Kategorie-Archiv: Maladies du Jour

Wohnung macht Falten

Meine Wohnung habe ich ja mit Hingabe ausgesucht, fünf oder sechs Jahre lang war ich auf Wohnungsbesichtigungen, na gut, die ersten 4 oder 5 Jahre hätte ich auch nicht das Geld dafür gehabt, war also mehr Windowshopping und Träumen, und die Skrupel, eine schöne 110-qm-Altbauswohnung mit Balkon, nur leider Nordseite, aber dafür auch nur 400 € warm, aufzugeben waren groß.
Jedenfalls, das Tolle an meiner Wohnung ist, daß im Sommer die Sonne nicht reinscheint, sie also halbwegs kühl bleibt, dafür jetzt und im Winter, wenn sie schräger steht, die Sonnenstrahlen bis in den hintersten Winkel reinkommen und mir die immer noch erkälteten Gebeine und das Gemüt wärmen.
Das ist soweit perfekt, außer daß ich jetzt hier am Rechner immer die Augen zusammenkneifen und blinzeln muß, so doll scheints hier rein. Und das macht bekanntlich Falten. Ein hartes Leben, das!
(Und nein, ich hasse Gardinen, und hab nur welche an der Nordseite, damit die beiden dicken netten Lesben gegenüber mir nicht beim Sex zusehen können oder brauchen. Das können sie ja auch ohne Gardinen nicht, fällt mir grade ein, die Gardinen können also auch weg.)

Die Stille

So ist das also, wenn man (vorübergehend) nicht bloggt.
Bin ja immer einer der ersten, der schimpft, wenn andere maulfaul sind, und nun hat es mich also selbst getroffen.
Kein Thema, keine Idee, kein Bedürfnis, kein Bedarf.
Ich finds ja selber schade, weiß aber auch nicht, wo ich es grad her holen soll. Bear with me.

Halbvoll, halbleer, gescheckt

Dachte ich mir, wenn ich hier eh schon in Quarantäne vor mich hingammle, dann kann ich doch auch mal einen Vollbart versuchen, ist ja hip dieser Tage und hat den Vorteil, daß man ganze Teile vom Gesicht verstecken kann, die faltig sind oder hängen.
Abgesehen davon, daß es juckt wie Hölle, sieht es auch noch ziemlich mistig aus, nichts halbes und nichts ganzes. Meliert ist ja noch nicht mal das Problem, dunkelblond, schwarz, rötlich, blond und natürlich weiß. Aber einfach nicht genug Barthaare, das sieht aus wie ein kranker Dachs und muß wieder weg.

11:10

ist, scheints, regelmäßig der Zeitpunkt morgens, an dem mich die Panik befällt. Tief atmen, an was Positives denken, sich Bestätigung geben, aufstehen und irgendwas erledigen – die nächsten 10 Minuten bestimmen, wie ich den Tag oder auch die Woche erlebe.
Heute hats einigermaßen geklappt.

Och nöööööööh!

And if you must go to work tomorrow
well if I were you
I wouldn’t bother.
For there are brighter sides to life
and I should know
because I’ve seen them
but not often.
(The Smiths, Still Ill)

Ich will nicht, ich will nicht, ich will nicht!

Eine Woche Urlaub ist zu kurz. Zwei sehr schöne Wochenenden, eins in Brandenburg, das andere auf dem See, ein Akklimatisierungstag, zwei Tage wegen emotionaler Vorbereitung auf Termin verloren, und das wars schon.

Noch ein, zwei Tage, und dann wäre ich in der Lage, richtig Urlaub zu machen, so mit Freunde zum Essen einladen, Klamotten kaufen, im Cafe abhängen, Fahrrad ausmotten, was auch immer.

Na gut, es gibt noch zweimal Urlaub dieses Jahr, aber wieder nur jeweils eine Woche. Ich Depp, ich.

Go green

Heute Nacht bin ich vom einem Flashmob Bonduelle-Gemüse verfolgt worden, lauter Figuren in hautenges giftgrünes Lycra gepreßt, mit Gemüseanmutungen auf dem Kopf und an den Füßen.
Obs an der Trennkost liegt?

maladies du jour

“ich bin Bi und habe Bezihung…” schreibt ein 32jähriger selbsternannter Südländer in den blauen Seiten.
Soll sich nicht so anstellen, ich hab schlechte Laune, wie immer vorm Reisen. Und das ist wesentlich schlimmer.

Ein anderer dagegen bittet eindringlich, die Altersbeschränkung einzuhalten. Sie liegt bei 29. Ja, können vor Lachen.

Herr Lucky dagegen hat kranke Wäsche. Gelegentlich schafft er auch ohne Unterstützung durch seine Perle etwas Wäsche in die dafür vorgesehene Maschine. Woraufhin er sie konsequent vergißt und Tage später einen Haufen stinkender schimmelnder Lumpen aus dem Gerät fischen muß.

So hat jeder seins. Muß mal unterm Kopfkissen nachschauen, obs Gehirn da noch liegt.