Tagebuch 15.-17.06. Floßpartie

Huch, manchmal verhindert das Leben doch tatsächlich Bloggen! Ich war unterwegs, stellnse sich das mal vor, zur ersten Floßfahrt der Saison, mit der Doppelkopf-Bagage, in die Schorfheide. (Ich weiß der Witz ist oll, aber ich finde Schorfheide hört sich immer noch an eine alte Hure.)

Es ist immer sehr sehr lustig mit meiner Lieblingsbagage, und es gibt keine Schimpfwörter, die nicht als zweifelhafte Kosenamen herhalten müssen, und keine körperlichen oder seelischen Eigenheiten, die nicht aufs allerherzlichste kommentiert werden, in unserem Fall sind das allerdings überwiegend Bemerkungen über Dicke.

Floßfahrt in der Schorfheide geht so: man melde sich frühzeitig (im Vorjahr) beim Fischer an, der einem dann ein simples großes Floß aus Brettern mit einen fest aufgeschraubten Grill zur Verfügung stellt. (Kostenpunkt dieses Jahr: 40 Euro inklusive 9 große Lachsforellen.) Es gibt auch nur 2 Floße überhaupt für den ganzen großen See. Darauf baut man dann einen Pavillion, bringt Stühle, Biertische, ein Kaffeservice, Sektgläser, Weißweingläser, Biergläser, Saftgläser, Kühltaschen, Weinkisten, Bierkisten, Kuchen, Kuchen, Wassermelone, Erdbeeren, Kartoffelsalat, Nudelsalat, Käse, Würstchen, Cevapcici (?), Rote Grütze, Vanillesoße, Sahne, Chips, Süßigkeiten, Oliven, Schüsseln, Eßservice, Messer, Gabel, Kuchengabel, einen  Pinkeleimer, einen Bindeneimer, Liegestühle, eine Schwimmkröte, mehrere Luftmatratzen, Fliegenabwehrspray, Decken für später, Sitzkissen, Liegekissen, Handtücher, Badetücher, Korkenzieher, Flaschenöffner, Servietten, Müllbeutel, Wassernäpfe und Freßnäpfe für die Hunde und was sonst noch so gebraucht wird mit, und schon ist alles bereit für die große Sause. Sollte ich jetzt etwas vergessen haben, dann hab ich Pech gehabt, zurückgefahren wird nur höchstens 3x.

Unabsichtlich schlauerweise kam ich erst an, als alles schon verstaut war und hatte mir nur die logistische Aufgabe an Land gezogen, Wein und Sekt zu besorgen.

Dann schleppt einen der Fischer, der dieses Jahr noch nicht mittags schon 3 Strich gegen den Wind blau war (wir vermuteten, daß er eine neue Freundin hat) über den See, bis man eine Stelle gefunden hat, die einem besonders gefällt, und dann wird man dort verankert.

Schon kann die Spiel-, Freß- und Sauforgie beginnen. Der See war noch kalt, aber nicht unerträglich kalt, aber man überlegte es sich schon gut, ob man wieder ins Wasser wollte. Wetter gab es von allen Sorten, außer Hagel und Schnee. Ein Seeadler, Störche, Schwäne, und vieles mehr. Unglaublich entspannend, so ein Tag auf dem Wasser, den Wind in den Haaren, Wein in der Hand, die Sonne blinkt auf dem Wasser herum und erst der abendliche Sturmregen spät nach prachtvollem pinken Sonnenuntergang veranlaßte uns den Fischer anzurufen.

Übernachtet wurde im Gesindehaus, 6 km weiter, und es gibt nichts Schöneres, als dort einen sonnigen Sonntag (leider mit eiskalten Wind) auf dem Hof zu verbräsen, während um einen herum die verschiedensten und absonderlichsten Arten Hühner, Gänse und Enten, zum Teil mit Küken, den Hof nach Freßbarem durchsuchen. Am frühen Abend dann glücklich und entspannt zurück in die Molochstadt, mit dem Gefühl lange lange weg gewesen zu sein, und nicht nur 36 Stunden. Und weit weit weg, und nicht nur 79 Kilometer.

Dabei die armen Menschen bemitleiden, die auf einer vollgeschissenen Baumscheibe vor einem Späti das Gefühl zelebrieren, daß es doch so herrlich ist, aml wieder draußen sitzen zu können.

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