So, die Herrschaften, ich mach mich jetzt mal auf aufs Land, ein kurzes Wochenende in der Schorfheide (ja, die heißt wirklich so)
Und das nicht in Verbindung mit dem letzten Beitrag, von wegen Frauenknappheit im Berliner Umland und Versuch macht kluch, nein nein, ich fahre auf einen kleinen Bauernhof, wo es Ziegen, Lämmer, Gänse, Hühner, alternde Transvestiten und viele andere Tierchen und Freunde und Bekannte gibt.
Ihnen auch ein frühlingshaftes Wochenende, wahlweise mit oder ohne Tiere oder alternde Transvestiten!
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Abgesehen davon
ist heute aber ein ausgesprochen Gutter Tag…
YEAH!
(Davon abgesehen ist da einer abgetreten mit der Begründung, der öffentliche Druck auf ihn sei zu groß, als daß er seiner Aufgabe nachgehen könnte. Also die Presse ist schuld daran, und das hat er nicht durch seinen gefakten Doktor und Lebenslauf und den Umgang damit selbst zu verantworten. Tsktsktsk.)
Schon fett
Ich muß ab und zu mal öfter durch die Stadt fahren. Am Schreibtisch vergißt sich so leicht, was ich da so für ein Imperium habe…
Pscht!
Hören Sie das leise Knispern unter den grauen toten Blättern? Das zarte Raunen unter den Hundehaufen?
Das sind die Schneeglöckchen und die Kroketten, die sich rüsten.
Haben Sie die Stürme und den Weltuntergangsregen am Wochenende mitbekommen? Das sind die Frühlingsgöttinnen, die der alten grauen Winterhexe gehörig in den Arsch treten und dafür sorgen, daß der Himmel wieder hoch und breit und blau wird.
Sehen sie die blassen Gestalten, dick und dunkel wintermuffschweißvermummt, die leicht schwitzend vom plötzlichen Sonnenschein geblendet umherstolpern? Es sind die Überlebenden des Berliner Winters.
Er kommt, er kommt – der Frühling!
Haltense durch!
Jaja, es ist schon noch Winter, und auch noch einige Zeit, aber die Zeichen sind unverkennbar: der Vorfrühling (wie ihn Frau Engl nennt) drängelt sich schon dazwischen: die Tage sind deutlich länger, es riecht schon anders, ab und zu streicht einem ein kleines lauwarmes Windchen um die Nase, mein Winterjasmin blüht schon auf der Terrasse, und eben ist eine großer Pulk Graugänse mit großem Getöse über mir nach Norden geflogen.
Winter, du kannst dich noch ne Weile wehren, aber gewinnen wirst du nicht!
Girl with a Gong
Wenn Sie auf einem der Panoramaparkplätze am Teide grade zum Auto zurückgehen, und wenn dem jungen spanischen Pärchen im Auto vor Ihnen grade fast das Gesicht platzt vor Entsetzen/Überraschung/Schadenfreude/haltlosem Lachen, weil es hinter Ihnen gerade ganz fürchterlich laut gegongt hat, dann hätten Sie auf das, was Sie aus dem Augenwinkel gesehen haben, viel viel schneller reagieren und die Kamera rausholen sollen.
Dann hätten Sie jetzt ein Video für Youtube, in dem Frau Koma mit einem gewaltigen Anlauf und einem Sprung gezielt gegen das Schild knallt, einen Gong erzeugt, der durch die ganze Hochebene schallt, wonach sie ein wenig bedusselt auf dem Hintern landet.
Schade, mit Video hätte sie es bestimmt zu Menschen 2011 geschafft, bitte, was ist ein schielendes Opossum schon für eine Konkurrenz!?
Kanarenvögel
Gell, so früh hamse mich hier auch noch nicht gesehen! Bin aber auch schon eine Stunde auf. Ächz.
Aber gleich gehts mit Frau Koma auf die Kanaren, eine Woche Frühling im Winter, das wird gut tun!
Eine Terrasse in einem großen Garten überm Meer steht schon bereit mit nichts in der Blicklinie als Fischen und Schiffen bis Amerika:

Und Nikotinkaugummis hab ich auch besorgt, vorsichtshalber, für den Flug. Ein wahrscheinlich letztes Mal von Tegel aus.
Entstanden ist das übrigens nicht aus wochenlanger Planung, sondern aus ein paar Kommetaren hier und dort, und einem einzigen Telefonat “Sollwer das denn jetzt mal buchen!?”, kann also nur gut werden.
Und ich werde eine Woche lang versuchen, mich aus dem Internet rauszuhalten, wenn Ihnen also langweilig wird, dann lesen sie doch so lange was von dem alten Zeuch, ist ja genug da davon.
Bester Kritikersatz ever!
“N.N. nutzt die Unfähigkeit, singen und tanzen zu können, so virtuos wie noch nie”
(Tagesspiegel)
Den merk ich mir für mein Premierenrepertoire!
Der ist fast so gut wie “N.N. in ihrer natürlichen Häßlichkeit”
(Und wie gut, daß ich mich kurzfristig entschlossen hatte, am Sonntag dann doch zu privatisieren)
Life, yeah
Draußen schneits, argh.
Von Montag bis Mittwoch in Besprechungen gesessen, alle wichtig und nutzlos zugleich, während im Büro die Hauptsaison tobt und meine rechte Hand krank ist.
Im Halbstundentakt in nicht angekündigten Telefonterminen auf diversesten Themenkreisen wichtige Weichen gestellt, die Strategien für die nächsten 3 oder 5 Jahre mehr oder weniger aus dem Arsch gezogen, aber hinterher gestaunt, wie gut sie sind. Was ein Glück, daß anscheinend das Unterbewußtsein wenigstens gründlich vor sich hin arbeiten kann.
So manche Probleme lösen sich gar selber – gestern zwischendurch ein netter Anruf, desses Info einen häßlichen Rechtsstreit unnötig werden läßt und ein fettes fettes Problem sich selbst lösen läßt, der nächste Anruf macht eine mühsame schwierige Anfrage unnötig.
Tobe von Termin zu Termin, kaum vorbereitet und nur in eigenem Saft, während sich drumrum der Rest von selbst klärt.
Welt und ich drehen momentan wohl in dieselbe Richtung, toi toi toi.
Aber boah, ist das anstrengend! Mittwoch dachte ich, ich kriege Grippe, war aber nur komplett erschöpft.
(Und wenn ich momentan kaum zu einem Freizeitdate zu überzeugen bin, sehen Sie’s mir bitte nach, sind Feldherrentage grade, komme kaum vom Roß runter.)
70-80%
“Wie würden Sie denn aktuell Ihr Lebensgefühl beschreiben?”
“Ach, seit Ende August bin ich relativ stabil ganz zufrieden mit mir und meinem Leben.”
“WAS!!!??”
“Ja, so zu 70, 80% ganz zufrieden”
“Herr Lucky, sowas hab ich ja noch nie von Ihnen gehört – dann sind Sie ja jetzt aus dem Gröbsten raus!”
Ist wirklich wahr, nach dem 4-Wochen-Urlaub im Sommer hatte ich zwei, drei schwere Wochen, an denen ich jeden Abend heulend zuhause gesessen habe, und dann jene entscheidende Sitzung, an der das letzte Puzzlestück an seinen Platz fiel, ein ganz unspektaktuläres Puzzlestück, eines, das ich ich schon ganz oft in der Hand hielt, aber anscheinend war die Zeit noch nicht richtig dafür.
Seitdem spreche ich von einem neuen Lebensabschnitt, jetzt schon 3 Monate stabil. Was eine Wonne, ohne Depressionen, die Ängste halten sich in Grenzern, und ich muß nicht mal jedesmal würgen, wenn ich mal an einem Spiegel vorbeikomme.
Das waren lange 10 Jahre – fünf Jahre, um sich ordentlich in den Burnout reinzuarbeiten, ein Jahr Annus Horribilis, und dann vier Jahre, um sich aus dem Schlamassel wieder rauszugraben. Ganz schöne Strecke, aber, und deswegen schreibe ich das hier, es ist zu schaffen!
Ich war eigentlich eh schon immer antizyklisch, jetzt eben wohlig im November.
Jetzt kann es also weitergehen, das Leben.