oder: wie ich einmal einer alten frau beim ausbüxen geholfen habe.
ich nehme keine anhalter mit. aus verschiedenen gründen: weiß man, ob es nicht ein massenmörder ist? weiß man, ob der/die nicht stundenlang dummes zeug erzählen will? und last not least: im auto singe ich immer gerne sehr laut und nie schön. das hält kein mitfahrer aus. und kann sowieso immer peinlich werden, wenn man an der ampel vergißt, daß man offen fährt.
jedenfalls klopfte es an einem rastplatz dieser republik dringlich ans beifahrerfenster, eine dame mit gut ondulierten, leicht lila-gespülten haaren, dezentem lippenstift und augenmake-up und gepflegter bluse bat in gutbürgerlichem, selbstbewußten und befehlsgewohnten ton um eine mitfahrgelegenheit nach berlin.
hmh, dachte ich, ungewöhnlich. aber warum soll eine ältere dame nicht trampen? ich konnte es ihr nicht abschlagen.
als sie einstieg, bekam ich zweifel. gepäck hatte sie nicht. die untere hälfte der dame war mit einer jogging-hose und beigen latschen bekleidet, die ungepflegten füße waren nackt. war sie irgendwo ausgebüxt? suchte irgendwo ein altenheim nach dieser dame? war es eine dame?
sollte ich die frau irgendwo melden, war sie verwirrt? sie hörte sich nicht so an. stand es mir zu, eine ältere dame irgendwo einzuliefern, nur weil sie trampte, und ein wenig komisch angezogen war?
ich weiß es bis heute nicht, ich weiß nur daß sie immer merkwürdiger wurde, je näher wir an berlin kamen, und sich dann immer wieder hektisch umentschloß, wo sie denn rausgelassen werden wollte.
bis sie mir an einer roten ampel einfach aus dem auto sprang und verschwand.
people are strange.
oder war es die großmutter von ines s.?
Category Archives: igel when he flies
mitfahrgelegenheit zur hölle 1989
zur zeit bloggen alle, daß sie ihr auto stehen lassen. das würde ich nie nie tun. zum teil aufgrund trsumatischer erlebnisse wie diesem.
vor langer langer zeit, als berlin-west noch eine insel im roten osten war, begab es sich, daß der lucky mal dringend nach westdeutschland, wie man damals noch sagte, mußte. da der lucky damals noch gar kein geld hatte und es auch noch solche sachen wie ‘trampen’ gab (tut das heute noch jemand?), buchte er sich über die mitfahrzentrale eine mitfahrgelegenheit.
diese entpuppte sich leider als ausrangierte bullenwanne, mit 8 mitfahrern, die hinten auf den holzbänken quer sitzen mußten, da wo man vorher die steinewerfer vom 1.mai verhört hatte. stilecht berlin vor mauerfall also, und entsprechend ungemütlich.
leider begab es sich, daß der auspuff kaputt war, und die wanne nur 80 km/h fahren konnte, bei entsprechendem getöse, und das bei einer strecke von 700 km, die vor uns lag.
noch leiderer begab es sich, daß einer der mitfahrer ein schizo inmitten einer hochgradig paranoiden phase war, der nicht nur alle mitfahrer mit seinen meist erstaunlich hellsichtigen erkenntnissen über seine mitfahrer ungewollt erleuchtete; nein, er hatte auch etwas gegen die sonnenbrille des fahrers, weswegen er auf dem transit (man erinnere sich: feindesland, auf dem man auf gar keinen fall anhalten durfte) immer mal ins cockpit sprang, um selbige aus dem gesicht des fahrers zu reißen.
auch verfügte er über einen ausgeprägten freiheits- und abenteuerdrang, der dazu führte, daß er bei jedem stopp im intershop verschwand und wir ihn dringend suchen und einfangen mußten, denn man konnte nicht mit weniger passagieren aus der ddr ausreisen, als man eingereist war, genauso wenig,wie mit zuvielen passagieren.
war leicht anstrengend und aufreibend.
deswegen haben wir unseren hellsichtigen mitfahrer auch gleich in helmstedt vom krankenwagen abholen lassen.
danach ging es vergleichsweise ereignislos weiter, und nach nur 15 stunden hatten wir die strecke berlin-köln überwältigt, und ich mußte nur noch die nacht auf dem bahnhof zubringen, weil alle anschlußzüge natürlich schon weg waren.
deswegen würde ich nie nie nie wieder mein eigenes auto stehen lassen, niemals jemand mitnehmen und da zur not sogar noch eher mit der bahn fahren oder fliegen.
aber heute ist ja auch 2005 und nicht 1989.
milde menschen, viele treppen, ein friedhof der freuden, eine transsexuelle namens jacqueline und mal wieder die visa-notnummer
lisboa – gut fürs herz, fürs auge und fürs gemüt. und für die waden.
über die stadt muß man gar nicht viel erzählen – einfach wunderschön, und um jede ecke tut sich eine neue pittoreske ansicht auf – wenns nicht so peinlich wäre, müßte man glatt aquarelle malen…
und obwohl ich wadenweise sehr gut, fast fußballermäßig reich beschenkt bin, bekam ich doch mächtig muskelkater – wenn man den ganzen tag mit flipflops die ganzen treppen rauf und runter muß…
ich mag halt einfach malerisch verfallende ehemalige größe – dort ist mein gemüt zuhaus – und das hat NIX mit meinem alter zu tun!
die menschen: milde, zurückhaltend, und schön. eine ganze woche keine aggro und kein mackertum – wenn man wie ich in berlin-kreuzberg wohnt, weiß man das zu schätzen. ich hätte 40% der passanten vom fleck weg heiraten können (nein, ich habe mich nicht zum horst gemacht – hätte ich mal!)
eine totenstadt im westen – eine ganze stadt aus gräbern namens Cemiterio dos Prazeres (Friedhof der Freuden): totenhaus an totenhaus in weiß, mit je drei nischen rechts und links, darin jeweils ein sarg, mit einer verrottenden decke bedeckt. in den särgen, das sieht man, wenn man dann doch mal genauer hinlugt, ist eine zinkwanne mit den toten drin – nicht appetitlich, und wenn auch augenscheinlich luftdicht verschlossen, so riecht es doch was moderig… und wenns dann richtig durchgerottet ist, wird der ganze kram dann durch ein loch im boden weggekippt, und das sieht dann auch nicht lecker aus.
schwules ausgehen übrigens ist auch nicht so sehr zu empfehlen, nicht nur wegen der mumien, ein club war wie die dorfdisco meiner jugend (wußte gar nicht, daß es tatsächlich ein refugium für homo-house mit den dazugehörigen schreienden sängerinnen gibt), und so viele cubs und bären hab ich schon lange nicht mehr gesehen. aber vielleicht liegt das dran, daß ich in berlin da eben auch nicht hingehe. sahen aber auch wie touristen aus.
ein anderer club dagegen war lustig, so groß wie meine nicht kleine küche, aber mit mndestens 300 leuten drin, einer klassischen travestieshow (ohjah!) um 2 uhr, und sehr vielen hübschen menschen, die auch tatsächlich flirten, und einen beherzt anfassen, wenn sie vorbei wollen, und bei der gelegenheit auch noch mal sonst manuell mal hier und da was nachprüfen. da hat mich dann eine transsexuelle brasilierin namens jacqueline adoptiert, deren brüste naturgemäß, aber leider deutlich wahrnehmbar jünger waren als die gegend um ihren mund. so nett sie auch war, habe ich mich bald verdrückt, weil ihre aussprache mir dann doch zu feucht war…
mit ein paar hübschen jungs getanzt, und dann festgestellt, daß geld und kreditkarte weg sind, und dann mit 28,5 promille zuhause die karte sperren lassen – das muß man ihnen lassen, die leute bei visa sind da gut drin, haben mich verstanden – oder sie kennen mich schon, hab das dieses jahr ja schon 3x machen müssen….
industriewaschbecken..
…. war während meiner abwesenheit der top-suchbegriff für diese bescheidene seite.
industriewaschbecken – eigentlich ein schönes wort. fast so schön wie vomitarium.
ich überlege, ob ich in dem bereich nicht anfangen soll zu sammeln?
jetzt bin ich dran!
the summer has ended and we are not yet saved.
deswegen wird es zeit für mich, auch endlich in urlaub zu fahren, wenn auch nur kurz.
ich habe ja schließlich auch den ganzen sommer hier stellung gehalten!
und ich danke meinem freund paula sau (ja so heißt das) daß er mich im juli schon gezwungen hat, den flug zu buchen, denn sonst wäre er längst weggeschmolzen, der urlaub, wie butter in der sonne.
so aber heißt es – wenn auch nur für eine woche: lissabon, ick komme!
bis bald!
ein stock ein stein ein sommertag
Der Glamourdick hat mir ein Sommerstöckchen geworfen und das werde ich jetzt brav wuff-wuff apportieren.
WAS SIND DIE ERSTEN GEDANKEN, DIE DIR ZUM THEMA SOMMER DURCH DEN KOPF SCHIEßEN?
Hitze, nackt sein, tagsüber trinken, die Pickel auf der Brust, die ich in der Sonne kriege, und Sonnenstrahlen auf Wasser. Happiness, Entspannung. Nirvana hier und jetzt. und guten verschwitzten Sex. Hier und jetzt.
WIE SAH EIN TYPISCHER SOMMERFERIENTAG IN DEINER KINDHEIT AUS?
Wenn ich Glück hatte, dann spielten alle Kinder im Dorf den ganzen Tag Räuber und Gendarm, was darin bestand, daß man sich nach dem Frühstück in 2 Banden aufteilte, wo die Gendarmen die Räuber suchen und festnehmen mußten. Areal war das ganze kleine Dorf mit 60 Häusern und doppelt so vielen Schuppen und Scheunen. Das dauerte dann oft so lange, daß zum Abendessen immer noch ein paar Kinder vermißt wurden. Sowas gibts heute gar nicht mehr.
Wenn ich Pech hatte, wurde ich gleich beim Ankommenvon den anderen Kindern aber geärgert, daß ich sofort wieder beleidigt nach Hause bin, blödes Mädchen, das ich war. Seitdem ist mein ungetrübtestes Glück ein tolles Buch und eine Tüte Chips, jetzt allerdings zzgl. einem Bier/Sekt/Wein und ein paar Päckchen Zichten.
WENN DU DICH AN DEN KIOSK IN DEM VON DIR ÜBLICHERWEISE BESUCHTEN FREIBAD ZURÜCK ERINNERST, WAS FÄLLT DIR ALS ERSTES EIN?
Sowas gabs bei uns nicht, schwimmen hab ich erst vorläufig mit 12 gelernt, und endgültig vor 2 Jahren. Und das ist auch eine Geschichte für sich. Allerdings gab es im Dorf einen (für mich damals) riesigen Tante-Emma-Laden, der auch in jetzigen Träumen immer noch als Schatzkammer mit denwundersamsten Entdeckungen auftaucht.
WOHIN BIST DU IN DEN SOMMERFERIEN GERNE/HÄUFIG MIT DEINEN ELTERN IN DEN URLAUB GEFAHREN?
Das gabs gar nicht, wir waren zu arm und meine Eltern zu sehr arbeits- und zuwenig spaßorientiert. Alle paar Wochen ein Spaziergang war das non-plus-ultra.
WO FÄHRST DU HEUTE GERN IN DEN SOMMERURLAUB? WARUM?
Eine Hütte am See im Wald in Schweden mit meinen schwedischen Freunden. Mit dem Auto durch Italien mit einem schönen Mann. -> Freiheit! Entschleunigung der Zeit!
DU HAST EINEN FREIEN TAG MITTEN IM SOMMER. GESTALTE IHN WIE DU WILLST. ALLES IST MÖGLICH UND NICHTS IST VERBOTEN. BENUTZE DEINE FANTASIE UND ERZÄHLE, WIE DEIN IDEALER SOMMERTAG AUSSEHEN WÜRDE.
Nun, das muß ja gar keine Phantasie sein. Am liebsten mit flotten Freunden & einer Flotte Schlauchboote und Tele-Tubbie-Luftmatratzen auf den See. Natürlich als wichtigstes der Glamourdick. Und viel Alkohol und schmeckere Leckereien.
Schön ist auch, wenn vom Vortag noch ein lecker Mann übrig geblieben ist, den ich mir zur Verzierung auf den Bug setzen kann, wie letztes Jahr der sexy Brasilianer. Und ab und zu rudert man mit dem Restemann vom Vortag mal um die Ecke…
Schön mit meinem Cabrio mit cabrio-unpassender Musik hingefahren. Und danach gehen alle noch was essen, und wir hängen bis zum nächsten Morgen auf den parkenden Autos vorm Roses in der Oranienstraße, und trinken uns was und schauen den Leuten zu, oder machen was mit denen. Das ist Glück – mehr brauch ich nicht.
Und hiermit geht das stöckchen weiter an napoleone und at.
ich hab jetzt tussi-dsl
und es hat gar nicht wehgetan. die alice hat mir das schön erklärt, und es gab bilder mit gut manikürten, aber nagellacklosen händen, wo welcher stecker hinkommt und so – mit sanfter ruhiger stimme fühlte man sich befähigt, das ganz fachmänn/frau-isch zu erledigen – ging auch alles gut, bis zur Anmeldung: böse falle!
ohne die ruhige beratung steht einfach da : jeht nüsch! gucken se mal ob die stecker richtig stecken! hab ich auch gemacht, aber nach 2-3x dacht ich mir das kanns jetzt auch nicht sein – wer weiß wie lange das gedauert hätte, wenn ich immer noch blond wäre – tage – monate!
also frustriert zur arbeit, meinem system-admin angekündigt, daß er jetzt wohl überstunden privat machenmüßte… der arme, alice muß grad sehr viel verkaufen, er ist schon auf 2 wochen ausgeplant…
und abends böses ahnend nach hause – und siehe da: alle lampen blinken – war einfach noch nicht freigeschaltet!!!
und jetzt gucken se mal: sehn se wie schnell ich bin!?
der nachteil: jetzt ist nicht mehr immer automatisch besetzt, wenn meine mutter anruft – werd ich wohl jetzt wieder screenen müssen…