Keinen Pfennig

inspiriert und herausgefordert von Herrn Ivy. Wir bitten um Entschuldigung. Und widmen das Ganze den alleinerziehenden Bloggermüttern. NICHT!

Mein kleiner Sohn kam heute abend zu mir in die Küche, als ich das Essen machte, und er zeigte mir auf dem Laptop, was er in mein Weblog geschrieben hatte. Ich trocknete mir die Hände ab an meiner Schürze, und ich las, was auf dem Bildschirm stand:

Das Layout vom Blog etwas flotter gemacht – 340 Euro.
Auf die Blogroll vom McWinkel, Don Dahlmann und Ix geschafft – 180 Euro.
Den Google-Anzeigenvertrag abgeschlossen – 220 Euro.
Irgendwie geschafft, bei adical reinzukommen – 380 Euro
Mit dem Sexblog mit Mamis Nacktbildern in die Deutschen Blogcharts gekommen – 260 Euro
Gastkommentar bei Spreeblick – 140 Euro
Vorlage für Herrn Ivy geliefert – 175 Euro
Das macht zusammen 1695 Euro.

Da stand er nun erwartungsvoll vor mir, und tausend Erinnerungen kamen mir in den Sinn. und so nahm ich den laptop, drehte den Bildschirm zu mir um und schrieb darauf:

Ich trug dich neun Monate,
dafür will ich keinen Pfennig
Ich wachte an deinem Bett
dafür will ich keinen Pfennig
Ich weinte um dich
und auch dafür will ich
keinen Pfennig
Insgesamt kostet dich
all die Liebe von mir
keinen Pfennig.

Als er das gelesen hatte, da standen dicke Tränen in seinen Augen. Er sah mich an und sagte:
Mami, ich hab dich soo lieb!
Dann nahm er die Tastatur und schrieb mit großen Buchstaben:
Alles bezahlt!
Insgesamt kostet dich all die Liebe von mir
keinen Pfennig.

(Angelehnt an die deutsche Version von Johanna von Koczian, basierend auf einem ebenso grusligen Original von Tammy Wynette. Wir wissen nicht, was Ärzte, Apotheker und Therapeuten dem armen Kind empfehlen. Wahrscheinlich Heroin oder Crack. Oder Bungee ohne Seil.)

ich war gar nicht tot!

Nein, ich war über Ostern Nacktwandern in Tibet. Nein, eine Horde sexhungriger Südländer hat mich über Ostern eingesperrt und auf wollüstigste übelste rangenommen mißbraucht. Nein, ich war zu einem Selbstfindungsschweigeseminar im Zisterzienserinnenkloster. Nein, ich hab verschlafen.

Stimmt alles nicht – ich war nur ein paar Tage in der Eifel, und hatte vergessen, auf der neuen Schoßdose die Zugangsdaten für den analogen Internetzugang einzurichten.
Aber letzten Endes eine zwar unabsichtliche, aber doch sehr willkommene Internetpause – war (und bin) ich doch in letzter Zeit sehr frustriert gewesen mit dem ganzen Blogdings und so. Den dazugehörigen Artikel hatte ich dann aber doch nicht online gestellt.

autobahnphilosophie

Früher hab ich mir in meinem klapprigen alten Autochen gewünscht, ich könnte auch mal -brumms- auf der ganz linken Spur an allen vorbeiziehen. Festgestellt, das Problem ist, wenn man -brumms- an allen vorbeizieht, brummst es gar nicht.

Auf einem Rastplatz: ein seriöser älterer Herr im Jaguar und zwei kleine Mädchen, in rosa, so 5 und 7-8 Jahre alt. Etwas seltsam, daß er sie an den Mülltonnen spielen läßt. Noch seltsamer dann, als ein junger Mann (der Vater?) in einem alten klapprigen Auto anhält und die Mädchen begrüßt und mitnimmt. Wahrscheinlich nur die Übergabe der Kinder nach den Osterferien bei den Großeltern, aber warum hab ich mir vorsichtshalber die Autonummern notiert, von wegen Kinderschänderring und so? Schrecklich, welches Weltbild so ganz normal erscheint.

just came to tell you that I’m going

So, ihr Herzen,
ich bin jetzt erstmal ne Weile weg. Weg aus Berlin und weg aus dem Internet, wird auch ziemlich Zeit. Wird nicht allzu lange sein (die Abwesenheit aus Berlin) und das andere mache ich nach Gefühl.
Mein Blog macht mir auch schon eine ganze Weile kaum noch Spaß. Kaum noch jemand der liest und kommentiert (Anwesende naturellement ausgeschlossen) aber so richtig Freude bringt es nicht mehr. Die Leserzahlen um die Hälfte geschrumpft, nicht zuletzt, weil mein Blogkiez, in den ich eingezogen bin, auch kaum mehr was ins Internet schreibt. Jaja, ihr wißt schon, wer alles angesprochen ist. Unter meinen Referrern finde ich auch fast nur noch untote Suchmaschinen.
Kann allerdings ja auch sein, daß ich nur noch Scheiße schreibe, und man daher besser das grüne Dings meidet. Oder es ist der kurz-vor-2-Jahre-Blogfrust, den ich auch schon bei anderen beobachtet habe. Oder einfach ein mieser Bloghost bin.
So oder so bin ich immens frustriert, und angesichts der ganzen Zeit, die ich beim ins Internet schreiben und im Internet lesen verbringe, sollte ich vielleicht etwas sinnvolleres mit meiner Zeit anfangen. Mal sehen. Man möchte ja nicht immer der letzte sein, der die Party verläßt.
So oder so, so ein bissel Quarantäne tut uns allen sicher gut.
Aber hört ihr – habt Spaß ihr da draußen!

auch neu

… beim sonntag-abendlichen Ausgehen festzustellen, daß diese Nacht nicht für mich gemacht ist und ich gar nicht so viel trinken will und kann, um sie zu meiner zu machen. Auch so gar keine Lust habe, mit der anwesenden Personalausstattung der Nacht näher zu kommunizieren.
Stattdessen um 11 Uhr schon wieder nach Hause gehen und mit Buch und Glas Wein ins Bett kuscheln.
Sowas hab ich noch nie gemacht.
Auch eine Extremerfahrung.

I grow old… I grow old…
I shall wear the bottoms of my trousers rolled
T.S.Eliot

der richtige griff zur rechten zeit

Die Schlesische Straße zu überqueren ist zu allen Zeiten nur etwas für Hartgesottene, der dichte laute Verkehr stimmt sich entweder schon auf die Autobahn Richtung Dresden ein oder kommt grade von eben dieser.

Ohne Unerschrockenheit und Entschlossenheit kommt man also nicht auf die andere Straßenseite.

Am Freitag abend begab es sich, daß der Herr Lucky auf die andere Straßenseite mußte, um sich sein Chicken Jhalfreezi von seinem Lieblings-Takeaway-Inder zu holen. Was zur Folge hatte, daß der heranbrausende BMW sehr stark etwas abbremsen mußte. Was zur Folge hatte, daß der BMW meinte, laut und lange hupen zu müssen. Was zur Folge hatte, daß Herr Lucky dem BMW den unmanikürten Mittelfinger in einer unmißverständlichen Geste entgegenreckte. Was den BMW veranlaßte, eine Volbremsung zu machen, es sah sogar so aus, als wolle der Fahrer auch aussteigen, um den Sachverhalt näher auszudiskutieren.

Aus einem mir unerfindlichen Grund griff Herr Lucky aber in die linke Innentasche seiner Jacke, warum, bleibt wohl ein Rätsel, denn dort bewahrt er lediglich Taschentücher auf. Jedenfalls schien der BMW die Handbewegung mißzuverstehen und brauste mit quietschenden Reifen davon.

Wußte gar nicht, daß ich so gefährlich wirken kann.

unentdeckte tierarten II: Die Hygiäne

Die Hygiäne gehört zur Familie der Raubtiere. Obwohl sie sich als Allesfresser ernährt, widmet sie ihren Jagdtrieb hauptsächlich der Vernichtung von Bakterien und Keimen und der Schikane ihrer Rudelmitglieder durch ihren außerordentlichen Aufräum- und Waschzwang.

Obwohl die Hygiäne eigentlch ein Rudeltier ist, wird sie vom Rudel oft als lästig oder ärgerlich empfunden. Oft erkennt man die Hygiäne schon von weitem an ihren Schlachtruf “Schuhe ausziehen, ist frisch gewischt!”

Die weibliche Hygiäne ist in der Regel Führerin eines Eltern-Kind Rudels, und dort zuständig für die Ernährung und das Sauberhalten der Brut und der Höhle. In der Höhle wacht die Hygiäne dann mit Argusaugen auf die Einhaltung der Sauberkeitsregeln, und räumt des öfteren den Tisch schon ab, während der Rest der Brut noch nicht mit der – oft nach Spüli schmeckenden – Mahlzeit fertig ist. Außerhalb der Höhle behilft sich die Hygiäne auch mit vollgespuckten Taschentüchern, um den Nachwuchs zu säubern, ein Verhalten, das man auf allen landläufigen Spielplätzen in freier Wildbahn beobachten kann.
Die männliche Hygiäne erkennt man, wie die weibliche, leicht an den geröteten, aufgeplatzen Händen, die von Mißbrauch von Reinigungsmitteln herrühren. Um diesen Zwang möglichst häufig nachkommen zu können, üben männliche Hygiänen oft den Beruf des Hautarzts oder ähnliches aus.

Die homosexuelle männliche Hygiäne erkennt man am ehesten in ihrem Bau: neben der Schlafstatt findet sich meist ein beachtlicher Vorrat an Küchenpapierrollen und feuchten Reinigungstüchern. Die Hygiäne ist meist bemüht, den Sexualpartner schon während dessen Orgasmus ein solches Küchentuch unterzulegen, um das Ejakulationssekret möglichst sicher aufzufangen und zu entsorgen. Sollte dies zeitlich nicht möglich sein, holt sie es schnellstmöglich durch eifriges Wischen und Tupfen nach oder sie eilt schnellstens in die Dusche. Ein möglicherweise sozial bindendes Kuscheln nach den Geschlechtsakt lehnt die Hygiäne kategorisch ab.

Die Hygiäne ist ein typisches Produkt der Anpassung einer ansonsten schmutzverträglichen Tiergattung. Die Evolution wird zeigen, ob sich die Hygiäne durchsetzen wird, ist sie durch ihr Verhalten doch sehr viel infektanfälliger als ihre robustere Hauptgattung.

sing your life

Ich finds drollig, gefunden beim werten Herrn Caliban
der`s wiederum hierher hat:

Answer the following questions using only song titles:

Are you female or male:
The Last of the Famous International Playboys (hehe! Morrissey)

Describe yourself:
Ein Elefant für Dich (Wir sind Helden)

How do some people feel about you:
Nur das und nicht mehr (Hildegard Knef ‘Just one of these Things’)

How do you feel about yourself:
Was hat dich bloß so ruiniert (Die Sterne)

Describe your ex girlfriend/boyfriend/wife/husband:
File it under Fun from the Past (Marianne Faithfull)

Describe your current girlfriend/boyfriendwife/husband:
Ich will was Neues (Nena)

Describe where you want to be:
On the Sunny side of the Street (Cyndi Lauper)

Describe what you want to be:
Filthy/Georgeous (Scissor Sisters)

Describe how you live:
Gestern wollt ich noch sterben (Cora Frost: ‘doch heut doch heut doch heut – bin ich wieder dabei!’)

Describe how you love:
Nobody does it better (Carly Simon)
Knock them Out (Lilly Allen)
Just like Heaven (The Cure)
Losing Control (Boy George)
oops, ich hör wohl besser auf…

Share a few words of wisdom:
What the World needs now is Love, sweet Love (Dionne Warwick u.a.)
Die Zeit heilt alle Wunder (Wir sind Helden)
Wer will, der möge! Sich beim Stöckchen bedienen, meine ich.