Category Archives: valley of the dulls

es klemmt

komisch, heute morgen 3 beiträge angefangen und dann wieder abgebrochen, normalerweise fließt ja immer irgendwas, aber heute (gestern auch schon) klemmts. naja, muß ja auch nicht immer. heute also kein beitrag.

das gegenteil von neugierig

Gibts eigentlich kein Wort für das Gegenteil von neugierig?
Mir ist zum Beispiel total wurscht, wie Leipzig aussieht, oder von mir aus auch Neapel oder Bangkok. Ich finde Reisen beschwerlich, und fühle mich erst wohl, wenn ich mich irgendwo ein wenig auskenne. Zum Beispiel zu Hause.
Ich gehe lieber zum x-ten Mal in eins meiner ca. 20 Lieblingsrestaurants, als ein neues auszuprobieren. Dort esse ich dann meistens dasselbe Gericht.
Ich tue mich sehr schwer damit, neue Musik zu entdecken, und kaufe lieber das x-te Album von jemand, den ich schon kenne. Genau das selbe gilt für Bücher. Da lese ich sogar manchmal lieber ein Buch noch einmal, als ein neues anzufangen.
Mich in neue fremde Blogs einzulesen gelingt mir selten, und da ertappe ich mich dabei, lieber zum wievielten Mal zu schauen, ob einer der vertrauten nicht wieder was neues hat.
Auch neue Menschen kennen zu lernen, klappt dann nicht so gut, wenn es einem nicht mal einfällt zu fragen ‘Und was machst du so?’ Und dann habe ich manchmal innerhalb von 10 Minuten den Namen des Menschen wieder vergessen, mit dem ich eben noch versucht habe, Smalltalk zu halten.
Hmh, gibts da wirklich kein Wort? Konservativ ist weit daneben, uninteressiert oder unaufgeschlossen auch. Seltsam.

plötzlich und unerwartet

und meinerseits auf lange Strecke weitgehend ignoriert steht es nun da, das sogenannte Fest.
Und so reihe ich mich heute in die lange lange Karawane derer, die nicht hinreichend eigene Familie gebildet haben, daß es als Rechtfertigung zum Fernbleiben der genetischen FAMILIE anerkannt wird. Irgendwie pubertär, hätte ich eine Frau und Kinder, dann würde das wohl keiner erwarten.
Aber so lange meine Mom noch da ist, mache ich das Spiel mit, und hoffe obendrein, daß ich das noch viele Jahre kann.
So begebe ich mich heute in die Obhut der Deutschen Bahn (immerhin zum ersten Mal erster Klasse, weils billiger war) und danach in die Obhut der buckligen Verwandtschaft. Wird schon gut gehen. Hoffe ich.
Übrigens ganz ohne ein einziges Geschenk in der Tasche. Keine Zeit gehabt, von Lust ganz zu schweigen. Die Geschäfte haben bis 22 Uhr auf? Das nützt mir nix, ich arbeite meist bis 12 Uhr oder 1. Und morgens muß ich 1-2 Stunden in Ruhe Kaffee trinken. Also, keine Creme, kein Parfüm, kein gar nix gibt es diesmal von mir, nicht mal für die Kinder, nicht mal Einheitsnotgeschenke. Müssen alle durch. Gibts zu Ostern halt Weihnachtspäckchen.

Bin dann erstmal weg und wünsche allen, die mögen, schöne Tage, froh & fest, und denen, die es ignorieren möchten, gutes Gelingen.

jaws too – mary tyler moore

bitte UNBEDINGT die Pop-Up-Funktion nutzen – for full effect

Als zugegebenermaßen großer Fan der Rubrik ‘Alte Frauen in schlechten Filmen’ hatte ich diese Woche eine große Freude: ‘Eine mörderische Familie’ (‘A most deadly Family) mit Mary Tyler Moore.
Ja, die, die in den 60ies in ihrer Mary Tyler Moors Show und andere Formate eigentlich ein für die Zeit erstaunlich moderner Vorreiter für heutiges wie Ally McBeal oder SATC war, mit ihrem etwas kühlen, praktischen tupperware-esken Charme und einem so breiten Mund, daß man schon ahnen konnte, daß dieser in späteren jahren eine Herausforderung werden sollte.

Nun ist Älterwerden an sich ja noch kein Grund für Hohn und Spott, denn älter werden wir alle und schöner auch in den seltensten Fällen.
Es kommt allerdings schon ein bissel drauf an, wie man’s macht… Bei Ms. Moore hat man den Verdacht, daß sie sich schon eher früh der Unterstützung der professionellen Schönheitschirurgie anvertraut und über die Jahre/Jahrzehnte sämtliche State-of-the-Art Techniken ausprobiert hat. Die Folge ist dann ein Patchwork-Gesicht, in dem sich die Züge schon längst nicht mehr in der Nähe des dafür vorgesehenen Ortes befinden und eine Kauleiste, die – wir ahnten es schon – eine weitere Sequel von ‘Jaws – Der weiße Hai’ komplett überflüssig macht.

Zum Film: Basierend auf der wahren Geschichte von Sante & Kenny Kimes spielt Ms. Moore eine Mutter, die von kleinen Betrügereien bis zu großen Verbrechen so besessen ist, daß sie den ihr hörigen Sohn dazu zwingt, eine reiche ältere Dame umzubringen, obwohl sie es finanziell gar nicht mal nötig hätten. Rückblenden illustrieren, wie es zu dem infernalischen Duo kam.
Und hier liegt für den schwulen Filmfreund das große Kapital des Films: Ms. Moore läßt es sich nicht nehmen, auch die 30jährige Version ihrer Rolle zu spielen, und so kommt man in den Genuß, wie eine skelettös abgemagerte Greisin mit arthristischen Händen, einem tief ausgeschnittenen, gut angewelkten Dekollete, bei dem auch wirklich gar nichts weit darunterliegendes bzw. -hängendes verborgen bleibt, mit mehr Make-Up, als in der gesamten Karriere von Joan Collins insgesamt verbraucht wurde, einen Mittdreißiger nach allen Regeln der Kunst verführt. Das ist dann wahrer Splatter!

Auch sonst sind alle Versatzstücke, die man für einen Film eines solchen Kalibers braucht, vorhanden: schrille Outfits, ungewollt phantastisch anmutendes Make-Up, eine obsessive Mutterfigur, die in einer Nacht ihres hohen Alters versucht, ihren Sohn zu verführen, der natürlich latent homosexuell angelegt ist, tuffige Perücken und vieles mehr.

Ein Auffahrunfall von einem Film: So grausig, daß man die Augen nicht abwenden kann, weil man fürchtet, ein weiteres schlimmes Detail zu verpassen.
Der größte rottende Kadaver von einem Film seit den verunglückten Remakes von ‘Whatever happened to Baby Jane’ mit den Schwestern Redgrave in England oder der deutschen Version mit Iris Berben und Hannelore Elsner.

your own personal… dildo

oder: A different kind of Ego-Shooter

Ich liebe ja meinen LMB*. Er ist mein Bruder, allerdings ganz anders als ich, und vor allem sehr etwas sexfixiert. Und er ist furchtbar umständlich, wogegen ich eher zack-zack bin, jedenfalls, wenn ich mich erstmal entschieden habe.

Es begab sich aber zu einer Zeit, daß er einen Abdruck des eigenen erigierten Gemächts schaffen wollte, um es dann in Gummi zu gießen, zur weiteren Verwendung.
Anstelle sich aber in der Unnötiges-Zeugs-Ecke des nächsten SexShops mit dem eigens dafür angebotenen Bastelset zu versorgen, dachte er, er als Bildhauer kann das auch anders.

Also besorgte er sich eine leere Kaffedose und Gips.
Das Problem: Der Gips war von der langhärtenden Sorte. Jedenfalls längerhärtend als das ein gehärtetes Gemächt in einer Kaffeedose zu sein vermag. Besonders wenn der Gips dann beim Abbinden auch noch ziemlich heiß wird.
Nach anderthalb ziemlich qualvollen Stunden und einigen Problemen beim Herausbekommen des Eigengemächts aus der Kaffedose war die persönliche Gußvorlage jedenfalls fertig und wurde -zumindest anfangs- enthusiastisch mit Gummi verschiedenster Farben befüllt.
Bis alle anfingen, über die bunten Regenwürmer zu lachen, die überall in der Wohnung zum Trocknen herumlagen.

(Inspired by the Living Laster beim Schwichteln)
*langjährigen Mitbewohner

nicht bei mir…

Liebe Internetzsuchende,
folgende Suchen sind bei mir wirklich vergeblich, sowas werdet ihr hier nicht finden:
– rasierte Engel (meine Engel sind alle stark behaart)
– Lieder von Untoten (denn Tote singen keine Lieder)
– animalischer Sex (watt datt? kammichnicherinnern?)
– Schweiß riecht seltsam (meiner riecht gut)

Der Preis für die bodenständigsten und ehrlichsten Suchanfragen geht diesmal an:
– ficken in arsch
– ficken gucken

Aber wirklich erschreckend ist, was man denn tatsächlich alles hier finden kann. Bei mir Blümchenblogger.

optik

Ich habe ja eigentlich Geschmack, wenn auch einen seltsamen, aber immerhin.
Seit längerem überlege ich, ob mein Blog nicht ein wenig häßlich ist, optisch meine ich.
Stimmt das, und was könnte ich dagegen tun? Wenn man wie ich 150%ig unbegabt ist in irgendwelchen Grafik-, Design- und ich-weiß-nicht-mal-wie-das-heißt-Sachen? Und über eine Gduldsspanne verfügt, die deutlich im Minus-Bereich liegt?

Jetzt aber nicht sagen, hier gibts doch so hübsche Vorlagen, such dir doch ne andere aus. Das hab ich vor ein paar Wochen ausprobiert, und tagelang panisch versucht, vom Vorschaumodus wieder in den alten zu kommen, bin fast gestorben dabei.

Und das Grün, das Grün soll bleiben, fände es aber schön, wenn es nicht so textil rüberkommen würde.
Das Grün merken sich nämlich sogar die Leute, die ganz ganz schnell wieder wegklicken, wenn sie aus Versehen mal hier landen. Wie ich beim Blogmich feststellen konnte: ‘Ach, das grüne Blog, nicht?!’ – und dann schnell wieder weg.
Für so einen Wiedererkennungswert zahlen Konzerne Milliarden.

Also, weiß wer was für mich?

praktische sätze

Wenn man wie ich zu so vielen Premieren gehen muß, und dabei auch unglaublich viel Gülle sehen muß, dann lohnt es sich, ein kleines Arsenal an fertigen Sätzen zu haben, um die stolzen Premierenbesitzer danach auch ordentlich zu gratulieren:
– Wun-der-bar! Gaaanz Wunderbar!
(kam aus dem ungläubigen Staunen kaum raus, bin fassungslos)
– Ein Traum! Traum-haft!
(hätte mir wirklich gewünscht, daß ich schweißgebadet aufgewacht wäre, und es wäre nur ein böser böser Traum gewesen, aber nein, es ist wahr)
– Wirklich sehr interessant!
(habt ihr euch dabei was gedacht, und wenn ja, was?)
– Das muß man gesehen haben!
(sonst glaubt mans nicht)
– Es hat mich sehr bewegt!
(So viel fremdgeschämt hab ich mich lange nicht mehr)
– Mir hat gesonders die eine Szene/der eine Schauspieler/diese Nummer/der eine Akrobat gefallen,der war doch großartig
(der Rest war erbärmlich)
– Sehr mutige Inszenierung!
(Daß ihr euch sowas traut)
– Ganz groß!
(-e Scheiße!)
-Wirklich spannend!
(habe die ganze zeit drauf gewartet, daß diese untalentierte Kuh endlich vorne vom Bühnenrand kippt)
– Das wird bestimmt ein Renner!
(Die größten Scheißhaufen haben die meisten Fliegen)

Auch brauchbar für Ausstellungseröffnungen, die auf der nach oben offenen Schmerzskala noch deutlich höher einzustufen sind.