Category Archives: igel when he flies

nix für umme

Es gibt ja so Menschen, die sind nur dann freundlich und aufmerksam, wenn für sie was bei rumspringt. Ansonsten kühle, berechnende Kartoffeln.
Sehr interessant, sie aus dem Off dabei zu beobachten, wie sie ihre Maske wechseln. Und sich dabei entlarven, dieser kleine Moment, wo die eine Larve abfällt und der anderen Platz macht. Und darunter kein Gesicht vorhanden ist.

Es gibt ja so Menschen, die sind mit sich selbst so geizig, daß sie viel mehr Anstrengung darauf verwenden, sich gut einzuteilen, und bloß keinem zuviel zu geben, daß sie ganz verkniffene Mundwinkel bekommen. Das finde ich dann lustig und bedauernswert.

Ich bin sehr froh, daß ich ein gutes Gespür für solche Menschen habe und für sie keinen Platz in meinem Leben bereithalte.

Meine Freunde und ich, wir überziehen auch unsere Dispos, emotional und anderweitig, wenn Not am Mann oder der Frau ist. Oder auch einfach so, aus Freude am Verschenken.

kein schabrackentapir oder: bauch beine po

Gleich vorweg: wer für Bauch Beine Po was Gutes tun will, der gehe in die Waldbühne und hole sich ab und an ein Getränk oder gehe auf Tö. Should do the Trick. Ungefähr 1,5 Mio Stufen zu Diensten.

Und: Berlin bleibt doch Berlin. Wer gedacht hat, daß sich die gute alte Tante Waldbühne bei Ticketpreisen zwischen 120 und 560 € für Barbra Streisand etwas aufrüscht, Bartische mit Champagnerkübeln, Austern und lebenden Gardenien etwa, der täuscht sich. Berliner Kindl, Asia-Pfanne und Wurschtbuden wie immer. Der Berliner an sich bleibt sich ebenfalls treu: Sandalen, geländegängies Allwetteroutfit. Kaum eine große Robe in Sicht.

Nun zum Main Event:

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Soviel hat man gesehen von meinem Platz, der knapp 400 € gekostet hätte, und das ist schon mit 4x-Zoom. Oder man schaut gleich auf die Leinwand:

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Also, so richtige Intimität kam nicht auf, in der ziemlich vollen Waldbühne mit ca. 16.000 Gästen.

Dafür war Madame aber sehr gut gelaunt, gut bei Stimme, witzig und auch schlagfertig. Da sie den Teleprompter mitten im Publikum aufgestellt hatte (Alterweitsichtigkeit?),
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konnte man sehr schön nachverfolgen, welche Äußerungen von Script kamen und welche spontan waren. La Diva ist allerdings nach 47 Jahren Karriere so professionell, daß man den Unterschied in der Conference eh nicht bemerkt.

Supersympathisch ihre Scherze über ihre Freßlust, und ja, sie war ein bissel moppelig, auch wenn ich ihr nicht glaube, daß sie extra Currywurst probieren war. In der zweiten Hälfte entledigte sie sich auch ihrer Schuhe, wegen ‘dicker Füße’, mit solchen Tricks kriegt man mich sowieso immer.

Über die Musikauswahl hatte ich ich ja schon beschwert, größtenteils die getragenen Songs, und fast keine der ‘Ich-machs-trotzdem’ oder ‘Ihr-kriegt-mich-nicht-unter’-Songs, für die sie so lange meine Heldin war. Allerdings hat sie auch die kitschigeren Lieder differenziert und zart gesungen, was sie einfach von den Mariah-ich-kann-noch-was-lauter-pressen-Careys, Zellulite-Heulboje-Dions und Whitney-Crackhead-Houstons dieser Welt unterscheidet. The Lady is a Lady. And she knows her job.

Ihre Stimme: stark wie immer, aber auch sanft, etwas dunkler geworden, schön, wenn sie auch mal an der ein oder anderen Note ein wenig scheitert, das machte die Lieder lebendig und die Stimmung echt. Das Orchester war großartig, ebenso die Arrangements.
Nur diese gräßlichen Il Divo, die so manche längere Umkleidepause Madames ausfüllen mußten, und die wesentlich zum Mord des ja eigentlich schönen “Somewhere” beitrugen, waren überflüssig bis unerträglich.
Und was mich wunderte, daß die Rückseite der Bühne in der Waldbühne, die ja nun wirklich aussieht wie ein Grabmal für einen Faschistendiktator, nicht mit was Tülligem abgehängt war.

So richtig gekriegt hat sie mich allerdings mit “Papa, can you hear me?”, ganz zart und doch stark gesungen, und dazu die einzigartige Stimmung in der Waldbühne, unter Baumwipfeln und unter einem dräuenden Nachthimmel über einem.
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Es war ein schöner Abend, etwas altmodisch, groß, aber nicht kitschig, und irgendwie schafft es Barbra Streisand, daß man nicht eine große alte Dame da vorne sieht, sondern daß immer noch die (etwas füllig gewordene) jüdische Prinzessin aus der Brooklyn durchscheint.

ich bin zwei!

Ein *hüstel* Höhepunkt jagt den nächsten auf diesem bescheidenen Randgruppenblog:
Der Herr Lucky hat Geburtstag, zarte zwei Jahre hält er nun schon Wacht auf dieser apfelgrünen Baustelle.
Nach so manchem Kris-chen und gelegentlicher Publikumsbeschimpfung macht es momentan mal wieder riiiiesigen Spaß mit euch und euren Kommentaren!
Wieder einmal bedanke ich mich bei Herrn Glämmerdick der mich gezwungen hat, und bei der Patentante Choc, ohne die.
Zur Feier des Tages habe ich mit meinen bescheidenen Fähigkeiten und einem alten Nagelknipser an dem Dings ‘heute vor einem Jahr’ rumgebastelt, und so kann man jetzt auch die bescheidenen Anfänge vor 2 Jahren nachblättern, als der Herr Lucky noch irgendein beliebiger weiterer Homo mit etwas zu breitem Gesicht war, wie heute auch noch.
Herrschaften, das Buffet ist eröffnet, denkt ihr bitte dran, den Krabbensalat ein wenig in den Schatten zu rücken, wenn die Sonne um die Ecke kommt, und spätestens bei der fünftletzten Flasche Sekt bitte immer neuen nachlegen, damit er ein bissel kühlen kann, ich muß jetzt leider den ganzen Tag auf irgendwelche Termine. Wohl bekomm’s!

P.S. Wenn ihr die Schränke durchwühlt, bitte alles wieder so reinstopfen, wie es vorher ausgesehen hat. Bitte keine Fotos von den Tieren machen. Und nimmt nachher jemand ein wenig Altglas mit runter?

P.P.S. Achja, und es würde mich einen Ast freuen, wenn ihr mir eure persönliche Lieblingsstory hier verratet. Man ist ja auch ein bissel neugierig.

bis keiner weint

Kein Grund zur Klage. Und ich hab wirklich in allen Ecken nachgeschaut. Wer mich kennt, glaubt mir das.

Einfach ein schönes Wochenende gehabt, die Schlauchbootsaison eröffnet, selbstverständlich mit Herrn Glam, und nein, eher würde ich ein Foto von vorvorvorletzter Saison veröffentlichen, aber auch das kratzt mich heute nicht. Und von wegen, so viele Wolken, das bräunt doch gar nicht – ich sehe traditionsbewußt wieder aus wie ein halbgarer Hummer. Und habe eine Einladung, auf die ich keine Lust hatte, einfach ‘vergessen.’

Nicht mal der sonntägliche Anruf bei der LuckyMom zog mich runter, ansonsten immer eine sichere Bank. Dachte schon ich wäre falsch verbunden, so gut drauf war sie. Sie hatte mal der halben Verwandtschaft den Marsch geblasen, vielleicht zum ersten Mal überhaupt, in Vorbereitung zu ihrem 80sten. House on Fire. Way to go, old Gal!

In den blauen Seiten sogar auch mal 2 Geschlechtsverkehranbahnungswünsche bekommen, bei denen es einem nicht gleich speiübel wurde. Vielleicht spiel ich da auch mal wieder mit. Mal sehen.

Glück ist vielleicht bloß die Abwesenheit von Schmerz.

Mist, was erzähle ich heute der Therapeutin? Kann ja wohl nicht sein, daß mir gleich zum zweiten Termin die Themen ausgehen?

Mal sehen, war das jetzt auch schwuler bloggen in 6 Absätzen? Muttercontent, gilt gleich mit als verrückte-alte-Frauen-Content, Therapiecontent, Geschlechtsverkehranbahnungscontent, schon ganz gut. Prosecco fehlt. Aber es gab auf dem See 2 Flaschen lecker Weißwein. Wird wohl auch zählen. Jeht doch!

fleissig

Schon aufgefallen? Bin hier richtig fleißig in letzter Zeit.
Das liegt zum einen daran, daß es grade riesigen Spaß macht.
Zum anderen liegt es an meinem ‘Heute-vor-einem-Jahr-Button’, weil ich mich jedesmal schwarz ärgere, wenn ich vor einem Jahr nix geschrieben habe.
Man schreibt also doch für die Nachwelt, und wenns nur für die in Gestalt der eigenen Person ist.

jewonnen! Freitagstexter morgen bei mir!

Ganz überraschend hab ich gestern den Freitagstexter-Titel geholt, der bei der einmaligen Weltregierung gehostet wurde, Bild für den Texterwettstreit gibts dann regelgemäß morgen.

Was mich besonders gefreut hat, ist die Fußzeile im Glückwunschtelegramm der Weltregierung:
Für Lob, Huldigung, Ehrungen, Danksagungen, Geschenke, Bestechungen,
sexuelle Gefälligkeiten oder Freibier, rufen Sie bitte umgehend diese # an:
—> 01XX XXXXXX <—

Das nenn ich mal Servicedenken, Herr Weltregierung! Über die Erfordernisse hinausgehendes Engagement!
Wir aus dem “Reich der kinderlosen, überdurchschnittlich
bezahlten Luxustucken” danken – jetzt wissen wir ja, wo wir es kriegen, wenn wir es brauchen! Hehe!

fett gegen falten

Nein, ich meine gar nicht Aufspritzen mit Eigenfett oder sowas.
Wenn man nur fett genug ist, glätten sich fast alle Falten im Gesicht von selbst und man sieht drall und prall aus. Ein paar ordentliche Backpfeifen in die fette Masse am Morgen, und schon hat man auch noch einen gesunden Teint.
OK, eine Nebenwirkung hats: Am Bauch gibts Sitzfalten, aber das sieht ja keiner. Wenn man nicht bei so komischen PR-Aktionen mitmacht.

vorfreude

fingerhut

Vorfreude: Fingerhut, Kletterrose und (leider nicht im Bild) Himbeerblüte, etwas weiter unten rechts. Im Werden.

Just like me: Was Leckeres, was Schönes, und was Giftiges. Hehe.

blazing away

I’ve got one eye on insanity
the other on the wheel
one’s turning, one’s burning
blazing away
Marianne Faithfull

Gestern ein riiiesiges Hoch gehabt, bin nämlich zum ersten Mal wieder offen gefahren, nachdem ich aufgrund höherer Gewalt eine Saison aussetzen mußte. Zur Feier des Tages sogar extra eine neue Mix-CD gebrannt. Und ja, es war ‘Oooh la la la’ und Wundervoll’, so einen Glücksmoment habe ich sehr lange nicht gehabt, und ich bin noch nicht mal Autofetischist. Blazing Away.

Natürlich wäre ich nicht ich, wenn ich mir nicht selber ein bissel in die Suppe gespuckt hätte. Der Gedanke auch angesichts anderer offen fahrender drängte sich nämlich auf, ob es nicht bei Cabrios – und auch neuen Betten – so ist: je edler und doller das Gefährt, desto oller der Inhalt.

le nouveau bett est arrivè

Da steht es nun, mein neues Bett, Heimstatt meiner Träume für die nächsten Jahre!
Kaum 14 Wochen hat es seit Kauf gedauert, schließlich wurde es ja von glutäugigen Italienern in liebevoller Handarbeit gebaut, und heute ist es geliefert worden. Aber es hat ja auch 5 Jahre gedauert, bis ich ein Bett gefunden habe, das mir gefällt, was sind da 3 Monate?

Die Farbe? Rot! Surprising? Not really. Schönes glattes satt leuchtendes mittel- bis dunkelrotes Leder. Die Form? Es sieht, ja, sportlich aus. Fast wie mein Auto (nur nicht so schnell). Sehr niedrig (lange habe ich überlegt, ob ich mir nicht ein höheres zulegen soll, man wird ja nicht jünger, aber hey, so jung sind wir nur jetzt.) Ganz niedriges Kopfteil, nicht diese Single-diskriminierenden zweigeteilten Rückenstützen.

Ich fürchte ich werde die Wand dahinter neu streichen müssen, das Bordeauxrot der Wand beißt sich mit dem Rot des Bettes. Und neue Bettwäsche brauche ich auch. Und der Sperrmüll, der daneben als Ablage hergehalten hat, muß auch weg jetzt.

Und jetzt bin ich sehr gespannt, was ich in der ersten Nacht im neuen Bett träume, und ob ich das edle Stück auch mit Leben erfüllen kann, hoffentlich mehr Leben, als das alte Bett in den letzten Jahren gesehen hat.