Category Archives: igel when he flies

Krokusgelber Freupuschel

Na – November/Dezember!? Saftlos? Kraftlos? Farblos? Mutlos? Grau in Grau?
Wir wissen nicht, was Ihr Arzt, Apotheker, Dealer oder Heilpraktiker empfiehlt, wir empfehlen Ihnen dies, kräftiger Beat direkt aus meiner Straße! Ganz laut hören!

Hier ist die Luft verbraucht
das Atmen fällt mir schwer
Byebye ich muß hier raus
die Wände kommen näher
die Welt mit Staub bedeckt
doch ich will sehn, wo’s hingeht
steig auf den Berg aus Dreck
weil oben frischer Wind weht

Jaja, mal was anderes als greinende alte Frauen, aber extreme Umstände bedingen andere Mittel! Probieren Sie’s mal!
Ein Bonustrack der CD von Peter Fox heißt sympathischerweise “Schüttel deinen Speck” – entschuldigen Sie mich derweil, das geh ich jetzt mal befolgen.

Meme Si

Ich glaube das letzte Video von Les Rita Mitsouko mit Catherine Ringer und Fred Chichin zusammen, der vor einem Jahr gestorben ist.
Übertragung ins Deutsche in den Kommentaren
Si quelque vent du nord bien féroce
De ses rafales gelées glaçait ton cœur
Ou qu’une brise encore, bien belle gosse
Tramontane idéale allumait ton ardeur

Même si, même si tout s’effondrait
Je serais près de toi
Même si, même si…
Même si, même si tout disparaissait
Je serais près de toi
Même si même si

Au centre des ennuis
Je serais là
Au désert sans ami
Avec toi

Si quelque vent lunaire m’emportait
Mouiller sur une étoile, je reviendrais

Même si, même si tout s’effondrait
Je serais près de toi
Même si, même si…
Même si, même si tout disparaissait
Je serais près de toi
Même si même si
(Lyrics: Les Rita Mitsouko)

P.S.: Sonntag, 23.11. um 14:00 Catherine Ringer chante Les Rita Mitousko et autres Live, auf Arte, Wdh 29.11. 0:00

Therapie & Humor

Die Heidi ist nun wirklich ein Gottgeschenk in nur einer Stunde hat sie mir auseinandergebastelt, was es mit meinem Entsetzen mit den Fotos, meinem Vater und dem Schämen auf sich hat.
Und daß man sich als Erwachsener eigentlich gar nicht mehr schämen braucht, das ist ein Kindergefühl, das werde ich dann mal ausprobieren.

Mit Humor hat sie es ja sonst nie so (Therapeuten verstehen das ja eher als Fluchtreflex vor ernsthafterer Auseinandersetzung), aber sie mußte doch furchtbar lachen als ich sie fragte, ob man sich denn dann auch nicht mehr schämen braucht, wenn man in einem Raum voller Leute aus Versehen laut pupt.

Back to Alaska!

Hähä! Hähähähähähä!
Puh, das hätte böse ausgehen können, im Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten. Puh.
Fahr nach Hause, schieß nen Elch, mach Marmelade draus, oder was auch immer ihr da so macht, wenn die Tage dunkel und der Frust Perma ist.
Immerhin auch ein Beispiel für den amerikanischen Traum: jeder könnte, egal wie unglaublich unwahrscheinlich.
Hörtipp:
Michelle Shocked – Anchored down in Anchorage

P.S. Und behalt mir die Russen im Auge!

Blogger privat

oder: Morgens zwischen 9 und 10 ist die Welt noch in Ordnung

141. GD 22. Oct. 2008 – 09:28
morning sweets, bin heut um 6.00 aufgewacht und seit 7 auf den beinen. werd jetzt die wohnung putzen, damit ich mich nützlich fühle.
142. ls 22. Oct. 2008 – 09:29
auwei, jetzt fang du auch noch an mit seniler bettflucht, h. kann auch immer höchstens 6 stunden am stück schlafen…
143. GD 22. Oct. 2008 – 09:32
ich hab zu spät noch was gegessen. und beim aufwachen fiel mir der begriff “rente” ein, was ja mal ne steigerung von steuer ist.
144. ls 22. Oct. 2008 – 09:34
auweh…. und das schon gleich morgens, aua. sei beruhigt, rente gibts später eh keine, für niemand.
145. GD 22. Oct. 2008 – 09:37
ja. aber andere leute legen geld zurück.
146. ls 22. Oct. 2008 – 09:41
damits die banken verprassen können. mit allem, was ich privat so angeleiert habe, und das kostet unmengen an geld jeden monat, habe ich jetzt eine mindestabsicherung von 300,- im monat. zum jetzt-wert, nicht was es in 25 jahren wert ist (ca. 80,35)
das ist so drüber, da braucht man schon überhaupt gar nicht erst anfangen, sich drüber gedanken zu machen.
147. GD 22. Oct. 2008 – 09:43
das ist genau der betrag, der in meiner renten-mitteilung stand. 300. absofuckingsurd.
148. ls 22. Oct. 2008 – 09:47
na da hast du es besser als ich. ich muß noch 24 jahre einbezahlen, um 300 zu bekommen (wenn die firmen nicht grad pleite gehen). du hast sie schon sicher.
bis dahin ist brandenburg so menschenleer, daß wir für 2,50 ein schönes altes bauernhaus kaufen, selbst die nazis sind zu alt und wackelig oder von den wölfen gefressen, um uns zu ärgern, und 2x im monat trampen wir zu dussmann, um uns neue dvds zu kaufen, ansonsten ernähren wir uns von selbstgezogenen kartoffeln und unseren puten, wenn sie dann an altersschwäche sterben.
149. GD 22. Oct. 2008 – 09:50
aber filme sind doch dann eh gratis im netz, so dass wir bei dussmann nur bücher klauen müssen, erwischt werden und im knast nehmen wir uns dann die jungen dinger unter der dusche vor. geht doch. ich kann wieder lächeln.
150. ls 22. Oct. 2008 – 09:53
auja, das ist doch ein plan!
sag mal, müssen wir mit dem dussmann-bücher-klauen-knast-junge-dinger-plan warten bis wir 65 sind, oder können wir den teil nicht schon mal vorziehen?
151. GD 22. Oct. 2008 – 09:55
lass uns auf alle fälle noch vor der arbeit verhaften lassen. wenn ich überlege, was ich an mikrowellengerichten spare, wenn wir einsitzen! und ich könnte noch ne ausbildung zum gärtner starten oder couturier!
153. ls 22. Oct. 2008 – 09:57
vielleicht haben die auch noch den echten leim zum tütenkleben!!!!
155. GD 22. Oct. 2008 – 10:04
sniiiiiiiiiiiiiifffffffff!!
157. ls 22. Oct. 2008 – 10:04
mach so-fort den staubsaugerbeutel wieder zu!
159. GlamourDick 22. Oct. 2008 – 10:08
zu spät. schon leer.

Mehr Wonne!

So gehts nicht, die Welt braucht mehr Wonne!
Diese miese fiese kleine Einteilerei, Zuteilerei, das geht nicht mehr – weg mit dem Wonnemonat, wir wollen Wonnejahre!
Wonne, Delight, Bliss, Überfluß, Joy, Genuß, Lust, Wohlsein!
Nicht eine einzelne (zugegebenermaßen leckere) Flasche Wein, nein, 37, alle lecker, alle angetrunken.
Im spätsommerlichen Sonnenlicht reife blaue Pflaumen frisch vom Baum in sich reinstopfen, und hinterher noch Pflaumenkuchen mit Sahne!
Ein Festgelage im Kerzenschein mit mindestens 25 leuchtenden Gesichtern, kein Stehbuffett mit Fingerfood! Unendliche feinste, leckerste, sündige Delikatessen!
Kein lustloses Herumgestochere in den blauen Seiten, nein, mindestens 12 nackte Männer mit Lust im Blick!
Kein Blick auf morgen, nein alles hier und heute und im Überfluß und ohne Besinnung!

Oder finden Sie das übertrieben? De Trop?
augustaluise1
Ich finde es angemessen! Mehr ist mehr!

Jakob mein Rabe

Raben heißen immer Jakob, außer wenn sie Krabat heißen. Das muß man nur wissen. Only the one who knows your name can call you home on a wild stormy night.

Jedenfalls, meiner hörte auf Jakob.
Am Tag nach dem Tod meiner Schwester hörte ich meine Mutter, die beim Fensterputzen war, entsetzlich schreien – ich eilte herbei, ein riesengroßer schwarzer Vogel (Raben sind 60 cm lang und haben 1,20 Flügelspanne) versuchte, sich auf ihre Hand zu setzen. Meine Mutter dachte, der Leibhaftige wäre gekommen, um sie abzuholen.

Weil ich ja seinen Namen kannte, konnte ich ihn ablenken und zu mir rufen – wir freundeten uns an. Ich brauchte nur “Jakob” zu rufen, und ein gewaltiges Flügelrauschen erklang, und ein riesengroßer schwarzer Vogel mit einem mächtig gefährlichen schwarzen Schnabel setzte sich auf meine Schultern, manchmal auch ungerufen.
Das paßte natürlich hervorragend zu meinem Styling als angehender Aushilfsgrufti, und sorgte in der Kombi auch zu einem großen Hallo auf der Beerdigung meiner Schwester, als Jakob sich an ihrem Grab solidarisch auf meine Schulter setzte.

Jakob hatte ein freundlich-witziges Gemüt, und er liebte es, mir – für ihn scherzhaft, für mich schmerzhaft – mit seinem Riesenschnabel in die Ohren zu kneifen, und meine Schultern hatten rote Striemen von seinen Krallen. Um meine Augen hatte ich aber die meiste Angst dabei.
Man konnte sich hervorragend mit ihm unterhalten, intelligent neigte er seinen Kopf zur Seite und schüttelte ihn mißbilligend an den richtigen Stellen. Wenn ich zu larmoyant wurde, und das war ich damals schon oft, reichte es ihm und er flog einfach wieder weg.

Was ich an Raben schon immer mochte, ist ihre mißbilligende Einschätzung der menschlichen Rasse – sie rufen immer “Paaack”, wenn sie fliegen – in meinem Heimatdialekt bedeutet das etwa “Drecks-Pack”, was sie den Menschen unten nachrufen – das gefällt mir.

Leider besaß Jakob auch ein ziemlich materialistisches Gemüt, gerne flog er in Fenster, wenn die Nachbarn ihre Zimmer lüfteten, und stahl alles was glitzerte, um es dann in einen eigens ausgewählten Schatzbaum in unserem Garten zu drapieren.
Das mißfiel den Nachbern leider auf Dauer sehr und so riefen sie den Förster, der meinen Jakob einfing und ein paar Dörfer weiter deportierte – und das war dann das Ende meiner Freundschaft mit Jakob, meinem Raben.

Himmelblauer Drachentag

So ein Tag wie heute ist für mich wohl der wunderschönste, himmelhoher himmelblauer Himmel, ziemlich kühl im Schatten und noch sehr warm in der Sonne.

Man möchte in einer weiten Landschaft stehen und Drachen steigen lassen, oder an einem Kartoffelfeuer sitzen, und sich die Lippen an heißen verkokelten Kartoffeln verbrennen.

Noch zu früh, aber durch Laubhaufen stampfen, und die bunten Blätter in die Luft werfen. Den Duft atmen.
Frühnebel auf Tälern im Mittelgebirge

Blaue und lila Herbstastern, noch mit Tau bedeckt, leuchten vor braun gewordenen Gräsern, und der strenge Verwesungsgeruch verblühter Dahlien im Garten.

Ach, ich bin wohl doch ein deutsches Herbstkind.

Du erinnerst mich an…

Das Schönste, was ich in den letzten Wochen gesehen habe, waren die sehr geröteten und übernächtigten Augen eines Freundes, der anscheinend die ganze Nacht mit intensivem, grundguten, animalischem Sex verbracht hatte.

Der Ausdruck um die Augen, das Verfickte, das Nachstrahlen des besinnungslosen Genusses, und das völlige Fertigsein – hatte ich fast vergessen, das.

Schwedische Hochzeitsimpressionen

pussy
(genug Katzencontent für die nächsten 5 Jahre in einer schwedischen Kinderlandverschickungsdusche)

– Buddhistische Hochzeitszeremonien sind wesentlich entspannter als christliche. Auch wenn man nix versteht, da auf schwedisch mit französischen Untertiteln. Ommmh-Brummm-Klingel-Dong-oomh-Brabbel.

– Den Preis für die längste Anreise hatte die reizende Adelaide, die für 2 Tage aus Bangkok anreiste (ich hab ihr einen halben Heiratsantrag gemacht) und der Bräutigamsvater aus Kalifornien. Nationalitäten anwesend auf der schwedisch-französischen Hochzeit: Schweden, Franzosen, Deutsche, Belgier, Inder, Australier, Dänen.

– Homosexuellenquotient unter den Deutschen: 75%, ansonsten: 0%, Kinderanteil der Hochzeit: 40 von den 100 Gästen waren Kinder. Reizende Kinder.

– Meine Seele leuchtet in Schweden viel besser als hier.

– Alle Ehemänner werden irgendwann sehr zutraulich und erzählen ganz offen sehr viel Intimes, sie können ja auch sicher sein, daß das am nächsten Tag das Land verläßt.

– Die Ehefrauen tun das gleiche, allerdings einzeln und nicht zusammen mit ihrem Ehemann.

– Einige der jungen Erwachsenen konnten sich noch an meinen letzten Besuch erinnern, vor 15 Jahren. Da waren sie 4 oder 5.

– Der Mund von Jeanne Moreau war auch da. Zu Gast an einer Tante des Bräutigams.

– Morgens um 4 am Lagerfeuer kommt immer die obligatorische Fragerunde der Männer, was sie schon immer von Schwulen wissen wollten, sich aber nie getraut haben zu fragen. Ich habe sie dann überzeugt, daß sie alle auch ein Stück weit schwul sind. War aber auch einfach, die meisten waren ja Buddhisten.

– Wahrscheinlich der Grund, warum mich alle so liebten. Sie wollten bestimmt meinen Buddhabauch streicheln, von wegen Glücksbringer.

– Heten haben defnitiv andere Schönheitsmaßstäbe. So breche man auf keinen Fall dem hübschen Franzosen namens Raoul die Nase, wenn er ganz stolz ein heimlich gemachtes Foto von mir vorzeigt, wie ich nach einem Bad in der scheißkalten Ostsee nackt auf einem Stein am Ufer sitze. Ich sage “Oh, Buddha”, er sagt “Kleine Meerjungfrau, Kopenhagen.” Man muß auch andere Meinungen gelten lassen.
Ich hätte vielleicht auch mehr auf ihn eingehen sollen, als er fragte, ob ich Sex mag, so an sich.

– In Schweden stört es keinen, wenn man zum Buffet durch strömenden Regen muß. Man sollte aber aufpassen, daß man nicht auf die Kinder tritt, die in den Pfützen spielen.

– Es ist nach ein paar Stunden auch pottenegal, wo jemand herkommt, man unterhält sich dann eh mit allen in einem Englisch-Schwedisch-Französisch-Gemisch, paßt für alle.

– Wenn man morgens aufwacht,weil das ganze Haus vibriert und brummt wie ein Bienenstock, dann ist das kein Grund zur Sorge, sondern das Chanting der Buddhisten.