zweieinhalb Programme, zwei CDs und eine Restverwertung als Buch? Das Buch, zu dem ich dir verboten habe, irgendwelche Details zu mir und dir zu verbraten? Mit immer denselben 3 Pressefotos?
Einmal habe ich dich in diesem Jahrtausend noch gesehen. Du hütest immer noch die Terrassenpflanzen, die ich dir vor fast 10 Jahren gepflanzt habe, und denkst jeden Tag an mich, hattest du die Größe zuzugeben. Dir fehlt unser Sex, unser animalischer Sex, sagtest du. Niemals hättest du solchen Sex gehabt, weder vor mir noch nach mir. Ja, mir fehlt er auch. Wir waren einander hörig. Unser Sex war nicht schön, er war geil.
Allerdings fand ich es stillos, daß du das im Beisein deines ehemaligen Ex- und jetzt wieder Lovers gesagt hast.

Du, der du immer deinen Kuchen aufessen aber doch behalten wolltest.

Na, hat es sich gelohnt?