“Sagense mal, trinken Sie die eigentlich immer alle selber?” fragt der solariumbenutzende, augenbrauengezupfte metrosexuelle türkische Spätiverkäufer mit seinem scheuen, süßen Lächeln, und zeigt auf die zwei Flaschen Airen, die ich grade aus seinem gutsortimentierten Kühlschrank geholt habe. (Selbstverständlich trinken oder rauchen die Brüder nicht, sie ernähren sich nur von der Sucht der anderen.)
In der Tat, das hatte ich vor, die anstrengende Höllenzeit der letzten beiden Wochen wollte ich gerne in den zwei Flaschen Weißwein ertränken, bzw. ausprobieren, wie weit ich damit komme.
“NÖ!” sage ich stattdessen, mit hoffentlich fester Stimme, “aber bei uns kommt immer ganz schön was weg…” und bin nicht nur ein wenig beschämt.
Oje. Es braucht mehr Automaten, völlig klar.
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Mir fiel dann ein daß der Späti ein paar Ecken weiter auch passablen Wein hat, nicht so ein gutes Sortiment wie meiner, aber immerhin.
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Aber dort macht sich womöglich keiner Gedanken über Sie.
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Eben!
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Er findet Sie eben sympathisch. Kaufen Sie halt zur Abwechslung auch mal Ayran und dann ist gut.
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In einer Querstraße zu meiner gelegen gibt es auf 150 Meter 4 Kioske ( Spätis ) und in einem Umkreis von ca. 1 Kilometer noch ca. 20 weitere. Ich genieße demzufolge den Luxus, mir den Bierbauch bei lauer Luft wieder abzuspazieren.
Es gibt einen Terminus, der extra erfunden wurde, um unseren “Wohlstand” in der ganzen Welt erfahrbar zu machen: Kioskdichte.