Category Archives: igel when he flies

Bröllop

svenska
(Abbildung ähnlich, Copyright beim Ex)

Zwei Hochzeiten und ein Todesfall, bisher, dieses Jahr.
Und das mir, der ich, ich habe extra nachgezählt, Hochzeiten seit genau 30 Jahren boykottiere, seit der Hochzeit meiner mittlerweile auch verstorbenen Schwester. Womit ich mir den Zorn und die Verachtung der halben Verwandtschaft zugezogen habe, wenn ich ihnen sagte, daß es ja schön sei, daß sie heiraten, ich aber leider nicht kommen könnte, weil ich nichts davon halte.

Jedenfalls, die erste Hochzeitfeier war phänomenal, und das Paar auch. Und morgen muß ich nach Schweden, wo meine alte alte Freundin Gunilla, die übrigens auch nichts vom Heiraten hält, eben – heiratet. Aber nur, weil ihr Vater bald stirbt und sie ihm die Freude machen will. Ich finde allerdings auch, daß es Zeit wird, daß ihr französischer Mann nach 10 Jahren und zwei Kindern ein ehrbares Mädchen aus ihr macht, in ihren Mittvierzigern. (Das ist der, der immer mit leuchtenden Augen sagt, daß er mich haben wollte, wenn er Gunilla nicht schon hätte – in ihrem Beisein. Kein Wunder, ich hab ja auch die größeren Brüste. Sie findets lustig.)

Gunilla hat vor Urzeiten zwei Ölbilder von mir gemalt, die in ihrem Wohnzimmer hängen, eins, wie ich nackt (!) in meiner alten Wohnung auf dem Bett liege, eins wie ich im goldenen Kleid hübsch geschminkt mit großen Augen gucke. Das dürfte zu einigen peinlichen Situationen führen, wenn man den anderen Gästen vorgestellt wird. Ich habe ihr geraten, das fein zu umschiffen, ich weiß da nämlich sonst auch noch ein paar sehr dunkle sehr schmutzige Geschichten von ihr, aus dem Kumpelnest zum Beispiel. Ihre Kinder kennen die sicher noch nicht.

Also geht es morgen mit Flieger und Auto und dem leicht wahnsinnigen Ex von vor 15 Jahren (also meinem Ex, jetze) und dessen Freund nach Barnens Ö, der sogenannten Kinderinsel. Na, vielleicht fällt ja eins für mich ab. Man hat für die Feierlichkeiten ein Ferienlager gemietet, für die anreisenden 80+ Schweden plus Kindern, Alkohol hortet man schon seit einem Jahr, und so steht den Festlichkeiten scheints nichts im Wege.

Wer mich kennt, weiß wie ich Reisen hasse, und Anderswosein, besonders, wenn ich sowas höre wie Ferienlager, wenn ich nicht weiß ob ich zu zweit oder zu viert oder zu vierzigst in einem Schlafsaal schlafen muß (oder gar ganz intim mit Ex und dessen Gatten), die Bettwäsche selber mitbringen darf und mindestens noch 4 Flaschen Wodka. Wenn ich nicht weiß, ob ich Winterpulli einpacken muß oder Badehose oder beides, nur das Mückenspray scheint unabdingbar. Und ein Wochenende mit fast hundert Schweden und Schwedinnen, die wahrscheinlich von Donnerstag bis Sonntag dauerbesoffen und dauerkotzend sind.

Andererseits, und da siehe Serviervorschlag oben, Schweden! Sommer (hoffentlich) in Schweden! Am See! Rudern! Und Angeln vom Boot aus (hoffentlich fang ich nix, ich könnte es nicht totschlagen)
Und Gunilla und Nicolas, eine alte alte schöne Freundschaft, bei der es nichts ausmacht, ob man sich ein oder zwei Jahre nicht gesprochen oder gesehen hat, man fühlt sich sofort vertraut und geborgen. Und da finde ich es richtig, diese unwahrscheinliche Ehe zu feiern, die ein kleines Wunder ist, wie sie zustande gekommen ist, und wie sie überlebt hat.
Ein Liebesdienst, hinzufahren, der Freundschaft zuliebe, der Liebe zuliebe, dem Prinzip Hoffnung zuliebe.

Und deswegen werde ich die nächsten 24 Stunden damit verbringen, mich von verschissenen Schlafsälen, regennassen Gebüschen bei 5°, Kotzepfützen an Bootsstegen, Mückenstichen und Schlägereien zwischen dauerbesoffenen schwedischen Gästen abzulenken.

Ich channele einen großen Himmel, einen herrlichen ewig währenden Sonnenauf- und untergang. Licht, das auf Wellen tanzt, die herrlichen schwedischen Trinksprüche und tiefe bewegende Gespräche in warmem Abendlicht. Kleine Spaziergänge zu zweit oder dritt und der morgendlche Sprung in den See vor dem Lachsfrühstück. Brom- und Himbeeren frisch aus dem Wald, und Grillengesänge in den Büschen. Janssons Frestelse (?) zum Abendbrot und dann in Decken gemummelt am Lagerfeuer sitzen.

Ja goer sa att Blommorna blommar!

Das Glück kostet € 84,95

und heißt Hedy, zu Ehren von Hedy Lamarr, aber nicht weil sie den Vorläufer des Handys erfunden hat, sondern weil diese Fotos sich so perfekt in die Glamschen und Luckyschen Wasserbilder einreihen.
Wir hätten Hedy auch mit an Bord genommen, sind aber auch nicht auf sie angewiesen, bevölkern doch eine ganze Reihe reizender Geschöpfe unsere Flotilla, darunter ja auch einige der reizendsten Bloggerinnen.
Ich bin gespannt, wann der Tag kommt, an dem Glam und Lucky mehr Bloggerinnen an Bord hatten als Don Dahlmann Bloggerinnen, äh, sonstwo.

Jedenfalls, Hedy ist der neuste Neuzugang zur Flotte, klein, grau mit gelb und sehr flott und wendig. Wieder Platz für 2 Gäste mehr.

Nackte Haut! Gummi! Heiss! Und mit Tieren! Auf dem Wasser!

So hat sich unser liebstes Schnittchen am Sonntag vergnügt!

krokoschnittchen

Hach, war det schön!

Und noch eine Erfahrung, wenn man eine solch reizende und attraktive Galeonsfigur an Bord hat, ist das nicht nur für den Bootsbetreiber eine wahre Freude, nein, auch die heterosexuellen Schwimmer und Ruderer sind zutraulicher als sonst. Manche ließen sich sogar fast mit Schokokeksen füttern. (Heißen Chocolinos eigentlich auch im englischsprachigen Raum so: Chokelinos?)

Die Frau Koma ist aber auch so zutraulich, die kam einfach so vorbeigeschwommen, auf nen Drink, nen Keks und ne Zichte.

Gute Aussicht(en)

Das Venue ist wahrscheinlich das mit der großartigsten Aussicht der Stadt, und mit der beeindruckendsten Architektur.
Eine Hochzeitsfeier über den Dächern, ein wundervolles Brautpaar, eine Gästerunde vom Feinsten, ein Hollywoodmoment, ein Kate- und Leopold-Gefühl am Geländer vor dem Sonnenuntergang:
I am King of the World!

frankfurterallee

Der sehr junge Zufallsbegleiter des besten Freundes fragt “And how long have you two known each other?”
“Oh that must be close to twenty years now!”
Erschreckter Blick auf den 21jährigen: “That must sound awfully old, doesn’t it?”
Das hielt dann später allerdings keinen davon ab… aber das ist eine andere und nicht meine Geschichte.

Meine Geschichte war der gut gebaute Hetero der mich mit festen Blick auserkoren hatte, mich den ganzen Abend mit Komplimenten zu bestücken. So einer, der nach dem Jakobsweg letztes Jahr jetzt mal andere Priortäten setzen muß, und der laut Eigenauskunft auch gerne mal einem Mann an den Hintern tatscht, ohne daß es ihm allerdings sexuell was bringen würde. Sie kennen das.
Egal, ich geh ja immer erstmal mit, man will ja wissen, wo die Leute hin wollen, und worauf hinaus, das hab ich früher auch immer mit den Diesel-Dykes so gehalten.

Natürlich wollte er auf nichts hinaus, aber meine Therapeutin wird stolz auf mich sein, so voll hab ich mir die Taschen mit Komplimenten stecken lasse.

(Und natürlich hab ich es mir beim Abschied nicht nehmen lassen, bei dem jungen Mann mal überall genauer nachzufühlen. Stramm, indeed, hrhr)

Beautiful Day without You

Living on my guard (guarded)
Wind is on my neck (fateless)
Sun is on my face (have courage)
Beautiful day without you (ah)

Like rays of gold (I honestly can)
Now can I (forget the pain)
(Royksopp, Beautiful Day without You)

Ein oder mehrere Tage auf dem See mit den richtigen Menschen sind wahrscheinlich der Zustand, der am nächsten und direktesten an das Seelenheil herankommt.
Zuhause und auf dem Weg hin noch voller Angst und Haß auf die Menschen, und würgend und erstickend an dieser unstillbaren, unerträglichen Sehnsucht, den Menschen anzurufen, den kein Telefonanschluß mehr erreicht. All die kleinen unbedeutenden Details zu erzählen, zu teilen, komplett egal, was man erzählt, das Gespräch als Seelenaustausch und Nabelschnur. Getrennt.

In meinem Heimatdialekt gibt es ein Wort, das in Deutsch nicht existiert, es spricht sich ‘Geheeschnis’, und bedeutet in etwa: Heimat, geborgen sein, unerklärt und bedingungslos verstanden und angenommen werden, ein Mutterwort eben.

Wie schön, daß es auch im Hochdeutschen mindestens einen Menschen gibt, der die Bedeutung kennt und lebt.

(mit fliegenden Rochen und Quallen, dafür ohne Killerwelse)

Public Displays of Affection

Boy, what a weekend!
Am Freitag also Yazoo live, ein unwahrscheinliches Ereignis, mit dem Ereignishorizont i.R. Auf dem Weg zur Columbiahalle die bange Frage, ob das jetzt ein ältliches Publikum wird, aus ewig Gestrigen, große Erleichterung dann, als wir auf eine größtenteils jugendliche, gothic- und animeorientierte Meute treffen, die in Schwarz, Lila, Rosa und Fuchsia auf Einlaß warten. Moment!? Es soll doch um acht losgehen? Ach richtig, das hier ist das Columbia Fritz, Yazoo ist eins weiter, und siehe da, eins weiter warten auch dann die Um-die-40-Jährigen auf ein Stück wiederbelbter Erinnerung aus ihrer stilbildenden Zeit. Das Konzert dann, großartig, kein Wunsch bleibt offen, hier und heute und doch exakt was es immer war, eine nichtmuseale Aufführung, kein peinlich modernisiertes Unterfangen, weil nicht nötig. Yazoo ist. Und war. Und wir sind glücklich und bewegt.

Danach dann zur Abschiedsparty des unglaublich reizenden Bomec, den ich allerdings leider erst dort kennenlerne – Say Hello Wave Goodbye in einem Rutsch. Noch nie habe ich mich auf Anhieb bei einem Menschen so wohl gefühlt. Man muß aber auch gönnen können, in dem Fall Serbien, und es wäre zwar menschlich, aber nicht nett, sich zu wünschen, daß er bald wieder zurückkommt (aber heimlich gedacht haben es sicher einige.) Gin Tonic war wiederkehrendes Thema des Abends, so wie Kopfschmerzen wiederkehrendes Motiv der Folgetage wurde.

Samstag dann eine unglaubliche Premiere: Kiss me Kate in der Komischen Oper. Im Unterhaltungsbereich das Schönste, was ich jemald auf einer Bühne gesehen habe, und das will was heißen. Witzig, sexy, respektlos, ironisch, liebevoll – Homoglitterpunkglampornmusical mit einer großartigen Hauptdarstellerin Dagmar Manzel und einer großen Menge Tänzer und Sänger in allersexiesten Kostümen. Hätten sie noch mehr Pailletten anbringen wollen, hätten sie das Publikum besticken müssen.

Danach dann der Versuch der Erregung öffentlichen Ärgernisses, als ich auf der Französischen Straße vor der Bayrischen Botschaft barfuß in einer transparenten Unterhose stand, um vom Premierenanzug in etwas Bequemeres zu wechseln. War dann aber keiner erregt oder verärgert. Seh’nse, det is Berlin!

Dann zur Party der Herzen. Es muß ein schlimmer Abend für den Rest Berlins gewesen sein, dann alle wunderbaren Menschen nicht nur Berlins waren in der Glamourdick Mansion, um dem Wunderbarsten von allen zu huldigen, ein Fest, ein Rausch, ein Herz und eine Seele, und Schönheit allerorten, innen und außen. Der Morgen wurde auf der Terrasse begrüßt, weil zusammen weinen genauso schön ist wie zusammen lachen oder zusammen singen, und man mit den richtigen Menschen alles zusammen und auf einmal tun kann.

Den Sonntag dann schmerzend und schwitzend auf dem Sofa verbracht, weil man das Bett nicht mehr gefunden hat, und dann zur Reprise ins Glamourdick Mansion, mit Restalkohol im Blut und aus dem Kühlschrank, Blasen (Seifen-), Beschneidungsdiskussionen und einem Ipod-Battle. Die amerikanische Nachbarin zeigt, daß sie im Gegensatz zu bestimmten Bloggerinnen Schlüpfer trägt. Er ist rosalila und heißt Erika. Glams Zeh ist rot lackiert, trägt aber keinen Namen. Man hätte ihn Rufus nennen können.

Life can be so beautiful. Zu meinem Glück fehlt mir eigentlich jetzt nur noch ein Zivi, um diese Woche durchstehen zu können. Noch so’n Wochenende und ich bin tot.

I before E except after C – In my Room Upstairs at Eric’s

Revisiting Formative Years

Boah, bin ich alt. (Also jetzt nicht so alt wie ein Stones-Fan, aber…) Und heute abend werde ich das live erleben – eine unwahrscheinliche Reunion, die ich nie erwartet hätte, und niemals erträumt. (Und von der ich jetzt auch nicht wirklich viel erwarte.)

Yazoo sind in der Stadt, Reconnected nach 25 Jahren. Sie waren nur 18 Monate und zwei Platten zusammen, konnten sich noch nie wirklich leiden, und warum sie jetzt zusammen auf Tour gehen, ist mir rätselhaft, money or memories? Or and?

You and me Both war zusammen mit Sweet Dreams von Eurythmics meine erste LP, und die habe ich über Monate tagein tagaus den ganzen Tag gehört, abgekapselt in meinem 9qm-Zimmerchen in dem gottvergessenen Bauerndorf, bis das Vinyl fast durchsichtig war. Und fühlte mich verstanden von der kalten Elektronik und der warmen Stimme. Ode to Boy, Winter Kills, Anyone, And on.
Und ich wollte unbedingt die Frisur von Vince Clark haben, die Glatze mit dem Puschel vorne, tststs.

Als sie sich trennten, hab ich sehr geweint, und monatelang überlegt, ob ich Alison Moyet schreiben soll, daß sie weiter singen soll. Hat sie ja dann auch ohne mein Zutun getan.

Nun, bin gespannt.

(Und damit der Tag nicht umsonst war und auch alle was gelernt haben: der Titel ist nicht nur ein Song von Yazoo, sondern eine englische Eselsbrücke, von wegen ie oder ei, also: believe, aber conceive. Spiel, Spaß, Spannung, Bildung. Alles auf einmal! Doll!)

Nachtrag: Herrlich wars! die TAZ hat einen sehr treffenden Bericht.

Steinigen ist Out

Igel gilt nicht als Waffe
Andere hätten vielleicht ihren Kampfhund losgehetzt, ein findiger Neuseeländer griff zum Igel. Der überlebte die Attacke zwar nicht, verletzte aber immerhin das Ziel des Wurfs. Der Täter kommt mit einer Geldstrafe davon.

Wellington – Ein Neuseeländer ist wegen Körperverletzung verurteilt worden, weil er einen Teenager mit einem Igel angegriffen hatte. Der 27-Jährige hatte dem Jungen das Stacheltier im Februar aus fünf Metern Entfernung hinterher geschleudert. Er traf den 15-Jährigen am Bein, wo der Igel nach Feststellung des Gerichts eine Quaddel hinterließ und vier Stacheln einbüßte. Der Junge ging zum Arzt. Der Igel überlebte die Attacke nicht. Der 27-Jährige muss 500 neuseeländische Dollar (250 Euro) zahlen, berichtete der Sender TV3 am Donnerstag.

Die Staatsanwaltschaft hatte sich gnädig gezeigt. Sie rückte von ihrer ursprünglichen Anklage der Körperverletzung “mit Waffe” ab. Das hätte den Mann für fünf Jahre hinter Gitter bringen können.
Quelle

In der Rubrik Igel when he flies

Billig Spaß!

Sagen Sie einen Befehl
Arschloch!
Wiederholen Sie bitte! (leicht verschnupfte Stimme)
Drecksau!
Nicht verstanden (Die lügt! Die hat genau verstanden!)

So hatte ich gestern abend anderthalb Stunden Spaß mit der Sprachsteuerung meines Handy. Gelacht bis die Schwarte weh tat.

Probieren Sie’s mal! Froh zu sein bedarf es wenig!