Käffchen?

Es ist ja nichts so unnötig, wie Verwandte beim Berlin-Besuch zu bespaßen, egal wie kurz.

Es ist ja aber auch nichts so unnötig, daß nicht doch was bei rumkommt, zwei Sachen habe ich gelernt:

Beim normalen Filterkaffeekochen (ich liebe Filterkaffee, da könnt ihr euch auf den Kopf stellen) gebe man zum Schluß eine Prise Salz in den Pott, solls leckerer machen, alter 50er Jahre-Trick.

Ein anderer Kaffee-Koch-Trick (auch wohl 40er oder 50er):
Wenn man jemand so gar nicht leiden kann, dann koche man den Kaffee folgendermaßen:
Erstmal kocht man einen alten Weinkorken ca. 10 Minuten in Wasser auf.
Dann kocht man den Kaffee mit eben diesem Wasser, Salz hin oder her, egal.
Dann wartet man auf das Unwohlsein dessen, dem man das serviert hat, es soll nämlich ziemlich schnell unglaublich starke Blähungen erzeugen. Hrhr.

(Beides von meiner Tante, die ihrerzeit Köchin in hochherrschaftlichen Häusern war)

So, und eins davon probiere ich morgen aus, welches, verrat ich nicht.

Über euch!

Wenn das Wetter nicht schnell noch ne Kapriole schlägt, dann leiste ich meinen Beitrag zur Klimakatastrophe und fliege heute nachmittag mit einem Rosinenbomber eine Stunde lang über die Stadt.
For free, natürlich, bin gespannt. Ein letztes Mal Tempelhof.

Also: nicht nackig auf den Balkon gehen, und die alten Lieblingsschlüpper vom Wäscheständer nehmen, sonst sehe ich das. Ich bin dann sozusagen Google Earth.
Und ich werde es erzählen!

auwei!verschlafen!

… und nicht nur ne halbe Stunde… nein, bis eins!

(und das bei einem Wecker, der sogar den Nachbarn im Seitenflügel aufweckt…)

Jetzt aber schnell, schnell, Mamsell!

Wolken ziehn vorbei

Wenn man eh schon superfiese Laune hat, ist alles schlecht.

Sogar wenn dann noch der beste Freund aus ähnlichen Gründen ein Schlechte-Laune-Bekämpfen-Programm mit Fuck-That-es-ist-trotzdem- Sommer-auch-wenn-ich-nicht-auf-den-See-kann-Motivation ausgeheckt hat, dann steht man doppelt doof da, wenn man sich nicht so weit bekämpfen kann, um daran teilzunehmen.
Ein Zeichen langjährig gereifter Freundschaft ist dann, wenn man einfach hinnehmen und in Ruhe lassen kann – sehr schön und wohltuend.

Um dann keine ganz unnütze Existenz zu sein, hab ich mich daran gemacht, meine alten Video-VHS-Schnipsel an Kostbarkeiten zu digitaliseren, um Platz zu sparen und vielleicht mal die ein oder andere Perle hier zu teilen.
Blöd nur, wenn die extra dafür gekaufte Software dann nur leere DVDs brennt. Aaaaaaaargh.

Ganz schlecht, wenn man sich in dem Zustand Technischem widmet, um Zwischenmenschliches zu vermeiden.

Mit dem Vinyl-Digitalisieren ging es dann schon besser.

Blöd nur, wenn einem dann am Sonntag noch die DSL-Leitung wegfällt. Aaaaaaargh!

So, heute ist Dienstag, ein weitgehend verkacktes Wochenende liegt hinter mir und es geht schon wieder, einigermaßen.

Sogar die DSL-Leitung hat sich selbsttätig repariert, während ich in Alices Warteschleifen-Wunderland hing. Ich konnte den armen Telefonisten dort nur noch einen schönen Abend wünschen, worauf die sich wirklich verarscht vorkamen.
Ich hatte aus Hmanitätsgründen bisher vermieden, dort anzurufen.

Jehtoch!

Emotionale Flatulenz

Aufgrund ultrafieser schlechter Laune bleibt dieses Zierblog weiterhin vorübergehend außer Betrieb.

Gehen Sie weiter, es gibt hier nichts zu sehen.

P.S. Ein Blick in meien vorjährigen und vorjährigen Untaten zeigt mir, daß es jährlich um diese Zeit immer so bei mir ist. Scheint also zyklisch zu sein, kein Grund zur Sorgealso.
Vielleicht.

Armseligkeit de Luxe

reizend

Ich hab da einen virtuellen Bekannten, also nicht imaginary, sondern internetmäßig. Den kenne ich virtuell seit 3 Jahren, er ist ziemlich witzig und es macht Spaß mit ihm in der blauen Welt zu chatten. Im realen Leben wohnt er einmal über den Fluß rüber.

Da er auch optisch nicht unerträglich scheint, gab es letztes Jahr im Frühling auch einen Dateversuch. Für Herrn Lucky war das ein großes Ding, schließlich hatte er schon seit Jahren kein Date. Was auch so bleiben sollte, schließlich sagte der junge Mann das Date per Message in der blauen Welt ungefähr zum vereinbarten Datebeginn ab.

Soweit, so gewöhnlich und uninteressant. Aber da Herr Lucky sowas nicht gutheißen kann, schließlich hatte man ja einigen emotionalen Aufwand, brach er den Kontakt ab. Um ihn ein Jahr später wieder aufzunehmen, unter der Prämisse, daß man sich sicher sein kann, daß der Kontakt eh virtuell bleibt, und schließlich war es ja auch immer lustig.

Als ich dann einige Zeit nicht in Berlin war, häuften sich die Anfragen, wann ich denn in die Stadt zurückkomme. Unverständnis meinerseits, schließlich kann es ihm ja egal sein, ob ich von der anderen Spreeseite mit ihm digital kommuniziere, oder vom Mars. Es spielte aber eine Rolle für den jungen Mann, denn schließlich wollte er sich jetzt doch kurzfristig mit mir treffen.

Mit zwar wenig Glauben an ein Erscheinen, wenig Erwartungsdruck, aber doch einiger freudiger Erregung wurde ein Date für Sonntag auf dem See ausgemacht, dem See, an dem er mich angeblich schon einmal (oder öfters?) beobachtet habe, oder sagt man dazu: gestalkt?

Um eine armselige Geschichte abzukürzen: natürlich erschien der junge Mann nicht, und keiner war erstaunt.
Fast würde ich mir Sorgen machen, denn Messages in der blauen Welt blieben ungelesen, der junge Mann seit Sonntag offline. Wenn da nicht sein Zweitprofil wäre, das jeden Tag online ist. Von dem er auch weiß, daß ich es kenne.

Das alles wäre jetzt reichlich uninteressant, wenn ich nicht ganz klar und deutlich den Eindruck gehabt hatte, daß der junge Mann mich wirklich und wahrhaftig treffen wollte, und daß es ihn sehr viel gekostet hat, nur nach einem Date zu fragen. Warum das so schwierig sein soll, und wovor man Angst haben muß, mag sich mir aber nicht erschließen, und ich mag mich auch gar nicht hineinversetzen. Arm.
Arme Sau!

yourretarded

Schutz-Rock oder: Balladenhandhabung

Leider erlebt man als Blogger ja manches schon gleich mit der Feder, oder besser, Tastatur im Kopf.
So gings Herrn Lucky und Herrn Ereignishorizont (i.R.) auch gestern, als sie auf freundliche Einladung der Veranstalter bei Alanis Morissette im Tempodrom waren.

Zuerst mal ist es ja eigentlich hocherstaunlich, daß jemand wie Alanis Morissette überhaupt eine so beachtliche Karriere hinlegt, Alben in Top 10s hat und große Venues füllt – so hochgradig neurotisch sie und ihre Texte sind, so unbequem die Musik oft ist, und außerdem, ist es nicht ein ungeschriebenes Gesetz, daß man keine Wörter mit mehr als 3 Silben für Lyrics verwendet? Ganz klar, das ist ein Grund, weswegen wir sie mögen, auch wenn ich nicht zur 1. Reihe Fans gehöre, aber der Mainstream, was soll der damit anfangen?

Im Tempodrom, welches mir übrigens so langsam ans Herz wächst, weil es ganz entspannte Konzerterlebnisse zuläßt, war das Publikum überraschend sehr gemischt, von allen Sorten etwas, Prolls und Intellektuelle, Jüngere, Ältere, Muttis und Teenies, Rocker und Müslis. Erstaunlich.
Und nur ganz wenig Schwule, es scheint doch immer noch eine Aversion gegen Gitarren mit dem Homo-Gen vrbunden zu sein.

Keine Frage, Miss Morissette bot ein richtiges Rock-Konzert. Sehr laut, sehr Gitarren- und Drumlastig, überraschend deshalb, weil man (oder ich) immer dachte, es geht in erster Linie um die komplizierten Texte. Dazu rockte Madame auch körperlich in vielleicht etwas zu engen T-Shirt und Jeans aufs Heftigste, wenn auch die Bewegungen ein wenig seltsam, hospitalistisch-autistisch (sehn’se, es geht schon los mit den langen Wörtern!) wirkten.

Ihre Stimme war live auch am Ende des Konzerts genau so wie auf den CDs, es zahlt sich halt doch aus, wenn man seine Musik selbst schreibt, nicht wie manche andere, die dann live Schiffbruch erleiden, wie diese Esther, beispielsweise.

Bei den Balladen fiel mir ihre seltsame Handhaltung auf, die linke Hand zur Faust geballt in die rechte Hand gepreßt, wobei der Daumen die linke streichelte. Immer. Grundsätzlich. Außer wenn sie die Hand vors Gesicht hielt, um sich vor zu nahen Handyfotos zu schutzen.

Das, und der Umstand, daß sie kaum ins Publikum schaute, legte bei uns beiden die Vermutung nahe, daß Alanis Morissette eigentlich gar nicht so gern unter Leuten ist.
Herr Ereignishorizont prägte darauf den Begriff Schutz-Rock für diese Art Musik, und wenn man es so richtig überlegt, war vielleicht der Moment, in dem Alanis sich minutenlang im Kreis drehte, ihre langen langen Haare um sie fliegend wie ein Kettenkarussell, der authentischste des ganzen Konzerts.

Ich glaube, Alanis spielt schon ganz gerne live, wenn nur nicht die ganzen Leute da wären, die ihr in die Seele gucken wollen, deswegen der monumentale Schutz-Rock und die Balladen-Handhabung.
Dafür hat sie es dann aber sehr schön gemacht. Thank U!

Merke:

Unfreiwillig komisch sein ist sehr peinlich.
Deswegen immer und jederzeit und egal wie den Anschein erwecken, man sei freiwillig komisch.

Ich glaub, das gleiche gilt auch für blöd.