Archiv für den Tag: 24. Mai 2009

I’ve come to wish you an Unhappy Birthday

because you’re evil and you lied.

Und weil du es bestimmt so haben wolltest. Dabei hast du wahrscheinlich tierisch Spaß beim heimlichen Gruppensex mit deiner Band samt Anhang. Happy 50th Birthday, Morrissey!

Aber im Ernst, jemand der so etwas schreiben kann, hat mir mindestens so viel gegeben wie die Shakespeares, späten Carters, frühe Wintersons, Parkers, Eliots dieser Welt:

If you’re so funny
Then why are you on your own tonight ?
And if you’re so clever
Then why are you on your own tonight ?
If you’re so very entertaining
Then why are you on your own tonight ?
If you’re so very good-looking
Why do you sleep alone tonight ?
I know …
‘Cause tonight is just like any other night
That’s why you’re on your own tonight
With your triumphs and your charms
While they’re in each other’s arms…”
It’s so easy to laugh
It’s so easy to hate
It takes strength to be gentle and kind

Ich kann die Lyrics nicht alle zitieren, die mir etwas bedeuten oder bedeutet haben, vielleicht noch:
What she said :
“I smoke ‘cos I’m hoping for an
Early death
and I need to cling to something

So wurde er also 50, jetzt ein Sinatra für die Ungefickten und Deprimierten. Und es steht ihm ganz gut, wenn auch die letzten beiden Platten ein wenig langweilig geraten sind.

Einiges hätte ich ihm vorzuwerfen, begleiteten doch seine Songs und die der Smiths meine Pubertät und illustrierten mit Worten meine Befindlichkeiten. Genau wie The Cure, nur überstanden die Smiths und Morrissey die Zeiten besser, dehnte ich doch meine Pubertät bis Mitte 30 aus, und auch heute noch spüre ich wie Braille die seelischen Aknenarben aus Unsicherheit, Ungeliebtsein, Einsamkeit, Schüchternheit.

Vorzuwerfen deshalb, weil meine Sozialisierung sicher anders verlaufen wäre, hätte ich als seelischen Soundträck dieser Zeiten Kylie, Madonna oder von mir aus auch Sabrina oder Samatha Fox gewählt. “So many Men, so little Time” war nie ein Motto von mir, und heute tut mir das im Nachhinein ein wenig leid, hätte ich doch damals meinen im Nachhinein betrachtet durchaus ansehnlichen Körper nicht von innen mit so viel Selbstzweifel befüllt, sondern einfach unter die Leute gebracht.
“Free your Ass and the Rest will follow” oder so.

Dabei habe ich wahrscheinlich über all die Jahre nur einiges mißverstanden. John Peel, einer der frühen Unterstützer der Smiths zum Beispiel hat nie verstanden, warum alle die Songtexte so depressiv und defätistisch fanden, er fand sie witzig und pointiert und sarkastisch. So gesehen, ein Mißverständnis meinerseits. Man kann eben leider immer nur so weit sehen, wie der eigene Horizont reicht.
Einfach mal über sich lachen rückt manches in Perspektive. Wahrscheinlich lacht Morrissey privat sehr viel.

Ein Leser

Wow, ich bin beeindruckt, gestern hat sich hier jemand 4 Stunden lang durchs Blog gewühlt.
War irgendwo ganz ganz schlechtes Wetter? Oder war das ganze Internet gesperrt außer meiner Seite?