Also gut: Tagebuchbloggen: Was bisher geschah

Ich versuchs mal einfach, sonst passiert ja hier nix außer Blümchen. Erstmal bißchen Recap.
Eine ungewöhnlich gesellige Zeit für mich, Treffen und Premieren, es häuft sich mal wieder. Erstaunlicherweise aber angenehm! Letzten Mittwoch eine Premiere, die sehr sehr großartig war: Hedwig and the Angry Inch im Admiralspalast-Club, also im Keller. Ein toller Abend, gehnse hin: das perfekte Stück am perfekten Ort, beides wird es nicht mehr allzu lange dort geben, gehnse und lassen sich rocken! Und Hedwig rockt! Den Film mochte ich gar nicht so sehr, aber Sven Ratzke hat mit Hedwig möglicherweise die Rolle seines Lebens gefunden, und er füllt die High Heels extrem gut!

Aus Versehen die Begleitung gedoppeldated, einen guten Freund, einer der sweetesten Heteros den ich kenne und den man immer in den Arm nehmen möchte, und des Glämmies Lieblings- und meine zweitliebste Dänin, es hätte anstrengend werden können, wurde es aber nicht, denn der Abend war wundersam im Fluß und ich segelte durch die vielen Freunde und Kollegen und Partner, verströmte und empfing Liebe – man vergißt doch viel zu oft, daß so viele Menschen einen mögen und sich freuen, einen zu sehen.

Donnerstags dann herrliche Essenseinladung bei den Komas, zu Ehren des kleinen Hearty, ein wunderbarer Abend mit leckerstem Essen und bester Gesellschaft.

Freitag dann abends Einsiedler, weil es geht nur so viel Soziales pro Woche.

Samstag nach anfänglichem Ziepen ob des bedeckten Himmels dann doch zum ersten Mal mit Glämmie See für dieses Jahr. Wie immer war es herrlich, ich bin wieder hier, in meinem Revier, ich war nie weg, aber dem Wasser traute ich noch nicht so ganz und so blieb ich trocken – wen wundert’s, wenn man diesem Sommer noch nicht so ganz über den Weg traut? Aber für einen ersten Sonnenbrand hat es dann doch gereicht. Von wegen Glämmie, heute ist das rosa, morgen ist das braun! Krebsrot wars am nächsten Tag.
Abends dann Shameless zu Ende geschaut, eine ganz ganz großartige und krass lustige Serie, wo man sich gar nicht vorstellen kann, daß die das im amerikanischen Fernsehen tatsächlich bringen. Puts the FUN back into dysfunctional. Wenn Sie die Fishers immer noch vermissen, schauen Sie doch mal bei den Gallaghers vorbei.

Sonntag ein wenig Smiths-Gedenktag: Spending warm summer days indoors, writing frightening verse to a bucktoothed girl in Luxemburg (na gut, ohne den letzteren Teil) Sonnenbrand- und erschöpfungsbedingt eher drin geblieben außer ab und zu mal auf die Terrasse, Rosen riechen und streicheln. Abends dann zur letzten großen Premiere der Saison, Ball im Savoy. Viele Erwartungen lagen drauf, und es war ein fulminanter Erfolg, der Saal tobte, aber mir wars um die Hälfte zu lang und zu oll und zu hysterisch von Anfang an. Ich hätte gern was von dem gehabt, was die auf der Bühne eingepfiffen haben offensichtlich, vielleicht wär ich dann mitgekommen. Aber so sah der Chor aus, als ob Deko Behrendt Räumungsverkauf hatte. Viel hilft nicht immer viel. (Ausgerechnet ich sag das.) Aber Dagmar Manzel und vor allem Katherine Mehrling hatten einen wirklich großen Abend.
Und auch hier im Anschluß wieder viele Menschen, die sich freuten mich zu sehen. Schon schön, so viele Heimaten in dieser Stadt zu haben.

Monday, Monday. Perfekt, die Woche mit einer kräftigen Runde Badminton zu beginnen. Ich weiß nicht ob Sie es wissen, aber ganz diszipliniert Montags und Donnerstags gibts anderthalb Stunden Spocht, Badminton, nicht immer ganz so sportlich, aber manchmal würden Sie staunen (ich staune auch) wie flink das dicke alte Teil hier werden kann. Und es resetted das Hirn und stabilisiert den emotionalen Haushalt, und neutralisiert die mehr oder weniger latente Panik, die ich vormittags, besonders Montags, eben immer habe. Und es neutralisiert mehr oder weniger latente Kater ebenfalls .

Montag nachmittag dann ein Örgs-Kundentermin. Ein unsäglich popanzig geblähter Marketingchef, der noch nie einen Schuß gehört hat, will vorsorglich den Vertrag kündigen, weil er sich nicht vorstellen kann, daß wir das, was wir seit Jahren schon machen, auch wirklich können. (Können wir, im Gegensatz zu seinen eigenen Leuten vor Ort, aber das kann man ihm ja so direkt nicht sagen.) Komplett beleidigend, das. Zweieinhalb Stunden später habe ich einen Kompromiß, und ich weiß einmal mehr, wofür ich eigentlich mein Geld verdiene. Verblendete Leute da abholen, wo sie meinen zu stehen, und dann ohne daß sie es merken, mit dem richtigen Input in die richtige Richtung zu schubsen, eigenes runterzuschlucken und ihnen dann noch den Ruhm der vermeintlich eigenen Erkenntnis zu lassen. Und das aus dem Stand und rein nach Gehör, es ist ja nicht so, daß man vorher darüber informiert würde, worum es in dem Termin eigentlich gehen sollte. Das kann ich gut, aber ich denke das ist vom Umfang her so wie für einen Sänger, eine Premiere zu bestehen. Und was machen Sie eigentlich tagsüber?

Abends dann aus Freude darüber, daß Cyndi Lauper einen Tony gewonnen hat den Abend mit ihrer Musik und ein paar Dokus aus dem Netz von und über sie verbracht, und mit dem ein oder anderen Wein eine großartige und echte Künstlerin gefeiert. Das tat dann auch meiner Seele gut.

Puh, war dann doch nicht wenig, wenn man es so aufschreibt.

6 Gedanken zu „Also gut: Tagebuchbloggen: Was bisher geschah

  1. arboretum

    Warum haben Sie sich denn das amerikanische Remake von Shameless angeschaut und nicht das britische Original? In den ersten beiden Staffeln spielten Anne-Marie Duff (Fiona Gallagher) und James McAvoy (Steve McBride) mit, die sich bei den Dreharbeiten zu Shameless kennen und lieben lernten.

    Antworten
    1. luckystrike Artikelautor

      Ganz einfach: weil ich die amerikanische Version da hatte. Und hervorragend ähnlich prekäre Lagen im britischen Fernsehen abgehandelt werden, habe ich schon bei Skins und Misfits sehen dürfen.

    1. luckystrike Artikelautor

      Es gibt sie, diese Orte der – man möchte fast Utopie sagen. Deko Behrendt ist so einer, der Tante-Emma-Laden im Heimatort ist auch so einer. Der kommt immer noch in meinen Träumen vor, so als Wunderkammer.

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