Na toll, kaputt – Plank in me Eye (with a Camel trying to get through it)

Gestern 5 Stunden in der Charité/Benjamin Franklin in der Augenklinik verbracht, unerträgliche 5 Stunden – und mich dabei noch geschämt, die Privatversicherten-Karte gezogen zu haben, geschämt vor den 60 Menschen im normalen Wartezimmer, an denen ich vorbeigesegelt bin.

Jedenfalls, ich habe jetzt eine Art Magengeschwür fürs Auge, die Quittung für die erste Woche  Arbeit nach  dem Urlaub (oder dafür, überhaupt Urlaub gemacht zu haben?) – stressbedingt, belastungsbedingt – das kommt nicht selten bei halbjungen oder halbalten Männern zwischen 30 und 50 vor, entscheidet sich ein Gefäß, Blut oder Flüssigkeit zwischen Augenende und Netzhaut zu pumpen, was dann eine schicke Beule formt und in ungefähr den selben optischen Effekt hat, wie wenn sie bei RTL2 einen Assi nach seinen abwegigen Sexualpraktiken befragen und ihn zum Anonymisieren mit so einem grauen Blub überm Kopf belegen. So sehe ich Sie jetzt auch, wenn ich Sie mit meinem rechten Auge fixiere. Das kann chronisch werden oder auch im Extremfall die Netzhaut ablösen.

Mehrere Stunden geblitzdingst, als ob die Men in Black mehrere Alienpopulationen in mir auslöschen müßten – aber zugegeben genial war der Special Effect mit dem Farbstoff, der mir gespritzt wurde – bis spätabens pinkelte ich neongelb, leider hatte ich keine Schwarzlichtlampe, um herauszufinden, ob ich mit dem Trick der Star der LAB-Parties im Berghain werden könnte. Ich bin gespannt, ob ich jetzt noch wie angekündigt gelb werde. Simpsonize me.

Jedenfalls, so schlimm sei es nicht, meinte die Professorin, ich solle nur Streß meiden, mich entspannen, nicht ärgern oder unter Druck setzen lassen und generell ein großes fettes OOOOMMM über mein Leben legen. Worauf ich entgegnete, daß ich dann aber auch gleich Weltfrieden verkünden und dafür sorgen könnte, daß kein Kind auf der Welt mehr hungern müßte. Ansonsten könnte man auch lasern, meinte sie dann.

Ich habe Glück, daß das auf dem Auge passiert ist, mit dem ich seit Geburt eh nicht so viel sehen kann, ansonsten wäre ich jetzt hilflos. Das Bittere ist, daß ich gelernt habe, mit den Narben zu leben, die mir mein Burnout von damals und die Sterbefälle, die mir die Genesung so schwer gemacht haben. Posttraumatisch belastungsgestört eben. Auch mit so einer schlimmen Woche wir der vor 4 Wochen kann ich leben, weil ich weiß, daß der Zustand vorübergehend und nicht wirklich ist, sondern nur im Kopf (trotzdem hat Joyce Carol Oates recht, wenn sie behauptet: “States of Mind are real enough” und Dumbledore auch, wenn er zu Harry P. sagt: “Of course, it is happening inside your head, Harry, but why on earth should that mean that it’s not real?”)

Also ich kann mit dem gelegentlichen Terror leben, weil ich weiß, daß es nur ein Nachhall ist, Narbengewebe meiner Seele, mittlerweile Bestandteil von mir, aber was mich echt ärgert, ist, daß das Zeug jetzt auch noch an mein Augenlicht will. Magen ok, damit lebe ich seit ewig, aber Augen, nee, das geht nicht. Echt jetzt. Pfui!

11 Gedanken zu „Na toll, kaputt – Plank in me Eye (with a Camel trying to get through it)

    1. luckystrike Artikelautor

      Oh, das hört sich aber auch schrecklich an! Nee, bei mir ist es was anderes, RCS, da steckt irgendwas unter der Netzhaut und da ich die Tabletten nicht vertrage (so muß sich Chemo anfühlen, jede einzelne Zelle möchte kotzen), wird entweder gelasert oder es wird von selber wieder gut.

    2. arboretum

      Deshalb war es also so ruhig. Ich habe mir schon Gedanken gemacht, wollte aber nicht durch dauerndes Nachfragen nerven. Hoffentlich wendet sich bald alles zum Guten.

  1. casino

    ordentliches kaliber, das sie da auffahren, mannomann. zum glück wirds grad dunkler, da gibt es sowieso nicht soviel zu sehen, und selbstverständlich wird alles wieder gut bei ihnen! gute besserung!

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