Category Archives: gutes tun

Ein Weihnachtswunder

Komme grade vom Weihnachtsgeschenkemarathon zurück: sechseinhalb Stunden (!) durch Kackstadt, Laschaffotte, Hogendobel, Dissmann, Saufhof, um nur einige zu nennen. Bin komplett erschöpft, habe aber so halbwegs für jeden irgendwas, immerhin 12 Menschen. Rabiat bin ich nicht geworden, niemand wurde aus demWeg getreten,geärgert habe ich mich nicht, kein Attackenganzkörperschweißausbruch, nur dicke Füße und weher Rücken. Aber ein, zwei, drei ein wenig von dem geschenkten Champagner wird sicher drüber hinweg helfen.

Morgen dann wie immer die fast 800 km auf die Autobahn, ein Alptraum, zur Sippschaft. Mitgeboren, mitgeschoren.

Etwas ist dieses Jahr anders: beim weihnachtsvorbereitendem Gespräch mit dem nur fünf Jahre jüngeren Neffen, der weiß Gott ein noch heftigeres und unentspannteres Verhältnis zur Familie hat (zwei Selbstmordversuche z.B.), sagte er, daß er sich aber doch auf Weihnachten freue, wenn dann alle einmal im Jahr zusammen sind.
Irgendwie hat mich das gerührt, und vielleicht hat er ein wenig recht.
So ein klitzekleines Bissel ist es diesmal für mich okay.
Gott, ich werde alt, ich werde weich.

gesunde ernährung zerstört rechtschreibung

Wenn ihr euch manchmal wundert, wenn hier Buchstaben verdreht stehen oder auch welche fehlen, dann liegt das an meiner gesunden Ernährung.

(Ja, ich weiß, mit diesem Geständnis zerstöre ich meinen mühsam aufgebauten unguten Ruf)

Aber es ist nun mal so: wenn man Knäckebrot mit Laptop auf Schoß frühstückt, dann krümelt das sehr, und eben diese Krümel verstecken sich am liebsten in der Tastatur. Besonders hartnäckig unter der Leertaste. Die dann untendrunter eher voll ist. Ürgs.

So, jetzt isses raus,

an die neuzugänge

der letzten zwölf Monate:
Lesen Sie doch ruhig auch mal das alte Zeuch, wenn Ihnen hier langweilig wird.
Da waren nämlich auch ein paar nette Sachen bei, wie z.B. der heutige Eintrag von vor 2 Jahren.

krankheit als weg

Nun gönne ich mir also einen Krank-Tag und gebe mich pudelwohl in mein Elend. Kann ungeniert husten, niesen, schneuzen, eine Pyramide aus Taschentüchern aufbauen, und wenn die Knochen weh tun, drehe ich mich eben in eine andere Position.
Während draußen ein goldener Oktober tobt und in mein Zimmer scheint.
Soll mir keiner vorwerfen, ich würde mich nicht gut um mich kümmern. Gottseidank hatte ich am Wochenende einen meiner seltenen Shopping-Anfälle bei Amazon und habe einen großen großen Stapel Filme hier zu liegen.

Hach, was gehts mir schlecht!

in the mix

Manchmal ist es ja wie bei einer Einladung: Erst die geschickte Gästezusammenstellung macht einen gelungenen Abend (nicht daß das bei mir oft klappen würde, bin nicht so ein versatiler Gastgeber.)

Jedenfalls, die neue Annie Lennox kann ich mir nicht am Stück anhören, zu viel gepreßte Schwermut mit zu viel gepreßter Stimme, ein paar wunderschöne, auch ein paar ärgerliche Songs dabei (singt sie wirklich auf “Womankind” in echt “Rhubarb”? Dann wäre es sicher eins der ersten Lieder, in denen Rhabarber vorkommt.)

Per Zufall über die ‘Zuletzt hinzugefügt’-Funktion aber im Mix mit der neuen CD von Roisin Murphy paßt es phantastisch. Miss Murphy in ihrer ganzen Kühle und gewollten Unsympathie (oder fühle nur ich das?) bietet einen hervorragenden Gegenpunkt. In der ganzen Disco-Prächtigkeit gefaäält mir besonders “Cry Baby” mit einem original High-Energy-Sample von Divines “Shoot your Shot” oder sowas.

Jedenfalls spielen die beiden herben Damen schon den ganzen Nachmittag hervorragend miteinander in diesem meinem kleinen sonnendurchfluteten Wohnzimmer.
(In dem heute zum ersten Mal seit vier Wochen die armen Pflanzen gegossen wurden, aus lauter Bewegungsdrang.)

P.S. Alte Mädchen

Miss Deborah Harrie, Miss Blondie, hat auch ne neue Platte. Sie, die so begnadet auch noch in vielen Filmen mitspielt (unbedingt Mein Leben ohne mich gucken!), It-Girl des CBGB, narkotische Sirene der späten 70er und frühen 80er, und immer noch und zu jeder Zeit und vor allem: eine Lady, eine coole Sau.
Ich sach nur: Atomic!
Und werde vom neuen Album berichten, sobald ich sie habe.

so here’s the plan

Erstmal vielen vielen Dank an alle für die Tips, Entrüstungen und Ermunterungen, die haben in mir erst den Geist geweckt, das Ding anzugehen. Wie folgt:

1. Gleich mal morgen früh die Sachbearbeiter erwischen, Wenn die stur sind, deren Abteilungsleitung. Wenn die stur ist, deren Vorgesetzte. Denn:

Das ist eine Sache, die auf Sachbearbeiterebene entschieden wird. Weswegen man dort auch so komplett ausgeliefert (pardon the pun) ist. Rechtswege sind so gut wie ausgeschlossen, und gutmenschliches Argumentieren interessiert nicht, wenn sture Sachbearbeiter sich auf Paragraphen zurückziehen können. Und die Sachbearbeiter können nun mal einfach entscheiden, ob meine Argumentation, daß ich genau DIESE Mitarbeiterin brauche, und nicht ein Gesicht aus dem millionenfachen Heer von Arbeitslosen, aussagefähig ist. Oder nicht.

Die Fehler im System: Der Ausländer hat ein Recht auf Prüfung dieser Eingabe. Weder der Umstand, daß die Sachbearbeiterin sich mehrfach geweigert hat, die Unterlagen anzunehmen, noch das willkürliche Entwerten des gültigen Visums sind Umstände, die die Mitarbeiter vor Ort mit Ruhm bekleckern.

Das ist dann auch der Hebel, mit dem ich bei Vorgesetzten oder Amtsleitung operiere.

Wenn das nix nützt:
2. Politik und Presse angehen, vor allem über die nichtlegalen Handlungen des Amtes, denn so eine Eingabe kann ja nun mal abgelehnt werden, wenn sie nicht genug nachvollziehbar ist. Dazu werde ich euch, wenn nötig, auf eure Kontakte ansprechen.

Update:
Auf allen 3 Durchwahlen, die ich habe, geht seit 9:30 keiner ran. Nee, ist klar.

that’s what friends are for

Moin liebster Lucky,

hier ist der Link zum Osteopathen. Einen Termin solltest Du dann bei XX machen, bei dem war ich auch.
Bedenke falls Du hingehst, dass man sich dort bis auf Unterhosen und Socken entkleiden muss (ich hab zumindest in meinem Sortiment auch diverse Teile, die ich nicht herzeigen möchte;-)). Erster Termin ist 75,-€, die Folgetermine 60,-€…

Mir hat es sehr geholfen und ich finde es außerdem angenehm und nett dort.

Kuß
A.

Sie sorgen sich um einen und geben wichtige fürsorgliche Hinweise 😉 Nicht, daß ich mit dreckigem Schlüpper beim Osteopathen erscheine, gacker

letzte insel vor dem moloch

Überwindung hats gekostet, monatelanges Zaudern verdoppelte den Flugpreis, aber weise und vorausschauende Freunde haben mir zumindest schon mal die Bettstatt in reizender Umgebung mit Sau, Hunden, Katzen geblockt. Ein neuer Nackthund soll auch dazugekommen sein, dessen Häßlichkeit durch einen schönen Charakter ausgeglichen sei.
Das hört sich nach passender Gesellschaft an für mich, außerdem gibt es ja noch Mowgli, den weltgrößten Hund mit dem Gemüt eines Meerschweinchens. Ein Hund wie ein Haus.
Und natürlich Kai und Silke und Andy.
Mich muß man ja meist zu meinem Glück zwingen, und wenn ich dann erstmal da bin, bin ich dann auch froh. Und hinterher glücklich, daß ich da war. Nur vorher – das war schon mal ein Trennungsgrund. Herr Lucky ist nunmal nicht gerne woanders, außer wenn er dann tatsächlich woanders ist.
Den Ausschlag aber hat das Wetter hier gegeben und die alptraumhafte Arbeitsbelastung, die die nerven blutig reißt, noch bevor die Saison überhaupt erst richtig losgeht.
Also: Von Samstag bis Samstag läßt Herr Lucky sein orangenes Sofa und den blauen Bürostuhl im Stich und ist stattdessen auf Ibiza zu finden, an Stränden, in Strandbars oder einfach ganz faul auf der Terrasse umgeben von -zig Hunden, Katzen und Amanda, dem Hausschwein. 27 Grad!

feet

last night a zombie saved my life

Der Tag gestern hielt, was der Morgen versprach. Schön, wenn man sich auf etwas verlassen lann.
Lucky war nicht in der Lage und Laune, sich etwas bieten zu lassen, und siehe da: Sätze wie ‘Ich fürchte, dann müssen wir unsere Zusammenarbeit beenden’, ‘Das geht nicht und das mache ich nicht’, ‘Was glauben Sie denn, daß wir das hier umsonst machen?’ wirken magisch in Sachen Kundenbindung und Kundenwillensbildung.

Dennoch, so zu sein, macht nicht glücklich.
Die Erlösung kam dann abends mit 28 Days Later, einem wunderbaren gewalttätigen aber intelligenten Zombieslasher aus 2003 (die aktuelle Sequel kann man sich glaub ich sparen). 2 Trailer hier
Besonders bestechend sind die unglaublich spukig-schönen Bilder von einem menschenleeren London oder auch einer paradiesisch unbewohnten englischen Landschaft im Kontrast zu den wirklich wirklich krassen Action-Szenen, die nichts für schwache Gemüter sind. Aber ausgezeichnet zur Psychohygiene nach Tagen wie diesen taugen.
Besonders faszinierend wie meist das Gesicht von Cillian Murphy, mit seinen weichen weiblichen Zügen, die irgendwie ins Seltsame, gar Abstoßende abgleiten, truly sickeningly beautiful. Dem Mann kann man auf ewig zuschauen, ich empfehle dazu u.a. auch Red Eye für einen spannenden Abend.