Konsequent, eigentlich

Wenn man sich also, sagen wir, rund 15 Jahre vor dem Zahnarzt drückt, weil man zum einen eine Riesenangst hat (mein Kinder-Zahnarzt war ein Metzger und ich hatte unglaublich schlechte Zähne, die teilweise schon faul waren, als sie rauskamen, wohl genetisch) und zum anderen die letzten 10 Jahre mit dem Aufbau eines kleinen und eines großen Burnout beschäftigt war und sich demzufolge um wenig anderes kümmern konnte, da kommt dann schon einiges zusammen. An Angst, Befürchtungen und schlechtem Gewissen.
So dieses schlechte Kindergewissen, wenn man das tote Kätzchen, das man vielleicht ein wenig zu fest gedrückt hat, ganz hinten im Schrank versteckt, merkt es keiner, und keiner schimpft, so eins.
Außerdem bin ich auch manchmal zu besoffen müde, um abends noch zu putzen, und das nicht nur 1x im Jahr.
Jedenfalls war es eine gute Strategie, mich als Angstpatient zu erkennen zu geben, was bei den metergroßen Schweißflecken unter den Achseln wohl eh nicht nötig gewesen wäre.
Man behandelte mich wie einen 4-Jährigen, was angesichts der Umstände auch konsequent ist, und so ging ich mit gutem Gefühl und leider unverrichteter Dinge wieder nach Hause, mit ein paar weiteren Terminen. Und dem Kompliment, daß ich eine sehr gute Zahnhygiene habe, was, wenn ich heute drüber nachdenke, wohl eher eine ermutigende Lüge war.
Egal, geschämt hab ich mich zwar, aber immerhin – I just swam the English Channel…

10 Gedanken zu „Konsequent, eigentlich

  1. timanfaya

    glückwunsch! und: ich kann beruhigen. die heutigen narkotika sind in allen bereichen der oberknaller. richtig feines und sehr gezieltes zeug. ich kann mich garnicht mehr daran erinnern, wann bei mir das letzte mal was beim onkel doktor weh getan hat. größere kopf op bei vollem bewußtsein, zähne ziehen und spätere implantierung mit bohrung im kieferknochen und allem was dazu gehört: alles kinderkram. völlig schmerzlos. mitunter etwas unangenehm, aber das sind viele meiner mitmenschen auch. nichts wirklich neues also.

    [okay, ein zwei tage danach sind noch etwas unangenhmer, aber dafür gibt es auch irgendwelche pillen. nichts wirklich wildes.]

    Antworten
  2. walküre

    Glauben Sie mir, es hängt tatsächlich zu 99% vom Zahnarzt (meiner ist ein Traum von einem Mediziner – gäbe es nur solche Zahnärzte wie ihn, hätte niemand mehr Panikattacken vor einem Zahnarztbesuch !) ab. Wenn ich denke, was ich an Behandlungen hinter mir habe und mit welcher psychischen(!) Belastung (körperliche Schmerzen hatte ich kein einziges Mal; die starken, mir auf meinen Wunsch hin präventiv verschriebenen Schmerztabletten, blieben ungenutzt) das alles verbunden war, weil ich ebenfalls extrem schlechte Erinnerungen an meinen früheren Zahnarzt hatte …

    Ich drücke Ihnen weiterhin ganz fest die Daumen.

    Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>