ist für all die:

Wirdschonnochwiederwerden!
ist für all die:

Wirdschonnochwiederwerden!
Muß dann doch die Vorweihnachtszeit sein…
Während ich in meinem Leben hause wie eine Made in einem Kadaver (siehe unten), gibt es so viele Menschen, die mir nahe stehen und die ein echtes Problem haben…
F., meine beste Friseurin vor Ort und dazu noch alte Bekannte, geht gleich nach Neujahr ins Krankenhaus, zu ihrer 4. Mastektomie. Ich wußte gar nicht, daß sie überhaupt Brüste hat, so schlank und jungenhaft ist sie, aber Platz ist anscheinend in der kleinsten Hütte. Diesmal läßt sie sich alles ratzeputz entfernen, und später mit einer deutlich größeren Körbchengröße aufpolstern. Ihre Mutter ist vor einem halben Jahr an Krebs am anderen Ende gestorben, ganz schnell, noch jung, und das letzte, was sie momentan braucht, ist das. Das Probelm dazu: sie ist alleinerziehend mit 9jährigem Sohn, und verdient als Selbständige in den mindestens acht Wochen, die sie nicht arbeiten kann, keinen Pfennig. Wenn also jemand einen Job weiß, den man von zuhause machen kann, ohne sich allzuviel zu bewegen, her damit!
Die J. ist in der Klinik, Seele flicken, und ish würde sie zu gerne mal fest drücken. Was sie schreibt, hört sich befremdlich bis grausig an, aber immerhin zunehmend mit kleinen Lichtsprengseln drin.
Der D. muß ich noch beibringen, daß ich nicht Patenonkel ihres Kleinen werden will kann, eigentlich eine Anfrage, die eine Ehre ist und die man an sich nicht ablehnen darf. Sie wird verletzt sein.
Kollegin L., eine Prachtkumpelin, auch wenn ich sie nicht oft sehe, liegt seit 8 Wochen im Krankenhaus im Wedding, anfangs kleine Sportverletzung, dann Entzündung, usw usw. Sie leidet wie ein Tier, denn ihr Seelenheil hängt daran, daß sie jeden Tag eine Stunde laufen kann, und sich sonst viel bewegt. Sie ist eine der schicksten und schönsten und toughten Frauen, die ich kenne, aber einmal habe ich sie auf der Straße ungeschminkt und nicht zurechtgemacht gesehen, und sie sah aus wie der Geist von Miss Havisham. Da habe ich mich ein bißchen in sie verliebt.
Unnötig zu sagen, daß ich sie bisher weder angerufen noch besucht habe.
Die I. muß wieder ins Krankenhaus, nochmal der Fuß. Ich hoffe, daß ich diesmal nicht vergesse, sie zu besuchen.
Heute nacht habe ich geträumt, daß ich meiner Mutter geholfen habe, beim Pflanzen eines Brombeerstrauchs, sie telefonierte. Ein wunderschöner Fleck Garten, am Hang blühte dicker rosa Mohn und Gräser, und als ich das Pflanzloch aushub, krachte die Erddecke zusammen, zwei Särge wurden sichtbar. Einer war offen und beherbergte eine verkrümmte Leiche, feucht und bräunlich und grausig anzusehen. Vor Schreck wankte ich, der Boden brach mehr ein und ich fiel mit voller Wucht auf den anderen, ebenfalls gefüllten Sarg. Mit Schrei wurde ich wach. Wenigstens paßte der Traum zu den anderen letzte Nacht, mit verschiedenen Leuten war ich auf der Suche nach Herberge, einem Versteck, und immer, wenn wir in den verlassenen Bauten gemeint hatten, etwas zu finden, lagen dort verrottende Leichen.
Sehnse, schon wieder ich ich ich.
In meiner Küche schimmelt seit Tagen eine Ananas und die Schalen der Pellkartoffeln von x sind auch nicht mehr braun. In der Ecke sammeln sich die leeren Weinflaschen seit (will ich jetzt auch nicht wirklich wissen.) Unter dem Wohnzimmertisch stapeln sich die benutzten Teller, und das Waschbecken im Bad ist auch mal weiß gewesen, das weiß ich genau. Hinten im Auto liegt seit letzter Woche die neue elektronische Zahnbürste, auf die ich mich gefreut hatte, und noch irgendein nützliches elektrisches Gerät, ich komme aber grad nicht drauf, welches.
Es ist Hauptsaison auf Arbeit, oberstes Gebot: genug Wasser trinken tagsüber und gelegentlich einen Happen essen, überleben ist alles, leben ein andermal.
Aber abends, wenn man wirklich nichts mehr sehen und sagen und hören will, dann gibts Serien, so als Lebenssimulation. Aktuell Brothers & Sisters, dritte Staffel. Das ist eigentlich dasselbe wie Dallas oder Denver, nur in zärtlicherem kalifornischen Licht, mit Ökolebensmitteln und Rotwein statt Öl als Handelsware, kleineren Frisuren und ohne Schulterpolster.
Man steht voll im Leben (anderer fiktiver Menschen) und braucht aber selber nicht ran. Ersatz eben. Erleben ohne Leben – was eine tolle Erfindung!
Allerdings habe ich mich auch schon auf Parties dabei ertappt, vorspulen zu wollen, beim Gang auf Klo oder in Küche Pause drücken zu wollen oder auf direkte Ansprache nicht zu reagieren.
daß ich ganz vergessen habe, mich über mich in dem Video und den Fotos auf der Weihnachtsfeier aufzuregen, wissen Sie noch, was los war, als ich letztes Jahr Fotos machen lassen mußte für die Homepage?
Und jetzt, und es ist wahrlich kein schöner Anblick, besoffen, schwitzend, gestikulierend, grimassig und fettleibig, und es ist mir egal bis ich finde es lustig.
Leck mich, Ingeborg.
ist ja auch, daß man nicht einfach Bilder von seinem bildschönen Charakter einstellen kann, sondern stattdessen welche von seinem welken Gesicht oder eingezogenen Bauch oder aus geschicktem Winkel fotografierten Hintern nehmen muß.
Broken bicycles, old busted chains
With rusted handle bars, out in the rain
Somebody must have an orphanage for
All these things that nobody wants any more
September’s reminding July
It’s time to be saying goodbye
Summer is gone, but our love will remain
Like old broken bicycles out in the rain
Broken bicycles, don’t tell my folks
There’s all those playing cards pinned to the spokes
Laid down like skeletons out on the lawn
The wheels won’t turn when the other has gone
The seasons can turn on a dime
Somehow I forget every time
For all the things that you’ve given me will always stay
Broken, but I’ll never throw them away
(Lyrics: Tom Waits, best Version by Agnes Bernelle)
(Hatte heute unabsichtlich einen kleinen Vergangenheitstag und fühle mich etwas ziemlich etwas ein wenig verloren. Was man mal war, wer man nun ist, Sie wissen schon.)
Ja, es ist wahr.
Ich dumme Kuh habe unseren Firmennamen getanzt, auf der Weihnachtsfeier, um 3 Uhr morgens, oder 1, wasweißich. Und, ich saudumme Kuh hatte auch sogar (natürlich ironisch gemeint, ursprünglich) höchsselbst die Idee: Hey. Betsy, du bist doch anthroposophisch aufgewachsen! (Davon haben wir viele) Du kannst doch sicher unseren Namen tanzen! – Aber klar, aber nur wenn du mitmachst! – Ja sicher! – Ok!
Und natürlich absolut super sonnenklar, das hat jemand mitgefilmt, ich habs gesehen, Betsy und ich tanzen Ns und As und Ps und andere Buchstaben (Sie müssen nicht lösen)
Bin gespannt, wann das auf Youtube auftaucht und 2 Milliarden Klicks kriegt, bei Dlisted gefeatured wird und ich zu Stefan R*ab muß. Na vielen Dank auch!
(Man kann sich im Medienzeitalter einfach gar nicht mehr gehen lassen…)
Auch mal ne schöne Idee.
Aber nix für Vegetarier. (Aber das Foto ist auch herzig.)
“Schmeckts dir denn”
“Hmh…” (die Augen fest ins Paperback)
Sie hat dir eins deiner Lieblingsessen gemacht, 60er Paparika-Hähnchen, und Pommes, und Salat.
“Willst du noch ein bißchen Haut?” während die Haut fetttriefend auf deinen Teller ploppt.
“Nein, äh, kannst du mal aufhören, mir irgendwelches Zeug auf den Teller zu schmeißen!?”
Sie erzählt von irgendwas und fragt gelegentlich was, während du das Gesicht fest ins Buch gepresst hast.
“A-hmh”
“Hörst du mir eigentlich zu?”
“Ach jetzt hör doch mal auf, kannst du mich nicht EIN-MAL in Ruhe lassen!?”
Überhaupt redet sie mit dir, egal wo du dich grade im Haus aufhältst, als wärst du ihr Ellenbogen, oder sonst ein Körperteil von dir. Du sitzt auf dem Pott, und von der Küche her schallt es “Du mußt heute noch den Rasen mähen. Sollen wir die Hecke heute oder morgen schneiden? Hast du schon deinen Schwager zurückgerufen?”
Da deine Hmhs nicht zurückschallen bis in die Küche, eskaliert es beim Zähneputzen, und du schreist laut “Meine Fresse, laß mich doch endlich mal 5 Minuten in Ruhe!!!” während sich der Mund voller Zahnputzschaum über das ganze Bad entleert.
“Ich hab dir Kirschstreusel gebacken, magst du ein Stück?”
“Nein” (habe doch grade erst gegessen, das ist ja widerlich)
Nächster Morgen, noch vor dem ersten Kaffee: “Heute mußt du das und das, und morgen machen wir das und das, hast du an das und das gedacht? Immer noch nicht?” Während du dich mit Kaffee, Buch und Zichten verziehst, geht unten das Mantra der Pflichten und Vorhaben gnadenlos weiter, in Endlosschleife.
Ich bin allerdings froh, wenigstens in den letzten zwei, drei Jahren das Buch beim Essen weggelassen zu haben, und mir die Mühe gemacht zu haben, ein paar Spielregeln aufzustellen, die uns das Zusammensein etwas leichter gemacht zu haben. Heute ist heute, was morgen zu tun ist, interessiert mich heute nicht, usw. Und mich bedanken habe ich gelernt.
Mütter eben, aber irgendwann sind sie halt nicht mehr da.
(inspiriert von Frau Nessys Beitrag.
nein, ich denke einfach nicht nach. Wüßte ich auch gar nicht wo anfangen. Keinen Moment, so, hier ist jetzt das Problem, hier die Ursache, da die Lösung, es geht alles im Wusch, und das geht auch. Erstaunlich eigentlich.
Wenn ich Termine nicht grade einfach vergesse, wie mehrfach geschehen in den letzten Wochen, trotz Kalender und wasnoch, dann gehe ich komplett unvorbereitet, und schlage dort meine Notizen vom letzten Mal auf. Mehr geht irgendwie nicht. Und (fast) keiner merkts.
Was aber nicht heißt, daß mein Kopf nicht von früh bis spät sinnlos leere Achterbahnfahrten macht, halt nur auf einem anderen Rummel.