The KT Fellowship – Die Gefährten

Herr der Ringe, Harry Potter, die Ritter der Tafelrunde auf der Suche nach den Gral – für eine wirklich wichtige heilige Quest bedarf es einer Gemeinschaft von unterschiedlichen Charakteren, und nicht einer davon ist entbehrlich, und egal wie zufällig die Gefährten zusammengewürfelt sind, jeder hat eine essentielle Funktion, Frodo wäre nichts ohne Samwise, Harry nichts ohne Ron und Hermione. Wie gut, daß wir ohne den Beitrag  eines Gollum/Smeagle auskamen…

Und was ist eine Pilgerschaft zu einem oder zwei Konzerten von Kate Bush anderes als eine Reise zum Gral? Eine große heilige Reise, eine Reise in die Tiefen des eigenen Herzen, der eigenen Seele, denn dort liegen sie seit Jahrzehnten, Kate Bushs Lieder, Kate Bushs Universum, das über die Zeit so sehr zum eigenen geworden ist, verwachsen mit dem eigenen Leben, der gelebten und ungelebten Liebe, der Trauer, der reinen überschwängigen Freude, der Schönheit in uns allen.

Niemals im Leben für möglich gehalten, ungläubig zur Kenntnis genommen, daß man WIRKLICH Tickets ergattert hat, immer wieder verdrängt, aber letzten Endes ein halbes Jahr lang herbeigezittert: Kate Bush LIVE! Ich bezweifle daß das wirklich jemand nachvollziehen kann.

So viel kann schief gehen auf einer solchen Reise, nicht nur, daß man möglcherweise keine Tickets bekommt, die Strapaze der Anreise, die Wahl der Unterkunft und Verpflegung, mangelnder oder übersteigerter Enthusiasmus der Gefährten, isländische Vulkane, verspätete Busse, Pilotenstreiks, und vor allem: was, wenn Kate Bushs Konzerte ganz ganz fürchterlich werden?

Es war eine perfekte Runde, Glam, Lucky, Frankie, Gitte, die sich bisher nicht groß mit dem Universum Kate Bush befaßt hat, und Lars, Luckys ältester Freund, der die anderen bisher nicht kannte – wie schafft man ein, zwei Tage Alltägliches gemensam in einer fremden Stadt, im Bewußtsein, daß man abends Gott sehen wird? – So viel hätte schief gehen können.

Ging es aber nicht. Der Plan ging auf, beherbergt in einem hübschen Haus in walking distance zum Venue, richtete man sich gut ein. Lars, der sich tapfer und offenen Herzens den unbekannten Gefährten stellte und umso herzlicher aufgenommen wurde. Frankie, ruhender Pol in dem emotional aufgekratzen Epizentrum um Glam und Lucky. Glammie, Generalorganisator der Unternehmung, ohne den das so nicht passiert wäre. Making a deal with God – running up that Hill. Gitte und Lucky, die unbedingt am ersten Tag viel zu kurz vor dem Konzert noch ein indisches Takeaway ergattern wollte, was dazu führte, daß Gitte mit Lucky im Schlepptau zum Haus laufen mußte, und trotz der knappen Zeit und Luft (zu SPÄT zu Kate Bush kommen?!?!) Lucky, der ansonsten durchgedreht wäre, die Zuversicht und Gelassenheit zu vermitteln, daß alles gut ausgehen würde.

Gitte, die nur für den zweiten Abend Karten hatte, aber so angesteckt von der Vorfreude/Vorfurcht/Aufgeregtheit der Gefährten war, daß sie an der Tür auf unsere Rückkehr wartete. Wie man ihre Gedanken kreisen sah, was sie tun könnte um alles wieder gut zu machen, als sie in unsere völlig fertigen Gesichter sah und annahm, daß es furchtbar gewesen sein muß. War es aber nicht, wir waren nur völlig überfordert, und bis spät in der Nacht warfen alle Gefährten ihre Groschen zusammen, bis das gemeinsam einzeln Erlebte ein großes Bild wurde.

Liebe Gefährten, danke für die Gemeinschaft – wie traurig wäre es gewesen, das alles alleine erleben zu müssen, und nicht teilen und dadurch vervielfachen zu können. Jetzt hat jeder von uns ein Stückchen Seele in der Seele der anderen.

Achso – und dann gab es ja noch: KATE BUSH! Stay tuned.

2 Gedanken zu „The KT Fellowship – Die Gefährten

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