Category Archives: valley of the dulls

Rosette kaputt

‘Tja, die Rosette ist jetzt hinüber. Der Schaft war zu groß, beim Einführen hab ich das hier und da zerbeult’ sagt er und zeigt mir den Schaden mit seinen großen schwieligen Händen.
Er hat mich aus dem Schlaf geklingelt, mit seinem dringenden Unterfangen, und nun stehe ich fast nackt, noch schlaftrunken, da und begutachte den Schaden. ‘Und hier, die Rosette ist auch ganz zerkratzt. Die muß ich mitnehmen. Der Schaft hat auch gelitten, aber das sieht man nachher nicht mehr, wenn ich fertig bin.’

So ein Klempner am frühen Morgen mit Installationsproblemen und seltsamer Wortwahl kann ganz schön nerven.

herr der fliegen

was ich ganz am sommer auf dem land vergessen hatte: die fliegenpest. man kann sich nirgendwo ruhig und entspannt hinsetzen, schon gar nicht mit essen oder trinken dabei. nicht mal kette rauchen hilft. wenn man mit offenem fenster schläft, wird man spätestens ab sonnenaufgang mit einem lauten summen am ohr und einen heftigen kribbeln an dem füßen geweckt.
die schuldige: die gemeine stubenfliege.

die ihren namen voll und ganz zu recht trägt.
so, da habt ihr euren tiercontent, und morgen reibe ich mich mit altem diesel ein.

aber dafür erzähle ich euch vielleicht am wochenende, wie ich mal ein grab gegraben habe, für den nachbarn. nein, er war schon tot. und ja, ich sollte.

gute landung

…nach langer langer Fahrt. Wenn ich überlege, wo auf dieser Erde ich in 8 Stunden sein könnte, und für gar nicht mal so viel mehr Geld – sei’s drum.
Der Zug war erfreulich leer, und damit streßfrei. So eine Fahrt quer durch Deutschlands Mittel- und Kleinstädte finde ich dennoch immer ganz gruselig, wenn man so durch die häßlichen trostlosen 50er- oder 60er-Jahre-Vororte fährt. Da klingt jede Ansage mit den Umsteigemöglichkeiten wie eine Drohung: Hier haben Sie Verbindung nach Obladen, Paderborn oder Remscheid, oder wie sowas alles heißt. Ich aber will da auf gar keinen Fall hin.
Besser wirds dann allerdings weit hinter Köln, wo keine Städte mehr kommen, und die klitzekleine Regional-Bimmelbahn an jedem Baum und Strauch hält. Wunderschöne Sommerfelder und -wiesen, verschissenewunschene Dörflein, waldige Schluchten (Schlüchtchen) und rieselnde Bäche. Schade nur daß es so gar kein Raucherabteil gibt. Ich meine, ich kann mal zweieinhalb Stunden nicht rauchen, wenn es denn z.B. nach Ibiza geht. Aber von Köln in die Eifel? Da muß ich rauchen.
Nun gut, man muß ja nicht alle Verbote auch achten, es soll ja auch Leute geben, die betrunken Auto fahren.

Die Landung im Schoß der Sippschaft verlief soweit auch reibungslos, und mein Schwager brachte mir sogar ein Fahrrad mit, “damit du ein bißchen mobiler bist.” Sweet, irgendwie. Morgen schwinge ich mich aufs Rad und fahre zurück nach Berlin.
Nee, war alles ok, und entspannt, und der Keller ist voller Bier. Das kriegen wir hier nämlich immer umsonst.
Aber heute, heute kann das alles schon wieder kippen – wir werden sehen.

bloss nicht gucken!

Diese ärgerliche Schmonzette (nicht daß ich sonst etwas gegen Schmonzetten hätte!) ‘Wo die Liebe hinfällt’, im Original ‘Rumour has it’.
Angefangen von der untragbaren Fehlbesetzung der Hauptdarstellerin Jennifer Aniston, die aussieht als ob ein dreijähriges Kind ein Gesicht malen soll (Punkt, Punkt, Komma, Strich) und dieses auch nur gelegentlich fernsehserientauglich verziehen kann, über die völlig dämliche und uninteressante Handlung bis dahin, daß man Kevin Kotzner eigentlich auch nie wieder in einem Film sehen wollte. Immerhin müssen die beiden miteinander schlafen, was ja irgendwie paßt.

Ärgerlich die Ausführung der eigentlich interessanten Grundidee, was wäre, wenn es die Familie in der ‘Reifeprüfung’ wirklich gegeben hat, und wie ist es weitergegangen? Die Rolle der Mrs. Robinson mit Shirley MacLaine zu besetzen, ist eigentlich erstmal gut, und es freut daß die alte Un-Dame mal wieder mehr Filme produziert. Traurig dagegen, daß sie im Gegensatz zu ihrer Rolle in ‘In her Shoes’, wo sie tatsächlich auch schauspielert, hier nur versucht, die Charge zu wiederholen, die sie vor 20 Jahren einmal gewinnbringend für sich eingeführt hat. Nur leider gerät ihr das hier lediglich mumienhaft, und der immer gleiche Alkoholikerwitz in Variationen ist das einzige, was sie zu sagen bekommt.
Wenn Aniston also mit Kotzner schlafen muß, bliebe als erfreuliches Ergebnis Marc Ruffalo übrig. Nur leider sieht der glattrasiert gar nicht gut aus, dabei kann er sonst doch so sexy. Wer auch immer in der Maske beschlossen hat, ihn glattzurasieren, dem gehört jedes einzelne Sackhaar mit der Pinzette ausgerupft.
Fazit: Soviel kann man gar nicht nebenher trinken, um sich diesen Film schön zu gucken! Dann lieber in eine verstaubte Zimmerecke starren.

nüscht neuet unter der sonne

… und das ist auch gut so.
Zu warm gibts für mich nicht, man kann ja immer noch weniger anziehen oder sich noch weniger bewegen. Nur ärgern darf man sich nicht, und das ist die antrengendste Übung daran. Denn das würde zu Schweiß führen.
Und zur Not gibts Rasensprenger oder kalte Duschen.
Größeren Volksansammlungen die sich anderer Leute sportliche Betätigung ansehen, komme ich ganz gut aus dem Weg.
Miene Tastatur gibt schon länger das Ä nicht mehr gerne her, jetzt fängt sie auch an, am Ü zu sparen. Bitte um Geduld.
Alles fein, unspektakulär und vielleicht etwas langweilig. Und war alles schon mal schlimmer. Ich glaub, ich leg mich wieder hin.