Archiv für den Tag: 23. September 2005

ein stöckli…

ein gewisser rosa schweizer blogger hat mir ein stöckli geworfen und nun muß ich wohl mal wieder ran….

1. Eine Sache die du heute tust, von der du mit 16 nie gedacht hättest, dass du sie jemals tun würdest:

gehofft hatte ich es, aber nicht zu träumen gewagt: heutzutage habe ich mitunter mal sex, obwohl mein damaliger hormonpegel (und meine figur) da sicher mehr für gemacht gewesen wäre…

2. Das letzte, was du gekauft hast, ohne dass es irgendeinen Sinn gehabt hätte:

ein überkreuz-netzwerk-computerverbindungskabel (wasweißichwiedasheißt), in der absicht, die sachen von meinem alten auf meinen neuen rechner rüberzuretten – als ob ich sowas überhaupt auch nur peripher hinbekommen könnte….

3. Einen Spitznamen von dir, den heute niemand mehr verwendet / kennt:

ich habe nie wirklich einen bekommen, außer ‘engelchen’ (das waren damals meine warholschen 15 minuten ruhm) und den benutzen heute aus gegebenen gründen nur noch einige wenige leute

4. Ein großes Ziel in deinem Leben, das du noch erreichen willst:

hmmmmh? ein haus? ein kind? reich werden? ein haus!

5. Den größten Unsinn, den du als Kind gebaut hast:

wir haben immer gerne brennende kohleanzünderwürfel an exponierten stellen im dorf verteilt, und eine nachbarin hatte um ein haar eine epiphanie, als sie das große steinerne dorfkreuz in flammen sah… (damals wußte ich noch nix vom klu-klux-clan)
weniger mystisch sahen das andere nachbarn, deren großer dicker fetter misthaufen beim selben experiment leider aus versehen ziemlich heftig abbrannte…

6. Ein aus heutiger Sicht vielleicht peinliches Poster, das du in deinem Zimmer hängen hattest:

poster hatte ich glaub ich nie, aber ich hatte anfang der 80er häuser und bäume aus …ähem… SALZTEIG an den wänden gacker

7. Dein größter “Medienauftritt” (Fernsehen, Zeitung, Radio etc.):

die BZ mußte die unterschrift eines bildes, das sie von mir abgedruckt hatten, widerrufen – das ist doch was! das kriegt nicht jeder!

8. Vereine in denen du als Kind Mitglied warst:

ähem… ich war im bund für vogelschutz…. kräusel….

9. Dein aktueller Lieblingswitz:

ein cartoon: ein mann steht versonnen betrachtend mit auf dem rücken verschränken händen vornübergebeugt 2 m links vom fenster.
Unterschrift: ‘auf dem parkplatz vor dem blindenheim war wieder viel los’

10. Woher du die Person, von der du dieses Stöckchen bekommen hast, kennst:

ein netter rosa mensch, den ich nur hier vom bloggen (nicht?) kenne, und schweizer sind ja immer so scharmant.

und damit geht das stöckli weiter an glam und ereignishorizont – wenn ihr wollt… ihr müßt natürlich nicht!

milde menschen, viele treppen, ein friedhof der freuden, eine transsexuelle namens jacqueline und mal wieder die visa-notnummer

lisboa – gut fürs herz, fürs auge und fürs gemüt. und für die waden.
über die stadt muß man gar nicht viel erzählen – einfach wunderschön, und um jede ecke tut sich eine neue pittoreske ansicht auf – wenns nicht so peinlich wäre, müßte man glatt aquarelle malen…
und obwohl ich wadenweise sehr gut, fast fußballermäßig reich beschenkt bin, bekam ich doch mächtig muskelkater – wenn man den ganzen tag mit flipflops die ganzen treppen rauf und runter muß…
ich mag halt einfach malerisch verfallende ehemalige größe – dort ist mein gemüt zuhaus – und das hat NIX mit meinem alter zu tun!

die menschen: milde, zurückhaltend, und schön. eine ganze woche keine aggro und kein mackertum – wenn man wie ich in berlin-kreuzberg wohnt, weiß man das zu schätzen. ich hätte 40% der passanten vom fleck weg heiraten können (nein, ich habe mich nicht zum horst gemacht – hätte ich mal!)

eine totenstadt im westen – eine ganze stadt aus gräbern namens Cemiterio dos Prazeres (Friedhof der Freuden): totenhaus an totenhaus in weiß, mit je drei nischen rechts und links, darin jeweils ein sarg, mit einer verrottenden decke bedeckt. in den särgen, das sieht man, wenn man dann doch mal genauer hinlugt, ist eine zinkwanne mit den toten drin – nicht appetitlich, und wenn auch augenscheinlich luftdicht verschlossen, so riecht es doch was moderig… und wenns dann richtig durchgerottet ist, wird der ganze kram dann durch ein loch im boden weggekippt, und das sieht dann auch nicht lecker aus.

schwules ausgehen übrigens ist auch nicht so sehr zu empfehlen, nicht nur wegen der mumien, ein club war wie die dorfdisco meiner jugend (wußte gar nicht, daß es tatsächlich ein refugium für homo-house mit den dazugehörigen schreienden sängerinnen gibt), und so viele cubs und bären hab ich schon lange nicht mehr gesehen. aber vielleicht liegt das dran, daß ich in berlin da eben auch nicht hingehe. sahen aber auch wie touristen aus.

ein anderer club dagegen war lustig, so groß wie meine nicht kleine küche, aber mit mndestens 300 leuten drin, einer klassischen travestieshow (ohjah!) um 2 uhr, und sehr vielen hübschen menschen, die auch tatsächlich flirten, und einen beherzt anfassen, wenn sie vorbei wollen, und bei der gelegenheit auch noch mal sonst manuell mal hier und da was nachprüfen. da hat mich dann eine transsexuelle brasilierin namens jacqueline adoptiert, deren brüste naturgemäß, aber leider deutlich wahrnehmbar jünger waren als die gegend um ihren mund. so nett sie auch war, habe ich mich bald verdrückt, weil ihre aussprache mir dann doch zu feucht war…
mit ein paar hübschen jungs getanzt, und dann festgestellt, daß geld und kreditkarte weg sind, und dann mit 28,5 promille zuhause die karte sperren lassen – das muß man ihnen lassen, die leute bei visa sind da gut drin, haben mich verstanden – oder sie kennen mich schon, hab das dieses jahr ja schon 3x machen müssen….