Category Archives: gutes tun

die spirale der gewalt dreht sich

Gewalt erzeugt Gegengewalt, ganz klar.

Herr Glam kämpft mit Hell-is-Alice, die seine ein-und ausgehenden Daten versucht, in Isohaft einzusperren, und droht mit uneingefettetem Modem.
Herr Lucky kämpft neben einigen anderen Frustrationen jedesmal mit seinem Magen, wenn er sein armes von diesem Prollrapper geschändetes Auto aus dem Bürofenster sieht.

Das Gewaltpotential ist hoch, die Aggro hängt unter der Decke.

Und dann sind da diese Anstreicher außen am Büro, die häßliches Grün an die Außenwand schmieren sollen, aber jedesmal vor männlicher Erregung fast vom Gerüst fallen, wenn ein weibliches Wesen den Hof betritt. Primaten werden nachgeahmt, und so manche arglose Frau muß sich auf dem Weg zum Eingang mehr Explizites anhören, als sich ein eventueller Partner jemals trauen würde. Dabei scheint es egal, ob sie 12 oder 92 ist. Müssen Coupé-Leser zu sein, bzw. werden sie sich kapazitätsbedingt wohl nur die Bilder angucken.

Jedenfalls, die beiden Gerüstaffen betreiben ebendort ein elektrisches Gerät, welches per Verlängerungskabel unten im Hausflur angestöpselt ist.
Da ist es doch für Lucky und Glam ein leichtes, gelegentlich mit dem Aufzug kurz runter und wieder rauf zu fahren, und unten ganz anonym den Stecker zu ziehen. Machen die bei Alice doch ganz genauso.

Der Schaden ist, mal abgesehen von zwei beim Klettern von 4 Stockwerken fluchenden Anstreichern, ansonsten gering, aber der Erheiterungsfaktor bei unseren beiden Helden des Alltags im Vergleich doch sehr groß, und so manches angestaute Frusthormon löst sich in Gelächter auf, bevor es zum Amok-Gen mutieren kann.

Früher haben wir in den Schulen ja auch mehr Streiche gespielt, bevor es Waffen gab.

Janz schön wat los im Dorf!

Süß!
Herr Lucky fährt nach getanem ersten Arbeitstag schön eingelullt vom belgischen Mädchenchor (Sie ‘abön uns ein Denkmol gesätzt) nach Hause in seine Straße ein und ist in Gedanken schon bei seinen Spaghetti Bolognese mit viel Extra Chili, und Schwupps! ist er rundum von blaublitzenden Bullenwannen und schreienden Menschen umgeben.
Irgendwie wurschtelt er sich durch, parkt und geht mal gucken – man ist ja schließlich auch neugierig.
Eine Horde von aufgebrachten sweeten Mittzwanzigern steht – obligatorisch mit Bierflasche in der rechten Hand, man hält ja auf sich – eingekesselt von Bullenwannen und bewegt sich nicht.
Nach und nach lösen sich einige aus der Masse heraus, und man erfährt, daß man einen unerlaubten Konzert-Gig versucht hat, anscheinend im U-Bahnhof Schlesische Straße, was ja auch eine hübsche Idee ist, finde ich.

Die Poliziei informiert die sich zögerlich auflösende Menge über die Rechtslage (Hausfriedensbruch, Versammlungsdings und wasweißich) und bittet, nicht mit leeren Bierflaschen zu werfen.
Schade, die BVG könnte doch enorm an Coolness profiteren, wenn sie sowas mal zulassen würden. Die Kids werden sicher noch ne kleine Party haben, irgendwo, wenn sie die Wannen abgewimmelt haben. Könnten doch einfach so tun, als hätten sie’s nicht bemerkt, tun sie doch sonst auch.

Ach, schon schön, hier in Kreuzberg zu wohnen. Nur schade, daß ich vom Konzert nix mitbekommen habe, die Leutchen sahen nett aus. Hoffentlich zünden sie mein Auto nicht an.

Und aktueller kann so ne Blogger-Berichterstattung auch nicht sein.

Edit: Erster war ich schonmal, aber andere waren später kompletter: es handelte sich wohl um einen Werbegig einer jungen Rappergruppe namens K.I.Z. und war wohl auch angekündigt, u.a. im Tagesspiegel. Schade eigentlich. Andererseits hatten die Leutchen auf der Straße eine nette Party und so war das Bullenaufkommen wohl wie so oft etwas und ziemlich übertrieben – ohne wärs jedenfalls wohl kaum eskaliert, zumal sie die Menge eh schon aus dem UBahnhof auf die gegenüberliegende Grünfläche begeben hatte.

lifesavers

All families are psychotic.
Douglas Coupland

Es ist seltsam, fast beunruhigend. Es scheint eine geheime Absprache zu geben, mich nicht zu nerven. Ich mußte noch nicht einmal meine Stimme erheben. Sogar ausschlafen läßt man mich, und meine ersten beiden Tagesstunden läßt man mich auch in Ruhe, bis ich auf Betriebstemperatur bin.

Gelegentlich bilde ich mir ein, man beobachte mich aus dem Augenwinkel. Angelegentlich fragt man nach, wie es denn in der Therapie voran gehe. Und ob man denn auch drin vorkomme. So als ob ich einen großen ZDF-Enthüllungsroman-der-Woche mit Klarnamen in Arbeit hätte.

Oops, da kommt meine Mom um die Ecke. Sie will ‘nur mal wissen, wie das Internet aussieht. ‘Bist du das da oben rechts?’ ‘Wie kommst du denn auf die Idee?’

Es muß die Ruhe vor dem Sturm sein, auf alle Fälle hochverdächtig.

Damit konnte ich nicht rechnen.
Aber ich bin gewappnet, für die Fälle der Fälle.

Ui, eine Sommer-Aushilfe bei der Post. Sonnenverwöhnte Locken, Shorts, die seine braunen Beine zeigen, und ein leichtes, an der Brust weit geöffnetes Poloshirt. Surfer-Wochen bei der gelben Sau. Ich sollte mal öfter Postkarten schreiben.

Ich habe alle meine Lifesavers dabei:
Den Rechner, für die kurze Flucht ins Netz.
Das Auto, für die Androhung plötzlicher Abreise.
Harry Potter 6 + 7, zum Ablenken.
Bier gibts hier ja eh genug und umsonst, aber ich habe beschlossen, in der Hinsicht etwas kürzer zu treten. Klappt ganz gut, bisher.
Zichten sowieso, und aus ‘Rücksicht’ gehe ich gerne nach draußen rauchen. Was ziemlich oft vorkommt.

Und für alle Fälle habe ich für die Feier am Sonntag noch eine alte E gefunden und mitgenommen. Sie können sich nicht vorstellen, welch Hilfe eine gut dosierte Viertel E beim Konversieren, Freundlich- und Höflichsein im Kreise der Verwandtschaft sein kann.
Und das ist kein unerlaubtes Doping – so wie die meisten von denen gucken, sind die selbst reichlich mit Psychopharmaka versorgt. Es ist lediglich eine Maßnahme zur Chancengleichheit.

runde sache – ich bin dann mal wech

Wie die werte Leserschaft bemerkt hat, war der Herr Lucky in den letzten Tagen unleidlich. Das ist kein Grund zur Sorge, das ist er immer, wenn er verreisen muß. Und vergeht spätestens, wenn er wieder da ist.
Freudvoll macht er sich nun auf, um über 700 km Autobahn zu fressen, damit er den runden 80sten Geburtstag der Matriarchin feiern helfen kann.
Am Sonntag mit dabei sein werden über 50 der überflüssigsten nahestehendsten Verwandten, die Herr Lucky zum Teil seit 20 Jahren, also über die Hälfte seines Lebens, nicht gesehen hat. Ob sich einer traut, zu sagen, ich sei aber groß geworden?

Immerhin hat er im inneren Ringkampf eine Position gefunden, die ihm trotz des schlechten Timings zwischen Therapiethema und Kalenderanlaß hoffentlich erlauben wird, den Anlaß tatsächlich gebührend zu feiern:
Eine großartige Frau wird 80, eine Frau, die viel überstanden und alles gegeben hat, die ihr Leben trotz allergrößter Widrigkeiten immer mit großer Würde geführt hat, und sicher eine der monolithischsten Persönlichkeiten ist, die ich kenne. Die nicht nur ihren Sohn deutlich geprägt hat, im Schlechten wie im Guten. Und da gibt es viel Gutes. Und wenn man auch über das eine traurig und wütend sein kann, so kann man doch für das andere dankbar und liebevoll sein.
Ich hoffe sehr, daß ich mithelfen kann, daß es ein schönes großes Fest für sie wird.
(und daß trotzdem genug absurde Geschichten für hier abfallen…)

ich bin

Ich bin,
und plötzlich fällt mir ein:
Es ist was ganz Besonders
zu sein!
(MIA.)

herz

In der Abteilung ‘Man kann ja auch nicht immer jammern und schimpfen’ dieser kleine bescheidene Beitrag.
Die Illustration stammt aus der Reihe ‘Was Sie schon seit Jahren irgendwo in der Wohnung hängen haben, aber schon lange nicht mehr wahrnehmen.’
Welcher Verflossene mir das da hin geklebt hat, weiß ich gar nicht mehr. Aber ist auch komplett wurscht, der Mann ist weg, das Herz bleibt hier!

rituelle demütigung

ist schon was Feines.
In diesem Blümchenblog wird es als rituelle Selbstdemütigung ja ganz gerne hier und da mal eingesetzt. Erhöht die Fiktionalität. In Wirklichkeit ist der Herr Lucky ja Anfang 20, schlank-muskulös und groß gewachsen, Nichtraucher und Teetotaller, auch sonst von asketischem Lebenswandel und immer gut gelaunt, wie alle wissen, die mich bisher live getroffen haben.

Aber auch bei uns in der Firma hat es sich prima durchgesetzt, wenn der werte Kollege X gerne mit ‘Na, Mops!?’ begrüßt wird. Setzt sofortige Entspannung frei, da der Punkt ja nun auf dem Tisch ist und nicht mühsam umschifft werden muß. Der rosa Elefant kann benannt werden.
Andere Kollegen, schmerzhaft dürr, werden mit einem herzlichen “Iß doch mal was!” empfangen. So fühlen sich alle gut umsorgt.
Eine heitere liebevolle Atmosphäre, die Älteren mobben die Jungen, die Dicken die Dünnen, und umgekehrt, die Schwerhörigen werden liebevoll ‘Täubchen’ genannt, der niedliche kleine Admin entert das Büro zum Ruf “Hat wieder jemand die Katzenklappe aufgelassen!?” und meist gibt es ein erklärtes Ziermobbing-Opfer der Woche, der oder die kriegts dann von allen. Ohne Rücksicht auf Verluste. Aber immer persönlich.
Hach, wie Disneyland, meine kleine Welt.

Suchanfrage des Tages (habs grad passend): Liegefalten Gesicht

erstaunlich

wie man an manchen Tagen 8 Postings machen könnte, und an anderen so rein gar nix geht. Völliges Zen.
Also: Hier passiert heute gar nix. Nicht mal Amok oder sowas.
Machen Sie doch was Schönes, fahren Sie an den See, das reicht auch sogar noch nach der Arbeit, oder spritzen Sie sich einfach mit dem Wasserschlauch ab.
Viel Trinken nicht vergessen, und nicht nur den lecker Rosé. Machen Sie zur Not wenigstens ne Schorle draus.

Enjoy!

tiger

unheimlich

Seltsam, ganz seltsam. Wohin mit mir und meinem Streß?
Where am I going, and what will I find, um es mit Sweet Charity zu sagen?
Sind das meine Hände, meine Füße, ist das mein Bauch?
Muß ich ‘es’ füttern und waschen?
Auch wenn ich nirgendwo hin muß?

Ausnahmezustand im Hause Lucky:
Ich habe eine Woche Urlaub.
Und ich kann mich nicht erinnern, wann das schon einmal vorgekommen ist, ohne daß ich verreise oder doch heimlich ins Büro gehe. Jedenfalls nicht in diesem Jahrtausend.

Wir bitten, die Postings in diesen Tagen auf seltsame Äußerungen zu scannen und zur Not ein kleines Sondereinsatzkommando zu schicken.