Leseempfehlung Häuserkampf: Stadt als Beute

Ein sehr ausführlich recherchiertes Dossier zum Ferienwohnungsmarkt im Tagesspiegel. Sehr informativ und erschreckend, es ist alles noch fieser als ich dachte.

Naiv war ich wohl auch, bisher war ich hin- und hergerissen, weil ich dachte, ein paar Leute haben eben ein paar Wohnungen und es bleibt aber mehr der weniger ein ärgerliches Privatphänomen, aber daß dahinter eine echte fiese Aufkauf-, und Entmiet- Investmentindustrie steckt, schockiert mich zutiefst.

Stadt als Beute.

5 Gedanken zu „Leseempfehlung Häuserkampf: Stadt als Beute

  1. Kitty Koma

    Ja, ging mir auch so, als ich das las. Das Verrückte ist, wenn wir internetbusiness denken, entwerfen wir Kutschen ohne Pferde. Wir halten uns mit Quelle 2.0, sprich Zalando auf und nebenher verwandeln sich Metropolen-Innenstädte in Hotels. Jeder Dreck wird reguliert, aber das ist so unsichtbar und zersplittert, dass man keinen Ansatzpunkt findet.
    Das Haus uns gegenüber ist mittlerweile fast vollständig in Ferienwohnungen verwandelt. Zuerst hatten sich die Wohnungseigentümer gegen die laute Szenekneipe im Erdgeschoss beschwert, jetzt verdienen die Wohnungsbesitzer an denen, die sich da drin besaufen.

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  2. Gaga Nielsen

    Ich bin um jede Verlinkung dieses Artikels froh. Als ich ihn am Freitag las, war es mir auch. ein Herzensanliegen, ihn zu verlinken. Vermutlich nicht offensiv genug, so wie es dieser Reportage gebühren würde. Natürlich ist man wacher und aufmerksamer, wenn man unmittelbar von diesen Entwicklungen betroffen* ist. Dann kann man nur allen anderen, die nicht um ihr Zuhause fürchten müssen, die Möglichkeit eröffnen, durch erläuternde Worte sinnlich zu erfahren und zu begreifen, was sich hier abspielt, und dann die Konsequenzen daraus zu ziehen. Die da wären, sich wie früher, vor airbnb, auf legitimierte Ferienwohnungen oder schöne Hotelzimmer zu konzentrieren.

    * ich wohne seit Juni 1999 in einer Wohnung in der Auguststraße, die soeben in eine Eigentumswohnung umgewandelt wurde und gekauft wurde. Ich konnte sie nicht kaufen, das überstieg meine finanziellen Möglichkeiten, zumal ich ohnehin nicht den Plan hatte, Eigentum zu erwerben. Ich hatte leider keine 270000 Euro in der Portokasse für meine kleine 2-Zimmer-Wohnung (58 qm, DG, am Gipsdreieeck). Zehn Jahre Sperrfrist für Eigenbedarf sind natürlich schön. Aber der unbegrenzte Mietvertrag war noch schöner. Wenn ich mir ausmale, dass es ehemalige Mieter in meiner Ecke gibt, die durch einen Zufall entdecken, dass ihr ehemaliges geliebtes Zuhause bei airbnb angeboten wird, und sie nunmehr in irgendeinem Wohnghetto in einem Randbezirk hausen müssen, werde ich sehr traurig. Und auch ein bißchen aggressiv.

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