so here’s the plan

Erstmal vielen vielen Dank an alle für die Tips, Entrüstungen und Ermunterungen, die haben in mir erst den Geist geweckt, das Ding anzugehen. Wie folgt:

1. Gleich mal morgen früh die Sachbearbeiter erwischen, Wenn die stur sind, deren Abteilungsleitung. Wenn die stur ist, deren Vorgesetzte. Denn:

Das ist eine Sache, die auf Sachbearbeiterebene entschieden wird. Weswegen man dort auch so komplett ausgeliefert (pardon the pun) ist. Rechtswege sind so gut wie ausgeschlossen, und gutmenschliches Argumentieren interessiert nicht, wenn sture Sachbearbeiter sich auf Paragraphen zurückziehen können. Und die Sachbearbeiter können nun mal einfach entscheiden, ob meine Argumentation, daß ich genau DIESE Mitarbeiterin brauche, und nicht ein Gesicht aus dem millionenfachen Heer von Arbeitslosen, aussagefähig ist. Oder nicht.

Die Fehler im System: Der Ausländer hat ein Recht auf Prüfung dieser Eingabe. Weder der Umstand, daß die Sachbearbeiterin sich mehrfach geweigert hat, die Unterlagen anzunehmen, noch das willkürliche Entwerten des gültigen Visums sind Umstände, die die Mitarbeiter vor Ort mit Ruhm bekleckern.

Das ist dann auch der Hebel, mit dem ich bei Vorgesetzten oder Amtsleitung operiere.

Wenn das nix nützt:
2. Politik und Presse angehen, vor allem über die nichtlegalen Handlungen des Amtes, denn so eine Eingabe kann ja nun mal abgelehnt werden, wenn sie nicht genug nachvollziehbar ist. Dazu werde ich euch, wenn nötig, auf eure Kontakte ansprechen.

Update:
Auf allen 3 Durchwahlen, die ich habe, geht seit 9:30 keiner ran. Nee, ist klar.

12 thoughts on “so here’s the plan

  1. arboretum

    Und die Sachbearbeiter können nun mal einfach entscheiden, ob meine Argumentation, daß ich genau DIESE Mitarbeiterin brauche, und nicht ein Gesicht aus dem millionenfachen Heer von Arbeitslosen, aussagefähig ist. Oder nicht.

    Ich glaube, denen würde ich dann mal detailliert vorrechnen, wie viel es kostet, jemand Neues einzuarbeiten und wie lange der dann braucht und wie teuer das dann ist, bis er so gut ist wie S. Und dann die Sachbearbeiterin (und den Vorgesetzten/Amtsleiter) fragen, ob sie das verantworten können. Und wer diese Kosten eigentlich ersetzt, die Ihnen dadurch entstehen.

    Das Dumme ist nur, dass diese Trulla schon das Visum entwertet hat, das macht das alles so viel schwieriger. Denn aus einem ungültigen wieder ein neues gültiges mit Arbeitserlaubnis zu machen, bedeutet ja indirekt einzugestehen, dass die womöglich einen Fehler gemacht haben. Machen Ausländerämter nicht so gern. Ein noch gültiges Visum doch noch zu verlängern, hätte keinen Gesichtsverlust mit sich gebracht.

  2. luckystrike

    REPLY:
    sie hat nach protest dann ein neues ausgestellt bekommen, weil sie nach italien mußte.
    aber man kann doch nicht einfach ein bestehendes visum entwerten?

  3. luckystrike

    REPLY:
    na, täuschen Sie sich mal nicht – damits nicht zu sozial wird, wird bei uns kräftig ziergemobbt – zu dick, zu dünn, zu normal gebaut? gibt nen massiven spruch. schwul, lesbisch, hetero, gar nix? DAS gibt ärger! und so.
    neue mitarbeiter laufen die ersten monate immer mit angstgeweiteten augen rum. wir haben zur zeit 10 neue, das wird ein heidenspaß!

  4. 500beine (Gast)

    willkommen in deutschland,
    wie es all denen begenet,
    die nicht dazu
    gehören.

  5. saintphalle

    Ich lese das alles jetzt erst und mir wird ganz schlecht dabei. Diese behördliche Willkür ist unfassbar. Als Arbeitslose erlebe ich selber neuerdings am eigenen Leib, wie sehr man diesen Sachbearbeitern ausgeliefert ist. Ich hatte Glück und habe einen halbwegs netten erwischt. Aber ein noch netterer würde mich vielleicht noch mehr unterstützen. Und ein A*loch würde mir vermutlich das Arbeitslosengeld bis zum St. Nimmerleinstag kürzen.

    Aber das sind Lappalien gegenüber den existentiellen Problemen Ihrer armen Mitarbeitern. Ich hoffe sehr, dass Ihr Kampf erfolgreich ist. Fahren Sie ganz harte Geschütze auf, damit man Sie auch wahrnimmt. Alles Gute!

  6. saintphalle

    OT: Ich bin in den nächsten Monaten häufiger in Berlin, weil ich eine Weiterbildung mache. Falls jemand jetzt im Oktober oder im neuen Jahr ein nettes Gästezimmer frei hat, bitte unter kramladen [at] email [dot] de melden. Ich bin sehr pflegeleicht, den ganzen Tag unterwegs und werde garantiert keinen Männerbesuch mit aufs Zimmer nehmen.

  7. Jekylla

    ich finde es toll, wie Sie sich einsetzen für Ihre Mitarbeiterin und wünsche -trotz der diffus-schlechten Aussichten- wirklich und von Herzen gutes Gelingen.

    Wenn ich in Berlin wohnte und mich beruflich verändern wollte, würde ich mich sicher bei Ihnen bewerben, Arbeitgeber wie Sie mit sozialem Verantwortungsbewußtsein und Arsch in der Hose sind selten.

  8. saintphalle

    REPLY:
    Danke, das ist prima!!! Ich meine, nicht die Küche ohne Tür, sondern dass Sie sich umhören wollen. 🙂

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