Viertel Jahrhundert

Give me your tired, your poor,
Your huddled masses yearning to breathe free,
The wretched refuse of your teeming shore;
Send these, the homeless, tempest-tost to me,
I lift my lamp beside the golden door!

 

Heute ist ein ganz besonderer Tag: heute vor 25 Jahren zog der kleine Lucky mit all seinen Habseligkeiten und einem brandneuen Set von diesen scheußlichen unkaputtbaren achteckigen Services in schwarz und weiß, wie sie damals so schick waren, in einem vollgepackten Ford Transit über eben jenen Transit, auf die Insel, die Insel Berlin. Möglichst weit weg von seinem Heimatdorf, möglichst weit weg von der Familie, möglicherweise sogar, um in der großen Stadt komplett zu verschwinden (da hatte ich allerdings nicht mit der unbeirrbaren Hartnäckigkeit meiner Frau Mama gerechnet).

Freiheit, ein Neuanfang, grenzenlose Möglichkeiten in der eingegrenzten Stadt.
Vieles davon ist wahr geworden, vieles nicht vorgestelltes obendrauf.  Berlin ist mir eine gute Mutter gewesen und ist es noch, hart, kalt, grau, nachlässig, ungepflegt, aber wie warm und schön an manchen Ecken, Berlin hat mir meine Chancen gegeben, mich genährt und immer gut behaust und mir sogar eine Karriere geschenkt, obwohl ich nie wußte, was aus mir werden sollte.  Berlin hat mir einen unkapttbaren Freundeskreis geschenkt und eine Heimat, eine zweite Heimat für die letzten Dreiviertel meines Lebens.

Ob Berlin mich liebt, kann ich nicht so sagen, wohlmeinende Vernachlässigung ist so mehrdeutig.  aber: ich liebe Berlin!

Wenn ich mir jetzt noch was wünschen dürfte: nen feinen Kerl an meiner Seite, dann wärs echt komplett, Berlin – da geht doch noch was!?

4 Gedanken zu „Viertel Jahrhundert

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