zwickmühle

Gestern abend bei einem sogenannten Eventchen gewesen, welches anscheinend die ‘Krem de la Krem’ der schwulen Szene Berlins gezogen hat. Lange her, das letzte Mal, dementsprechend der Schock umso größer.
Festgestellt, daß ich wahrscheinlich nicht schwul bin, bzw. so schwul nicht sein möchte.
Die grundsätzlich anzusehende Angespanntheit, die Zwangsoriginalität, und damit einhergehenden Outfits – ja man könnte auch lachen, wenns nicht so traurig wäre. Es muß unglaublich anstrengend sein, mit Ende 30 immer noch wie Mitte 20 aussehen zu wollen.
Gebodybuildete Körper mit völlig zweckfreien Muskelpartien, die durch falsches Training, Hormoneinnahme (oder doch nur implantiert?) völlig außer jede Proportion geblasen sind, so daß der Glöckner von Notre Dame froh sein kann, nur einen Buckel zu haben, im Vergleich. Und das in Oberteilen, in denen sich nicht mal viertklassige R&B-Nutten vor die Kamera trauen würden.
Und warum haben Männer um die 40 in viel zu engen Lederhosen immer diesen Reptilienblick? Diesen kalten, toten, lauernden?
Aber genug des Homobashing, will mir damit nicht auch noch den heutigen Tag versauen.

Die Zwickmühle fürs Wochenende ist eher die: eigentlich hätte ich große Lust, mal wieder was zu erleben, richtig aus den Fugen zu geraten und 1000 Dinge zu tun, die ich später bereuen werde, weil mir so langweilig ist. Andererseits bin ich viel zu erschöpft, um auch nur vom Sofa aufzustehen und wenigstens einkaufen zu gehen. Na, mal sehen, wies später aussieht.

happy friday

shocks, grade dachte ich ich müßte früher als geplant ins büro fahren, weil mir die frühstückszigaretten ausgegangen sind.
aber dann hab ich noch in einer tasche welche gefunden – also noch zeit für eine tasse kaffee und einen rundgang durch die blogrolls… entspann…

sing your life

Was ich am Autofahren ja am meisten vermisse, ist, daß man seine Musik volle Kanne hören kann und ebenso volle Kanne und voll falsch mitsingen kann, jedenfalls wenn man nicht offen fährt (es weiß ja jeder, was ich für einen, ähm, eklektizistischen Musikgeschmack besitze…und singen kann ich selbstverständlich auch nicht)

Momentan auf Fahrrad oder BVG zurückgeworfen, macht das nicht wirklich Spaß, weil das I-Pöttchen nicht wirklich so laut geht, wie mans eigentlich braucht, und man auch nicht wirklich mitsingen sollte, wenn man in der U-Bahn sitzt… So muß ich mich begnügen, zumindest wenn ich die Straße lang laufe, möglichst laut zu lip-synchen, Das ist irgendwie nicht befriedigend, so ein Vollplayback. Wie Sex ohne Ficken.

my own private gammelfleisch

Mir sind ja so saisonale Skandale und Hysterien meist völlig wurscht (pardon the pun) aber was ich gestern in meinem Kühlschrank entdeckt habe, hat mir doch kurzfristig den Magen umgekrempelt: Rinderfilet. Erst mal nix schlimmes, denkt man. Das Schlimme: Ich kann mich nicht mal mehr erinnern, wann ich es gekauft habe….
BJÄÄÄCH!!!
(Aber die Männer mit den weißen Seuchenanzügen und den Atemmasken haben es dann ganz fachgerecht entsorgt)

Mechthild

Heute vor 20 Jahren ist meine Schwester Mechthild gestorben. Sie, die nicht mal 30 wurde, meine schöne. lustige, mittlere, größere Schwester, immer war sie 10 Jahre älter als ich. Jetzt bin ich 10 Jahre älter als sie jemals geworden ist. Eine Logik, der ich nicht mehr folgen kann, und ich kann mir auch nicht vorstellen, wie sie heute wäre, mit Ende 40. Meine Schwester Mechthild habe ich nur mein halbes Leben lang gehabt.
Nicht mal 30 ist sie geworden, und von den 30 kläglichen Jahren, die sie hatte, war sie 15 Jahre krank, ihr halbes Leben, sehr krank, zwar mit Pausen von einem halben oder ganzen Jahr, aber Hodgkin ist keine spassige Angelegenheit.
Ich glaube aber nicht, daß Mechthild ihre 30 Jahre kläglich fand, immer wenn sie etwas Pause zwischen OP und Chemotherapie hatte, plante sie, Kinder, ein Haus, ein nächstes Projekt.
Und kümmerte sich, um Freunde, um die Famile, sie war die Sonne und der Zusammenhalt, der Mittelpunkt der Familie, nie ein Fall für Mitleid oder Rücksicht. Ich weiß zum Beispiel nicht, wie sie es geschafft hat, mir regelmäßig ein Mittagessen zu arrangieren, wenn sie chemotherapiebedingt, nach einem Morgen voller Kotzen, halbkahl, mit kaltem Schweiß vom Morphiumentzug und auf anderen Medikamenten trotzdem frische Brötchen hatte, und meinen Pubertätsproblemen lauschte, als gäbe es nichts wichtigeres.
Sie hat sich jedenfalls vom Tod nicht das Leben versauen und auch nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Ich weiß nicht, wie oft sie, von den Ärzten aufgegeben, dem Tod von der Schippe gesprungen ist, furchtlos, aus reinem puren Lebenswillen.
In unserer nicht grade freudigen Familie war sie die Lebensfreudige, die Lebenshungrige, die Sonne, das Kraftwerk, der Spaßfaktor. Es gibt viel was ich von ihr lernte, und es gibt noch viel zu lernen. Ich wünschte ich hätte auch nur ein Zehntel ihres Lebenswillens und ihrer Lebensfreude.
Selbst ihr Tod war ein Lebensgeschenk – wir konnten ihre letzten Tage rund um die Uhr mit ihr verbringen, sie begleiten, verstehen, was passiert und uns nach und nach von ihr verabschieden, sie gehen lassen. In dem Moment, wo sie ihren letzten Atemzug tat, kam die Sonne hinter den dunklen Wolken hervor und erfüllte das Krankenzimmer mit einem goldenen Licht – wir fielen uns in die Arme und weinten – vor Glück. Sie schenkte mir in der folgenden Nacht noch einen Traum, der keiner war, und seitdem habe ich keine Angst mehr vor dem Tod. Den erzähle ich Ihnen vielleicht mal persönlich, er ist ein Geschenk zum Teilen und Weiterschenken, aber er ist auch nicht dazu, verwässert zu werden.
Aber sie fehlt. Ihre Abwesenheit ist ein klaffender Krater in der Mitte der Familie, mit der Zeit haben alle gelernt, am Rand entlang zu balancieren, mit tapferer Mine, und nicht mehr abzustürzen. Das schulden wir Mechthild, nur leider gelingt es keinem von uns, das Leben so prall anzufüllen, wie sie es hätte tun können.
Ich würde mir gerne vorstellen, wie es heute mit ihr wäre, wenn sie mich in Berlin besucht, wenn ich sie in Ihrem Haus besuche, die Patenkinder aufwachsen zu sehen, die es nie gab. Selbst diesen traurigen Gedanken liegt eine Freude inne, denn ich weiß es wäre schön gewesen.
Aber um selber weiterzuleben, muß man solche Gedanken gehen lassen.
Hildegard Knef hat einmal gesagt, sie habe mehr überlebt als gelebt. Das hört sich sehr traurig an. Mechthild hat zwar nicht überlebt, aber sie hat auf jeden Fall gelebt, und das ist das Wichtigste, und da kommt es vielleicht nicht so sehr drauf an, wie lange, sondern wie sehr.

top sigrid!

sigrid ist eigentlich ein großartiger und total unterbewerteter name. und nicht zu verwechseln mit sekret.
wie sang schon esther, als sie noch als madonna schöne musik machte: my baby’s got a sigrid.
wenn ich hartz-4-empfängerin namens sigrid wäre, würde ich auf jeden fall eine dienstleistungsfirma in neukölln aufmachen. der name ist klar: sigrid service!

das zieht doch mehr als der laden in der straße,in der ich vorher gewohnt habe, mit dem leuchtschild über der tür:
‘rudi petrauschke – damit die arbeit geschafft wird!’

technorati ist auch doof

natürlich will ich brennend gerne wissen, wer mich oder einen meiner beiträge verlinkt hat, und dazu hatte ich mir das technorati-dings angeschafft.
nur leider zeigt es mir zum einen lange nicht alle verlinkungen an, von denen ich selber weiß, zum anderen zählt es bei einigen der der fabulösen herrschaften, auf deren blogroll ich bin, als neuen link, wenn die einen neuen beitrag anlegen.

weiß da jemand von euch ne bessere lösung?
und sorry für den nerd-content…