Daily Archives: 14. August 2011

Dinge, die man an einem Samstagabend in der Schlesischen Str. einfach nicht mehr tun kann

Mit den verwi ungewasch ollen Sweatpants und ohne Schlüpper und mit Flipflops und unfrisiert nur mal eben schnell zu dem gottvergessenen Asiaten rüber gehen, um Abendessen zu holen, weil der ja vielleicht auch liefern würde, aber nicht kann.
Der gottvergessene Asiat, wo sonst kein Mensch ist/ißt, ist nämlich knüppelvoll mit englischen Prolljungmenschen, die sich über ihre gestrigen Komasauferlebnisse austauschen, und deswegen dauert es ewig, und man kann in den 10 Minuten vor dem Laden Hunderten, ach was Tausenden Touris, frisch geduscht und beduftet und gestylt und mit Erwartung im Blick und bis zu drei Travelling Beers in der Hand bei ihrem Gang ins Nachtleben zuschauen, und den wenigen, leicht zu erkennenden Einwohner, wie sie genervten Blicks bloß versuchen, von A nach B zu kommen. Und bis man dann wieder auf der anderen Straßenseite angekommen ist, ist das Essen auch schon fast wieder kalt.

It’s raining Rain! Hallelujah!

Daß der Glämmer nicht nur ein Schönwetterfreund ist, und der beste, wußten Sie ja eh schon, und nachdem wir schon gestern unsere absoluten Bedürfnisse über die aktuellen Wetterverhältnissse gestellt haben, um aufn See zu fahren – ich meine: was kann einem schlimmstenfalls passieren? Naß werden? Jedenfalls wurden wir heute von einem Mega-Wolkenbruch überrascht, nur kurz nachdem ich im Suff mit der Zichte ein astreines Loch ins Schlauchboot gebrannt habe und überlegte, wie ich die nächsten zwei Stunden mit nur neun Fingern und einer Hand zubringen sollte, denn einen Finger und eine Hand zwangsläufig braucht ich ja zum Zuhalten des Lochs.
Zwar ein zwei Stunden verfrüht, denn man braucht nach Alkoholgenuß dann schon noch ne Weile zum Nach- bzw. Abglühen aufm Wasser, aber umso heftiger kam der Wolkenbruch, und nach Umsteigen auf Glams unlädiertes Boot mußten wir sogar notlanden, die Boote leermachen und ZUFUSS und naß und fast nackt durch den kräftigen warmen Sommerregen zurück, unsere halbleeren Boote um und gewickelt wie Federboas (-Böen?)
Lang lang lang schon nicht mehr so lebendig gefühlt und alle erstaunlich unbeirrten Regenspazierer zweireihig angelacht, getanzt im Regen, und so war es dann auch äußerst passend, als einer der Artistokraten im vollen Ornat inklusive Kniehose und bepuderter Perrücke irre lächelnd und “Ach, das schadet doch nicht!” schnarrend an uns wohin auch immer radelte. Only in Berlin!
Schließlich – was kann einem schlimmeres passieren als naß zu werden?
(Aus der Abteilung Moments of Pleasure)