McPlaton

Niemals kommt man der platonischen Ideenlehre so nah wie bei McD*nalds. So ein- bis zweimal im Jahr packt mich die Idee, Lust auf so einen schönen schlabbrigen BigM*c zu haben, aber schon beim ersten Bissen stellt man fest, daß Idealvorstellung und tatsächliches Erleben nichts miteinander zu tun haben.
Und trotzdem bleibt die Idee erhalten, sonst würde man es ja einfach mal lassen.

Dasselbe kann man auch über Bond-Filme sagen. Nicht deren allergrößter Fan, hab ich mich gestern überreden lassen, warum auch nicht, ein bißchen Boom Boom Bang Bang mit einem gewissen Stil. Leider ist der gewisse Stil anscheinend schon vor Jahren abhanden gekommen, und so war es nur Boom Boom Bang Bang. Und Mr. Craig hatte wohl auch ein paar schlechte Jahre, er sah etwas durch aus. Die Schurken waren auch schon mal besser (Ökoschurken? Häh?), und obwohl wir hinterher eine halbe Stunde versuchten, den Plot zu verstehen, haben wir die Zusammenhänge nicht herausbekommen.

So, und jetzt schmeiß ich mich auf die Autobahn. Auch ne Scheiß-Idee.

Alle Jahre wieder – Nevermore

Weihnachten war immer ein Problem.
Als einziges kleines Kind in der Familie mußte ich aushalten, wie die ganze Sippschaft ihre Weihnachtserwartung an mir abfeierte, woraus mich auch mein 5 Jahre jüngere Neffe nicht erlöste, als er dann endlich kam. Er war (und ist) eben nicht so gefallsüchtig wie ich.

Später war das Standardritual zu Heiligabend, daß mein Vater sich hackedicht soff, während Mutter und ich zur Christmette waren. Normalerweise war er Pegeltrinker, so daß man es eigentlich gar nicht mitbekam, aber Heiligabend schaffte er es innerhalb einer knappen Stunde bis Oberkante Unterlippe, wohl auch durch den gewaltigen Druck, den so eine Familienweihnacht eben auslöst. Jedenfalls überstand er nur mit viel Mühe und ein wenig Lallen noch die Bescherung und ging dann schlafen.
Wir hatten ihm nicht wirklich einen Platz innerhalb der Familie zugestanden, allen voran Mutter, aber das fing ich erst viel später an zu verstehen. Er hat sich aber auch kaum gewehrt. Als er starb, hinterließ er dennoch ein mächtiges Loch in der Familie, und einiges Unbehagen. Schließlich, wie trauert man um einen, der einen eigentlich immer gestört hat?

Noch schlimmer kam es aber 2 Jahre später, als meine Schwester starb, die als einzige eine Familie ein sonnigeres Gemüt hatte und damit die Familie zusammengehalten hatte. Der Krater im Fest war so groß, daß man dauernd befürchten mußte, daß Weihnachtsbaum, Sauerbraten oder Familienmitglieder darin verschwinden würden. Wie wir das überstanden haben – ich weiß es nicht mehr.

Nun fahre ich morgen in das kalte leere Haus meiner Mutter, zur Restfamilienweihnacht. Vielleicht, wahrscheinlich, zum letzten Mal.
Kein Weihnachtsterror, kein Geschenketerror dieses Jahr. Kein Weihnachtsbaum, den ich widerwillig aufstellen muß, was ich heimlich wohl trotzdem genoß, all die Christbaumkugeln aus über einem Jahrhundert und mehreren Generationen, und die häßliche Krippe bleibt auf jeden Fall auf dem Speicher.
Keine Berge von Nüssen, Plätzchen und Zitrusfrüchten, die im Januar dann unverzehrt verklappt werden müssen, keine verschlossenen Zimmer mit Bergen von Geschenken, keine Freude heucheln über Socken oder 2 Stangen Zigaretten oder jedes Jahr den falschen Whiskey.
Keine völlig verausgabte alte kleine weiche weiße Frau mehr, die seit Wochen backt und brät, Sachen ranschafft und jede Woche mit Nachfragen nach Geschenkewünschen nervt, kaum daß der Geburtstag überstanden ist.
Kein Nervenzusammenbruch am ersten Feiertag, wenn das ganze Essen fertig ist, Punkt zwölf, die Sippschaft aber komplett zerstritten erst um kurz vor eins anrückt, wie jedes Jahr.

Und doch ist mir zum ersten Mal ein wenig weihnachtlich, ich hätte sogar Geschenkideen gehabt, dieses Jahr, obwohl oder gerade weil ich nicht muß.
Schwester und ich haben ein paar nette kleine Pläne gemacht, um das große große Loch herum, um die Abwesenheit, um den Verlust herum. Und viel Luft gelassen, für das, was unweigerlich eintreten wird.
Einigen Respekt habe ich vor den nächsten Tagen, und auch ein wenig Vorfreude. Wir werden sehen, wie wir durchkommen, und wir werden sehen, was dabei entsteht, und ob. Schwester, Schwager, Neffe, Tante. Onkel, Cousins. Reste fürs Fest.

Ich für meinen Teil werde übermorgen in den Wald fahren und ein paar große Tannenzweige holen, am liebsten Douglasien, und ein paar der schönsten Christbaumkugeln aussuchen. Die filigranen in altrosa, die Opa noch vor dem ersten Weltkrieg besorgt hat, die silbernen mit der Öffnung, aus der es so geheimnisvoll rot leuchtet wie bei diesen Jesusbildern mit offenem Herzen, aus dem Karton, wo noch der Name unseres Tante-Emma-Ladens in Sütterlin draufsteht, die dicken rotgelbgrünen, die ungefähr so alt sein müssen wie ich, und auch eine der häßlichen neuen in Lila, als Mutter vor ein paar Jahren meinte, wir sollten mal einen lila Baum haben.

Schöne Weihnachten, für euch alle!

Between a Man and a Woman – Weihnachtsausgabe

Where angels fear to tread
you go rushing in (…)
Stay out of this
you must not interfere
Don’t you see this is
Betweeen a man and a woman
(Kate Bush)

Die Nachricht kam nicht wirklich überraschend, aber eine Woche vor Weihnachten, das hat schon was: alte Freundin A., seit 17 Jahren verheiratet, 3 wunderbare Kinder, hat sich von ihrem Mann R. getrennt.

Gefühllos sei er, unsensibel, denke nur ans Geld und übe irrsinnigen Druck aus auf sie deswegen, über Emotionen könne er nicht reden, und wenn er alle paar Wochen am Wochenende nach Hause kommt, sei er mißlaunig, überfordert, motze die Kinder an und mische sich überall ein.

Er lebt in Wien, hat da einen 80-90-Stunden-pro-Woche Job, hat Magengeschwüre, schlechte Zähne und schläft höchstens 4 Stunden pro Nacht. Immerhin schafft er so um die 8.000 € zusammen, um Familie und Haus zu unterhalten.

Sie wolle ihn mindestens 3 Monate weder hören noch sehen, und wenn er Weihnachten nach Hause kämse, würde sie ihm ein Messer in den Bauch rammen, so einen Haß habe sie.

Nun, wir sind seit über 20 Jahren befreundet, also gehen erstmal alle Empathien in ihre Richtung, auch ist die Sorge um die Kinder groß.

Aber er ist ein feiner Kerl, grundgut, keine falsche Faser an Leib und Seele, und er tut mir leid, wie er allein sitzt in der fremden Stadt, in der er eigentlich nicht leben will, ohne Freunde. Also frage ich, ob es in Ordnung ist, wenn ich ihn anrufe, falls er jemand zum Reden braucht.

Es ist später Abend, er ist verwundert, daß ich ihn anrufe, aber nicht befremdet. Von einer Trennung hat er noch nichts gehört, außer daß A. offensichtlich durchgedreht ist und er sie nicht telefonisch erreichen kann.
Er ist entsetzt, als er hört, daß A. die Kinder schon informiert hat. Er fängt an zu weinen, als ich ihm ein paar gute Worte sage, hat wohl lange keine mehr gehört.
Und, unmittelbar fängt er von finanziellem Druck und Sorgen zu reden, wie ein Wasserfall. Hat A. recht?
Im Detail sieht es ein wenig anders aus: Hat A. ein Problem?
Ist es normal, in 2 Wochen Berlinbesuch 4.000 € auszugeben, so daß alle Karten und Konten gesperrt sind?
Ist es normal, daß sie und die Kinder im Sommer 4 Wochen in Deutschland unterwegs waren, aber ihn nicht in Wien besuchen wollten?
Ist es normal, daß eigentlich die ganze Familie nach Wien umziehen wollte, die Kinder schon Schulplätze hatten, das Haus gepackt und der Umzug fertig vorbereitet, aber 10 Tage vor Abreise geht das ganze aus mysteriösen Gründen nicht mehr?

Hmh, vielleicht hat Kate recht und man sollte sich wirklch nicht dazwischen hängen…

-ing Machine

Washing Machine
Fridging Machine
Freezing Machine
Dishing Machine
Coffing Machine

Was ein Fuhrpark, und das ist nur der analoge.

OT: Wie lange ich noch mit der Entschuldigung, meine Putzfrau sei in die Ukraine abgehauen (was ja auch stimmt) (heute ist irgendwie ein in-die-Klammer-schreib-Tag), jedenfalls wie lange ich noch ums Bad putzen herum komme?

Mrs. Bartolozzi arrived early this morning

Slooshy sloshy slooshy sloshy
get that dirty shirty clean
Slooshy sloshy slooshy sloshy
make those cuffs and collars clean
Everthing clean and shine
Washing machine
Washing machine
(Kate Bush)

Kaum zweieinhalb Jahre hat es gedauert, und nun ist sie da: die neue Waschmaschine: Doll! Big Deal!
Nicht, daß mein Mitbewohner mich nicht fast jede Woche gefragt hätte, wann ich mich denn endlich drum kümmere, damit ich nicht immer bei ihm waschen muß.
Nicht, daß er als letztjähriges Geburtstagsgeschenk (wie von mir gewünscht) ausgiebig Marktforschung betrieben und hunderte von Prospekten besorgt hätte. (Ich hab mir die Prospekte selbstverständlich nicht angeguckt, gekauft hab ich das Ding nach Farbe, genau wie mein Auto.)
Aber wenn ich mich nicht interessiere, dann kann ich das nachhaltig.
Ich meine, wen interessieren schon Waschmaschinen? Außer Waschmaschinenherstellern und Waschmaschinenhändlern?
Wer steht schon morgens auf und sagt: “Herrlich! Heute ist ein schöner Tag, jetzt gehe ich eine schöne Waschmaschine kaufen und freue mich!”

Seit zweieinhalb Jahren klafft in der Küche der Slot, wo sie hinsollte, jetzt steht sie drin – ein wenig häßlich, immerhin silbern, wenn auch silbernes Plastik. Der Slot war auch häßlich, aber wenn ich ignorieren will, dann kann ich das nachhaltig.
Aber irgendwo fühle ich mich jetzt schon besser gerüstet und gewappnet.
Leider muß sich jetzt meine leere-Bierflaschen.Sammlung ein neues Zuhause suchen. Mehrere Jahrgänge, verschiedene Sammelgebiete, teils eingestaubt. (Hatte ich schon einmal erwähnt, daß das Pfandsystem und ich nicht so befreundet sind?) Ein kleines Vermögen. In gute Hände abzugeben.
Interesse, anyone?
Ich glaube die stell ich heute Abend im Dunkeln auf die Straße…

What next?

Ich werde alt, und ich werde weich. (Nicht nur um die Hüften.) Nein, weich in Hirn und Herz.
Gestern habe ich 4 Weihnachtskarten erstanden, und eine auch sogar weggeschickt. Das bin NICHT ich!
Vorgestern habe ich kurz überlegt, einen Weihnachtsbaum zu erstehen, einen ganz kleinen.

Und das mir – seit Jahrzehnten Weihnachtshasser!

Kann mich bitte jemand retten kommen?

Hausbesuch II

Gut, daß ich vormittags meist noch zuhause bin, da kann ich immer die Handwerker abgreifen.
So hab ich letzte Woche noch getönt, als der stramme metrosexuelle Dachdecker auf der Suche nach “Wasserschäden” vor meiner Tür stand.

Nun, heute morgen um neun klingelte es wieder – es war eben jener Dachdecker, um eben jenen “Wasserschaden” zu beheben. So weit, so gut. Nerv, letzte Nacht hab ich nur 2 Stunden geschlafen.

Aber ehe ich 1 und 1 zusammengezählt hatte, hatte ich den Mitbewohner geweckt, er soll sich gefälligst kümmern, ist ja sein Wasserschaden schließlich.

Moment, Samstag morgens? Häh?
Ich dumme böde Sau!

Nun, er hat sich gekümmert, mit Kaffee kochen und (zunächst un-)verfänglichen Gesprächen. Dachdecki gab sich gewohnt zutraulich, zog es aber vor, seinen Kaffee an der offenen Wohnungstür zu trinken.

Angeblich müsse er eh wiederkommen, an anderer Stelle sei das Dach auch undicht.

Und dann ist MEIN Moment, denn Kaffee kochen kann ICH auch! Und bei mir traut er sich auch bestimmt in die Wohnung.

(Und wenn mich demnächst jemand mit meiner Bosch-Lady-Akkubohrmaschine auf dem Dach sieht, dann will ich’s wissen tu ich nur was für die Privatwirtschaft!

Uff

Nächstes Jahr ist die Weihnachtsfeier aber wieder freitags. Um acht Uhr zuhause ist ja fein, aber nicht morgens. Unter der Woche.

Immerhin, mit meiner Stimme kann ich jetzt ein Duett aufnehmen, Zarah Leander und Iwan Rebroff. Beachtlich.

Und alle viele wollten mit mir knutschen. Und manche ham’s getan. Oder mir an den Arsch gefaßt.

Und überhaupt – was heißt hier RESTalkohol?

Schöne kurze Wörter für jeden Tag

sucht ein anonymer Internetbenutzer und landete bei mir.

Genau richtig, und herzlich willkommen, wir sind ja schließlich auch Serviceblog hier.
Und wer hat nicht die Schnauze voll von Wörtern wie “Kirschbaumlaminatfußboden” und “Wettbewerbsverzerrungsklage”?

Wir empfehlen für den heutigen Donnerstag ein freundliches “Na?” oder, je nach Situation ein kurzes, aber bestimmtes “Arsch.” Letzteres aber auf keinen Fall freitags benutzen, da geht das gar nicht, denn Freitags gilt “Fisch”, jedenfalls in überwiegend katholischen Regionen. Für wahre Kosmopoliten auch jederzeit passend “Fuck” (außer an Dienstagen nach Neumond) oder “Fan”, mit langen und nicht-englischen A, schwedisch für Teufel oder Scheiße.

Für Plappermäuler in der Kurze-schöne-Wörter-Welt gehen auch kurze Zwei-Wort-Kombis wie “Halts Maul” oder “Fick dich” oder “Fui Fan!”

Glad to be of Help, welcome. Weitere Empfehlung entnehmen Sie bitte etwaigen Kommentaren.

Und für den oder die Internetzsuchende mit der Anfrage: “Welche Jahreszeit ist meine?” die Auflösung: Ihre Jahreszeit ist zur Zeit der Winter. Also Schal nicht vergessen. Und Schlüpper.