Therapie & Humor

Die Heidi ist nun wirklich ein Gottgeschenk in nur einer Stunde hat sie mir auseinandergebastelt, was es mit meinem Entsetzen mit den Fotos, meinem Vater und dem Schämen auf sich hat.
Und daß man sich als Erwachsener eigentlich gar nicht mehr schämen braucht, das ist ein Kindergefühl, das werde ich dann mal ausprobieren.

Mit Humor hat sie es ja sonst nie so (Therapeuten verstehen das ja eher als Fluchtreflex vor ernsthafterer Auseinandersetzung), aber sie mußte doch furchtbar lachen als ich sie fragte, ob man sich denn dann auch nicht mehr schämen braucht, wenn man in einem Raum voller Leute aus Versehen laut pupt.

Inder am Abend

Ich liebe den Morgen nach einem ordentlich scharfen Chicken Jhalfreezie-Takeaway.

Das erinnert mich an Zeiten, in denen der Arsch morgens von was anderem brannte. Fond Memories.

(Ja, ich weiß, das war jetzt eklig, aber es triffts. Und schließlich lesen Sie ja hier, um was über mich zu erfahren)

Gesichter des Grauens

Länger wars nicht hinauszuschieben, die Fotosession für die neuen Homepage-Bilder. Die letzten waren schon schlimm, ich sah 5 Jahre älter aus als ich damals war, aber was würde ich drum geben…
Immerhin, einen guten, sehr begabten und reizenden Fotografen gebeten, der schon ganz andere Leute schön gekriegt hat, und es sogar auch noch zum Friseur geschafft. Für Herrn Lucky ist das schon eine perfekte Vorbereitung.
Den ganzen Morgen gepsycht, Gesichtsmischen betrieben, gecremt, Kürbiskutschencreme, rasiert, gepluckt, nochmal gecremt und balsamiert, ich sehe gut aus, ich kann intelligent gucken, und so fett bin ich nicht.
Soll ich mir den Hals schwarz schminken, wie Boy George? Und kann man mit Tesafilm nicht doch kurzfristig einen kleinen Liftingeffekt erzielen, auch wenn die Augen dann ein wenig schief stehen? Zur Not Paketklebeband? Gaffa-Tape? Immerhin, die Haare könnte ich mir über das Tesa drüber fönen.
Der Aufbau intelligent gelöst, die Stimmung freundlich und entspannt (außer mir), die Beleuchtung vielversprechend. Und nein, ich kann diesen Blick tiefsten Mißtrauens der Kamera gegenüber nicht ablegen, fotografier einfach drumrum.
Eine kurze Vorschau der Ergebnisse und ich hatte schon keine Lust mehr, zur Party am Wochenende zu gehen, stattdessen mit Papiertüte überm Kopf auf dem Sofa zugebracht, mit Sehschlitzen zum DVD-Einfüllen.
Gestern dann die Rohergebnisse. Sagen wir so, wenn man sich vorher psychologisch so hochgeputscht hat, ist die Fallhöhe natürlich umso größer. Schöne intelligente Augen soll ich haben, sagt man, nur leider sieht man die in dem Fettgewulst nicht. Wie kann überhaupt ein ganzes Gesicht eine Fettwulst sein? Meine Falten um die Augen mag ich, aber warum mögen sie mich nicht? Mein Mund ist vielleicht etwas klein (es paßt aber alles rein, was soll) aber seit wann habe ich da noch eine Wulst drunter? (nein, die Wülste des Kinns der Kinne beginnen weiter unten) Und seit wann ist mein Kopf breiter als hoch?

Nein, am Fotografen hat es nicht gelegen, alle anderen hat er sehr hübsch getroffen, und auch sehr freundlich beleuchtet hat er, es hat sich hier mehr eine neue Trias aufgemacht: Komplexe hatte ich immer schon, sogar als ich noch halbwegs gut aussah, aber Hoffnung oder magisches Denken, daß es immer irgendwie noch durchgeht, aber das scheint jetzt vorbei.

Selbst der beste Fotograf kann aus ein paar Pfund Rindertalg keinen Schwan fotografieren.

Herr Fotograf, schneiden Sie auf jeder Seite des Gesichts 3 cm ab und montieren Sie die Ohren dann wieder dran. Die Enttäuschung, die um die Mundwinkel eingezogen ist, bitte wegleuchten. Und dann retouchieren! Retouchieren! Think Pierre et Glles! Von mir aus auch Seepferdchen ins Bild, alles, was ablenkt!

Und übermorgen ist ja Therapie. Da wird die arme Heidi ganz schön was zu knabbern haben. Monate Arbeit zunichte.

Knapp Attentat entgangen

Die kleinen Sünden straft der Herr sofort, und Gewalt erzeugt Gegengewalt. Siehste siehste siehste!
Denk ich noch, warum hab ich unter dem Kaffeebecher von Ikea, den gestern noch der Her Dick liebevoll per Hand gespült hat, dauernd ne Pfütze?
Und erst beim dritten Kaffee merke ich, daß sich rund um den Boden ein Riß gebildet hat, der Kaffee raus suppen läßt.
Perfide! Heißen Kaffee einfüllen, Tasse anheben, nackte Füße verbrühen! Wer denkt sich denn sowas aus?

Back to Alaska!

Hähä! Hähähähähähä!
Puh, das hätte böse ausgehen können, im Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten. Puh.
Fahr nach Hause, schieß nen Elch, mach Marmelade draus, oder was auch immer ihr da so macht, wenn die Tage dunkel und der Frust Perma ist.
Immerhin auch ein Beispiel für den amerikanischen Traum: jeder könnte, egal wie unglaublich unwahrscheinlich.
Hörtipp:
Michelle Shocked – Anchored down in Anchorage

P.S. Und behalt mir die Russen im Auge!

The new Me

Es fängt an zu wirken: immer öfter kann ich zu mir sagen “Hastewiedaalletrichtigjemacht!”
Lästige Repräsentationstermine absagen, und das ohne faule Ausreden und schlechtes Gewissen. Weil ich es mir wert bin. Kein mühsames Aufstrapsen, kein Ertragen schlechter Unterhaltung nur für ein paar Gratissekt und Häppchen und eine Tüte Giveaways und keine gute Miene für den guten Zweck.

Gut, letzte Woche hat’s nicht so ganz geklappt: die AlpTraumpremiere der Saison, Herr Lucky drückt sich spät abends noch im Büro herum und schickt höflicherweise am nächsten Tag eine Mail mit Entschuldigung und guten Wünschen. Er hätte sich auch einen rostigen Nagel ins Knie schlagen können, denn die unverhohlen schadenfrohe Antwort kam postwendend, das sei doch gar kein Problem, die Premiere sei schließlich erst HEUTE, ich könnte ja noch problemlos kommen, ich hätte ja noch gar nichts verpaßt.
F*ck, F*ck, F*ck! Die machen doch IMMER montags Premiere!
Strafe mußte dann wohl sein, schnell mit der solidarischen Begleiterin eine Flasche Sekt auf Ex für die richtige örtliche Betäubung, aber dennoch: Beim zweiten Zwerg der sich dehnte, tanzte und griente, dachte ich ich muß kotzen. Es wurden dann 5 singende klingende tanzende Zwerge. Und ein depressives Einhorn.
Strafe muß wohl wirklich sein, für unprofessionelles Absagen.

Meine Jahreszeit

Es gibt ja nix im November, was ein ordentlicher strammer Spaziergang, der von Sonnenlicht in Nebel übergeht, nicht richten kann.
(Mit anschließendem Sofamummeln in Gesellschaft einer guten Flasche Rotwein, versteht sich.)

Und dann auch noch gute Laune an einem miesen dunklen November-Montag – ich würde mich an Ihrer Stelle auch hassen. 😉

Begehrt

Es ist ja nun auch wieder nicht so, daß mich keiner haben wollte, ganz im Gegenteil, ich habe eine ganze Horde echter Fans auf den blauen Seiten, die mich fast Tag für Tag mit Tapsen “geil” “sympathsch” “ich möchte dich gerne kennenlernen” verwöhnen.

Da ist zum einen Aksel (seine eigene Schreibweise). Er ist 34, 1,98 groß, 64 Kilo schwer, vorwiegend aktiv und bei der Gesichtsverteilung ein wenig zu kurz gekommen, wofür er bei den Hautunreinheiten doppelt zugelangt hat. Trotzdem lebt er fidel in Weissensee und findet Trost bei den schwulen Katholiken. Sein Leitspruch ist: ICH SUCHE, OB DASS SICH FINDET, EINEN MANN AN SEINER SEITE, BEZIEHUNG WIRD ANGESTREBT

Dann gibt es noch einen rassigen Spanier (44/1,69/89kg) der sich unbedingt einen größeren Sessel kaufen sollte, er quillt so aus dem steingrauen Ding raus, in dem er sich präsentiert. Laut Eigenbekundung möchte er geknuddelt und geküßt werde, mehr Freude im Leben haben, aber nur mit ‘straightacting caucasian males’, was aber nicht erklärt, warum seine Mundwinkel so tief runterhängen, es sei denn, er versteht das unter ‘straight acting’.

Des weiteren ein Kreuzberger Prachtexemplar mit Goatee, (1,90, 98 kg) der findet daß Mann nach Mann riechen und schmecken sollte. Für mich ist reifer Appenzeller die Grenze, und da sind dann auch keine Haare dran.

Ganz lange schon im Sortiment ein P.-Berger Gesundheitsbeamter, der überaus reizende Bilder bereithält, eigentlich genau mein Typ. Leider sind die Bilder aus dem letzten Jahrtausend, und nicht mal aus den letzten Tagen desselben, und er scheint an machen Tagen auch nicht zu wissen als welche seiner multiplen Persönlichkeiten er spricht.

Das nur so als kleine Auswahl.
Kein Wunder also, wenn mein kleines Herz aufs Wildeste pocht, wenn sich eine neue Nachricht mit lauten Ploppen ankündigt, und sich in der Regel dann wieder entspannt, weil es -gottseidank- meist nur der gute Glam ist.

Edit: Einer der Herren scheint hier mitzulesen, jedenfalls hat er mich aus seiner Speicherung gelöscht… 😉