Category Archives: confessional pottery

Gelogen

Haben Sie bemerkt, daß ich Sie bereits angelogen habe? Hab ich. (…)
Aber ich lüge auch so. Es macht mir Spaß. Streng genommen sind es keine Lügen, nur ein bißchen ‘coloratura’. Wie beim Ausmalen von Malbüchern, es macht meine Geschichten bunter.
Manchmal habe ich sogar den Eindruck, coloratura und Übertreibungen kommen der Wahrheit näher als die reine Wahrheit.

So schreibt die formidable Isabelle Rosselini in ihrem autobiografischen Buch “Some of Me”, charmant und plaudernd.
Zum Beispiel lügt sie, daß ihre Mutter Ingrid Bergmann 4 Oscars bekommen habe, nur weil es sie ärgert, daß Katherine Hepburn mit 4 Oscars den Rekord hält, und nicht ihre Mutter.
Oder sie erzählt die Geschichte, wie Paloma Picasso ohne Widerrede das falsche Haus als Picasso-Museum eingeweiht hat, weil die Stadt aus Versehen das Nachbarhaus anstelle des echten renoviert und hergerichtet hatte, und weil sie es eh viel passender fand.

Und so halten wir es auch hier.

Schamlos (oder: es stinkt)

(nein, nicht noch ein Beitrag über Charlotte Roch, ich habe der Diskussion nichts hinzuzufügen)

Gestern hab ich mich aus Gründen mit einem Blog eingehend beschäftigt. Gründen, die der Herr Glam zu gegebener Zeit sicher lüften wird.

Jedenfalls, ich habe mich durch den Blog gearbeitet und war höchst enthralled, auch wenn ich nur bis zum September 2007 gekommen bin: Witzig, poignant, auf den Punkt, kurze klare Sätze oder lange Klagen. Mit Person (oder Persona?). Mit Haltung und Meinung, aber komplett trivial.
Und auch und manchmal vor allem: Geniale Kommentatoren, die dem Ganzen etwas dazugeben, und oft den Artikel erst in Schwung bringen. Wie hier z.B. Mr. Glamourdick:

“lumbago hört sich ganz gemein an. wie etwas, was man am ballermann alten frauen als cocktail andrehen würde.”

So solls wohl sein, das Bloggen. Ich hab mich amüsiert wie Bolle jüngst zu Pfingsten.

Welcher Blog das war? Jetzt ist die Stelle, wo’s peinlich wird: es war dieser.

Puh, kann mal jemand lüften? Bitte? Dringend?

Sex Dwarf

Menschlich war er ja grottenhaft unsäglich, das ging gar nicht.

Aber in einem Punkt vermisse ich ihn auch nach all den Jahren noch:
Keiner konnte sich wie er beim Sex vergessen, der pure Trieb, das nackte Begehren, der reine Genuß, besinnungslos, schmutzig und komplett erdenfern.
Und mich dabei mitreißen.

Ein Schwein halt, durch und durch. Soundso.

17 Millimeter

… und wenn wir schon dabei sind, können wir auch gleich noch die Fotokiste durchsortieren.
Macht jetzt auch keinen Unterschied mehr. Leider ist der Campari-O jetzt alle alle. Britt?

On the Upside: bis auf 1 (na gut, anderthalb) sahen alle meine Exe wirklich gut aus. Die würde ich alle wieder nehmen.
Und, so im Retrospekt, sah ich selber früher auch wirklich gut aus, fast scharf.
Schade, daß ich es damals nicht gemerkt habe.

Daß es gut war, wie es war,
das weiß man hinterher,
daß es schlecht ist, wie es ist,
weiß man gleich.
17 Millimeter fehlten mir zu meinem Glück
und schon warfs mich meilenweit zurück

Schnauze, Hilde, hast ja Recht.

Giftschrank

Kardinalfehler.
Beim ersten Kaffee rief der Kramschrank danach, geräumt zu werden, eifersüchtig wegen der Aufmerksamkeit, die der Kleiderschrank bekommen hatte.
Nun muß man wissen, daß ich persönliche Schnipsel niemals wegwerfe, die kommen in einen Schuhkarton, der, wenn er voll ist, unbesehen fest zugeklebt wird und weggestellt wird. Früher war das einer für ein oder zwei Jahre, der aktuelle hält schon über 10 Jahre vor, weil nicht mal ich so bekloppt bin, meine Emails auszudrucken und dort abzulegen.

Unbesehen, das war das magische Wort. Durchgucken, der Kardinalfehler. Don’t mess with your Giftschrank.
Ermunternde Post von Absendern, an die ich mich nicht erinnern kann. Einladungen von mittlerweile Toten, die ich nicht wahrgenommen habe. Thus quoth the Raven: Nevermore! 50 Euro auch, in einer Geburtstagskarte. Fotos, auf denen ich mich selbst kaum erkenne.

Und die Kopie einer Karte die ich wohl mal jemandem geschickt habe, aber ohne Adressaten, und ohne Jahr. Ich weiß nicht mehr wem und wann und aus welchem Anlaß:

Mein Lieber!
Bedenke: Die Liebe mag zwar daherkommen wie ein Schmusekätzchen, in Wirklichkeit aber ist sie ein gefährlicher Panther. Sie ist schön, geschmeidig, warm und einfühlsam, ihr Fell glänzt.
Aber man muß damit rechnen, daß sie manchmal unerwartet Wunden schlägt oder auch mitten ins Wohnzimmer auf den Teppich kackt.
Das muß man wissen.
Und sich dann wieder dafür entscheiden.
XXX

Da mußte ich kurz bei einem Campari-O (courtesy of Brittbee) innehalten.
Und gleich wird der Karton ganz ganz fest zugeklebt.

nah bei mir

Na, haben Sie sich gelegentlich gewundert, daß dies Blog so persönlich und echt scheint, fast so, als würde man mich kennen?

Ich verrate Ihnen jetzt mal den Grund: ich blogge hier morgens immer komplett ungeduscht, verwarzt und verquarzt, mit ungeputzten Zähnen, verklebten Augenlidern und Haaren und Krümeln an den Fußsohlen, im Sommer gar auch noch weitgehend nackt.

Ach, so genau wollten Sie es auch wieder nicht wissen? Pech gehabt, jetzt wissen Sie’s. Das haben Sie jetzt davon. Hrhr.

Edit: Entwarnung! Ich stinke aber trotzdem nicht. Ein Mensch mit schöner Seele riecht nicht schlecht, von sich aus.

Auf’n Sack

Manchmal gehe ich mir selber ganz schön auf den Sack mit meinen gesammelten Selbstbespiegelungen und Irrelevanzen hier.

Nur, daß Sie das wissen, wenn Sie hier mal genervt sind. Geht mir genauso.

Ich müßte vielleicht mal mehr in die Welt hinaus gehen. Wenn ich mal Lust habe.

Die Sterne lügen nicht – sind aber evtl. farbenblind

“Sehr viel wahrscheinlicher ist dagegen, daß Sie Geld für Gegenstände ausgeben, die Ihnen besonders schön vorkommen, die aber von den Mitmenschen als zu auffallend, als grell-bunt empfunden werden. Deshalb sollten Sie mit Gegenständen aufpassen, die in nüchterner Stimmung Ihren eigenen Geschmack beleidigen würden.”
(von heute)
Wie wahr, wie wahr, das könnten die eigentlich jeden Tag bei mir einstellen.
Beruhigend aber zu wissen, daß ich nichts dafür kann.
Und gut, daß ich heute keine Zeit fürs Shoppen habe.

Cruising Cruz – All of Them

oder: Andere Mädels haben auch schöne Brüder.

Vorgestern nchmal “Volver” von Almodovar geguckt, und diesmal sogar ganz gut gefunden.

Penelope Cruz könnte ich stundenlang zuschauen.
Dieses kleine Gesicht mit den viel zu großen dunklen Augen, dem viel zu großen Mund, der viel zu großen Nase, der kleinen Warze am Auge und den viel zu großen Kronen. So süß!

Ob sie eine gute Schauspielerin ist, könnte ich gar nicht sagen, ich gucke ihr einfach zu, wie sie eine Schnute zieht, wie sie lacht, oder wie sie sich bückt oder was. Also ich gucke ihr ganz machomäßig und unschwul auf den Arsch und ins Dekollete.
Dafür schäme ich mich dann ein bißchen, denn wir Homos neigen ja dazu, Frauen ihre Mumu abzusprechen (außer Glam, der schreibt mindestens ein paar Mal im Monat über Mumus). Dabei ist ja eindeutig zu vermuten, daß Frau Cruz eine Mumu hat und auch ganz genau weiß, was sie damit anfängt. Sogar Herr Cruise war da schon dran, bjäch.
Also jedenfalls ist mir peinlich, daß ich Penelope Cruz sexuell anziehend finde (bei Cameron Diaz oder Julia Roberts oder wem auch immer passiert mir das nicht,) und daß das mir peinlich ist, finde ich auch peinlich, oberpeinlich sogar.

Verworren? Ja. Oder verwirrt?

Aber Abhilfe ist in Sicht, denn ich habe herausgefunden, daß die süße Penelope einen ebenso sexy Bruder hat, Eduardo Cruz, wenn Sie sich hier überzeugen wollen: (Frau Cruz synchronisiert hier mit ihrer Schwester Monica einen Porno nach, ist also für fast jeden was dabei):

(Uuuuuuuh! Und ja, ich weiß, die Musik ist total egal, aber Hauptsache, mein Weltbild wackelt nicht mehr und ich kann umprojezieren. Und es bleibt sogar in der Familie!)

Und jetzt geh ich duschen. Eiskalt, am besten.

unbequemer satz

“Sagen Sie nicht ‘ich kann nicht’, sagen Sie stattdessen ‘ich will nicht’!”
Sagt die Heidi immer zu mir.
Das ist hart, aber recht hat sie schon. Wenn man wollte, könnte man schon.
Kann aber auch nach hinten losgehen, und manche Leute sind dann beleidigt, wenn ich sage ‘Ich will nicht.”