Category Archives: auch scheisse

per Fax

Landesamt für Bürger-
und Ordnungsangelegenheiten
xxx
Per Fax 030- xxx

Berlin, 8.10.2007 15:20

Sehr geehrte Frau xxx, sehr geehrte Damen und Herren,

nachdem ich an mehreren Tagen in der letzten Woche und heute seit 9:30 vergeblich unter allen Durchwahlen von -xxxx bis xxxx, -xxxx und auch unter -xxxx und -xxxx versucht habe, einen Ansprechpartner zu erreichen, bin ich nun mit meinem Rat am Ende, und bitte Sie, sich persönlich meiner Rückfrage anzunehmen.

Es geht um meinen Antrag auf Erteilung einer Zustimmung nach §39 Abs. 2 des Aufenthaltsgesetz für meine Mitarbeiterin Frau xxx.

Den Antrag hatte ich Ihnen schriftlich am 12.09., also vor einem Monat zugesandt, nachdem mehrere Versuche Frau xxx, die Papiere persönlich zu überreichen, an der mangelnden Bereitschaft der Sachbearbeiter, diese entgegenzunehmen, gescheitert sind.

Da nun bald der Aufenthaltstitel von xxx abläuft, und ich dringend darauf angewiesen bin, diese weiter bei uns zu beschäftigen, wie ich Ihnen geschrieben habe, erbitte ich eine Auskunft zum Stand des Verfahrens.

Ich hoffe doch sehr, dass der negative Eindruck, den ich von Ihrem Amt bisher gewonnen habe, ein falscher Eindruck ist, und dass Sie mir in meinem dringenden Anliegen weiterhelfen können.

Ich wäre Ihnen sehr dankbar für einen Rückruf unter Tel. 030 – xxx oder mobil unter 0179-xxx.

Mit freundlichen Grüßen,

die schönsten franzosen hängen sehr öde in berlin

Überraschend in den Genuß einer VIP-Karte für die angeblich schönsten Franzosen gekommen. Frisch erholt aus dem Urlaub und voller Vorfreude macht man sich mit Onkel und bisher unbekannter Cousine auf den Weg in die Ausstellung, ausgestattet mit einem Audioguide und den Erinnerungen ans MOMA in New York.

Schon die Treppe nach unten läßt eine böse Vorahnung aufkommen: dort verweisen Plakate auf die Franzosen, die nebenan in der Alten Nationalgalerie hängen. Nicht weiter verwerflich, jedoch sind die Plakate wenig stilvoll in diesen billigen Plastikrahmen gehängt. Nun gut.

Also betritt man die Ausstellung und ist erst mal desorientiert, weil es doch sehr voll ist und es keinen empfohlenen Rundgang gibt. Der Audioguide begrüßt einen im besten Deutschfranzösisch, was man albern, aber auch drollig finden kann, ich entscheide mich für letzteres. Die Texte zu den Bildern spricht größtenteils Otto Sander, der ein Monopol auf alles, was gesprochen werden muß zu haben scheint.

Mit Entsetzen nehme ich die erste Hauptsünde und Lieblosigkeit der Ausstellung wahr: die angeblich schönsten Franzosen sind auf weißer Rauhfaser gehängt. RAUHFASER! Zusammen mit dem häßlichen dunklen Billigteppichboden und den ebenso billig aussehenden Abstandshaltern aus weißen Preßspan auf dem Boden ergibt sich der Eindruck, als ob ein Baumarkt aus der dritten Reihe seinen Praktikanten die Aufgabe gestellt hat, mal schön alle Kunstdrucke aufzuhängen.

Auch das Licht scheint eher uncharmant – nach 30 Minuten kratzen die Augen, zwar sind alle Bilder gleichmäßig ausgeleuchtet, jedoch tragen die Strahler nichts zu Dramaturgie oder sonstwas bei, sie machen einfach nur hell. Manchmal muß man sich sogar etwas seitlich vor die Bilder stellen, da das Licht sich auf ihnen spiegelt.

Da es keinen empfohlenen Rundgang gibt (oder habe ich ihn verpaßt?) suche ich mir meinen Weg danach, wo am wenigsten Besucher stehen. Dadurch, daß nur einige wenige Bilder mit Audiokommentar ausgestattet sind, stauen sich dort die meisten Besucher, und oft sind diese Bilder auch in den Ecken gehängt, so daß man sich praktischerweise die umliegenden Bilder ebenfalls nicht ungestört ansehen kann.

Nach 30 Minuten bin ich bei den wirklich schönen Bildern von Modigliani angekommen, und der Audioguide will mich mit diesem letzten tragischen Eindruck (erzählt wird die traurige Liebesgeschichte des letzten Portraits Modiglianis, der bald drauf starb, und die portraitierte schwangere Lebensgefährtin ebenfalls) aus der Ausstellung entlassen.

Moment! Also nochmal zurück, und so komme ich in der falschen zeitlichen und dramaturgischen Reihenfolge in den Genuß der Pointillisten, Impressionisten und der Klassiker. Leider erschließt sich so nicht die ästhetische Revolution, die die Impressionisten einmal waren, und der Eindruck der Bilder bleibt lauwarm.
Nicht nur bei Van Goghs Sonnenblumen oder Monets Seerosen stellt sich bei mir das ärgerliche Gefühl ein, daß die Bilder leergeguckt sind – man ist angeödet, weil man sie als Kunstdrucke schon in 1000 Zahnarztpraxen vom Wegschauen zur Genüge kennt. Die Schuld daran schiebe ich allerdings auf das lieblose Ambiente der Ausstellung.

Das einzige Bild außer den Modiglianis, das mich beeindruckt, ist die Jeanne d’Arc von Bastien-Lepage, ein komplett wahnsinnniges Bild. Leider ist es sehr besucherumvölkert, und riesengroß. Man müßte ein paar Meter zurücktreten können, um es sich richtig anzuschauen, aber der Gang vor dem Bild ist nicht breit genug. Schade.

Also Herrschaften, seien Sie gewarnt – löhnen Sie nicht den völlig überteuerten Eintritt (36,- inkl. Vorverkauf für ein VIP-Ticket) für eine viel zu volle, lieblos und billig zusammengestöpselte Geldmach-Ausstellung. Das haben die angeblich schönsten Franzosen nicht verdient.
Gönnen Sie sich was und gehen in eins der echten Museen, dort wo nicht der Hype regiert, und wo man den Bildern ihre Würde läßt. Denn dort können sie wirklich strahlen. Und dann sind sie auch wirklich schön.

heute kein beitrag

weil mir die zweitletzte Jeans, die mir noch paßte, heute beim Anziehen geplatzt ist, die andere ist in der Wäsche.
Statt Beitrag muß ich also schnell noch eine neue Jeans kaufen, kann ja nicht mit geplatzter Hose in den heutigen Termine sitzen.

Und nein, ich laß mich nicht weiter über zunehmende Fettleibigkeit aus, das würde meiner Therapeutin nicht gefallen, und ich werde zur Zeit genug geprügelt und muß nicht selber auch noch draufhauen.

Edith 11:56: Entwarnung, ich hab im Archiv doch noch ne Hose gefunden die paßt. Muß für heute gehen. Als Posting fällt mir aber trotzdem nix ein.

Supersize-Me-Edith 12:06: Eigentlich eine gute Strategie, beim nächsten Bloggertreffen werden mir dann alle sagen “Aber du bist doch gar nicht dick!” oder staunen “Mann, hast du abgenommen!?”

auf’n sack

Kann es wirklich sein, daß mir alle meine zweitausendirgendwas auf It*nes geladenen Songs auf den Sack gehen?

Muß ich jetzt wirklich hinter die Palmen kriechen und mir die Vinyl-Sachen wieder rauskramen? Neues einkaufen ist viel zu frustrierend, letzten Samstag bin ich 3 Stunden willig und ausgabebereit durch einen der orangenen Sauläden gekrochen, und mußte letztendlich extrem frustriert mit leeren Händen nach Hause.

globalisiert? my ass!

Jaja, die ganze Leier – Holdings, Banken und Konzerne steuern über die Wirtschaft das Weltgeschick, und Regierungen haben eigentlich nix mehr auszurichten, als gefälligst nette Rahmenbedingungen zu schaffen und die Arbeitslosen zu füttern usw usf.
Das ist schlimm usw. usf.

Es gäbe ja zumindest die ein oder andere gute Seite daran, aber leider haben ganze Bereiche die Globalisierung komplett verschlafen, wenn man sich mal die Unterhaltungsindustrie anschaut:
Die dritte Staffel Desperate Housewives zum Beispiel gibts in Great Britain bei Amazon ab Anfang November, komplett für um die 30 Pfund also insgesamt ca. 45 €. In Deutschland gibts die erste Hlfte der Staffel im Oktober für 35 € und die andere Hälfte im Dezember für nochmal 35 €. Denken die eigentlich daß man blöd ist? Und wer auf deutsche Untertitel angewiesen ist, der müßte sich also zwangsläufig so verarschen lassen?

Im Itunes Shop, der so unsäglich peinlich in der mainstreamigen und außerordentlich beschränkten Auswahl ist, (New Music Tuesday? My Ass! I want new music every day!) kann ich zwar global alle Shops besuchen, aber kaufen darf ich nur im deutschen Shop, wo just die Songs, die ich haben will, nicht verfügbar sind. Aber über irgendeine russische Klauplattform könnte ich sie haben, für 20 Cent pro Song.

Unterschiedliche Release Dates für Bücher, Singles oder Alben über die Welt verteilt: was soll das!? Ich kann mir ein neues Video sagen wir von Annie Lennox im amerkanischen Amazon-Ableger anschauen, aber kaufen kann ich das ganze in Deutschland erst ab Oktober!?
Angenommen, man ist auf die deutsche Harry Potter-Übersetzung angewiesen, wie und wo soll man denn bitteschön bis Oktober existieren, wenn man nicht die Auflösung erfahren will?

Warum kann ich so manchen Film, den es in Europa nicht gibt, aus den USA entweder nur bestellen, wenn er sehr billig ist, oder ich muß horrenden Zoll darauf bezahlen? Und was sollen bitteschön die Region Codes am DVD-Player (nun gut, die sind leicht zu umgehen)?

Peinlich, wie eine der ersten Industrien, die global agierte und durchaus imperialistisch ausgerichtet ist, ihren eigenen Zug verpaßt hat.

verweis

Wegen Hitze und Termindruck hier heute keine neuen Wortanreihungen.

Sie finden aber reichlich alte und neue Wörter weiter unten.

Lesen sie die doch erst mal alle.