Archiv für den Tag: 17. Oktober 2007

cheap thrills: katastrophenfilme

Schon immer, aber besonders seit “Snakes on a Plane” bin ich ja ein großer Fan von Katastrophenfilmen, besonders Flugzeug-Absturz-Filmen, weil dort das Repertoire an Handlungsmöglichkeiten und deren Variation so begrenzt ist. Und die Umsetzung deswegen umso spannender.

Bei meinem Billigfilm-Shopping-Spree bei Amazon hab ich mir dann “Airport ’75″ geholt, zu deutsch “Giganten am Himmel” (indeedy). Eigentlich nur, weil es Gloria Swansons definitiv letzter Film ist, nach über 60 Jahren im Job. You don’t know who G.S. is? Go hang yourself or watch “Sunset Boulevard” by Billy Wilder. Subito!
Sie spielt sich selbst, und das gut. Sogar der Stuntman, der die Notrutsche am Ende runterrutscht, spielt sie gut.

Ein herrlicher billiger 70er-Jahre Film, cheap thrills, ein bissel ranzig, und star-studded, wie man das damals so hatte. Man kann Myrna Loy sehen, die eigentlich durch die 40er Serie “The Thin Man…” berühmt wurde, aber hier spielt sie eigentlich Bette Davis, also im Prinzip ein Film mit Gloria Swanson und (fast) Bette Davis zum Preis von nur einem.

Charlton Heston, ebenfalls Hollywood-Dinosaurier, spielt den männlichen Retter. Das war zwar vor der Zeit, als er zum rechtskonservativsten Arschloch diesseits des Papstes mutierte, aber auch damals hatte er schon zu viele (sehr gelbe) Zahne für nur ein Gesicht.

Zwei Nonnen gibts zeitgemäß auch, und Nancy Olson, die Betty Schaeffer aus Sunset Boulevard, erkennt man gereift wieder. Sie spielt die Mutter von Linda Blair, die, anscheinend vom anstrengenden Exorzistentum gebeutelt, neue Nieren braucht. Sie hatte aber auch eine ungesunde Hautfarbe in den Filmen.

Den Part der Stewardess, die das Flugzeug nach Abgang der Piloten fliegen muß, spielt Karen Black. Karen Black war für amerikanische Filme der 70er das, was Prilblumen für deutsche Küchen waren: überall, ärgerlich, nichtssagend, charakterlos, und schwer zu entfernen. Aber erstaunlich, wie wenig Wind in dem immerhin geplatzten Cockpit zur Verfügung stand, um ihre Frisur wenigstens ein wenig mehr dramatisch durcheinander zu bringen.

Was auffällt im Gegensatz zum 00er “Snakes on a Plane”: Heutzutage hat der Verbraucher enscheinend mehr zu sagen, im 75er Airport pochen die Passagiere noch nicht so sehr auf ihr Recht auf Erfüllung der Dienstleistung und Information und lassen sich selbst in der größten Turbulenz noch mit Minibarportionen von Bourbon abfinden.
Und Karen Black darf das Flugzeug noch nicht alleine landen, denn damals gestand man Charlton Heston noch eine Existenzberechtigung zu. Heutige Stewardessen in Katastrophenfilme können ihre Flugzeuge schon auch selber landen.

(oops, welch peinliches timing, fast genau 30 jahre nach der landshut. sorry.)

krankheit als weg

Nun gönne ich mir also einen Krank-Tag und gebe mich pudelwohl in mein Elend. Kann ungeniert husten, niesen, schneuzen, eine Pyramide aus Taschentüchern aufbauen, und wenn die Knochen weh tun, drehe ich mich eben in eine andere Position.
Während draußen ein goldener Oktober tobt und in mein Zimmer scheint.
Soll mir keiner vorwerfen, ich würde mich nicht gut um mich kümmern. Gottseidank hatte ich am Wochenende einen meiner seltenen Shopping-Anfälle bei Amazon und habe einen großen großen Stapel Filme hier zu liegen.

Hach, was gehts mir schlecht!