Category Archives: gutes tun

Therapie & Renitenz

Gestern hatte die Heidi, die wo meine weltbeste Therapeutin ist, wieder einen harten Tag.
Es ging um mein zukünftiges Beziehungsleben, welches ich mir kaum vorstellen kann, aber unbedingt haben will, und ihr Job als Therapeutin ist ja schließlich, mich in die richtige Richtung zu schubsen. Schlecht, wenn der Auftraggeber an jenem Tag kaum geschubst werden mag, und ihr wie eine Fleisch gewordener Riesenkartoffel gegenüber sitzt und nichts Konstruktives außer ABER beizutragen hat.
Sie tut mir dann immer sehr leid, aber schließlich kriegt sie ja auch viel Geld dafür.
Dennoch, eine Stunde kann dann sehr lang werden, und ohne aktive Mithilfe des zu Therapierenden bleibt auch der Weltbesten so allein gestellt nichts übrig, als die Stunde mit Motti zu füllen á la ‘Jedes Töpfchen…’ ‘Man muß nur mit offenen Gesicht…’ ‘Sie SIND ein attraktiver Mensch’ ‘Lächeln Sie die Menschen mehr an’
Die Situation entspannte sich erst als ich protestierte “Und wo soll ich bitteschön jeden Tag diese positiven Einstellungen hernehmen? Ich kann sie mir ja schlecht aus dem Arsch ziehen!”
Zunächst blankes Entsetzen ob der Grobschlächtigkeit meines Ein- bzw. Auswurfs, dann mußten wir beide furchtbar lachen, dann Entspannung.
War eh nix zu holen gestern, ich hatte einen viel zu engen Pulli an.

Keine Geschichte

Ich hab zur Zeit keine Geschichten und keinen Blödsinn in mir, nur Nasen- und sonstigen Schleim, dickes Hirn und Husten. Und roten Rachen.

Wenn Sie dieser Tage bestens unterhalten werden wollen, dann gönnen Sie sich doch einen bunten gesungenen, getanzten und kostümierten Abend mit der wunderschönen und extremtalentierten Cora Frost, die gibt die Reste vom Besten, und das ist sehr viel! Und sehr schön!

Nachher sind sie dann glücklicher und schlauer, dann wissen Sie, was es mit Petting im Schnee, der Dicken Marie, der kleinwüchsigen Krankenschwester Paula Maus und dem Rauch Ruth, Annika und dem Supermarkt, Ljuba im Kohl an der E 55 in der Tschechei, und der Bäuerin und der Städterin an der Betonmischmaschine auf sich hat.

Und warum man nix gegen die Weiber haben kann.
Und was zwischen 9 und 10 war.

Gehnse hin, man erwartet Sie schon!

Postcards from Lost Summers

There was a boy
A very strange enchanted boy
they say he wandered very far
very far over land and sea
A littly shy, and sad of eye,
but very wise was he.
And then one day,
a magic day he passed my way
and while we spoke of many things,
fools and kings,
this he said to me
“The greatest thing
you’ll ever learn
is just to love
and be loved in return.”
(Nature Boy, Words and Music by Eden Ahbez, am schönsten in der Version von Nat King Cole)

Zwei Sommer in New York City, Anfang der 90er, alleine aber nicht alleine, kochend heißer Asphalt in der damals noch spannendsten Stadt der Welt, Tag und Nacht unterwegs, das nächste Wunder immer hinter der nächsten heißen staubigen Ecke.

Ein Sommer Schnelleinführung in Italien, mit Ex im Auto unterwegs, Verona, Venedig, Florenz, Arezzo, Siena, schlußendlich ein Haus auf dem Land. Dramaturgisch fragwürdig, Florenz gleich nach Venedig, aber! Genießen, entdecken, Landschaft.

Ein Sommer Südengland, die ganze Südküste entlang von London bis Land’s End und sogar Tintagel, mit denselben Ex im Auto linksrum unterwegs, St. Michael’s Mount, Arthur’s Castle, Dartmoor, Cornwall, Glastonbury, erstaunlich, wieviele Herrenhäuser nebst Gärten und Klippen man sich anschauen kann. Und dann noch die ganzen Klippen ganz in Orange von blühenden Montbretien.

Per I*tunes mischt sich Cora Frost ein, und dreht das Ganze ungeplant aber nicht unpassend in eine andere Richtung, so kanns gehen wenn man einfach so losschreibt:

Der Rausch der Gefühle ist nur kurz von Dauer
das Ende liegt überall auf der Lauer
und ich hab dich gesehn
direkt vor mir gehn,
ich lief hinter dir
du warst so schön
(Cora Frost, 9:00-10:00)

Offnes Bein…

…muß nicht sein!
Habe ich auf der Autobahn anhand des Werbeaufdrucks eines Autos gelernt. Werden wohl recht haben.

Ich bin ein paar Tage woanders und werde wohl auch (hoffentlich) ein wenig vom Internet pausieren.

Nüscht zu meckern, fast

Als wir erst mal die Plätze verlassen hatten, von denen aus alles so aussah, als ob in den Fernen des Universums eine neue Sonne geboren würde, wurde es ein feiner Abend, unten, auf dem Spielfeld.
Mrs. Ritchie hatte an nichts gespart (gut, größere Videoleinwände hätte sie definitiv springen lassen können, müssen!) und sich auch nicht geschont.
Ich hatte ja auch nicht die Erwartung, daß wir uns hinterher besser kennen würden, und so war es eben – von da unten – eine professionell aufgesetzte Show (oben hatte man mit diversen Ton- und Bildproblemen und der unermeßlichen Weite des Olympiastadions zu kämpfen, und allenfalls einen guten Blick auf die wie eine Ufo-Landebahn aufgestellten Dixie-Klos)
Es hatte ein paar schöne Momente, die Neuversion von Borderline war herrlich, und die Bühne bei The Devil wouldn’t recognize you war sehr sehr schön. Und es hatte einige Geschmacksentgleisungen, an Kostüm oder bei Madonnas Ausflug in osteuropäische Folklore.
Alles in allem doch sehr zufrieden mit dem Gefühl, daß sich Frau Ritchie für das viele Geld auch ordentlich abgerackert hat.
Dafür aber fand ich es mutig und lobenswert, sich Zeit zu nehmen für die Konzertdramaturgie zwar hinderliche, aber dafür aber ‘anspruchsvollere’ Einlagen wie das Video zum Weltelend, oder eben ein paar stillere, kleiner Songs.
Achso, vielleicht der schönste Moment: She’s not me, wo sie ihre als Madonna-durch-die-Jahrzehnte zurechtgemachten Tänzer abwatscht. Da hat sie definitiv mal Annie Lennox’ Video zu Little Bird gesehen.
Was solls, gut geklaut oder gekauft ist immer noch besser als schlecht selbstgemacht.

Serielle Aufrüstung

Mir ist es ganz egal, wann der Herbst anfängt, solange der Sommer sich vielleicht noch 3 Wochen etwas mehr Mühe gibt.
Ich bin gerüstet!
Mitte September kommt, wenn der Zoll mitspielt, Dexter, die zweite Staffel, in der David aus Six Feet Under fulminant einen Serienmörder mit guten Gründen spielt, und dabei inständig versucht, ein soziales Leben zu simulieren (mit welchem von beidem ich mich dabei mehr identifiziere? your guess!)
Und weil ich Serien immer so schnell verschlinge, daß ich jedes Mal komplett vergesen habe, was passiert ist, hab ich mir gleich noch die erste Staffel Dexter dazu gegönnt.
Außerdem Damages, eine der härtesten Serien, sie jedenfalls ich gesehen hab, undglaublich spannend und gnadenlos, mit einer großartigen Glenn Close.

Im Oktober dann die neuen Staffeln von Desperate Housewives, Grey’s Anatomy und, da bin ich sehr gespannt drauf, Pushing Daisies, eine Serie über einen Jungen, der Totes wiederbeleben kann, wobei das Problem ist, daß er das Leben dafür woanders wegnehmen muß.
Wenn ich das alles geguckt hab, kann ich auch Carnevale nochmal von vorne gucken, dann vielleicht Dead like me und danach bestimmt wieder Six Feet Under.
Gute Serien sind das neue Hollywood.
Das sind jedenfalls ein paar Hundert Stunden gutes Entertainment.

Herbst und Winter sind gerettet, jetzt bräucht ich bittschön noch ca. 3 Wochen Sommer.

So, und das war jetzt der wohl einzige Schwule-und-Shoppen-Beitrag bei mir ever. Aber ich bin es eh nicht, an dem die Unterhaltungsbranche zugrunde geht.

Der Parkplatzschreck

EY, DU DRECKSSCHWUCHTEL!!!!
DAS IST MEIN PARKPLATZ, FAHR SOFORT DA RAUS; SONST GIBTS AUFS MAUL!!!

Das weithin sichtbare Weiße in seinen Augen und wie er anfing, zusammenhanglos aus dem geöffneten Fenster zu stammeln, zeigten mir, daß der Ex weder mich noch mein Auto erkannt hatte, als wir absolut zeitgleich zum vereinbarten Treff erschienen waren, und mein vielleicht etwas grober Scherz tat mir ein bißchen leid.
Aber nur ein bißchen.
Hrhrhr.

Hausaufgaben!

So, erfolgreich Koffer packen in die letzten Minuten verschoben, so daß wieder Panik angesagt ist.

Schnell noch eine Mix-CD gebrannt fürs Jubelpaar. Sie heißt “Marriage is for Old Folks” nach Nina Simone. Kommt sicher gut an.

Und für Sie, Herrschaften, habe ich eine Hausaufgabe, damit Ihnen nicht langweilig wird (auch für die, die hier nur lesen und nie schreiben!).

Schreiben Sie doch bitte in einem Satz auf, wie Sie dieses Zierblog jemandem beschreiben würden, so á la
“Lucky Strike ist das Blog von einem wunderhübschen 17jährigen, der leider im Körper eines 40jährigen gefangen ist, und dort geht es meist um Blumen, kein Sex und seltsame Lieder”

Verausgaben Sie sich! Ich bin gespannt! Bis Sonntag abend!

A Legend in her Own Time

Oooh let me have it!
Let me grab your Soul away!
You know, it’s me, Kathy!

So ist sie damals angetreten, mit Wuthering Heights, ihrem ersten Hit.

And she did, she grabbed my soul away. In a good way.

Wenn ich sehr traurig bin, dann ist es ein Lied von Kate Bush, in dem ich Zuflucht suche. Wenn ich sehr glücklich bin, dann ist es ein Lied von Kate Bush, zu dem ich mit meinen Seelengeschwistern auf Dächern tanze. Und wenn ich gleichzeitig weinen und lachen will, dann gehe ich auch zu Kate.

Und auch sonst – Kate is all around me. Und eine Dekade oder zwei auf ein neues Album zu warten ist erträglich, denn es gibt so viel zu hören von ihr in der Zwischenzeit, die Songs hören sich nicht leer.

Glammie hat schon einen sehr schönen Brief an Kate geschrieben, da bleibt mir nichts anderes übrig als eine Forderung an die britische Regierung zu formulieren:

Dear Madams and Sirs of the British Government, honourable Prime Minister,
as today we celebrate the 50th birthday of your most creative, ingenious and gifted music artist I would like to suggest you honour Kate Bush with naming a Mountain after her, as well as a Lake, an Island, a Shoreside, and a Star.
Also, don’t you think it would be a great idea if you turned today’s Katemas into a National Holiday in honour of your most precious National Treasure!?
How do we go about it, will you just do it, or do I have to start a petition?
Sincerely,
Lucky Strikes